Samstag, 31. Dezember 2011

Challenges 2011 und ein Ausblick auf 2012

Meine Lese-Jahresbilanz wird es morgen geben, da ich noch nicht weiß, ob ich heute noch den "Wunschpunsch" lesen werde oder nicht. ;-)
Dafür gibt es jetzt schon einmal einen kleinen Rückblick auf meine Challenges von 2011 und einen Ausblick auf jene von 2012.

Meine bisher "größte" Challenge endete 2011 im Oktober, und zum Ende hin wurde es schon recht mühsam. Ich habe festgestellt, dass der Rahmen für mich zu eng gesteckt war und ich wohl besser damit zurecht gekommen wäre, wenn die Vorgaben etwa gewesen wären "aus jeder großen Epoche mindestens ein Buch und insgesamt mindestens 12". Immerhin hat mich diese Challenge auch gelehrt, dass bei aller Listenfreude allzu enge Vorgaben eben doch nichts für mich sind. Es war trotz allem auch eine sehr interessante Challenge und ich habe sie ja (trotz eines abgebrochenenen Buches) erfolgreich abgeschlossen.
Schade, dass es bislang noch keine Auswertung oder sonst irgendeine Rückmeldung dazu gab - es würde mich interessieren, wieviele sie letztendlich wirklich beendet haben. Ich glaube, dass es trotz der großen Teilnehmerzahl kaum 10 waren, die "durchgehalten" haben.

Mit dem heutigen Tag geht die Englisch-Challenge von 2011 zu Ende und ich muss sagen, dass sie für mich ein echter Erfolg war. Bis auf einen Monat, wo es ein wenig knapp wurde (Juli), hatte ich nie damit zu kämpfen, das monatliche Buch zu schaffen. Anfangs musste ich noch bewusst darauf achten, auf ein englisches Buch pro Monat zu kommen, aber im Laufe des Jahres habe ich immer mehr auf Englisch gelesen und oft war es auch mehr als ein Buch pro Monat (nur habe ich nicht zu allen eine Rezension geschrieben).
Leider habe ich bisher nicht wirklich das Gefühl, große Sprachfortschritte gemacht zu haben, aber vielleicht erkenne ich diese auch nur noch nicht.
In jedem Fall bin ich sehr glücklich, dass die Challenge 2012 erneut gestartet wird und daher bin ich natürlich wieder mit dabei. Es mangelt ja auch nicht unbedingt an englischen Büchern auf meinem SuB und meiner Wunschliste.

Eigentlich wäre auch die Klassiker-Challenge heute zu Ende gegangen, aber da sie verlängert wurde, bleibt noch bis zum 30.6.2012 Zeit, um die 10 Bücher zu schaffen. Ich wollte meine dennoch 2011 schaffen und ärgere mich ein wenig, dass es doch nur 9 geworden sind. Wäre die Challenge nun zu Ende gegangen, hätte ich das letzte erforderliche Buch aber bestimmt noch untergebracht. So wollte ich mir einfach keinen Stress mehr machen, da es ja nicht zwingend notwendig war.
Ich würde aber dafür gern bis Challenge-Ende alle 16 Länder durchlesen und hoffe, dass mir das gelingen wird - immerhin ist das etwas mehr als ein Klassiker pro Monat (aber es befinden sich ja jetzt nicht mehr solche Wälzer wie die Buddenbrooks auf meiner Liste).
Bisher hat mir die Challenge auf alle Fälle sehr viel Spaß gemacht, auch wenn es ab und zu ein wenig mühsam war. Aber ich habe auch (unerwartete) Perlen dabei entdeckt und konnte nun endlich meine seit Studienabschluss bestehende Klassiker-Flaute beenden.

Ach, das ist eine ganz wunderbare Challenge, die in diesem Jahr im Oktober begonnen hat und also im nächsten Jahr noch eine ganze Weile fortlaufen wird. 
Durch diese Challenge habe ich Bücher wieder für mich entdeckt, die ich seit meiner Kindheit nicht mehr gelesen habe. Eine tatsächliche "2. Chance" war das also bisher eher nicht, aber vielleicht wage ich mich doch auch nochmal an ein Buch, das ich beim ersten Mal nicht so toll fand.

Und dann gibt es 2012 natürlich meine eigene Challenge, auf die ich selbst schon sehr gespannt bin. Momentan bin ich noch etwas schockiert, um ehrlich zu sein, da aus der (wie ich angenommen habe) kuschlig-kleinen Runde eine doch recht lange Teilnehmerliste wurde. Und ich habe ja den Anmeldeschluss mit dem 31. 1. angegeben, also wer weiß, wie lange die noch wird!
Es freut mich natürlich, dass das Interesse für die Challenge so groß ist, aber ob ich damit mein Vorhaben, einmal im Monat einen Überblick über die Fortschritte alle Teilnehmer zu geben, durchführen kann, weiß ich noch nicht. Ich würde es aber schon gern schaffen.


Vorerst habe ich nicht geplant, noch an weiteren Challenges im nächsten Jahr teilzunehmen. Vielleicht noch bei einer, die später im Jahr startet, wenn die Klassiker gelaufen sind. Aber mal sehen. Ansonsten wären auch diverse Kurzzeit-Challenges noch eine Möglichkeit, aber ich möchte mich einfach nicht zu sehr unter Druck setzen.
Einen weiteren Druck macht mir nämlich ohnehin mein SuB, der zwar inzwischen auf 30 geschrumpft ist, trotzdem aber noch höher ist als erhofft. Momentan lautet mein Vorsatz, ihn auf höchstens 30 zu halten - was bedeutet, dass ich meinen Weihnachtsgutschein vorerst noch nicht einlösen und auch keine ausgedehnte Bibliotheksrunde starten kann.
Mag sein, dass ich mich da jetzt zu sehr unter Druck setze, aber es ärgert mich einfach, dass ich in diesem Jahr so viele Bücher ausgeliehen und auch einige gekauft habe, obwohl ich doch noch so viele ungelesen zu Hause habe. Das muss sich einfach ändern, und ich denke, es ist kein zu ehrgeiziges Ziel, wenn ich versuche, den SuB von nun an wenigstens nicht mehr wachsen zu lassen.


Aber der wichtigste Lese-Vorsatz für 2012 ist natürlich: Spaß am Lesen haben!

Donnerstag, 29. Dezember 2011

Jonathan Swift - Gulliver's Travels


Genre: Satire, fiktiver Reisebericht
Seiten: 320
Verlag: Harpercollins
ISBN: 978-0007351022
Meine Bewertung: 2 von 5 Sternchen

Klassiker-Challenge (Irland)


Der Inhalt dieses Werkes sollte ja in Grundzügen allgemein bekannt sein: Gulliver berichtet darin von vier sagenhaften Orten, an die es ihn bei seinen Seereisen verschlägt: Liliput, in dem winzige Menschen leben, Brobdignag, wo Gulliver nun selbst der Winzling ist, die fliegende Insel Laputa mit ihrem zugehörigen Reich und das Land der Houyhnhnm, in dem vernunftbegabte Pferde sich wilde Menschen als Haustiere halten. 

Ich hoffe, dass dieses Buch mein Tiefpunkt der Klassiker-Challenge war. Offensichtlich habe ich ein Problem mit klassischer Abenteuer-/Reiseliteratur, denn schon Poes Arthur Gordon Pym hat mich nicht vom Hocker gerissen und "Robinson Crusoe", das ich einmal für die Uni lesen musste, fand ich überhaupt ganz unerträglich.
Dabei ist "Gulliver's Travels" nur der äußeren Form nach ein solch fiktiver Abenteuerbericht und in erster Linie eigentlich Satire und Sozialkritik. Denn die fremden Länder, Wesen und Sitten dienen dem Autor als Möglichkeit, Vergleiche zu den Verhältnissen in England zu dieser Zeit zu ziehen. So ist die erste Reise in erster Linie ein gesellschaftlicher Gegenentwurf, die zweite eine Abrechnung mit Kriegstreiberei und dem Kampf um die Weltherrschaft, die dritte ein Seitenhieb auf Wissenschaftler und die vierte schließlich eine Gesamtabrechnung mit der menschlichen Kultur.
Das ist teilweise ganz amüsant zu lesen, teilweise auch erschreckend in seiner Scharfsinnigkeit, über weite Strecken aber einfach nur ermüdend. Obwohl in jedem Land verschiedene Schwerpunkte gelegt werden, hatte ich das Gefühl, als würde Gulliver sich ständig wiederholen, wenn er ein ums andere Mal die Zustände seiner Zeit beschreibt. 

Vielleicht weiß ich schlichtweg zu wenig über das England des 18. Jahrhunderts, um dieses Werkt wirklich würdigen zu können oder aber man ist heutzutage ohnehin zu sehr an politische Satiren und Kabarettisten, die die Zustände durch den Kakao ziehen, gewöhnt. Auf alle Fälle fand ich den Gift und Galle verspritzenden Gulliver mit seinen eigenen hohen Idealen meistens einfach nur nervtötend.
Streckenweise musste ich mich wirklich durch das Buch quälen (zumal ich auch mit dem Englisch zu kämpfen hatte) und nur eine gewisse Sturheit hat mich dazu gebracht, es überhaupt zu Ende zu lesen.

Nein, das war leider ganz und gar nicht mein Fall, daher nur 2 Sternchen.

Dienstag, 27. Dezember 2011

I'm in ... English Challenge Reloaded

Die Englisch-Challenge geht in die zweite Runde! Auch im Jahr 2012 gibt es von  Nina und Katrin wieder die tolle Challenge. Da ich schon für mich beschlossen habe, weiterhin mindestens ein englisches Buch pro Monat zu lesen, bin ich natürlich wieder mit dabei. 


Die Regeln sind wie gehabt: Pro Monat muss ein englisches Buch gelesen werden - schafft man das nicht, fällt für den nächsten Monat ein zusätzliches Strafbuch an. Alle weiteren Details könnt ihr auf den Blogs der beiden Initiatorinnen nachlesen.

My English Books 2012

Jänner: Arthur Conan Doyle - The Hound of the Baskervilles
Februar: Thomas Burnett Swann - Green Phoenix
März: Guy Gavriel Kay - Tigana (erst im April beendet, daher ist ein Strafbuch fällig)
           George R. R. Martin - A Storm of Swords  (Strafbuch)
April: Agatha Christie - Endless Night
Mai: Pat O'Shea - The Hounds of the Morrigan (erst im Juni beendet, daher ist ein Strafbuch fällig)
         Dori Jones Yang - Son of Venice (Strafbuch)
Juni: George R. R. Martin - A Feast for Crows
Juli: George R. R. Martin - A Dance with Dragons (erst im August beendet, daher ist ein Strafbuch fällig)
         Julie Campbell - Trixie Belden. The Secret of the Mansion (Strafbuch)
August: Ruta Sepetys - Between Shades of Gray
September: Patricia A. McKillip - In the Forests of Serre
Oktober: Robert Jordan - The Eye of the World
November: Ally Condie - Crossed
Dezember: Lloyd Alexander - Taran Wanderer

Lloyd Alexander - The Black Cauldron (The Chronicles of Prydain 2)


Genre: Kinder-/Jugendbuch, Fantasy
Seiten: 182
Verlag: Henry Holt
ISBN: 978-0805080490
Meine Bewertung: 4 von 5 Sternchen

English-Challenge  (Dezember)




Im ersten Band "The Book of Three" wurde Taran, der "Assistent Pig-Keeper", erstmals mit der Welt der Abenteuer und den finsteren Schergen von Arawan, dem König der Anderwelt, konfrontiert. In diesem 2. Band nun soll Arawns Kessel, mit dessen Hilfe Tote wieder zum Leben erweckt werden können, zerstört werden. Doch nichts läuft wie es soll und bald findet Taran sich von Lord Gwydion getrennt. Zum Glück hat Taran treue Gefährten bei sich, die ihm mit Rat und Tat zur Seite stehen. Gemeinsam jagen sie dem Kessel nach - und Taran seinem Wunsch nach Ruhm und Ehre. Erst allmählich wird ihm klar, wie hoch der Preis dafür ist ...

Der 2. Band der Taran-Reihe hat mir besser gefallen als der 1., der doch noch als ein recht oberflächliches Kinderbuch daherkam. Hier sind nun die Grenzen zwischen Gut und Böse nicht mehr so eindeutig erkennbar, und so mancher vermeintliche Freund entpuppt sich am Ende als Feind und umgekehrt.
Vor allem Taran selbst macht hier eine große Entwicklung durch und lernt nicht nur, Verantwortung zu übernehmen, sondern auch, dass es wichtigere Dinge gibt als Ruhm und seinen eigenen Stolz.

"The Black Cauldron" schließt zwar beinahe unmittelbar an den vorigen Band an, aber es ist nicht allzu viel Vorwissen notwendig. Ich konnte mich kaum noch an Einzelheiten erinnern, hatte aber dennoch keine Verständnisprobleme. Trotzdem ist es wohl von Vorteil, wenn man die Figuren bereits kennt, denn fast alle, die in "The Book of Three" eingeführt wurden, spielen auch hier wieder eine größere Rolle.
Das Land Prydain könnte man am ehesten als alternatives Wales bezeichnen. Lloyd Alexander schöpft aus dem Sagenkreis des Mabinogion, fügt aber auch zahlreiche eigene Elemente hinzu und verändert gerade viele Figuren sehr stark. Damit hatte ich im 1. Band noch ein wenig Probleme (Arawn war für mich einfach nicht der "Böse"), aber mittlerweile habe ich die Abweichungen akzeptiert und störe mich nicht mehr daran. Vielleicht hat mir auch deshalb der 2. Band besser gefallen.
"The Black Cauldron" ist auch erwachsener und in einigen Punkten düsterer als sein Vorgänger. Gemeinsam mit Taran wächst auch das Alter der Zielgruppe und ich bin gespannt, wie der jugendliche Held sich in den Folgebänden noch weiter entwickelt.

"The Black Cauldron" ist ein spannendes Buch, das ernstere Töne anschlägt als der Vorgänger und die Leser wieder in ein sagenhaftes Land entführt. Von mir gibt das 4 Sternchen für einen Roman, der nicht nur für Kinder lesenswert ist.

Sonntag, 25. Dezember 2011

Sonntagsgeplauder #10

Vorweihnachtsstress, eine extrem starke Erkältung und dann noch der übliche Stress der Weihnachtsfeiertage sind sowohl fürs Lesen als auch fürs Schreiben nicht die besten Zutaten. Schreibgeplauder gibt es daher bei mir diese Woche gar keins - die paar Wörterchen, die ich in der letzten Woche geschafft habe, sind nicht wirklich der Rede wert.

Lesegeplauder
Gerade noch rechtzeitig vor Weihnachten konnte ich mir in der Bücherei "Arkadien fällt" abholen (das ich vorbestellt hatte, sonst hätte ich es wohl so schnell nicht ergattert) und habe natürlich gleich damit begonnen. Bis jetzt gefällt es mir sehr gut und ich freue mich darauf, wenn ich morgen hoffentlich mal so richtig ausgiebig Zeit zum Lesen finde.
Mein aktuelles Hörbuch ist "Ich. darf. nicht. schlafen." von S. J. Watson, das ich sehr spannend finde, an dem ich aber wohl nicht weiterhören werde, solange ich bei meiner Familie bin.

Challengegeplauder
Ich muss nur noch eine Rezension zu "The Black Cauldron" schreiben, dann ist die Englisch-Challenge für mich abgeschlossen. Ich wollte sie ja schon nur für mich im nächsten Jahr weitermachen und habe nun erfreut festgestellt, dass die Challenge in eine neue Runde geht. Da bin ich also wieder mit dabei und werde in den nächsten Tagen gleich einen entsprechenden Beitrag erstellen.
Damit bin ich also im nächsten Jahr mit Challenges schon wieder ganz gut ausgebucht und werde nur dann noch eine neue dazunehmen, falls ich auf eine besonders spannende stoße.
Ein wenig überwältigt bin ich von dem Echo auf meine eigene Challenge - die Teilnehmerliste ist jetzt schon viel länger als ich gedacht hätte. Das ist ja fast schon beängstigend. ;-)

SuB-Geplauder
Dafür, dass Weihnachten ist, ist mein SuB gar nicht mal soviel gewachsen. Bislang habe ich nur einen Bücherzuwachs, und zwar mein Wichtelbuch "Asylon" von Thomas Elbel.
Ich weiß aber schon, dass ich von einer Freundin die nächsten Tage noch einen Gutschein bekommen werde, den ich in eBooks investieren möchte. Wenn ich mich also beim Lesen nicht noch sehr dranhalte bis zum Ende des Jahres, wird das wohl eher nichts mehr mit einem Stand unter 30.

Ja, und das wars auch schon mit diesem Sonntagsgeplauder. Ich bin immer noch ein wenig im Feiertagsstress, daher finde ich gerade nicht soviel Zeit zum Bloggen. Aber ab morgen wird alles besser. Hoffentlich!

Samstag, 24. Dezember 2011

Frohe Weihnachten!

Ich wünsche euch allen frohe Weihnachten, erholsame Feiertage und eine schöne Zeit im Kreis eurer Lieben! Hoffentlich bekommt ihr tolle Buchgeschenke. :-)

Dienstag, 20. Dezember 2011

Juliet Marillier - Der Sohn der Schatten


Genre: Historische Fantasy
Verlag: Audible
Dauer: 24 h 37 min (ungekürzte Lesung)
gelesen von: Tanja Geke
meine Bewertung: 3 von 5 Sternchen



Liadan, die Tochter von Sorcha und Hugh, führt ein wohlbehütetes Leben auf Sevenwaters - immer ein wenig im Schatten ihrer strahlenden Schwester Niamh und ihres Zwillingsbruders Sean, der einmal Sevenwaters erben soll.
Doch als Niamh nach einer verbotenen Liebschaft in aller Eile mit einem verbündeten Clanführer verheiratet wird und Liadan einer Gruppe Söldner in die Hände fällt, hat das unbeschwerte Leben ein Ende. Plötzlich weiß Liadan nicht mehr, auf wessen Seite sie stehen soll. Vermeintlich vertraute Menschen sind nicht die strahlenden Helden, für die Liadan sie immer hielt, während die Söldner nicht die Monster zu sein scheinen, als die sie ihr beschrieben wurden. Und so verschwimmen die Grenzen zwischen Gut und Böse immer mehr und lassen Liadan Entscheidungen treffen, die ihre Umgebung mit Befremden betrachten.

Es ist einige Jahre her, seit ich den ersten Sevenwaters-Teil "Die Tochter der Wälder" gelesen habe. Darin ging es um Liadans Mutter Sorcha, deren Brüder von einer Zauberin in Schwäne verwandelt wurden. Ja, es handelte sich dabei um eine etwas andere Interpretation des Märchens "Die sechs Schwäne". Juliet Marillier hat das ganze ins Irland des 9. Jahrhunderts gesetzt und trotz einiger Fantasyelemente eher historisch aufbereitet. Mir war der Roman damals stellenweise etwas zu kitschig und klischeehaft, aber dennoch hat mir die Neuinterpretation des Märchens sehr gut gefallen.
In dem 2. Teil nun geht es um die nächste Generation von Sevenwaters und es begann nicht allzu vielversprechend. Liadan war mir allzu brav, lieb und duldsam am Anfang, zumal mir die ständigen Heilerinnen mit Sehergabe allmählich wirklich zum Hals heraushängen. Es kommt mir vor, als würde das wirklich auf jede zweite weibliche Hauptfigur in historischen Romanen zutreffen. Noch dazu hatte ich das Gefühl, als wäre ich mittlerweile zu kritisch für diese Art von Romanen. Die ersten etwa zwei Stunden lang habe ich innerlich gefühlte hundert Mal die Augen verdreht.

Die Handlung verläuft zunächst in den erwarteten Bahnen und weist auch Ähnlichkeiten zum ersten Band auf. Die beginnende Liebe zwischen Liadan und Bran, dem Anführer der Söldner, kommt auch nicht gerade auf leisen Sohlen daher und ist von ihrer ersten Begegnung an klar. 
Trotzdem hat mich der Roman nach und nach in seinen Bann gezogen. Ich kann nicht behaupten, dass ich Liadans Entwicklung zu einer sehr selbstbewusst-eigensinnigen Frau allzu gut nachvollziehen konnte, zumal es so dargestellt wird, als wäre sie immer schon so stark gewesen, obwohl sie anfangs gänzlich anders eingeführt wird. Dennoch hat mir diese "neue" Liadan deutlich besser gefallen, auch wenn sie gerne etwas mehr Schwächen bzw. Fehler hätte haben dürfen. So wirkte sie allzu perfekt, aber da sie sich zu einer wirklich starken (und erfreulich wenig jammernden) Figur mausert und ich so etwas bei weiblichen Figuren einfach mag, empfand ich das als nicht so schlimm.

Der Mittelteil hat mir dann auch wirklich gut gefallen, obwohl er stellenweise sehr traurig war. Aber die Handlung konnte mich dann doch fesseln und ich habe teilweise bis spät in die Nacht hinein gehört, weil ich mich nicht losreißen konnte. Manche Handlungspunkte und auch Charakterentwicklungen fand ich nicht ganz logisch, aber der Roman hatte für mich im Mittelteil genug Zug, dass ich darüber hinwegsehen konnte.
Leider fand ich dann das Ende (bzw. mindestens die letzten zwei Stunden) ziemlich enttäuschend. Schön und gut, dass Bran mit den Schatten seiner Vergangenheit zu kämpfen hatte, aber es war mir einfach zu viel, zu schleppend und zu ausführlich. Irgendwann war ich einfach nur noch genervt und habe händeringend darauf gewartet, dass es zu Ende ist.
Das ist schade, da ich zwischendurch den Roman wirklich gut fand. Aber das Ende war mir zu zäh und die ganze Sache mit den Söldnern tendenziell doch etwas zu sehr in Richtung "Friede-Freude-Eierkuchen".
Ach ja, Stichwort Söldner. Obwohl das Hörbuch sonst sehr gut gesprochen war, fand ich die Sprecherin bei den Söldnern teilweise wirklich unpassend. In dem Versuch, Akzente und verschiedene Sprechweisen hineinzubringen, ist sie hier meiner Meinung nach gescheitert, da vor allem Möwe die meiste Zeit so klingt, als wäre er einfach nur dumm. Und auch die anderen Söldner klingen so, wie Tanja Geke sie spricht, teils naiv-ahnungslos und teils etwas ... hm ... geistig minderbemittelt. Und ganz abgesehen von der Sprechweise waren mir auch ihre Handlungen und Reaktionen manchmal ein wenig zu sehr "wir haben uns alle so lieb"-harmonisch. Auch, wie sie alle Liadans Geschichten wie kleine Kinder lauschen ... ich weiß nicht recht. Die Autorin wollte wohl zeigen, dass diese Söldner in Wahrheit alle eine sehr gutes Herz haben, aber mir war das etwas zuviel des Guten, denn so, wie Liadan sie erlebt, haben sie gar keine Schattenseiten mehr (wenn man von ihrem Söldnerdasein absieht).

Insgesamt hat es mir Spaß gemacht, dieses Hörbuch zu hören und stellenweise fand ich den Roman sehr, sehr fesselnd. Leider gab es doch einige Punkte, die mir nicht gefallen haben und gerade den Anfang sowie den Schluss fand ich ziemlich schwach. Damit lande ich mal wieder bei mittelmäßigen 3 Sternchen.
Und ich bin nun sehr unschlüssig, ob ich den Folgeband "Das Kind der Stürme" auch hören soll oder nicht. Im Grunde brauche ich möglichst schnell wieder ein neues Hörbuch, da ich noch Weihnachtsknüpfereien vor mir habe, aber ich kann mich nicht entscheiden, ob ich nun mein momentanes Audible-Guthaben tatsächlich für den nächsten Sevenwaters-Band verwenden soll ...

Sonntag, 18. Dezember 2011

Sonntagsgeplauder #9

Schreibgeplauder
Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen ... 
Ich schreibe immer noch brav an den "Göttersteinen" weiter, aber schon rein zeitbedingt geht es nur langsam voran. Mein ehrgeiziger Plan, den Roman bis Ende des Jahres zu beenden, wird also wohl nichts werden - es sei denn, ich schreibe an meinen freien Tagen zwischen Weihnachten und dem 28.12. im Turbo. Allerdings bin ich da bei meiner Familie und komm da meistens nicht zu viel (da wollen meine Nichten mit mir spielen usw.).

Lesegeplauder
Leider sieht es auch beim Lesen nicht viel besser aus. Bei "Gulliver's Travels" dümpel ich vor mich hin, wobei ich inzwischen Liliput und Brobdingnag geschafft habe und also etwa bei der Hälfte bin. Würde ich nicht stur sagen "das ist ein Klassiker, den man mal gelesen haben sollte", hätte ich schon längst aufgegeben.
Daneben lese ich auch immer noch "The Black Cauldron" - ein wirklich netter Roman, aber derzeit schaff ich immer nur ein Kapitel vorm Schlafen.
Immerhin habe ich gestern "Der Sohn der Schatten" von Juliet Marillier ausgehört. Den Roman fand ich am Anfang nicht so toll, dann in der Mitte wirklich super und zum Ende hin wieder eher schwach. Ich hoffe mal, ich schaffe es, meine Gedanken dazu für eine Rezension etwas zu sortieren.

SuB-Geplauder
Dementsprechend wenig tut sich bei meinem SuB. Er ist sogar nochmal um ein Buch gewachsen, da ich mir aus der Onleihe "Leviathan" als ebook runtergeladen habe. Und nächste Woche sollte ich auch noch "Arkadien fällt" bekommen, das ich in der Bücherei vorbestellt habe. Ob das mit der SuB-Schrumpfung auf unter 30 bis Ende des Jahres noch was wird, ist also etwas fraglich.
Aber da ich am 31.12. nun doch nicht wie gedacht einen Doppeldienst habe, könnte ich da noch einen Lesetag einlegen - denn ich weiß jetzt ohnehin nicht recht was anzufangen mit diesem Tag. ;-)

Challengegeplauder
Sollte ich endlich mal "Gulliver's Travels" und "The Black Cauldron" ausgelesen haben, kann ich auch wieder Bücher für die Klassiker-Challenge und die Englisch-Challenge abhaken.
Einstweilen erfreue ich mich daran, dass ich es endlich geschafft habe, den Beitrag zu meiner eigenen Challenge zu schreiben - und dass es auch schon einige Teilnehmer gibt. Wenn das so weitergeht, muss ich ja direkt schon befürchten, dass ich es nicht schaffe den Überblick zu behalten. ;-)

Bloggeplauder
Ich habe meinem SuB nun auch meine lange Liste mit Büchern, die ich gern mal lesen würde, angehängt. Da dies alles Bücher sind, die es in der Bücherei gibt, ist es ja fast so etwas wie mein erweiterter SuB. *g*
Erschreckend auf alle Fälle, wie lange diese Liste ist. Wenn man die mit meinem SuB und meiner (glücklicherweise deutlich kürzeren) Wunschliste zusammenrechnet, sind das ziemlich viele Bücher, die ich gern mal lesen will. Und es werden ja nicht weniger, da immer wieder Neuerscheinungen dazukommen. Ach, das Leben ist einfach zu kurz für alle Bücher, die ich gern lesen würde!

Samstag, 17. Dezember 2011

[30 Tage übers Schreiben bloggen] 10.+11. Frage

10. In welche wirklich seltsamen Situationen hast du deine Figuren gebracht? Es zählen sowohl “richtige” Szenen aus den Geschichten als auch Mems und Spielereien

Schon länger schiebe ich die Beantwortung dieser Frage vor mir her - denn mir will einfach nichts einfallen. Dabei bin ich mir sicher, dass ich meine Figuren schon in allerlei seltsame Situationen gebracht habe. Aber so seltsam, dass sie wirklich herausstechen? Da fällt mir einfach nichts ein. Natürlich hab ich meine Figuren auch schon durch Charakterinterviews und ähnliche Spielchen gejagt, aber allzu seltsam war das auch nie.
Ich muss euch also die Antwort auf diese Frage schuldig bleiben. Aber sollte ich mal eine Figur in eine wirklich absurd-schräge Situation bringen, werde ich hier auf dem Blog darüber berichten. ;-)

11. Über welche Figur schreibst du am liebsten? Am ungernsten?

Am liebsten habe ich bisher über Herun geschrieben. Sie ist zwar nicht meine Lieblingsfigur (danach wird ja später noch gefragt), aber ihre Perspektive hat sehr viel Spaß gemacht und war auch sehr leicht zu schreiben. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich auch nur eine Szene mit ihr wirklich mühsam gefunden hätte.
Und ungern? Hm, ich denke, das wird wohl Alex aus "Die geraubte Seele" sein. Er ist kein Perspektiventräger, aber trotzdem hatte ich riesengroße Probleme mit ihm. Ich glaube, ich habe ihn vor dem Schreiben bereits "zu Tode" geplant und noch dazu war er sozusagen als "Love Interest" vorgesehen. Dadurch habe ich ihm jegliche Eigeninitiative abgesprochen und ihn nur noch als Werkzeug für die geplante Liebesgeschichte betrachtet. Das hat natürlich hinten und vorne nicht funktioniert.
Eine Freundin hat mir übrigens später mal die Tarotkarten für diese Figur gelegt, und was dabei herauskam, war sehr interessant und hat dazu geführt, dass ich inzwischen mehr mit ihm anfangen kann. Sollte ich mich also irgendwann an die Überarbeitung des Romans wagen, werde ich hoffentlich weniger Probleme mit ihm haben.

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Meine Leseliste zur Themen-Challenge

Hier ist eine vorläufige Leseliste von mir zu meiner Themen-Challenge. Ich habe versucht, sie vorerst nur mit Büchern von meinem SuB und meiner Wunschliste zu füllen. Bei manchen Themen hab ich mehr als ein Buch gefunden, bei anderen noch gar keins.
Verbindlich ist diese Liste allerdings nicht - ich denke, dass ich oft auch erst während des Lesens merken werde, ob ein Buch tatsächlich zu dem jeweiligen Thema passt. Diese Liste wird sich also im Laufe der Challenge wohl noch öfter ändern.
Die Rezensionen meiner gelesenen Bücher werde ich dann hier verlinken.

Abenteuer
- Thomas Thiemeyer - Die Stadt der Regenfresser
- Sir Gawain und der grüne Ritter

Aufstieg/Fall

Das Böse oder Pakt mit dem Bösen/Teufel

Ehre

Familie
Kate Atkinson - Ein Sommernachtsspiel

Feindschaft/Rivalität
- Koushun Takami - Battle Royale

Freundschaft

Identität/Identitätssuche
Lloyd Alexander - Taran Wanderer

Kindheit
Michael Raleigh - Im Haus der Flynns

Krieg
- Sybil Gräfin Schönfeldt - Sonderappell

Liebe
- Audrey Niffenegger - Die Frau des Zeitreisenden

Rache

Rätsel
Arthur Conan Doyle - The Hound of the Baskervilles

Reise
Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry


Schuld

Selbstverwirklichung/Selbstfindung
Anne Bronte - Die Herrin von Wildfell Hall

Suche
Patricia A. McKillip - In the Forests of Serre

Tod

Utopie/Dystopie

Dienstag, 13. Dezember 2011

"Von Liebe, Tod und Ehre" - die 20 Themen

Ich werde nun noch etwas genauer auf die Themen eingehen. Viele davon sind ohnehin selbsterklärend, daher werde ich zu diesen nichts schreiben. Sollte dennoch irgendwo etwas unklar sein oder ihr unsicher sein, wie das Thema gemeint ist, könnt ihr natürlich jederzeit Fragen stellen.
Außerdem gibt es zu jedem Thema ein paar Buchvorschläge, die einfach nur eine kleine Hilfestellung geben sollen. Bedenkt bitte, dass ich hier vor allem Bücher gewählt habe, die ich selbst schon gelesen habe, daher ist das natürlich auch eine rein subjektive (und kleine) Auswahl. Viele Bücher vereinen mehrere Themen in sich (ich habe selbst manche Bücher bei verschiedenen Themen aufgelistet); ein Buch zählt aber dennoch immer nur für ein Thema.
Da schon die Frage aufgekommen ist, wie zentral das Thema behandelt werden muss: Wie gesagt, die meisten Bücher vereinen mehrere Themen in sich, aber das jeweilige Thema, zu dem ihr das Buch zuteilt, sollte zumindest eine wichtige Rolle spielen. Wenn irgendwann mal eine Figur stirbt, ohne dass das allzu sehr behandelt wird, würde ich das noch nicht zu "Tod" zählen, und wenn zwei Nebenfiguren Freunde sind, würde ich das auch noch nicht zu "Freundschaft" zählen.
Natürlich ist die Einordnung nicht immer ganz einfach - ich selbst habe auch oft ziemlich an den Buchvorschlägen getüftelt. Aber ich vertraue da mal auf eure Intuition, werde sicher nicht übergenau sein und ansonsten könnt ihr, wie gesagt, jederzeit Fragen stellen.

So, und nun zu den Buchvorschlägen und ein paar Worten zu manchen Themen:

Abenteuer

Dieses Thema überschneidet sich möglicherweise ein wenig mit der "Reise". Im Grunde fällt unter dieses Thema jedes Buch, in dem die Hauptfigur in eine fremde und/oder gefährliche Welt aufbricht, wo sie abenteuerliche Aufgaben zu bewältigen hat.
- H. G. Wells, Die Zeitmaschine
- Daniel Defoe, Robinson Crusoe
- viele Romane von Jules Verne und Karl May
- Robert Louis Stevenson, Die Schatzinsel
- Kurt Held, Die rote Zora
- J. R. R. Tolkien, Der kleine Hobbit
- Michael Ende, Die unendliche Geschichte

Aufstieg/Fall

Das ist vielleicht eins der schwierigeren Themen. Im Grunde zählen alle Romane, bei denen der Aufstieg und/oder Fall einer Person, einer Familie oder auch einer ganzen Gesellschaft/Stadt im Mittelpunkt stehen.
- Thomas Mann, Die Buddenbrooks
- Alexandre Dumas, Der Graf von Monte Christo
- Friedrich Schiller, Wallenstein
- William Shakespeare, König Lear
- Patrick Rothfuss, Der Name des Windes
- Charlotte Lyne, Die Glocken von Vineta

Das Böse oder Pakt mit dem Bösen/Teufel

Alles, wo es um das Böse an sich (eventuell auch in der Hauptfigur selbst) oder um einen Pakt mit dem Bösen/dem Teufel geht.
- Robert Lous Stevenson, Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde
- Friedrich Dürrenmatt, Der Verdacht
- Johann Wolfgang Goethe, Faust
- Michail Bulgakow, Der Meister und Margarita
- Otfried Preußler, Krabat
- Carlos Ruiz Zafón, Das Spiel des Engels

Ehre

Ich gebe zu, dass dieses Thema mittlerweile in aktuellen Büchern nicht mehr so prominent, aber als handlungsbestimmendes Motiv der Hautpfigur findet man es immer noch. Es ist aber möglicherweise eines der Themen, bei denen das Buch sich erst nach dem Lesen so wirklich zuteilen lässt.
- Arthur Schnitzler, Leutnant Gustl
- Gotthold Ephraim Lessing, Emilia Galotti
- Hartmann von Aue, Iwein
- William Shakespeare, Othello
- George R.R. Martin, Ein Lied von Eis und Feuer
- Rosemary Sutcliff, Der Adler der neunten Legion

Familie

- John Galsworthy, Die Forsyte-Saga
- Adalbert Stifter, Witiko
- Thomas Mann, Die Buddenbrooks
- Colleen McCullough, Die Dornenvögel
- viele Romane von Judith Lennox
- Jodi Picoult, Beim Leben meiner Schwester
- Julie Peters, Das Lied der Sonnenfänger

Feindschaft/Rivalität

- Franz Grillparzer, Ein Bruderzwist in Habsburg
- Jack London, Der Seewolf
- Herman Melville, Moby Dick
- Ernest Hemingway, Der alte Mann und das Meer
- Sergej Lukianenko, Die Ritter der vierzig Inseln
- Geroge R.R. Martin, Fiebertraum

Freundschaft

- Friedrich Schiller, Don Carlos
- Njáls Saga
- Hermann Hesse, Demian
- Margaret Atwood, Katzenauge
- Khaled Hosseini, Tausend strahlende Sonnen
- Judy Blume, Sommerschwestern
- Astrid Lindgren, Ronja Räubertochter
- Rebecca James, Die Wahrheit über Alice

Identität/Identitätssuche

Dazu zähle ich alle Romane, bei denen es in irgendeiner Weise um die Identität der Hauptfigur geht - sei es nun, dass sie selbst daraus ein Geheimnis macht, nicht weiß, wer sie ist oder mit der Identität gespielt wird.
- Max Frisch, Stiller
- Ludvig Holberg, Jeppe vom Berge
- Rebecca Gablé, Hiobs Brüder
- Nina Blazon, Ascheherz
- Martin Suter, Ein perfekter Freund

Kindheit

Es sollte hier wirklich Kindheit an sich ein zentrales Thema bilden (vielleicht auch im Zusammenhang mit dem Erwachsenwerden bzw. dem Verlust der Kindheit), nicht einfach nur ein Kind die Hauptfigur sein (das würde sonst auf so ziemlich jedes Kinderbuch zutreffen).
- James Matthew Barrie, Peter Pan
- Charles Dickens, Oliver Twist
- Lucy Maud Montgomery, Anne of Green Gables
- Harper Lee, Wer die Nachtigall stört
- Diane Setterfield, Die dreizehnte Geschichte
- Khaled Hosseini, Drachenläufer
- Michael Ende, Momo

Krieg

- Friedrich Schiller, Wallenstein
- Karl Kraus, Die letzten Tage der Menschheit
- Leo Tolstoi, Krieg und Frieden
- Erich Maria Remarque, Im Westen nichts Neues
- Markus Zusak, Die Bücherdiebin
- Ken Follett, Sturz der Titanen
- Colleen McCullough, Das Lied von Troja

Liebe

Es darf auch gern tragische Liebe sein. ;-) Ansonsten denke ich, dass hier nicht viele Beispiele nötig sind - es finden sich eh Romane zuhauf zu diesem Thema.
- William Shakespeare, Romeo und Julia
- Romane von Jane Austen
- Emily Brontë, Sturmhöhe
- Alex Capus, Léon und Louise
- Daniel Glattauer, Gut gegen Nordwind
- Gabriel Garíca Márquez, Die Liebe in den Zeiten der Cholera

Rache

- Das Nibelungenlied
- William Shakespeare, Hamlet
- Herman Melville, Moby Dick
- Alexandre Dumas, Der Graf von Monte Christo
- viele Thriller/Krimis spielen mit diesem Thema
- Paul Auster, Unsichtbar

Rätsel

Die meisten Krimis fallen unter diesen Punkt (daher zähle ich solche gar nicht erst auf), aber ihr könnt auch alle sonstigen Romane wählen, in denen ein Rätsel/Geheimnis/Mysterium irgendwie im Mittelpunkt steht.
- E.T.A. Hoffmann, Das Fräulein von Scuderi
- Friedrich Dürrenmatt, Der Richter und sein Henker
- Patricia McKillip, Erdzauber
- Jostein Gaarder, Das Kartengeheimnis
- Tonke Dragt, Die Türme des Februar

Reise

- Jonathan Swift, Gullivers Reisen
- Jules Verne, Reise um die Erde in 80 Tagen
- Voltaire, Candide oder: Die beste aller Welten
- Edgar Allan Poe, Arthur Gordon Pym
- C.S. Lewis, Die Reise auf der Morgenröte
- Daniel Kehlmann, Die Vermessung der Welt
- Liv Winterberg, Vom anderen Ende der Welt

Schicksal/Prophezeiung

- William Shakespeare, Macbeth
- Sophokles, König Ödipus
- Christa Wolf, Kassandra
- C.S. Lewis, Der König von Narnia
- David Eddings, Belgariad
- J.R.R. Tolkien, Der Herr der Ringe
- Frank Herbert, Der Wüstenplanet

Schuld

- William Shakespeare, Cymbelin
- Fjodor Dostojewski, Schuld und Sühne
- Fjodor Dostojewski, Die Brüder Karamasow
- Khaled Hosseini, Drachenläufer
- Ian McEwan, Abbitte
- Paulo Giordano, Die Einsamkeit der Primzahlen

Selbstverwirklichung/Selbstfindung

- Laurence Stern, Tristram Shandy
- Louisa May Alcott, Little Women
- Daphne du Maurier, Rebecca
- Dori Jones Yang, Daughter of Xanadu
- Hans Bemmann, Stein und Flöte
- Gillian Bradshaw, Der Falke des Lichts

Suche

- Wolfram von Eschenbach, Parzival
- Novalis, Heinrich von Ofterdingen
- Carlos Ruiz Zafón, Der Schatten des Windes
- Christoph Ransmayr, Die letzte Welt
- Paulo Coelho, Der Alchimist
- John Green, Paper Towns

Tod

- Thomas Mann, Der Zauberberg
- Hugo von Hofmannsthal, Jedermann
- Astrid Lindgren, Die Brüder Löwenherz
- Eric-Emmanuel Schmitt, Hotel zu den zwei Welten
- Jostein Gaarder, Durch einen Spiegel, in einem dunklen Wort
- Lauren Oliver, Wenn du stirbst zieht dein ganzes Leben an dir vobei, sagen sie
- Jeffrey Eugenides, Die Selbstmord-Schwestern

Utopie/Dystopie

Ich habe diese beiden Themen zu einem zusammengefasst, da hier die Grenzen teils fließend sein können und die Einordnung in Utopie oder Dystopie auch oft nur von der Perspektive abhängt.
- Johann Gottfried Schnabel, Insel Felsenburg
- Thomas Morus, Utopia
- George Orwell, 1984
- Aldous Huxley, Brave New World
- Suzanne Collins, Die Tribute von Panem
- Kazuo Ishiguro, Alles, was wir geben mussten
- Juli Zeh, Corpus delicti

Montag, 12. Dezember 2011

"Von Liebe, Tod und Ehre" - die Themen-Challenge

Lange hat es gedauert, aber nun präsentiere ich doch noch rechtzeitig vor dem neuen Jahr meine erste eigene Challenge. Für den Titelvorschlag, den ich leicht abgewandelt übernommen habe, bedanke ich mich übrigens ganz herzlich bei Tine!


Es geht in meiner Challenge um "klassische" Themen in der Literatur, wobei ich darauf geachtet habe, dass die Themen einigermaßen zeitlos sind - man also sowohl ältere als auch neuere Werke dazu findet. Ein wenig habe ich mich von Frenzels "Motive der Weltliteratur" und Demmrichs "Themen und Motive in der Literatur" inspirieren lassen, aber viele Themen dort sind nicht mehr aktuell und finden sich überhaupt fast nur in der Commedia dell'Arte, daher habe ich schließlich meine ganz eigene Auswahl getroffen.
Natürlich kann man darüber streiten, ob die Auswahl die bestmögliche ist, aber ich erhebe ja auch keinen Anspruch auf Vollständigkeit. ;-)

Und das sind die Regeln:
  • Vom 01.01.2012 bis zum 31.12.2012 sollen 10 der 20 aufgelisteten Themen abgedeckt werden - es sind also mindestens 10 Romane für diese Challenge zu lesen.
  • Es müssen keine Listen im Vorfeld erstellt werden - manche Themen findet man ja vielleicht sogar erst während des Lesens. Wer dennoch gern eine Liste erstellt, kann das natürlich gern machen, muss sich aber keinesfalls daran halten.
  • Jedes Genre ist erlaubt und es zählt jedes eigenständige Werk (Romane, Theaterstücke, Versepen, auch Hörbücher, ....), allerdings keine Kurzgeschichten und keine Gedichte.
  • Ihr könnt gern Bücher nehmen, die ihr auch für andere Challenges zählt und ihr müsst das Buch auch nicht zum ersten Mal lesen.
  • Verfasst bitte zu jedem gelesenen Buch eine Rezension und verlinkt mir hier am Ende des Jahres gesammelt die Rezensionen.
  • Es gibt einen Anmeldeschluss und zwar den 31.01.2012. Warum das? Ich möchte gern die Challengefortschritte der Teilnehmer während des Jahrs verfolgen können und möchte also nicht, dass jemand am Ende des Jahres ganz spontan die gelesenen Bücher nach geeigneten Themen durchsucht und quasi noch rückwirkend mitmacht. ;-)
So, ich glaube, das war alles. Wer mitmachen will, schreibt mir das einfach in die Kommentare und erstellt einen Beitrag zur Challenge. Falls es Teilnehmer ohne Blog gibt, sagt mir Bescheid, dann überlege ich mir, wie ich das regle (vielleicht mit Rezensionen per Mail).
Unter den erfolgreichen Teilnehmern wird am Ende ein kleiner Gewinn verlost - kein großes Buchpaket, aber natürlich ein bisschen Lesestoff sowie etwas besonderes, das man nicht so einfach kaufen kann. ;-)

Die 20 Themen
Das hier ist nur die alphabetische Auflistung; eine kurze Erklärung zu manchen Themen und Buchvorschläge findet ihr hier.
  1. Abenteuer
  2. Aufstieg/Fall
  3. Das Böse oder Pakt mit dem Bösen/Teufel
  4. Ehre
  5. Familie
  6. Feindschaft/Rivalität
  7. Freundschaft
  8. Identität/Identitätssuche
  9. Kindheit
  10. Krieg
  11. Liebe
  12. Rache
  13. Rätsel
  14. Reise
  15. Schicksal/Prophezeiung
  16. Schuld
  17. Selbstverwirklichung
  18. Suche
  19. Tod
  20. Utopie/Dystopie

    Teilnehmerliste
    Ich natürlich ;-)
    Christine (Lesemomente)
    Nanni (Fantasie und Träumerei)
    Mareike (Book Challenges)
    Winterkatze (Winterkatzes Buchblog)
    Rachel (Bücherwahn)
    Faith (Live Life Loud!)
    backmausi81
    Karo (Karo adores ...)
    Lena (Zum Leuchtturm)
    Kiya (kiyaliest)
    DieJai
    Miriam (PiMis Bücher)
    Solitary (Solitarys Bücherberg) 
    StefanieEmmy (Daydreaming and Dreaming) 
    Lisa (Schmetterlings Literaturreise)
    Let's talk about all and nothing (ehemals Punxies Blog)
    Fjolamausis Leseecke
    Caro (Bücher ohne Ende)
    Faserpiratin
    Caroline (i am bookish)
    Sarahs Bücherwelt
    Stephie (nobody knows)
    poison au coeur
    Anika (Literella)
    Paralauscher
    hannah (Lektüreliebe)
    Sweesomastic
    Blutmädchen 
    Martinas Buchwelten
    Mila (100 Bücher) 
    Rosa (Bücherbummel) 
    myriam kreativ
    Sannys Passion for Reading
    sosha's fuchsbau

    Sonntag, 11. Dezember 2011

    Sonntagsgeplauder #8

    Schreibgeplauder
    Seit Dezemberbeginn schreibe ich deutlich langsamer, da ich nicht so viel Zeit dafür finde, aber ich schreibe tapfer weiter. Ein kleines Plotloch habe ich überwunden und nun ist es eigentlich "nur" noch ein größerer Plothänger, den ich vor dem Ende klären muss. Leider hängt eben genau in diesem einen Plotpunkt noch sehr viel weiteres, daher wäre es wirklich an der Zeit, dass mir dazu etwas einfällt.
    Ich bin ja mit solchen Schätzungen nicht sehr gut, aber ich denke, dass mir bis zum Ende noch etwa 7 Kapitel fehlen. Es ist also nicht mehr gar so viel.

    Lesegeplauder
    Nachdem ich "The Book of Three" (den 1. Band der "Chronicles of Prydain") bereits vor zwei Jahren gelesen habe, habe ich mich nun endlich an den Folgeband "The Black Cauldron" gesetzt. Es ist mir trotz der langen Pause dazwischen nicht schwer gefallen, in die Geschichte einzusteigen. Taran und die anderen sind mir noch ganz gut in Erinnerung geblieben und allzu komplex war die Handlung ja nicht.
    Mehr Schwierigkeiten habe ich da bei meinem derzeitigen Hörbuch, bei "Der Sohn der Schatten" von Juliet Marillier. Den Vorgängerband "Die Tochter der Wälder" habe ich im Februar 2007 gelesen. Bis auf die Tatsache, dass der Grundzug der Handlung dem Märchen "Die sechs Schwäne" folgte, weiß ich kaum noch etwas. Und auch wenn die Handlung des Folgebandes einige Jahre danach angesiedelt ist, scheinen doch so einige Dinge aus der Vergangenheit noch eine größere Rolle zu spielen. Aber gut, ich hoffe mal, dass kein großes Problem wird (Elena meinte, es wird ohnehin alles nochmal erklärt).
    Mittlerweile bin ich in das Hörbuch erstaunlich gut eingetaucht - erstaunlich deshalb, weil ich am Anfang noch sehr skeptisch war wegen der recht klischeehaften Heldin und einiger andere Dinge, die für mich allzu sehr nach romantischer Verklärung schrieen. Da ist mir erst wieder aufgefallen, dass ich seit dem 1. Band doch deutlich nörgeliger geworden bin.
    Aber inzwischen hat mich der Roman gepackt und ich habe es geschafft, meinen allzu kritischen Blick ein wenig abzustellen.

    Challengegeplauder
    Für die Klassiker-Challenge lese ich gerade "Gulliver's Travels", das ich ehrlich gesagt unglaublich mühsam und langweilig finde. Ich hoffe, das wird noch besser, sonst muss ich mir wohl für Irland ein anderes Buch suchen (oder einfach tapfer weiterlesen).
    Mit den 10 Büchern wird es aber in diesem Jahr nichts mehr (das ist jetzt mein 9. und ich glaube nicht, dass ich danach noch eins schaffe), wobei ich mir sicher bin, dass ich es gepackt hätte, wenn es keine Verlängerung gegeben hätte. So aber bin ich dann doch etwas "nachlässig" geworden. ;-)
    Was die Englisch-Challenge betrifft, muss ich mir keine Sorgen machen. Derzeit lese ich ja zwei englische Bücher, und zumindest mit einem davon werde ich bestimmt noch bis Jahresende fertig werden.
    Dafür tut sich momentan bei der 2. Chance-Challenge nicht viel, was an meinem eifrigen SuB-Abbau liegt. Aber ich hab ja schon einiges gelesen und hab bei meiner Familie noch einen ganzen Stapel an Kinderbüchern, die ich demnächst unbedingt nochmal lesen möchte.

    Was meine eigene Challenge betrifft, so fehlen mir immer noch ein griffiger Titel sowie eine Idee, wie ich das Banner gestalten soll. Allmählich läuft mir die Zeit davon, da ich die Challenge ja gern mit Beginn 2012 gestartet hätte. Im Zweifelsfall werde ich sie dann doch erst mit Februar oder März beginnen. 

    Blog-Geplauder
    Wie ihr seht, habe ich oben eine neue Seite mit "Stöckchen&Listen" hinzugefügt, wo ich nicht nur Stöckchen, sondern auch die 100-Bücher-Listen und ähnliche Aktionen im Überblick verlinkt habe.
    Da rechts davon noch so schön Platz wäre für ein weiteres Feld, werde ich vielleicht auch mal eine Überblicksseite zu meinen Romanen erstellen und dort neben Kurzbeschreibungen auch die bereits vorgestellten Figuren verlinken. Mal sehen, wann ich dazu komme micht darum zu kümmern.

    Freitag, 9. Dezember 2011

    Robert Löhr - Das Hamlet-Komplott


    Genre: Historischer Roman
    Seiten: 368
    Verlag: Piper
    ISBN: 978-3492272087
    Meine Bewertung: 4 von 5 Sternchen




    Goethe und Kleist sind wieder in einer aberwitzigen Mission unterwegs. Gemeinsam mit Ludwig Tieck, August Wilhelm Schlegel und Madame de Staël versuchen sie, die Reichskrone quer durch französisch besetzte Gebiete nach Preußen zu bringen. Als Tarnung dient ihnen ein Theaterwagen, und so ziehen sie als Wandertheatertruppe durch die Lande und geben unterwegs Vorstellungen von Hamlet - wobei sie manches Mal sehr kreativ mit der Handlung umgehen ...

    Vom Vorgänger-Roman Das Erlkönig-Manöver war ich ja ganz begeistert und auch dieser Roman hat mir jetzt wieder sehr gut gefallen, wenn ich auch diesmal etwas mehr zu benörgeln habe.
    Ganz nüchtern betrachtet ist "Das Hamlet-Komplott" eigentlich der gelungenere Roman: Die Handlung ist zielstrebiger, weniger zerfasert in der Mitte und die Spannung wird fast durchgehend gehalten. Dennoch hat mir der Vorgänger besser gefallen.
    Das Problem ist einerseits, dass sich hier einige Strukturen wiederholen und andererseits, dass mir die Figuren fast durchwegs beim Erlkönig-Manöver mehr zugesagt haben. 
    Natürlich macht es wieder Spaß, diese ehrwürdigen Literaten auf ihrem Roadtrip zu begleiten, aber was ich vorher schon befürchtet habe, ist eingetreten: Schiller fehlt einfach enorm. Nicht nur, weil er meiner Meinung nach der sympathischste der ganzen Truppe war, sondern auch, weil er derjenige war, der die unterschiedlichen Personen zusammengehalten hat. Hier nun fehlt eine solche Figur, die für einen derartigen Zusammenhalt sorgt und vor allem fehlt Schiller auch als der innige Freund von Goethe. Ohne ihn kam Goethe mir nun noch unnahbarer und zugleich auch deutlich ... hm ... "schwächer" vor. Es fehlen einfach die spritzigen Dialoge mit Schiller, so wie es in diesem Band allgemein ein wenig an den herrlichen Dialogen des Vorgängers mangelt.
    Das liegt zum Teil sicher an den Figuren. Madame de Staël kam mir am Anfang deutlich interessanter vor als dann im Laufe des Romans, die Schauspielerin Leonore bleibt gänzlich blass und auch Tieck und Schlegel können bis auf ein paar markante Wesenszüge nur wenig Charakter zeigen.
    Am interessantesten ist hier sicher Kleist, aber seine Entwicklung machte es mir zwischendurch schwer, ihm als Leserin zu folgen. In seiner Meinung und seinen Handlungen wurde er mir zu extrem und auch ein wenig nervig. 

    Dennoch ist auch hier die Figurenkonstellation durchaus spannend und sorgt für einige herrliche Gespräche und Dispute.
    Das wirkliche Highlight sind aber die Hamlet-Aufführungen und die Vorbereitungen derselben. Ich muss dazu sagen, dass ich Hamlet nicht mehr wirklich ernst nehmen kann, seit ich bei einer Theateraufführung von "Shakespeares sämtliche Werke (leicht gekürzt)" mitgearbeitet habe, bei der Hamlet ordentlich auf die Schippe genommen wird. Umso mehr Spaß hatte ich natürlich an den teils recht freien Inszenierungen der Truppe rund um Goethe, zumal sie mich mit all ihrem Chaos und den Doppelrollen manches Mal sogar an unsere drei Darsteller erinnert haben.
    Dazu ist die Handlung fast durchgehend spannend und die Sprache erneut ein Genuss.

    Wem "Das Erlkönig-Manöver" gefallen hat, der wird sicher auch an diesem Roman seine Freude haben.

    Mittwoch, 7. Dezember 2011

    [30 Tage übers Schreiben bloggen] 9. Frage

    9. Wie kommst du an die Ideen für deine Figuren? Beschreibe den Erschaffungsprozess!

    Uff, das ist sehr schwierig zu beantworten, da ich teilweise selbst nicht so genau weiß, woher ich die Ideen für meine Figuren bekomme - gerade bei "alten" Figuren ist das mittlerweile schwer zu sagen. Bei Riava etwa habe ich gar keine Ahnung mehr, während ich bei Vendalar noch weiß, dass er durch zwei Romanfiguren maßgeblich beeinflusst wurde. Die eine ist aus einem Kinderbuch, die andere aus einer phantastischen Trilogie. Ich glaube aber, dass man inzwischen weder von der einen noch von der anderen Figur Spuren in ihm findet. ;-)
    Das ist also ein möglicher Weg: Inspiration durch "fremde" Figuren, wobei ich noch nie Fanfiction oder Vergleichbares geschrieben habe. Wenn ich mich von einer Romanfigur inspiriert fühle, dann ist das immer nur ein kleines Fitzelchen dessen, was letztendlich alles in einen meiner Charaktere einfließt.

    Dann gibt es Figuren, die stehen vor mir und sagen: "Hallo, hier bin ich!" Die tauchen quasi aus dem Nichts auf, sind ganz und gar ungeplant und reißen die Handlung an sich. Das passiert mir am ehesten bei Nebenfiguren, aber es können sich sogar Perspektiventräger daraus entwickeln.
    Das andere Extrem sind Figuren, die zu einem bestimmten Zweck angelegt werden - etwa, um bestimmte Handlungspunkte überhaupt erreichen zu können. Sogar Herun, die ja letztendlich zu einem kompletten Selbstläufer wurde, war zunächst eine ganz nüchtern entworfene Figur, die sich aus bestimmten notwendigen Eckpunkten heraus entwickelte. Bei ihr hat das wunderbar geklappt, aber solche "funktionellen" Figuren sind bei mir auch schon oft völlig schiefgegangen.
    Ich bin da eben eher eine Bauchschreiberin und kann gerade meine Figuren nicht besonders gut planen, sondern lerne sie lieber beim Schreiben erst kennen. Da entwickeln sie sich dann in der Regel viel realistischer und dreidimensionaler bei mir.
    Und schließlich entstehen manche Figuren bei mir auch aus dem Weltenbasteln heraus. So etwa Andalind, meine Schauspielerin, die schon Jahre vor "Bühnenzauber" als berühmte Persönlichkeit (naja, so berühmt dann auch wieder nicht) in meiner Fantasywelt existierte.

    So unterschiedlich die Ideen für diese Figuren sind, so unterschiedlich ist natürlich auch der Erschaffungsprozess. Wie schon gesagt: Ich lerne meine Figuren am liebsten beim Schreiben selbst kennen. Detaillierte Planungen im Vorfeld gehen bei mir eher in die Hose und führen zu farblosen Figuren, die keinerlei Entfaltungsmöglichkeiten haben. Daher fülle ich auch selten detaillierte Charakterblätter vor dem Schreiben aus.
    Natürlich kann es mir bei dieser Methode passieren, dass die Figuren am Anfang noch etwas blass sind und dann erst nach und nach eine wirkliche Persönlichkeit entwickeln. Oder aber ihr Charakter verändert sich zu stark. Aber so etwas kann ich beim Überarbeiten eigentlich ganz gut korrigieren. Wenn der Roman erst einmal steht und ich die Figur durch das Schreiben genau kenne, fällt es mir nicht allzu schwer, sie in manchen Kapiteln "anzupassen".
    Bei all der Bauchschreiberei ist es für mich aber wichtig, Ziel und Motivation der Figur bereits im Vorfeld festzulegen und vielleicht auch schon eine Richtung, in die sie sich entwickeln soll. So ist mir etwa mit meiner Carina aus "Die geraubte Seele" etwas Seltsames passiert: Ich habe sie vorher sehr genau geplant (tatsächlich auch mit Chrakterblättern), war dabei aber so auf ihren Charakter an sich konzentriert (also darauf, wie sie ist), dass ich ihre innere Motivation und ihre Entwicklung ganz außer Acht gelassen habe.
    Und was soll ich sagen: Selten hat mir eine Figur solche Probleme beim Schreiben bereitet wie sie.

    Ich überlege mir also natürlich schon gewisse Dinge über die Figur im Vorfeld, vermeide es aber sie zu sehr zu planen, da das Schreiben bei mir einfach besser funktioniert, wenn ich meinen Figuren bis zu einem gewissen Punkt freie Hand lasse.
    Und da ich ja eher "character-driven" als "plot-driven" schreibe, steht und fällt ein Roman bei mir mit den Figuren. Wenn ich an denen keine Freude habe, wenn sie mich nicht bis tief in die Nacht hinein und in den unmöglichsten Situationen beschäftigen und hinterrücks überfallen, dann läuft das Schreiben bei mir nicht - da kann die Handlung noch so gut funktionieren.
    Egal also, woher die Ideen für eine Figur kommen: Sie muss für mich vom Gefühl her passen, dann passt in der Regel auch der Roman.

    Montag, 5. Dezember 2011

    Zauberlehrlinge, Moorleichen und Banshees

    In letzter Zeit hatte ich mal wieder nicht so sehr ein Händchen bei der Buchauswahl. Die folgenden drei Kurzrezensionen bewegen sich daher alle mit 1-3 Sternchen im eher schlechten bis mittelmäßigen Bereich.
    Und wie ihr gleich sehen werdet: Ich habe nun doch bereits das neue 10-stufige Bewertungssystem eingeführt.

    Sergej Lukianenko - Trix Solier. Zauberlehrling voller Fehl und Adel
    gekürztes Hörbuch; gelesen von Stefan Kaminski

    Ein Adelsspross schwört nach dem Tod seiner Eltern Rache und landet nach einigen Wirrungen erst einmal bei einem Zauberer, der den Jungen in seine Kunst einweist.
    Das klingt nicht allzu innovativ, aber ich muss dem Roman zugute halten, dass der Plot doch origineller ist als es zunächst den Anschein hat. Besonders überzeugt war ich davon trotzdem nicht. Sobald Trix in Schwierigkeiten gerät, tauchen aus dem Nichts irgendwelche Figuren auf, die ihm - aus diversen Gründen - helfen. Und dieses Schema wiederholt sich einige Male, bis Trix schließlich einigen dieser Figuren erneut begegnet (jaja, die Welt ist klein und Trix' Welt offenbar ganz besonders) und sie allesamt für den Showdown um sich sammelt. Dass Trix immer auf wundersame Weise gerade im richtigen Moment über die richtigen Figuren stolpert, strapaziert nicht nur allzu sehr den Zufall, sondern schwächt einige Szenen in dem Moment ab, wenn sie gerade spannend werden. Dazu kommt, dass die Motivation mancher Figuren (vor allem die des Bösewichts) sehr fragwürdig sind.
    Der Humor des Romans ist äußert lahm, funktioniert aber vielleicht für Kinder/Jugendliche besser. Über ein Zauber-Handbuch mit dem Namen "Eipot" (von "Ei Potztausend") konnte ich aber kaum müde lächeln.
    Allgemein zog sich die Handlung ab der Hälfte wie ein Strudelteig und lediglich die enorm wandelbare Stimme von Stefan Kaminski hielt mich noch bei der Stange. Oft klang es wirklich, als würde es sich um mehrere verschiedene Sprecher handeln und nicht nur um einen - genial!
    Mehr als 2,5 Sternchen gebe ich dem Hörbuch trotzdem nicht.

    Sharon Bolton - Todesopfer

    Dieser Roman begann toll, fing dann aber an zu schwächeln. Die Ich-Erzählerin Tora stolpert darin zu Beginn auf einer kleinen Insel der Shetlands über eine Moorleiche, als sie eigentlich eine Grube für ihr verstorbenes Pferd ausheben will. Der Toten, einer jungen Frau, wurde das Herz herausgerissen und in Kombination mit den eingeritzten Runen auf ihrem Rücken denkt man zunächst an einen Ritualmord. Aber was hat es mit diversen rätselhaften Schwangerschaften auf sich und mit dem Entbindungszentrum auf Tronal, zu dem alle Fäden zu laufen scheinen?
    Tora habe ich gleich von Beginn an ins Herz geschlossen. Sie ist eine Ich-Erzählerin mit Fehlern und Schwächen und einem wirklich lebhaft gezeichneten Charakter. Auch die Polizistin Dana ist eine rundum gelungene Figur, während die Männer des Romans vergleichsweise etwas schwächer gezeichnet sind.
    Dass die Autorin nicht gerade viel Zeit auf Recherche über Runen verschwendet hat, konnte ich ihr nach einem kurzen Wutanfall verzeihen, aber die abstruse Auflösung des Falls und die ebenso abstruse Verknüpfung mit örtlichen Mythen nahm mir dann doch ein wenig den Lesespaß.
    "Todesopfer" ist ein durchaus interessanter Thriller, aber der Fall an sich war mir deutlich zu abgedreht, daher "nur" 3 Sternchen.

    Janika Nowak - Das Lied der Banshee

    Als Aileen erfährt, dass sie kein normales Mädchen ist, sondern eine Banshee, und zudem Harpyien es auf sie abgesehen haben, wird ihr ganzes bisheriges Leben auf den Kopf gestellt. Zusammen mit ihrem Arbeitskollegen Thomas und weiteren mythologischen Figuren beginnt für sie eine abenteuerliche Reise, die ihnen zeigt, welcher Widersacher den "Götterkindern" nach dem Leben trachtet.
     Auch dieser Roman begann vielversprechend mit einer interessanten Ich-Erzählerin, aber meine Begeisterung schwand von Seite zu Seite. Ich habe mir das Buch eigentlich vor allem deshalb gekauft, weil es mich interessiert hat, wie andere Autoren Sagenfiguren in unsere moderne Welt einbauen und habe dabei zumindest eines gelernt: dass ich es so nicht machen möchte.
    Janika Nowak schmeißt alles mögliche an mythologischen Figuren und Sagen in den Roman, egal, ob das alles zusammenpasst und ob das überhaupt ein stimmiges Bild ergibt. Dabei ist keine dieser Figuren (bei denen es sich um die sogenannten "Götterkinder" handelt) wirklich in ihrer Mythologie verankert (auch Aileen nicht). Stattdessen wirken sie eher wie Superhelden mit bestimmten Kräften, die bei Bedarf eingesetzt werden können.
    Der ganze Mischmasch an oberflächlich eingebrachten Mythen erzeugt nicht den Funken einer Atmosphäre und dasselbe gilt leider für die Liebesgeschichte zwischen Aileen und Thomas. Aileen ist zwar die ganze Zeit am Schmachten, kuschelt sich permanent an Thomas ran (meistens schutzsuchend), redet sich aber die ganze Zeit ein, es wäre ja nur Freundschaft. Ihr Love Interest ist ein vollkommen langweiliger, flacher Charakter, der als einzigen greifbaren Wesenszug Eifersucht zu bieten hat. Das ist war nervig, aber angesichts der Tatsache, dass Aileen auch praktisch jede männliche Sagenfigur, die ihr unterkommt, anschmachtet, nicht ganz unverständlich. Von tatsächlichen Gefühlen zwischen ihnen konnte ich gar nichts spüren - da halfen auch Liebesschwüre nichts.
    Und die Handlung fand ich trotz aller Action und trotz des hohen Aufgebots an illustren Gestalten (Lamien, Gargoyles, Satyre, Sirenen, eine japanische Oni, ...) zum Gähnen langweilig.
    Sorry für meine harten Worte, aber das gibt nun tatsächlich nur 1 Sternchen.

    Donnerstag, 1. Dezember 2011

    NaNoWriMo 2011 - ein Fazit

    Ja, nun ist er vorbei, mein Schreibnovember 2011. Mit 61.348 Wörtern habe ich mehr als sonst jemals bei einem NaNo geschafft und ich muss auch sagen, dass ich seit meinem ersten im Jahr 2007 nicht mehr einen solchen Spaß daran hatte.
    Ich war ja zuerst skeptisch, ob das mit dem Weiterschreiben der Göttersteine gutgehen würde, da ich daran bislang nur sehr, sehr langsam und mit vielen Pausen geschrieben habe. Aber es hat dem Roman sehr gut getan, dass ich nun wirklich mal einen Monat lang intensiv daran gearbeitet habe. Natürlich - es gibt einige Szenen, die ich für ziemlich misslungen halte und bei einem Handlungsstrang steh ich jetzt auch völlig vor der Wand. Aber es haben sich auch viele interessante Wendungen und Kleinigkeiten ergeben, und manche Szenen halte ich für durchaus vielversprechend.

    Ohne das Forum des Tintenzirkels hätte ich vermutlich nicht soviel geschrieben. Dort herrschte in diesem Jahr wieder mal eine unglaubliche Gruppendynamik, und allgemein gab es dort wahnsinnig viel Ansporn beim Schreiben. So habe ich mit einem Mitglied regelmäßig gemeinsame Schreibsessions gemacht und war in einem ganz tollen "Heroen"-Team (für Heroic und High Fantasy) dabei. Das war nicht nur sehr motivierend, sondern angesichts der derzeitigen Dominanz der Contemporary Fantasy und der Dystopien auch einfach schön - Gleichgesinnte zu haben, die ebenfalls in eher "klassischen" Fantasysettings unterwegs waren, war einfach ein tolles Gefühl.
    Also vielen Dank, meine lieben Heroen! Und vielen Dank natürlich auch allen anderen Naniten für das schöne Gemeinschaftsgefühl!

    Und was bedeutet das jetzt für meinen Roman? Nun, es bedeutet, dass ich mich bei den Göttersteinen mittlerweile in beängstigenden Zahlen bewege:
    Wörter: 220.087
    Zeichen: 1.364.164
    Das wären wohl momentan in etwa 600 Taschenbuchseiten (ganz grob geschätzt)

    Und nein, ich bin noch nicht am Ende. Es fehlen noch ein paar Kapitel und ich nehme an, dass ich noch über die 250.000 Wörter kommen werde.
    Ich möchte nun auch wirklich am Roman dranbleiben, auch wenn ich in den nächsten Wochen etwas kürzer treten werde - nicht nur, weil ich viele Dienste habe und brav an meiner Dissertation arbeiten muss, sondern auch, weil etliche Weihnachtsgeschenke darauf warten, fertiggestellt zu werden (vor allem Knüpfereien) und ich wieder etwas mehr lesen möchte.
    Aber immerhin habe ich einige wirklich schwierige Szenen und Plotlöcher überwunden und bei dem Roman ist jetzt ein Ende in Sicht - was ich mir noch vor wenigen Monaten kaum vorstellen konnte. :-)

    Ja, das wars also mal wieder. Von jetzt an wird es hier auch wieder mehr Rezensionen und sonstiges Buchgeplauder geben.

    Mittwoch, 30. November 2011

    Michail Bulgakow - Der Meister und Margarita


    Genre: Phantastik/Satire
    Seiten: 512
    Verlag: Sammlung Luchterhand
    ISBN: 978-3630620930
    Meine Bewertung: 4,5 von 5 Sternchen

    Klassiker-Challenge (Russland)



    An einem Frühlingstag in Moskau führen zwei Literaten an den Patriarchenteichen eine Diskussion über Jesus, als sich plötzlich ein seltsamer Mann in ihr Gespräch einmischt. Er nennt sich Voland, gibt sich als Zeitgenosse von Pilatus aus und prophezeit einem seiner Gesprächspartner seinen baldigen Tod. Als diesem tatsächlich bei einem Unfall der Kopf vom Rumpf getrennt wird, ist das nur der Beginn einer Serie von kuriosen und furchterregenden Begebenheiten rund um Voland und seine Helfer, die Moskau ins völlige Chaos stürzen. 
    Parallel dazu wird die Geschichte des "Meisters" erzählt, der einen Roman über Pontius Pilatus schrieb und nun im Irrenhaus vor sich hinvegetiert. Aber seine Geliebte Margarita ist nicht bereit ihn aufzugeben - und begibt sich in die Hände des Teufels, um ihn wiederzubekommen.

    Obwohl Bulgakow den Roman bereits 1940 beendete, wurde er erst 1966 veröffentlicht (die erste Fassung wurde verbrannt) - und auch da nur stark von der Zensur gekürzt. Heute zählt der Roman hingegen zu den Meisterwerken der russischen Literatur des 20. Jahrhunderts. Auf satirische (und manchmal auch einfach nur albern-witzige) Weise prangert Bulgakow das Leben in Moskau zu seiner Zeit mit seiner starren Bürokratie und der ständigen Überwachung an. 
    Wer sich hier gut auskennt, hat es sich leichter beim Lesen und versteht so manche Begebenheiten wohl auch besser. Ich selbst bin mit den Zuständen der Sowjetunion in den 1930er Jahren nicht allzu sehr vertraut, wie ich zugeben muss, hatte aber mit keinen großen Verständnisschwierigkeiten zu kämpfen.
    Meine Schwierigkeit waren vielmehr die Personen und ihre Namen. Dazu muss ich sagen, dass ich den Roman vor zwei Jahren schon mal begonnen hatte, dann aber nicht zum Weiterlesen gekommen bin und irgendwann nicht mehr hineinfinden konnte. Nun habe ich den Roman erneut ganz von Anfang an gelesen, und die ersten Kapitel, die ich schon kannte, fand ich nun deutlich leichter zu lesen und all die Figuren, die darin vorkommen, leichter auseinanderzuhalten. Etwa bei der Hälfte des Romans musste ich aber zeitbedingt wieder eine Pause einlegen, und als ich dann weitergelesen habe, kamen mir im Kopf schon wieder all die russischen Namen durcheinander.
    Es ist also sicher empfehlenswert, den Roman eher zügig durchzulesen oder aber sich zu Beginn ein paar Namen zu notieren.

    Man muss Bulgakows Roman also schon sehr aufmerksam lesen, auch wenn er sprachlich nicht besonders anspruchsvoll ist. Aber wenn sich am Ende alles ineinander fügt und einzelne Handlungsstränge aufgelöst werden, ist es etwas ungünstig, wenn man die Namen teilweise nicht mehr zuordnen kann.
    Das ist jetzt nicht direkt eine Kritik an dem Roman, sondern eher an meinem eigenen Leseverhalten, aber es hat doch das Lesevergnügen ein wenig beeinträchtigt.

    Ansonsten besticht der Roman vor allem durch seine zahlreichen Ebenen: Es ist ebenso eine Allegorie und eine Satire wie die Geschichte eines Teufelspaktes und ebenso eine Liebesgeschichte wie ein historischer Roman, da die Erzählung des Meisters über Pilatus ebenfalls in die Handlung eingeflochten ist. Diese Kapitel fand ich sogar am stärksten, da Bulgakow hier eine wirklich spannende Interpretation der biblischen Geschichte liefert. Auch die Szenen, als Voland und seine Helfer Moskau durcheinanderwirbeln, sind grandios zu lesen, während die Geschichte um Margarita und den Meister meiner Meinung nach etwas schwächer ausfällt.
    Dennoch ist der Roman als Ganzes sehr zu empfehlen und erhält von mir 4,5 Sternchen.

    In Russland hat Bulgakow übrigens eine riesige Fan-Gemeinde. Es gibt Festivals und Veranstaltungen zu Ehren des Autors, der Roman wurde für Film und Bühne mehrfach adaptiert und einer der Handlungsorte des Buches (die Wohnung Nr. 50 in der Sadowaja 302b) ist eine regelrechte Pilgerstätte geworden. Schade, dass der Roman hierzulande doch recht unbekannt ist - er hätte auf alle Fälle mehr Aufmerksamkeit verdient!

    Montag, 28. November 2011

    Plaudereien am Montag

    Da heute Montag ist, kann ich diesen Beitrag nicht mehr "Sonntagsgeplauder" nennen, aber er gehört eigentlich genau in diese Kategorie. ;-)

    Schreibgeplauder
    Soviel Neues gibt es da momentan nicht zu sagen. In den nächsten Tagen gibt es von mir ja noch ein NaNo-Fazit, aber derzeit bin ich vor allem damit beschäftigt, die 60.000 voll zu bekommen. Momentan bin ich noch etwas unentschlossen, wie ich danach weitermachen soll. Nun, da ich soviel an den Göttersteinen geschrieben habe, möchte ich natürlich dranbleiben und sie wirklich auch mal beenden. Da noch so einige schwierige/mühsame Szenen vor mir liegen, weiß ich, dass das nur klappt, wenn ich mir ein bestimmtes Pensum vornehme. Allerdings war es die letzten Tage schon sehr stressig und ich habe auch im Dezember sehr viele Dienste. Da ich noch Weihnachtsgeschenke basteln möchte und auch gern wieder mehr zum Lesen kommen würde, weiß ich nicht, ob ich da überhaupt regelmäßig zum Schreiben komme.
    Nun ja, mal schauen. Zumindest möchte ich jetzt keine ewige Pause mehr bei den Göttersteinen machen, jetzt, wo es eigentlich ganz gut läuft.

    Lesegeplauder
    Ja, da tut sich bei mir gerade nicht so viel. Ich bin jetzt aber fast mit "Der Meister und Margarita" durch - demnächst gibt es hier also auch endlich mal wieder eine Rezension.
    "Das Lied der Banshee" hat sich inzwischen sehr enttäuschend entwickelt. Hätte ich den Roman nur ausgeliehen, würde ich ihn vielleicht sogar abbrechen. So werde ich ihn weiterlesen, aber ich bin ganz und gar nicht begeistert.
    Deutlich besser gefällt mir da "Todesopfer" von Sharon Bolton, ein Krimi, den ich nun auch noch parallel angefangen habe. Leider ist der Roman zumindest in einem Punkt sehr schlecht recherchiert (zumindest ist es mir in einem Punkt aufgefallen, da es sich dabei um eins meiner Fachgebiete handelt), aber die Ich-Erzählerin ist ganz große Klasse und auch sonst gefallen mir die Figuren darin ziemlich gut.

    Bewertungen
    Letzte Woche hab ich geschrieben, dass ich vielleicht auf ein zehnstufiges Bewertungssystem umsteigen möchte. Ich bin mir mittlerweile ziemlich sicher, dass ich das machen werde, überlege aber nun wirklich, ob ich nicht auch meine bisherigen Rezensionen rückwirkend anpassen soll. Ich hatte da ja einige Bücher, wo ich eine Zwischenstufe gebraucht hätte.
    Aber damit werde ich mich auseinandersetzen, wenn ich wieder etwas mehr Zeit habe.

    Lovelybooks-Leserpreis 2011
    Viele Blogger haben in der letzten Zeit über den Lovelybooks-Leserpreis berichtet. Ich hatte - wie so oft bei solchen Preisen - das Problem, dass ich in den meisten Kategorien nicht mit abstimmen konnte, da ich einfach zu wenig wirklich aktuelle Bücher lese.
    Aber nun, da die Sieger feststehen, freue ich mich unglaublich darüber, dass ein Forumskollege unter den Siegern ist. Ich selbst konnte leider nicht für sein Buch stimmen, da ich es noch nicht gelesen habe, aber es steht schon seit dem Erscheinen auf meiner Wunschliste und nun freue ich mich umso mehr darauf, es hoffentlich bald in meinen Händen halten zu können.
    Also auch hier nochmal eine ganz herzliche Gratulation an Thomas Elbel, der mit "Asylon" sogar Kai Meyers dritten Arkadien-Band auf den 2. Platz verwiesen hat. Ich freue mich riesig für dich!

    Reading-Countdown 2012 von El Tragalibros
    Ich bin schon seit einer Weile am Überlegen, ob ich nicht noch bei einer Kurzzeit-Challenge, dem Reading-Countdown 2012 von El Tragalibros mitmache. Dabei geht es einfach darum, eine Liste von (beliebigen) Büchern zu erstellen, die man noch bis Ende dieses Jahres lesen möchte. Und ich als Listenfan ...
    Allzu viel würde ich mir da ja aus Zeitgründen nicht vornehmen, aber da ich meinen SuB ja noch unter 30 bekommen möchte (trotz Weihnachtsbücher!), wäre das durchaus eine spannende Sache. Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich demnächst wirklich nach einer Liste lesen möchte, aber andererseits habe ich einige Bücher, die ich sowieso bald lesen möchte (weil sie ausgeliehen oder für Challenges sind) und ich liebe es ja immer so, wenn ich etwas abhaken kann. ;-) Und zumindest nach Weihnachten hätte ich mal für 2-3 Tage wirklich viel Zeit zum Lesen.
    Also ich überlege es mir noch.

    Samstag, 26. November 2011

    Mal wieder ein paar Suchbegriffe

    Tut mir Leid, ich komme momentan kaum zum Bloggen. Ich habe derzeit so viele Dienste, und wenn ich zuhause bin, nutze ich noch immer meine Zeit in erster Linie zum Schreiben.
    Aber ab nächster Woche wird sich hier hoffentlich wieder etwas mehr tun.

    Damit hier inzwischen nicht komplette Leere herrscht, präsentiere ich euch wenigstens ein paar der lustigeren Suchbegriffe, die sich in letzter Zeit bei mir angesammelt haben:

    intriganter mitbewohner
    Ähm ... nein, ich hab zwar eine Mitbewohnerin, aber die ist nicht intrigant.

    warum lese ich thomas mann
    Ich weiß nicht? Schullektüre? Interesse? Ein gewisser Masochismus (zumindest, wenns um den Zauberberg geht)?

    buddenbrooks nicht lesen
    Okay, was genau sucht man mit diesen Begriffen? Einen Grund, die Buddenbrooks nicht zu lesen? Einen Weg, wie man es schafft, den Roman nicht zu lesen und dennoch in der Schule darüber etwas sagen zu können? Der Roman ist aber gar nicht so schlimm - ehrlich nicht!

    kings landing deutsch
    Oje, ich will es gar nicht noch einmal schreiben, aber die Übersetzung lautet: Königsmund.

    jacqueline wilson girls in love wie viele seiten
    Okay, manchmal landen Leute mit Suchanfragen bei mir, die mir wirklich ein großes Fragezeichen ins Gesicht treiben. Weder über die Autorin (die mir nichts sagt) noch über den Roman (der mir auch nichts sagt) habe ich jemals gebloggt. Und wieviele Seiten das Buch hat, weiß ich demnach auch nicht.

    welchen charakter soll meine figur haben
    Äääääähhh? Wer soll das wissen, wenn nicht der Autor selbst? Und warum googelt man sowas?

    Mein Dauerbrenner unter den Suchanfragen ist übrigens weiterhin - unangefochten an der Spitze - "robert harris cicero band 3". Wirklich, ich schau regelmäßig, ob es schon einen Erscheinungstermin gibt, aber leider, leider ...
    Naja, ansonsten sind die Suchanfragen bei mir in letzter Zeit eher langweilig. Schade, ich freu mich immer über kuriose Kombinationen.

    Übrigens frage ich mich, ob ich wohl der einzige Mensch bin, der sogar bei der Suche im Internet korrekte Groß- und Kleinschreibung verwendet. Aber gut, ich mach das ja sogar bei sms. ;-)