Mittwoch, 29. Dezember 2010

Noch eine Challenge


Ja, ich weiß, mit meinen beiden Challenges bin ich schon gut ausgelastet, aber nun habe ich eine entdeckt, die nicht nur super klingt, sondern auch meinen Vorsätzen sehr entgegenkommen würde, nämlich diese hier von BuchSaiten und libromanie:

Es geht darum, in jedem Monat des nächsten Jahres mindestens ein Buch in englischer Sprache zu lesen.
Ich hab noch bis zum 15. 1. 2011 Zeit mich anzumelden, also kann ich ja noch ein wenig überlegen.
Immerhin hab ich schon mal darüber nachgedacht, was ich da so an Büchern hätte. Ich würde für diese Challenge wohl keine Bücherliste im Voraus erstellen, aber hier wäre mal eine Zusammenstellug an englischen Büchern, die ich im nächsten Jahr ohnehin lesen möchte:

Für meine anderen Challenges:
- Salman Rushdie, Midnight's Children
- Jonathan Swift, Gulliver's Travels
- David Malouf, Remembering Babylon
- Anne Bronte, The Tenant of Wildfell Hall
- Edgar Allan Poe, Arthur Gordon Pym
- Judith Lennox, Before the Storm

Weitere Bücher von meinem SuB bzw. meiner Liste:
- Neil Gaiman, The Graveyard Book
- Matt Ruff, Fool on the Hill
- Richard Adams, Tales of Watership Down
- Arthur Conan Doyle, The Hound of the Baskervilles
- Patrick Rothfuss, The Name of the Wind (das ich noch auf Englisch lesen möchte, ehe im nächsten Jahr der 2. Band erscheint)
- Patrick Rothfuss, A Wise Man's Fear (eben jenen 2. Band möchte ich natürlich auch unbedingt lesen, sobald er erscheint)
- Maggie Stiefvater, Linger ("Shiver" hab ich schon gelesen; den Folgeband hab ich in der Bücherei bereits vorbestellt)

Alleine damit käme ich schon auf über 12 Bücher - und ich hab noch weitere auf meinem SuB und erst recht auf meiner Liste. Dazu kommt, dass auch ReReads, Hörbücher und Graphic Novels erlaubt sind. Okay, letztere hab ich noch nie gelesen, aber ich liebäugle schon länger mit Martins "Hedge Knight". Also wär das auch mal eine gute Gelegenheit dafür ...
Ihr seht - meine Entscheidung steht beinahe. Die nächsten Tage bin ich bei einem Treffen mit einigen Schreibfreundinnen, und wenn ich zurück komme, werde ich die endgültige Entscheidung treffen. ;-)

Montag, 27. Dezember 2010

Wichtelpost!

Heute habe ich mein Wichtelgeschenk bekommen - es ist "Die geheime Sammlung" von Polly Shulman. Und sollte ich jetzt nochmal gefragt werden, welches meiner Bücher das schönste Cover hat, dann ist die Entscheidung nicht schwer. Es sieht mit dieser Farbkombination einfach wunderschön aus, und noch dazu sind die Ranken und die Schrift leicht erhoben - ich liebe so etwas einfach. Da streich ich dann ständig über den Schutzumschlag und bin ganz entzückt. :-)

Der Klapptentext klingt nach einer wunderbar märchenhaften Geschichte - und nach einem perfekten Roman, um sich im Winter mit Tee und Kerzchen und einer dicken Decke aufs Sofa zu kuscheln:

Es ist nicht leicht, eine Außenseiterin zu sein. Doch dann bekommt Elizabeth einen Aushilfsjob in einem besonderen Museum, dem Repositorium der Verleihbaren Schätze, in dem man Kunst und Krempel, Wertvolles und Verrücktes ausleihen kann.
In den geheimnisvollen Lagerhallen findet Elizabeth endlich Freunde, die bereit sind, mit ihr durch dick und dünn zu gehen. Und die braucht sie dringender, als sie geahnt hat - denn verborgen im Keller gibt es noch eine geheime Sammlung, deren Schätze ungewöhnliche Kräfte haben ...

Sonntag, 26. Dezember 2010

Weihnachtlicher SuB-Zuwachs

Es ist wohl nicht weiter erstaunlich, dass durch Weihnachten mein SuB mal wieder gewachsen ist - und in den nächsten Tagen noch stärker wachsen wird.

Meine Buchgeschenke bisher sind:

Bernd Perplies - Magierdämmerung
Diesen Roman hab ich gleich mal zu lesen begonnen. Das Steampunk-Setting klang ebenso interessant wie der Atlantis-Bezug und London als Schauplatz, daher hab ich mir das Buch gewünscht.

Neil Gaiman - The Graveyard Book
Bisher war ich von Gaiman nicht so begeistert, aber bei einer englischen Lesung wurde das erste Kapitel aus diesem Buch gelesen und ich habe es mir daraufhin sofort zu Weihnachten gewünscht. Ich freu mich schon sehr aufs Lesen.

Gaetan Soucy - Das Mädchen, das die Streichhölzer zu sehr liebte
Ich habe keine Ahnung mehr, wo mir das Buch empfohlen wurde. Es steht schon seit längerem auf meiner Liste, allerdings gibt es diesen Roman nicht in der Städtischen Bücherei. Es klingt nach ziemlich schwerer, deprimierender Kost - ich bin mal gespannt.

Matt Ruff - Fool on the Hill
Ich habe vor einiger Zeit "Nebenan" von Bernhard Hennen gelesen, das ich sehr witzig fand, wenn auch nicht überragend. Jemand meinte, es wäre nur ein schwacher Abklatsch von "Fool on the Hill", das also seither auf meiner Liste steht. In der Bücherei gibts das allerdings nur auf deutsch, daher also auch ein Fall für den Wunschzettel.

Dann hab ich noch zwei Zugänge, die zumindest meinen SuB nicht belasten, da ich sie schon gelesen habe. Es handelt sich um die ersten beiden Harry Potter-Bände, die ich bisher nicht selbst besaß. Jetzt hab ich sie als Taschenbücher in der Adult Edition bekommen, da ich dort die Cover so schick finde.

Außerdem wird wohl irgendwann in den nächsten Tagen mein Buchgewinn eintrudeln, sowie ein Buch von der Weihnachts-Wichtelaktion des Tintenzirkels.
Es besteht also keine Gefahr, dass mir in nächster Zeit der Lesestoff ausgehen könnte. ;-)

Freitag, 24. Dezember 2010

Frohe Weihnachten!

Ich wünsche euch allen Frohe Weihnachten und erholsame Feiertage im Kreis eurer Lieben! Und natürlich wünsche ich euch auch viele tolle (Buch-)Geschenke. :-)

Dienstag, 21. Dezember 2010

Dai Sijie - Balzac und die kleine chinesische Schneiderin



Genre: Erzählung/Gegenwartsliteratur
Seiten: 231
Verlag: echomedia (Sonderausgabe für Eine Stadt. Ein Buch)
Meine Bewertung: 5 von 5 Sternchen





Vor ein paar Wochen habe ich vom diesjährigen Gratisbuch der Stadt Wien berichtet, das ich mir natürlich auch geholt habe. Im Gegensatz zu manchen Büchern der letzten Jahre ist "Balzac und die kleine chinesische Schneiderin" sehr leichte Literatur, die sich flott lesen lässt. Dabei klingt der Inhalt eher nach schwerer Kost: Im Zuge der Kulturrevolution werden der Ich-Erzähler und sein Freund Luo - zwei 17jährige Burschen - zur Umerziehung in ein chinesisches Bergdorf verbannt. Durch einen anderen Jungen gelangen sie an - verbotene - europäische Romane und entdecken gemeinsam mit einer jungen Schneiderin ihre Liebe zur Literatur.

Der Hintergrund ist also ein sehr ernster und die Probleme und Entbehrungen dieser Umerziehung schimmern auch immer wieder zwischen den Zeilen durch. Dennoch hat der Roman einen eherheiteren Grundton und geizt auch nicht mit komischen Szenen und skurrilen Figuren. Trotzdem wirkt die Handlung nie lächerlich, werden die Umstände nie verharmlost. Dai Sijie gelingt hier ein toller Balanceakt zwischen Gesellschaftskritik und einer Art Schelmenroman.
Das Buch liest sich vom Anfang bis zum Schluss zügig durch, lässt einen manchmal schlucken und verströmt doch so etwas wie "Gute-Laune-Feeling".
Sprachlich ist es eher einfach geschrieben, aber die Schlichtheit der Sprache passt zum Inhalt und zum Ich-Erzähler. Dazu noch sympathisch und warmherzig gezeichnete Figuren und eine unbändige Lust am Erzählen - was zum Teil ja auch Gegenstand des Romans an sich ist. Da ich von chinesischer Kultur und Geschichte zugegebenermaßen wenig Ahnung habe, waren auch das Umfeld und die Hintergründe für mich sehr faszinierend.
Kurz: Ich hab an diesem Buch nicht das Geringste auszusetzen und vergebe ohne zu zögern 5 Sterne.

Interessant ist übrigens auch das Begleitmaterial, das bei den Gratisbüchern immer im Anhang enthalten ist. In diesem Fall ein ausführliches Interview mit dem Autor und ein kurzer Abriss der chinesischen Geschichte, was die Erzählung an sich wunderbar abrundet.

Samstag, 18. Dezember 2010

Volltreffer beim Gewinnspiel der Literatur-Revue!

Letzte Woche hab ich hier vom Gewinnspiel der Literatur-Revue berichtet, bei dem nun die Auslosung stattgefunden hat.
Ich hab eigentlich gesagt, dass ich selbst nicht teilnehmen möchte, da einige der Bücher mich einfach nicht so reizen und ich mich also nicht anderen "vordrängeln" wollte, die das Buch wirklich gern hätten.
mirjam war daraufhin so lieb, meinen Namen nur in einen einzigen Lostopf zu schmeißen, und zwar bei Claudia Tomans "Hexendreimaldrei". Ich war vor kurzem bei einer Wiener Autorenlesung und fand dort Claudia Toman so sympathisch und ihren vorgelesenen Ausschnitt so witzig, dass das Buch auf meine Liste gewandert ist.
Und jetzt hab ich es tatsächlich gewonnen! Ich, die ich normalerweise NIE Glück habe bei einem Gewinnspiel. Und ich, deren Namen nur in diesem einen Lostopf mit dabei war. Das ist doch echt ein genialer Zufall.

Vielen Dank, liebe mirjam, für dein tolles Gewinnspiel! Ich freu mich schon sehr auf das Buch. :-)

(Das hat mir der Glückskeks, den ich gestern geöffnet habe, nicht vorher gesagt *gg*)

Sonntag, 12. Dezember 2010

Was ich in letzter Zeit so gelesen habe

In letzter Zeit hab ich einige Bücher gelesen, zu denen ich gern ein paar Worte verlieren möchte, aber da ich nicht zu jedem eine ausführliche Rezension schreiben werde, fass ich hier ein paar Buchmeinungen in einem kleinen Buchplauder-Beitrag zusammen:

Eva Baronsky - Herr Mozart wacht auf
Gerade eben lag Mozart im Sterben - und nun findet er sich orientierungslos im Wien der Jetztzeit wieder. Was steckt dahinter? Hat er einen Auftrag zu erfüllen?
Ein sehr schräger und gleichzeitig bittersüßer Roman. Eva Baronsky gibt Mozart eine Sprache, die absolut authentisch klingt (vor allem in den Briefen) und entspinnt hier eine originelle "Was wäre, wenn...?"-Geschichte. Ich fand Mozart nicht sonderlich sympathisch, muss ich gestehen, aber in diesem Roman wird auf wunderschöne Weise dargestellt, wie sehr er Musik lebt und liebt und - Musik ist. Gerade in diesen Passagen, wenn es um Musik geht, entfaltet der Roman seinen größten Zauber. Am Anfang konnte ich leider länger nicht hineinfinden, daher:
4 von 5 Sternchen

Patricia McKillip - Die vergessenen Tiere von Eld
Patricia McKillip ist eine der wunderbarsten Fantasyautorinnen dieser Zeit. Ich liebe ihre Bücher und werde vielleicht demnächst mal einen Blogeintrag über sie und ihre Romane schreiben.
"Die vergessenen Tiere von Eld" ist einer ihrer ältesten Romane und zeigt eindrucksvoll, wie meisterhaft sie schon damals mit Sprache zu spielen vermochte. Auch der Inhalt ist zauberhaft und fesselt vom Anfang bis zum Ende auf einer sehr ruhige Art und Weise: Die Zauberin Sybel lebt umgeben von Fabeltieren, die sie einst zu sich gerufen hat, fernab von anderen Menschen. Doch nach und nach wird sie in deren Machtspiele mithineingezogen, bis sie sich selbst beinahe darin verliert.
Für mich einer der schönsten und spannendsten Romane von Patricia McKillip, daher ohne zu Zögern:
5 von 5 Sternchen

Sam Savage - Firmin. Ein Rattenleben  
Ich habe diesen Roman zum Geburtstag bekommen, deshalb tut es mir sehr leid, dass ich rein gar nichts damit anfangen konnte. Am liebsten hätte ich sogar einen sehr genervten Verriss geschrieben, allerdings wäre das nicht fair, da ich das Buch nur bis zur Hälfte gelesen habe. Als ich mich nach etwa 100 Seiten nur noch damit gequält habe und mir wünschte, diese nervige, unsympathische Ratte (ich mag Ratten sonst, aber Firmin nicht) möge in die nächste Mausefalle tappen, habe ich schließlich aufgegeben.
Am meisten hat mich daran gestört, dass Firmin zwar einerseits total vermenschlicht wird, andererseits aber wieder nicht genug, als dass man das ganze als eine Parabel wie etwa "Animal Farm" lesen könnte. Für mich "funktioniert" er einfach nicht, weder als Ratte noch als vermenschlichte Ratte, und es hat mich auch nicht interessiert, was weiter mit ihm geschieht.
Sehr schade. :-(

Außerdem habe ich das Gratis-Buch "Balzac und die kleine chinesische Schneiderin" gelesen, aber darüber möchte ich doch eine ausführliche Rezension in den nächsten Tagen schreiben.

Die Literatur-Revue feiert den 100. Beitrag

Bei mirjams "Literatur-Revue" gibts ein Jubiläum zu feiern und zwar den 100. Beitrag. :-)
Um das zu feiern veranstaltet mirjam ein Gewinnspiel, bei dem es vier Bücher zu gewinnen gibt und zwar:
- "Schattenblüte" von Nora Melling
- "Verliebt, verlobt, verbissen" von Michelle Rowen
- "Hexendreimaldrei" von Claudia Toman
- "Tote Mädchen lügen nicht" von Jay Asher

Wie ihr mitmachen könnt, lest ihr am besten bei ihr nach. Ich wünsche allen viel Glück für die Verlosung und mirjam weiterhin viel Freude beim Bloggen!

Donnerstag, 9. Dezember 2010

Wie es nach dem NaNo weitergeht

Was tut sich bei mir eigentlich schreiberisch nach dem NaNo? Relativ wenig, muss ich zugeben. Ich habe ja geschrieben, dass die letzten Novembertage ziemlich mühsam waren und ich danach ein wenig schreibmüde war. Ich habe ja in diesem Jahr bereits über 200.000 Wörter geschrieben, und allmählich wurde mir das regelmäßige monatliche Schreibpensum doch etwas zu viel. Am Ende des NaNos fühlte ich mich wie ausgebrannt, und ich habe mir sogar die Frage gestellt, ob mir das Schreiben überhaupt noch Spaß macht.

Ich habe mir dann eine Pause verordnet, aber dennoch habe ich eine neue Szene bei meinem alten Projekt "Bühnenzauber" geschrieben und ein paar Fragmente für meine "Göttersteine". Und beides hat mir Spaß gemacht. Zumindest habe ich also nicht grundsätzlich den Spaß am Schreiben verloren. Auf alle Fälle aber werde ich es in nächster Zeit etwas ruhiger angehen.
Ich möchte in den nächsten Monaten noch ein wenig an den Göttersteinen weiterschreiben und mich sonst vor allem auf das Überarbeiten konzentrieren. Drei Rohfassungen liegen bei mir herum und warten darauf überarbeitet zu werden. Davon ist mein Jugendroman "Polarnacht" schon fast bereit für die Testleser-Phase, während die beiden anderen Romane (mein Urban-Fantasy-Roman "Die geraubte Seele" und meine Fantasy-/Mystery-Geschichte "Bühnenzauber") inhaltlich noch kräftig überarbeitet werden müssen. Es wird also Zeit, mich wieder intensiver mit diesen Projekten zu beschäftigen.
Leider macht mir das Schreiben der Rohfassung normalerweise mehr Spaß als das Überarbeiten, aber nun ja, da muss ich durch. ;-)

Soweit also meine Schreibpläne für die nächsten Monate. Ich würde auch gern mal kurze Leseproben hier einstellen, ich bin nur etwas unsicher, ob das für die Zukunft so klug ist. Jetzt denke ich ja noch nicht so viel ans Veröffentlichen, aber vielleicht geh ich ja mit einem der Romane doch mal auf Agentur-/Verlagssuche und dann könnte es ein Problem sein, wenn ich hier bereits Leseproben online gestellt habe. Na, ich werde mir das noch überlegen.

Sonntag, 5. Dezember 2010

Nina Blazon - Der Maskenmörder


Genre: Historischer Krimi/Jugendbuch
Seiten: 288
Verlag: Ravensburger
ISBN: 978-3473582846
Meine Bewertung: 2 von 5 Sternchen

Historien-Challenge (Absolutismus & Aufklärung)



Bei einer Aufführung im Londoner "King's Theatre" stürzt der Opernsänger Ferrante in den Tod. Der Verdacht fällt auf seinen Konkurrenten Amorelli, doch daran wollen weder die reiche Isobel Burlington - eine seiner größten Verehrerinnen - noch ihr Neffe Lucius glauben.
So versucht Lucius mit Hilfe der jungen Schleifenmacherin Célestine herauszufinden, wer tatsächlich hinter dem Mord steckt.


Es tut mir fast weh, dass ich dem Roman keine bessere Bewertung geben kann. Ich habe bisher zwei Bücher von Nina Blazon gelesen, die mir beide sehr gut gefallen haben und bin deshalb voll positiver Erwartung an diesen Krimi herangetreten. Leider hat es sehr lange gedauert, ehe ich hineingekommen bin, und erst ganz zum Schluss hin ist so etwas wie Spannung aufgekommen.
Zu einem großen Teil lag das an den Figuren. Lucius ist für mich überhaupt nicht greifbar geworden. Das mag damit zusammenhängen, dass man nie sein Alter erfährt - er ist offensichtlich noch jung und oft etwas naiv, aber ich hätte nicht einschätzen können, ob er ein Junge von etwa 15 Jahren ist oder ein noch unerfahrener Mann Anfang 20. Da man auch nie etwas über sein Aussehen erfährt, konnte er in meinem Kopf keine Gestalt annehmen - was noch dadurch verstärkt wurde, dass für mich auch sein Charakter erst nach und nach hervortrat. Er hat keine sehr markanten Eigenschaften (bis auf seine Neugierde vielleicht) und selbst nach Beendigung des Buches kann ich mir kein rechtes Bild von ihm machen.
Leider konnte ich auch mit Célestine, die ich recht klischeehaft fand, nicht viel mehr anfangen. Viel interessanter fand ich die Nebenfiguren wie Amorelli, Lady Burlington und die Tänzerin Nancy, aber sie sind es nunmal nicht, die die Handlung tragen.

Ein weiteres Problem war, dass mir die Identität des Mörders schon sehr früh klar war. Zwar war ich dann zwischendurch noch einmal etwas unsicher, aber am Ende behielt ich dann doch recht. Dazu kam, dass im Zuge der Ermittlungen ein etwas seltsamer Schluss gezogen wurde, der für mich fast schon eine Logiklücke war. Ich kann ihn hier nicht nennen, da ich sonst hoffnungslos für den Roman spoilern würde, aber er hat doch zu meinem nicht allzu positiven Leseeindruck beigetragen.

Die Einbettung in das 18. Jh. hat hingegen sehr gut funktioniert, und man kann sich London zu dieser Zeit gut vorstellen. Auch am Schreibstil gibt es nichts auszusetzen.
Insgesamt bleibt aber ein eher schaler Nachgeschmack und ich hoffe, dass ich mit den weiteren Romanen von Nina Blazon wieder mehr Glück habe.