Dienstag, 15. Februar 2011

Diane Setterfield - Die dreizehnte Geschichte

Den folgenden Roman habe ich bereits im letzten Jahr gelesen. Aber da ich ihn gern weiterempfehlen möchte und auch auf Wunsch von Caroline (i am bookish) gibt es nun eine verspätete Rezension dazu:



Genre: irgendwo zwischen Familienroman und Schauerliteratur
Seiten: 528
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3453405493
Meine Bewertung: 5 von 5 Sternchen



Die Antiquarin Margaret soll eine Biographie der berühmten Schriftstellerin Vida Winter schreiben. Und so erzählt Vida Winter, die bisher immer nur Lügen über ihre Herkunft verbreitet hat, erstmals ihre wahre Lebensgeschichte: über ihre Heimat Angelfield, über ihre Eltern, über die Zwillinge Adeline und Emmeline, über das Feuer, das Angelfield zerstörte.

„Die dreizehnte Geschichte“ ist ein Buch, das man fühlen und genießen sollte, nicht analysieren. Es gibt viele wunderbare Momente und Beschreibungen, vor allem wenn Margaret ihre Beziehung zu Büchern und zum Lesen erklärt oder wenn die unheimliche Atmosphäre, die zuweilen über Angelfield liegt, spürbar wird. Es gibt im Plot und der Figurenentwicklung einiges, das man kritisieren könnte. Manchmal wird alles ein wenig abstrus, und gerade Margarets Verhalten und Gefühle kann man nicht immer nachvollziehen. Aber wenn man erst einmal ganz in das Buch eingetaucht ist, wird man sich daran nicht mehr stören.
Es gelingt mir selten, beim Lesen den "Kritikerblick" ganz auszuschalten, aber in diesen Roman bin ich so völlig eingetaucht, dass ich die Schwächen kaum als solche wahrgenommen habe.  Erst im Nachhinein sind sie mir bewusst geworden, aber dem Lesevergnügen haben sie keinen Abbruch getan.

Sehr gut gelungen sind auch die Wendungen: Man ahnt zwar das meiste bereits, aber dennoch bleibt vieles überraschend. Somit fühlt man sich weder gelangweilt („war ja schon die ganze Zeit klar“) noch überrumpelt. Die Geheimnisse und Andeutungen sind gut eingeflochten, die Auflösung ist spannend.
Und dazu verströmt das Buch einen Hauch von vergangener Zeit, vergangener Literatur. Jane Eyre, Sturmhöhe, Die Frau in Weiß, Rebecca, ... all diese Romane, die in der dreizehnten Geschichte oftmals ihre Erwähnung finden, haben ihr auch spürbar ihren Stempel aufgedrückt.

Ich weiß schon jetzt, dass ich den Roman bald wieder einmal lesen werde. Allen, die ihn noch das erste Mal vor sich haben, empfehle ich, sich einige ruhige Stunden zu suchen und sich dann mit einer Decke, Tee und natürlich dem Buch zurückzuziehen.

Trotz kleiner Schwächen gibt das von mir ohne jedes Zögern 5 Sterne.

Kommentare:

  1. Ich hab das mal versucht, auf Englisch zu lesen. Keine gute Idee. Hab fast nichts verstanden - vielleicht wär das heute auch anders, ist schon 3 Jahre her, damals hab ich nicht viel auf englisch gelesen.
    Nach deiner Rezension möchte ich es aber unbedingt nochmal mit dem Buch versuchen. Wahrscheinlich besser auf Deutsch ;)

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  2. Du bist ja lieb, dankeschön für die Rezension! :)
    Ja, ich überlege auch schon eine kleine Ewigkeit, ob ich mir dieses Buch zulege, vielleicht sollte ich es wirklich einfach mal kurzentschlossen tun.
    Auf deutsch, wenn ich Stefanies Kommentar einbeziehe ;)

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  3. Ich kann natürlich jetzt nicht beurteilen, wie textgetreu die Übersetzung ist, aber zumindest auf Deutsch hat sich der Roman recht leicht gelesen. Ich denke daher, dass du jetzt auf Englisch keine großen Probleme mehr damit haben solltest.
    Aber er liest sich auf auf Deutsch recht schön, muss ich sagen. :-)

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  4. Ich schau mal wann mir das Buch das nächste Mal über den Weg läuft. Vielleicht nehm ich es demnächst mal in der Buchhandlung mit :)

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