Montag, 17. Januar 2011

Steampunk, ein phantastisches Sammelsurium und die Himmelsscheibe

Ich fasse mal wieder ein paar Kurzrezensionen in einem Beitrag zusammen:

Bernd Perplies - Magierdämmerung Bd. 1: Für die Krone
Ich ging mit sehr großen Erwartungen an dieses Buch heran und bin nun leider eher enttäuscht. Keine Frage, das Steampunk-Setting in London ist großartig, die Art der Magie interessant und die Handlung eigentlich auch spannend.
Aber: die Figuren! Ich fand wirklich durch die Bank alle Figuren blass und uninteressant, konnte mit keiner einzigen mitfiebern und habe auch kein großes Interesse an ihrem weiteren Schicksal. Noch dazu haben alle exakt dieselbe Erzählstimme, was sie nicht unbedingt einzigartiger machte. Ich halte außerdem nicht viel davon, wenn Figuren nur für eine einzige Szene die Perspektive zu bekommen - nämlich um zu sterben. Warum soll ich mit ihnen mitfiebern, wenn ich sie gerade erst kennengelernt habe? Und warum soll ich mir die Mühe machen sie kennenzulernen, wenn sie auf den nächsten paar Seiten sterben?
Nein, leider hat mich der Roman ganz und gar nicht überzeugt.
Für das tolle Setting und den Schreibstil, der mir prinzipiell gefallen hat, gibt es 3 von 5 Sternchen.

Polly Shulman - Die geheime Sammlung
Auch dieser Roman überzeugte mich vor allem durch das großartige Setting. Das New Yorker Repositorium der verleihbaren Schätze ist einfach ein wunderbarer - und wunderbar beschriebener - Ort. Es hat mir unheimlich Spaß gemacht, gemeinsam mit Elizabeth dieses Sammelsurium zu erkunden. Auch die Rätsel, die anfangs aufgebaut wurden, haben mich neugierig gemacht und so konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen.
Leider war ich dann vom weiteren Plot und der ganzen Auflösung enttäuscht. Hier hätte ich mir mehr erwartet. Auch die Figuren konnten mich großteils nicht wirklich überzeugen.
Dafür, dass ich das Buch innerhalb von zwei Tagen ausgelesen habe, gibts dann aber doch 3,5 von 5 Sternchen.

Thomas Thiemeyer - Nebra
Vorweg: Ich habe von Thiemeyer bereits zwei Bücher gelesen - "Magma" und "Reptilia" -, die ich beide als spannende und kurzweilige Unterhaltung bezeichnen würde.Nebra hingegen ... ja, wo soll ich anfangen? Der Roman wimmelt von Logiklücken, abstrusen Theorien und vorhersehbaren Klischees. Fantastische Elemente schön und gut, aber hier fand ich den Wust an Sekten, Mythologien und Dämonen, in den die Himmelsscheibe von Nebra eingebettet wird, schlichtweg lächerlich. Dazu kommt, dass die Hauptfigur in den meisten Fällen als Archäologin nicht gerade glaubwürdig wirkt.
Bei einem Buch hätte ich vermutlich spätestens bei der Hälfte aufgegeben; da ich es als Hörbuch ausgeliehen hatte, habe ich einfach beim Knüpfen weiter gehört. Auf der letzten CD, bei dem konfusen Showdown, war dann allerdings meine Konzentration völlig weg.
Ich habe durchaus vor, dass ich wieder einmal etwas von Thomas Thiemeyer lese (sein Jugendroman "Die Stadt der Regenfresser" steht schon länger auf meine Wunschliste), aber dieser Roman hier war - verzeiht - ein Griff ins Klo.
1 von 5 Sternchen

Kommentare:

  1. Mensch, da bin ich echt erleichtert, denn dir geht es offenbar wie mir. Ich habe die "Magierdämmerung" auch gelesen, nachdem ich so oft gehört hatte, dass das ein ganz tolles Buch sein soll. Und dann hab ich mich beim Lesen ständig gefragt "Ist das jetzt die ganze Handlung? Kommt da noch irgendwas?". Die Personen fand ich merkwürdig "unfertig" und die Handlung manchmal einfach nur wirr. Das Ende wiederum war gar nicht so schlecht, sodass es sein kann, dass ich Teil 2 sogar lese, wenn es veröffentlicht wird. Vielleicht lass ich es mir schenken... ;)
    Und mit der "Geheimen Sammlung" konnte ich mich gar nicht anfreunden. Die Idee war toll, die Umsetzung leider überhaupt nicht, die Dialoge holprig. Und das Ende fand ich schlicht sch***e, tut mir leid. Auch das zweite Buch von Polly Shulman hat mir nicht gefallen (Rezension auf meinem Blog); ich glaube, mit dieser Autorin werde ich nicht warm... :)

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  2. Oh, schön, eine Gleichgesinnte. ;-) Ja, ich hab mir von Magierdämmerung auch viel mehr erwartet.

    "Die geheime Sammlung" finde ich umso schwächer, umso länger und mehr ich darüber nachdenke. Die erste Hälfte hat mir halt total gut gefallen, aber das Ende war echt doof.

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  3. Huhu Neyasha,

    Ich fand "Die geheime Sammlung", in Anbetracht dessen, das es sich um ein "Kinder- & Jugendbuch" handelt, sehr schön geschrieben. Die Autorin hat einen flockigleichten Schreibstil, was vor allem für jüngere Kinder wichtig ist, dass sie in die Geschichte reinkommen. Sicherlich ist es kein Buch, das noch ewigs in einem nachklingt. Und ja, das Ende hat mich auch nicht vom Sockel gehauen. Aber das Gesammtbild war stimmig für mich.

    Aber die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden... ;)

    liebe Grüsse an dich, mirjam

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