Sonntag, 5. Dezember 2010

Nina Blazon - Der Maskenmörder


Genre: Historischer Krimi/Jugendbuch
Seiten: 288
Verlag: Ravensburger
ISBN: 978-3473582846
Meine Bewertung: 2 von 5 Sternchen

Historien-Challenge (Absolutismus & Aufklärung)



Bei einer Aufführung im Londoner "King's Theatre" stürzt der Opernsänger Ferrante in den Tod. Der Verdacht fällt auf seinen Konkurrenten Amorelli, doch daran wollen weder die reiche Isobel Burlington - eine seiner größten Verehrerinnen - noch ihr Neffe Lucius glauben.
So versucht Lucius mit Hilfe der jungen Schleifenmacherin Célestine herauszufinden, wer tatsächlich hinter dem Mord steckt.


Es tut mir fast weh, dass ich dem Roman keine bessere Bewertung geben kann. Ich habe bisher zwei Bücher von Nina Blazon gelesen, die mir beide sehr gut gefallen haben und bin deshalb voll positiver Erwartung an diesen Krimi herangetreten. Leider hat es sehr lange gedauert, ehe ich hineingekommen bin, und erst ganz zum Schluss hin ist so etwas wie Spannung aufgekommen.
Zu einem großen Teil lag das an den Figuren. Lucius ist für mich überhaupt nicht greifbar geworden. Das mag damit zusammenhängen, dass man nie sein Alter erfährt - er ist offensichtlich noch jung und oft etwas naiv, aber ich hätte nicht einschätzen können, ob er ein Junge von etwa 15 Jahren ist oder ein noch unerfahrener Mann Anfang 20. Da man auch nie etwas über sein Aussehen erfährt, konnte er in meinem Kopf keine Gestalt annehmen - was noch dadurch verstärkt wurde, dass für mich auch sein Charakter erst nach und nach hervortrat. Er hat keine sehr markanten Eigenschaften (bis auf seine Neugierde vielleicht) und selbst nach Beendigung des Buches kann ich mir kein rechtes Bild von ihm machen.
Leider konnte ich auch mit Célestine, die ich recht klischeehaft fand, nicht viel mehr anfangen. Viel interessanter fand ich die Nebenfiguren wie Amorelli, Lady Burlington und die Tänzerin Nancy, aber sie sind es nunmal nicht, die die Handlung tragen.

Ein weiteres Problem war, dass mir die Identität des Mörders schon sehr früh klar war. Zwar war ich dann zwischendurch noch einmal etwas unsicher, aber am Ende behielt ich dann doch recht. Dazu kam, dass im Zuge der Ermittlungen ein etwas seltsamer Schluss gezogen wurde, der für mich fast schon eine Logiklücke war. Ich kann ihn hier nicht nennen, da ich sonst hoffnungslos für den Roman spoilern würde, aber er hat doch zu meinem nicht allzu positiven Leseeindruck beigetragen.

Die Einbettung in das 18. Jh. hat hingegen sehr gut funktioniert, und man kann sich London zu dieser Zeit gut vorstellen. Auch am Schreibstil gibt es nichts auszusetzen.
Insgesamt bleibt aber ein eher schaler Nachgeschmack und ich hoffe, dass ich mit den weiteren Romanen von Nina Blazon wieder mehr Glück habe.

1 Kommentar:

  1. Dieses Buch hab ich noch nicht gelesen aber ich kann zwei andere historische Romane von Nina Blazon sehr empfehlen - falls du die nicht schon kennst: Die Totenbraucht ist grandios, ebenso wie Katharina :)
    Falls dus nochmal mit der Autorin versuchen willst ^^

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