Mittwoch, 26. Januar 2011

Brad Geagley - Der Narrenkönig


Genre: Historischer Krimi
Seiten: 384
Verlag: rororo
ISBN: 978-3499243301
Meine Bewertung: 2 von 5 Sternchen

Historien-Challenge (Frühe Hochkulturen)



Ich habe bei dieser Challenge definitiv kein Händchen für die Buchauswahl (mal von Titan abgesehen). Dabei hab ich mich so bemüht, etwas andere Romane zu finden und nicht nur "historische Weibchenromane", wie eine Freundin von mir all die Hebammen, Wanderhuren und Konsorten so - äh - liebevoll betitel hat. ;-)

Aber zurück zum Thema. "Der Narrenkönig" ist eigentlich eine Fortsetzung zu dem Roman "Das Jahr der Hyänen", wobei es für das Verständnis nicht notwendig ist Geagleys ersten Krimi zu kennen. Was damals geschehen ist, wird soweit erzählt, dass ich keine Probleme hatte die Lücken zu füllen.
In "Der Narrenkönig" verschlägt es den Ägypter Semerchet, sozusagen Sonderbeauftragter von Ramses IV, nach Babylon, wo er nicht nur eine heilkräftige Götterstatue für seinen Pharao holen soll, sondern auch nach seiner verbannten Frau Naia sucht.

Die wirkliche Schwäche dieses Romans ist sein Plot. Die Handlung ist vorhersehbar an allen Ecken und Enden, viele Figuren verhalten sich völlig unlogisch und Semerchets eigentlicher Auftrag, der ihn ja nach Babylon geführt hat, tritt so weit in den Hintergrund bzw. wird am Ende so nebenbei erledigt, dass man deutlich merkt, dass dieser nur als Vorwand des Autors diente, um Semerchet irgendwie nach Babylon zu bekommen und ihn dort mit allerlei Sonderrechten auszustatten.
Hauptplot ist also die Suche nach Naia, die aber leider vollkommen uninteressant ist, da der Autor die Lösung hier bereits am Anfang liefert. Dumm nur, dass der Leser das sofort bemerkt, Semerchet selbst aber gar nichts kapiert (was ebenfalls mehr als unlogisch ist).
Dazu gesellen sich dann noch kleinere Merkwürdigkeiten wie etwa ein Esel, der sich auf den Rücken rollt und die Beine in die Luft streckt, um sich den Bauch kraulen zu lassen. Dazu kommt auch noch eine Unmöglichkeit in Zusammenhang mit einem Pferd, was in mir den Verdacht weckt, dass der Autor nicht die geringste Ahnung von Huftieren hat ... 

Positiv sind hingegen die Beschreibungen. Ich bin keine Expertin für das alte Babylon, aber der Autor scheint das Ambiente gut einzufangen und schafft es, das Umfeld anschaulich darzustellen.
Auch der Schreibstil ist in Ordnung. Geagley hat keine allzu schöne oder herausragende Sprache (was allerdings auch an der Übersetzung liegen kann), aber der Roman liest sich durchaus flüssig. Dass er sich locker und flott lesen ließ, war übrigens der einzige Grund, weshalb ich das Buch dann doch bis zum Ende gelesen habe. Obwohl ich die Handlung schlecht fand, war das Lesen dennoch kein "Durchquälen".
Daher sind es dann immerhin noch 2 Sternchen geworden.

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