Samstag, 29. Oktober 2011

Alle Jahre wieder: NaNoWriMo

Bald ist November, und wer schon länger hier auf meinem Blog dabei ist, weiß, was das heißt: Es ist wieder National Novel Writing Month, wo es darum geht, in den 30 Novembertagen 50.000 Wörter zu schreiben (das entspricht in etwa 200 Taschenbuchseiten).
Ich bin nun schon zum 5. Mal dabei, wobei ich den NaNo bisher dreimal erfolgreich bewältigt habe und einmal (2008) kurz vor Schluss aufgeben musste, weil ich mich gegen die Wand geschrieben hatte.
Dieses Jahr mache ich etwas, was eigentlich nicht ganz regelkonform ist, und zwar schreibe ich an einem schon bestehenden Projekt weiter, genaugenommen an meinem Roman "Die Göttersteine". Dieser ruht jetzt schon seit etwa einem Jahr, und da ich vor mir einige Szenen habe, vor denen ich mich vor allem deshalb drücke, weil sie mich ein wenig überfordern, brauche ich einfach einen gewissen Druck, um mich über diese Szenen hinwegzuschreiben.

Ich hatte in der Sidebar mal die derzeitige Länge des Romans mit etwa 169.000 Wörtern angegeben, allerdings habe ich da mein Schreibprogramm Scrivener irrtümlicherweise auch den Ordner mit Personenbeschreibungen und Inhaltsangabe mitzählen lassen. In Wahrheit sind es also "nur" etwa 158.000 Wörter. Wenn also im NaNo 50.000 dazukommen, bin ich schon bei mehr als 200.000 Wörtern, und ich befürchte, dass ich damit noch immer nicht am Ende sein werde. Herrje ...
Aber gut, ich weiß ja, dass es sich da um ein echtes Monsterding handelt.
Und ab Dienstag werde ich also an diesem Monster schneller und regelmäßiger weiterschreiben als jemals zuvor. Es ist für mich ungewohnt, den NaNo nicht mit einem neuen Projekt zu beginnen, aber mittlerweile freue ich mich auch schon sehr auf die Göttersteine und meine altbekannten Figuren. Ich hoffe nur, ich fahre mein Herzensprojekt beim Schnellschreiben nicht gegen die Wand.

Falls es also im November hier mehr ums Schreiben als ums Lesen geht und ich weniger Bücher rezensiere, dann wisst ihr, weshalb. ;-)

Freitag, 28. Oktober 2011

Kerstin Backman - Sofie-Serie



Die Serie beinhaltet die 6 Bände:
- Sofie und die Stute Sabrina
- Sofie träumt von einem Pferd
- Keine Angst vor Pferden, Sofie!
- Sofies schönster Pferdesommer
- Sofies abenteuerlicher Ritt
- Sofie und ihr Fuchs Jocke





Als Kind habe ich die Sofie-Serie geliebt, und als ich sie jetzt nochmal von vorn bis hinten gelesen habe, war ich wieder begeistert.
Die Serie erzählt die Geschichte der 14jährigen Sofie, die in ihrer Stockholmer Schule gemobbt wurde und mit der Zeit nahezu in einen Nervenzusammenbruch hineinschlitterte. Um sich zu erholen, soll sie eine Weile bei Bekannten ihrer Mutter auf dem Land leben und dort eine kleine, überschaubare Schule besuchen.
Mit Krissan und Ingmar, den beiden Kindern der Familie Ström, freundet Sofie sich schnell an, doch vor den Pferden dort am Hof hat sie zunächst große Angst. Dennoch ist sie fest entschlossen, reiten zu lernen, und obwohl sie wegen ihrer Angst nur langsam Fortschritte macht, wird sie schnell zur Pferdenärrin. Erstmals seit langem bekommt sie auch wieder etwas Selbstvertrauen, und als ihr Vater einen neuen Job in der Nähe bekommt, beschließen ihre Eltern, die Stadt hinter sich zu lassen.
Im Laufe der Bände bekommt Sofie selbst ein Pferd, überwindet endlich ihre Angst vor dem Galoppieren und nimmt ganz am Ende schließlich sogar an einem kleinen Springkurs teil.

Das Besondere an dieser Serie ist, dass nicht immer alles so toll und großartig läuft. Sofie stellt sich anfangs beim Reiten nicht besonders geschickt an und braucht lange, um ihre Angst zu überwinden. Es dauert zwei Bände, ehe sie ihren ersten Galopp wagt, und von Turnieren wagt sie noch nicht einmal zu träumen. Ihr Pferd Jocke ist erfreulich "normal" - einfach ein durschnittlicher Fuchswallach, lieb und gutmütig, aber ohne Talent, wenn es ums Springen geht.
Auch bei den Ströms und ihren Pferden geht es nicht immer so zu wie erwünscht. Da die Familie ständig Geldsorgen hat, ist eine Reithose für Krissan fast ein unerreichbarer Wunsch und ein Tagesausflug zu einem nahegelegenen Reitzentrum in einem Schloss eine großartige Angelegenheit.
Dennoch - oder gerade deshalb - ist die Serie einfach nur herzerwärmend. Es geht eher um Kleinigkeiten und das alltägliche Leben, aber das beschreibt Kerstin Backman so schön und einfühlsam, dass man selbst am liebsten mitten ins Buch hineinspringen würde. Die Figuren haben eine wirkliche Persönlichkeit - so macht Sofie eine glaubwürdige Entwicklung durch, bleibt aber bis zum Ende der Serie dennoch eher schüchtern; die kleine Krissan, eine Leseratte, amüsiert die anderen oft mit hochtrabenden Ausdrücken (etwa "Hier liegt ein typischer Fall von Interessenskollision vor", als die Familie sich nicht einig wird) und der ruhige, vernünftige Ingmar ist manchmal eben doch ein typischer Teenager, der seine kleine Schwester neckt.

Die Autorin hat außerdem auch wirklich Ahnung von Pferden und vom Reiten und schafft den schwierigen Balanceakt, zwar für Kinder, die sich noch nicht so gut auskennen, verständlich zu schreiben, aber dennoch nichts großartig zu vereinfachen oder ins Unglaubwürdige abzudriften. Als ich jetzt die Serie wieder gelesen habe, gab es eigentlich nichts, worüber ich belustigt lächeln oder genervt die Augen verdrehen musste, was mir sonst schon bei einigen Pferderomanen passiert ist.

Ich möchte allerdings noch etwas zur deutschen Übersetzung anmerken: Aus seltsamen Gründen wurden hier der 4. und 5. schwedische Band vertauscht - eigentlich müsste "Sofies abenteuerlicher Ritt" vor "Sofies schönster Pferdesommer" kommen. Das führt zu einigen inhaltlichen Problemen, über die sich die Übersetzerin nur mit Ach und Krach hinwegschummeln kann. Oft schafft sie das auch nicht und die Chronologie gerät völlig durcheinander bzw. es werden Ereignisse erwähnt, die noch gar nicht passiert sind. Das ist nicht nur unglaublich schade, sondern auch ärgerlich und nicht ganz nachvollziehbar.
Ich habe dieses Mal die Bücher in der eigentlich richtigen Reihenfolge gelesen, was natürlich dann auch nicht hundertprozentig funktioniert, dennoch aber besser als umgekehrt. Die Seltsamkeiten habe ich dann im Kopf ausgeblendet, so gut es ging.

Der Murks in der Übersetzung ändert aber nichts daran, dass es unheimlich Spaß gemacht hat, diese Serie noch einmal zu lesen. Ich kann mich erinnern, dass ich bei "Bille und Zottel" manches unglaublich nervig und auch unrealistisch fand, als ich sie vor ein paar Jahren mal wieder hervorgekramt habe. Bei "Sofie" war das überhaupt nicht der Fall - es war einfach nur toll, wieder einige Zeit mit diesen netten Familien und ihren Pferden zu verbringen. Kerstin Backman schildert mit einer unglaublichen Einfühlsamkeit eine ganze Reihe von Problemen: den Tod eines alten Pferdes, Angst und Selbstzweifel, einen Sturz, der nicht ganz glimpflich ausgeht, und so einiges mehr. Dennoch kommt auch der Humor nicht zu kurz. Ich wünschte wirklich, es würden mehr solcher Kinderbücher geschrieben werden.
5 Sterne für eine wunderschöne Serie, an der ich überhaupt nichts auszusetzen habe (außer, dass es zu wenige Bände gibt).

Übrigens ist diese Serie gleich mein erster "Beitrag" zur 2. Chance Challenge, wobei ich die schmalen Bändchen wohl eher nicht extra zählen werde, sondern einfach die Serie als ganzes.

Mittwoch, 26. Oktober 2011

"Wie kannst du nur sooo viel lesen?"

Immer wieder mal fragen mich Leute, wie ich es schaffe, soviele Bücher zu lesen. Manchmal klingt die Frage auch richtig vorwurfsvoll, so nach dem Motto: "Hast du sonst nichts zu tun?"
Da ich in diesem Jahr tatsächlich schon sehr viel gelesen habe (mehr als sonst auf alle Fälle), versuche ich jetzt selbst mal diese Frage zu ergründen.

1. Ich lese sehr schnell. Das war schon immer so - auch als Kind habe ich ungewöhnlich schnell gelesen.
2. Ich bin fast jeden Tag mehr als eine Stunde in öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs und lese dort immer (selbst, wenn ich keinen Sitzplatz bekomme - zum Festhalten reicht ja eine Hand, und bei einem eReader kann man ja glücklicherweise auch mit nur einer Hand umblättern *g*).
3. Ich habe schon eine Weile keinen Fernsehanschluss mehr. Ab und zu guck ich Serien oder Filme auf DVD, aber da komme ich im Schnitt auf etwa 2 Filme pro Monat und in seltenen Phasen auf eine Serienfolge alle paar Tage. Der Zeitfresser Fernseher existiert bei mir also kaum, und er fehlt mir auch überhaupt nicht.
4. Ich habe schon seit langem Nebenjobs in einem Bereich, wo ich immer wieder mal zum Lesen komme (weil ich auf manchen Positionen in erster Linie einfach anwesend sein muss und sonst nicht viel zu tun habe).
5. Ich bin Single und meine Familie kann ich aufgrund der Entfernung nur etwa einmal pro Monat besuchen. Klingt jetzt nach einem seltsamen Grund, aber ich denke schon, dass man mehr zum Lesen kommt, wenn man alleine wohnt. So lese ich etwa auch oft beim Essen (vor allem beim Frühstück), weil ich ja in der Regel alleine esse. Das soll jetzt nicht heißen, dass ich kein Sozialleben besitze - ich treffe mich natürlich mit Freunden, aber ich habe sicher mehr Zeit als Leute, die eine Familie versorgen müssen oder die Abende immer mit dem Partner verbringen.
6. Seit einer Weile horche ich sehr viele Hörbücher und da beschäftige ich mich ja immer nebenbei: Meistens knüpfe ich, manchmal stricke oder zeichne ich auch, mach Sport oder bügle meine Wäsche. Das ist dann natürlich schon eine sehr effektive Zeitnutzung. ;-)
7. Derzeit ist das Lesen sicher mein Hauptleidenschaft. Sobald ich wieder mehr schreibe (in diesem Jahr habe ich bislang ja nur überarbeitet, und das auch eher gemächlich), werde ich vermutlich auch wieder etwas weniger zum Lesen kommen.
8. Mein Blog spornt mich an, mehr zu lesen. Ich weiß nicht, ob dieses Phänomen auch andere Buchblogger kennen. Irgendwie bin ich dadurch wieder viel süchtiger nach Büchern geworden, was sicher allgemein etwas zu Lasten mancher anderer Hobbys geht (das Malen etwa - meine Öl- und Acrylfarben verstauben fast schon).

Tja, das sind so die Gründe, die mir einfallen. Wobei ich es ja irgendwie lustig finde, dass gerade Viellesen oft auf Unverständnis stößt - als ob man dafür ganz besonders viel Zeit brauchen würde. Ich wunder mich ja umgekehrt auch nicht ständig, dass andere Leute Zeit für eine Beziehung, fürs Fernsehen oder für Computerspiele haben. ;-)

Montag, 24. Oktober 2011

John Green - Paper Towns


Genre: Jugendroman
Seiten: 320
Verlag: Speak
ISBN: 978-0142414934
Meine Bewertung: 4 von 5 Sternchen

English-Challenge  (Oktober)



Jahrelang scheint für Quentin die Nachbarstochter Margo unerreichbar zu sein. Er, der in der Schule eher zu den Außenseitern gehört, schwärmt für die beliebte, abenteuerlustige Margo stets nur aus der Ferne. Bis sie eines nachts bei seinem Zimmerfenster auftaucht und ihn zu einer absurden Tour mitnimmt, bei der Quentin Dinge macht, die er sonst nie gewagt hätte. Aber das eigentliche Abenteuer beginnt erst, als Margo danach plötzlich verschwunden ist.

Paper Towns ist eine rasante Roadnovel, eine Schnitzeljagd und zugleich auch ein sehr schöner Roman über Freundschaft und das Erwachsenwerden. Quentin mag zwar in der Schule nicht zu den Beliebtesten zu gehören, aber er hat zwei Freunde, die mit ihm - trotz mancher Auseinandersetzungen - durch dick und dünn gehen.
Dieses Dreiergespann zu begleiten, macht unheimlich viel Spaß. In manchen Punkten sind Quentins Freunde vielleicht ein bisschen zu skurril und wirken dadurch beinahe etwas comichaft überzeichnet, aber dennoch sind sie auf ihre Weise sehr sympathisch und in ihren Handlungen auch nachvollziehbar. Nicht ganz so gut konnte ich hingegen nachvollziehen, wie problemlos Margos Freundin Lacey sich auf einmal in die kleine Dreierclique eingliedert - das ging mir ein wenig zu schnell.

Bei der Suche nach Margo, die nicht ganz die Person zu sein scheint, als die sie sich immer nach außen gezeigt hat, schlägt der Roman oft auch ernstere Töne an. Manche Szenen sind richtiggehend beklemmend und ließen mich sogar nachts um 2 Uhr noch atemlos weiterlesen.
Die ganze Suche nach Margo mithilfe der Hinweise, die sie selbst hinterlassen hat, ist also großteils sehr spannend. Durch Quentins Überlegungen über sie und ihr wahres Ich kommt auch eine durchaus tiefsinnigere Ebene in den sonst eher flockig-leichten Roman. Stellenweise wird man wirklich zum Nachdenken angeregt, was ich sehr schön fand.

Mir hat "Paper Towns" wirklich sehr gut gefallen, und wenn ich nicht manche Handlungen der Figuren etwas unmotiviert gefunden hätte und vom Ende ein wenig enttäuscht gewesen wäre (ich habe mir da einfach "mehr" erwartet und fand es ein wenig oberflächlich), hätte ich dem Roman ohne zu zögern 5 Sternchen gegeben.
So sind es dann doch nur 4 geworden (allerdings mit einer deutlichen Tendenz nach oben), was allerdings nichts daran ändert, dass ich den Roman allen, die gern Jugendliteratur lesen, wärmstens empfehle.

Das wär dann wohl meine erste Absage ...

Tja, die Shortlist für den Goldenen Pick steht fest, und wie man sieht, sind meine "Frostpfade" nicht dabei. Ich hab nicht wirklich damit gerechnet und momentan ist mein Leben eh so unsicher-chaotisch, dass es so vermutlich besser ist, aber ein wenig schade ist es trotzdem.
Und natürlich fragt man sich dann, warum es nicht geklappt hat. War mein Roman zu schlecht? Hat ihnen mein Stil nicht gefallen? War es einfach nicht das, was sie sich vorgestellt haben? Habe ich nicht passend für die Zielgruppe geschrieben? Hat mein Spannungsbogen nicht funktioniert? Lag es vielleicht nicht am Roman selbst, sondern an der Zusammenfassung und den geforderten Kapitelbeschreibungen?
Fragen über Fragen, die mir jetzt doch durch den Kopf gehen, obwohl ich nun schon wochenlang kaum mehr an den Wettbewerb gedacht habe.

Aber gut, es war meine erste Einsendung, und folglich ist es auch meine erste Absage - da ist es sicher natürlich, dass man ein wenig herumgrübelt. Was für mich in Jobdingen mittlerweile Normalzustand ist, ist halt für mich beim Schreiben noch neu ...
Jetzt werde ich den Wettbewerb abhaken und mich wieder auf "Bühnenzauber" stürzen - und überlegen, ob ich nun beim NaNo mitmachen soll und wenn ja, mit welchem Roman eigentlich. Es ist ja nur noch eine Woche Zeit! *irks*

Oh, und etwas Gutes hat die Sache mit dem Wettbewerb: Falls ich demnächst mal Linn hier vorstelle, kann ich auch einfach mal eine kurze Leseprobe hier posten. ;-)

Samstag, 22. Oktober 2011

Nostalgie ohne Ende

Gestern habe ich im Keller meiner Familie sämtliche Kinderbücher durchforstet, um die auszusortieren, die weg können. Alle, die bleiben, finden hoffentlich mal bei mir selbst einen Platz, wenn ich mal nicht nur ein WG-Zimmer zur Verfügung habe.
Das Aussortieren war - wie befürchtet - alles andere als einfach. Die erste halbe Stunde ging so gut wie gar nichts weiter, da ich mich selbst im kalten, vollgestopften Keller natürlich ständig beim Durchblättern mancher Bücher festgelesen habe. Wäre nicht meine Nichte zu mir gestoßen, um mir zu helfen und mit mir über Harry Potter zu plaudern (sie ist 10 Jahre alt und im Grunde über die letzte Verfilmung zur Serie gekommen; und nun ist sie ein begeisterter Fan, liest jetzt auch die Bücher, obwohl sie die Filme alle schon zigmal gesehen hat und entwickelt sich gerade allgemein zu einer riesigen Leseratte, was ich natürlich toll finde), wäre ich vermutlich Stunden später noch immer im Keller gewesen. *g* Zu zweit kamen wir aber dann doch gut voran, und schließlich waren alle Bücher auf zwei große Stapel (oder besser: zwei Stapelgruppen) aufgeteilt.

Tja, und ich wollte am liebsten alle diese Bücher gleich wieder lesen. Ein paar hab ich mir sogar aus dem Keller mitgenommen und mich dann gestern Abend und heute Nachmittag darauf gestürzt. Unter meinen geliebten Kinderbüchern befinden sich viele Pferdeserien (und auch Einzelromane), die ich von einer Bekannten sozusagen vererbt bekommen habe. Eine davon, nämlich Kerstin Backmans "Sofie"-Serie, habe ich mir auch gleich zum Lesen geschnappt, und als ich jetzt festgestellt habe, dass ich den 6. und letzten Band weder besitze noch kenne, habe ich ihn sofort gebraucht bestellt. Vielleicht lächelt ihr jetzt darüber, aber ich bin gerade unheimlich glücklich, dass es von dieser wunderschönen Serie noch einen weiteren Band gibt und will ihn natürlich so schnell wie möglich lesen können. ;-)
Aber auch ganz andere Schätzchen waren noch im Keller: So etwa "Trixie Belden", eine Abenteuerserie, die ich als Kind geliebt habe (ich wollte auch immer Mitglied im Rotkehlchen-Club sein), dann zahlreiche Bücher von Enid Blyton, der entzückende Roman "Kleines Herz - Weite Welt", die ungemein interessanten "Feuersteinkinder" und und und.

Wann soll ich die bloß alle lesen? Die eignen sich ja alle super für die 2. Chance Challenge (wobei es in dem Fall dann wohl eher schon die 4. oder 5. Chance ist *gg*), aber alleine Trixie Belden und Britta sind Serien mit jeweils über 10 Bänden, und auch wenn diese schmalen Büchlein sich schnell lesen, ist es doch ein etwas unüberschaubarer Berg, der da jetzt meine nostalgischen Gefühle losgetreten hat.

Aus diesem Grund kann es sein, dass es hier demnächst so einige Rezensionen zu alten Kinderbüchern gibt - tut mir Leid, da müsst ihr wohl durch. Ich verspreche euch, dass ich sie möglichst nur wohldosiert dazwischenschieben werde. ;-)

Dienstag, 18. Oktober 2011

Jetzt ist es doch wieder passiert: SuB-Zuwachs

Eine Weile habe ich mich nun wirklich zusammengerissen, keine Bücher gekauft und auch aus der Bücherei immer nur wenig mitgenommen. Ausnahmen waren nur die beiden Audible-Hörbücher der letzten zwei Monate, die allerdings auch gar nicht erst lange auf meinem (in dem Fall ohnehin nur virtuellen) SuB gelandet sind, sondern gleich von mir gehört wurden.
Schließlich habe ich ja den hehren Vorsatz, meinen SuB bis zum Ende das Jahres (und dann hoffentlich auch dauerhaft) unter 30 zu bekommen.

Heute allerdings hat sich mein Stapel wieder rasant erhöht - woran dreierlei Dinge Schuld sind:

1. Eine Stadt. Ein Buch.
Diese Aktion habe ich ja schon mehrfach erwähnt, und heute habe ich mir natürlich gleich "Der Geschichtenerzähler" von Mario Vargas Llosa aus der Hauptbücherei (eine der Verteilstellen) geholt.

2. Büchereibücher
Und da ich also schon mal da war, habe ich mir doch noch ein bisschen was ausgeliehen: Zunächst mal "Das Lied des Basilisken" von Patricia McKillip. Den Roman habe ich vor langem schon mal begonnen, dann aber abgebrochen - warum auch immer. Ich liebe ja sonst die McKillip-Bücher. Vielleicht war ich damals einfach nicht in der Stimmung dafür.
Dann habe ich noch "Die Straße" von Cormac McCarthy als ungekürztes Hörbuch entdeckt und nach einem kurzen Anhören wanderte das auch in meine Tasche. Und schließlich kam noch "Hexenjagd" von Arthur Miller mit, da dieses Stück diese Saison bei uns im Theaterverein ansteht. Und ich will Co-Regie machen, also sollte ich es schleunigst mal lesen.

3. Flohmarkt
Von Flohmärkten und somit also Spontankäufen habe ich mich jetzt sehr lange eisern ferngehalten. Heute bin ich zufällig über einen gestolpert und fand eine ganze Reihe von Hörbüchern - noch originalverpackt, aber etwa zu einem Drittel oder Viertel des eigentlichen Preises. Und da ich ja, wie am Sonntag erwähnt, gerade fast jede freie Minute zum Stricken nutze, brauche ich natürlich auch viel Hörbuch-Untermalung.
Also habe ich beim Flohmarkt "Trix Solier" von Sergej Lukianenko um 5 Euro mitgenommen. Bislang habe ich von dem Autor erst ein Buch gelesen, und zwar "Die Ritter der 40 Inseln", das mir nicht wirklich gut gefallen hat. Und von diesem Roman hier habe ich bisher noch wenige Meinungen gehört. Aber er klingt ganz witzig, und vor allem (das war letztendlich ausschlaggebend) wird er von Stefan Kaminski gelesen. Von diesem Sprecher war ich bei "Gargoyle" so begeistert, dass ich unbedingt wieder mal ein von ihm gelesenes Hörbuch hören wollte.

Und so wächst er also wieder, mein SuB ...

Im Vordergrund seht ihr übrigens 3 meiner bisher gestrickten Häubchen.

Montag, 17. Oktober 2011

Dreimal Hörbücher: Ein Hotel, eine Königin und ein Sonderdezernat

Während ich darauf warte, dass der Rauchfangkehrer kommt (ich warte schon seit 6:30!), nutze ich mal die Zeit, um ein paar Kurzrezensionen zu tippen. ;-)

Agatha Christie - Bertrams Hotel (ungekürztes Hörbuch)
Bertrams Hotel beginnt gemütlich mit einem sehr anschaulich beschriebenen altmodischen Hotel und seinen Gästen. Ich hatte fast das Gefühl, selbst dabeizusein, als man sich dort zum opulenten Five O'Clock Tea einfindet. Aber die betuliche Atmosphäre ändert sich bald, als zuerst ein Geistlicher verschwindet und alles darauf hindeutet, dass die Polizei es hier mit einem großen Verbrecherring zu tun hat.
Ich muss gestehen, dass ich von Agatha Christie lieber klassische Krimis mag als solche um Verbrecherringe und groß angelegte Raubzüge. Auch Miss Marple, die als Gast in Bertrams Hotel nur eine kleine Rolle in diesem Krimi spielt, scheint in dieses Umfeld nicht recht hineinzupassen.
Schließlich war mir dann auch das Ende gar zu dramatisch, während sich mittendrin die Handlung ordentlich zog. Für mich ein Tiefpunkt unter den Agatha Christie-Romanen und daher nur
2 von 5 Sternchen

Thomas Burnett Swann - Queens Walk in the Dusk (ungekürztes Hörbuch)
Swanns "Latium-Trilogie" hat schon einige Jahre auf dem Buckel und die (nur locker verknüpften) einzelnen Teile sind kaum noch zu bekommen. Dieser chronologisch 1. Band (der allerdings als letzter geschrieben wurde) ist überhaupt nur noch als Hörbuch bei Audible zu bekommen.
Kein Problem, dachte ich, es ist ungekürzt und ich brauch eh wieder Knüpf-Untermalung. Allerdings hatte ich hier sehr mit dem Englisch zu kämpfen. Ich schätze, dass ich beim Lesen keine solchen Probleme gehabt hätte, aber Swann schreibt recht anspruchsvoll und ich brauch es bei englischen Hörbüchern immer etwas simpler.
Daher ist mir sicher die eine oder andere Feinheit dieses schönen, kleinen Romans entgangen.
Swann schreibt darin über Dido und Aeneas und ihre kurze, tragische Liebe. Den bekannten Stoff bereitet er nicht historisch auf, sondern ganz klar phantastisch-mythologisch: Da gibt es einen Elefantengott, Nereiden und andere Wesenheiten. Sowohl diese als auch die Handlung sind eine Mischung aus altbekannten und neuen Elementen. Für die Tatsache, weshalb Aeneas die karthagische Königin schließlich verlässt, findet der Autor andere Gründe, die sich in diesen Roman sehr gut einfügen.
Neben der poetischen Sprache überzeugen vor allem die Figuren: Dido, die tatkräftige Königin, und Askanias, der pfiffige 10jährige Sohn von Aeneas, sind die Perspektiventräger, und man schließt die beiden ebenso schnell ins Herz wie Aeneas, ein Held wider Willen, der nicht allzu praktisch veranlagt, aber ein ungemein sympathischer Charakter ist. Und so entfaltet sich eine bittersüße Liebesgeschichte, der man mit bangem Herzen lauscht - weiß man doch, dass sie nicht glücklich enden kann.
4 von 5 Sternchen

Jussi Adler-Olsen - Erbarmen (gekürztes Hörbuch)
Nach einem Fall, der für zwei Polizisten tragisch endete, wird Carl Mørck ins neue "Sonderdezernat Q", in dem ungelöste Fälle wieder aufgerollt werden sollen, abgeschoben. Sozusagen als Mädchen für alles bekommt er den Syrer Assad zugeteilt, der sich als neugierig-gewifter Helfer entpuppt. Und angesichts des Arbeitseifers seines Assistenten bleibt auch Carl, der zunächst nur die Beine hochlegen und die Zeit totschlagen will, nichts anderes übrig, als sich mit dem Fall der vor fünf Jahren verschwundenen Politikerin Merete Lyngaard zu befassen.
Zunächst mal muss ich sagen, dass ich den Krimi wahnsinnig spannend fand und das Duo Carl/Assad einfach klasse. Den Fall selbst fand ich allerdings ziemlich haarsträubend. Die Art und Weise, wie Merete gefangen gehalten wird, hat mich zunächst auf eine komplett andere Spur gebracht - und zwar auf eine, auf die vermutlich sonst noch niemand gekommen ist und die sich für mich nur daraus ergab, dass ich einen logischen Grund dafür suchte, weshalb die Täter sie auf genau diese Art einsperren.
Dadurch war ich dann über die tatsächliche Auflösung doch überrascht - gewissermaßen aber auch enttäuscht, da ich sie sehr unglaubwürdig fand. Das ganze Rundherum ihrer Gefangenschaft kam mir effekthascherisch und übertrieben vor und die Motivation des Täters konnte ich nicht nachvollziehen.
Noch schlimmer an der ganzen Sache: Fünf Jahre in Isolationshaft (davon einen sehr langen Zeitraum völlig ohne Licht) hält ein Mensch nicht so einfach aus. Merete scheint, trotz aller Qualen, psychisch auch nach fünf Jahre unverändert, und das halte ich, gelinde ausgedrückt, für absoluten Schwachsinn.
Ich werde sicher auch den 2. Fall des Sonderdezernats Q lesen, da ich Carl und Assad super fand und auch sonst das Rundherum sehr mochte, aber für diese abstruse Geschichte gibt es von mir dennoch nur
3 von 5 Sternchen

Und wer jetzt gern wissen möchte, was für eine abstruse Theorie ich mir zusammengesponnen hätte, kann jetzt gern weiterlesen, aber sie wird Spoiler für den Roman enthalten. Ihr seid also gewarnt.

Eine Frau, die scheinbar ohne Grund entführt und in einen kargen Raum gesperrt wird, wo die Täter sie durch Fenster beobachten und sie wiederholt fragen "Warum glaubst du, wirst du hier wie ein Tier gefangen gehalten?". Einmal wird auch etwas gesagt, das darauf hindeutet, dass die Tatsache, dass sie dafür eben keinen Grund findet, entscheidend ist. Und dann noch diese abstruse Sache mit der Druckerhöhung und kurz vor der Entführung Gespräche mit Leute von Immunforschung (oder so ähnlich).
Worauf hat mich das nun gebracht? Nun, ich dachte, die Knackpunkte wären dieses "gefangengehalten wie ein Tier", wofür es anscheinend keine Gründe gibt, das Beobachten und diese seltsame Druckerhöhung, die auf mich den Eindruck eines Versuches machten - wie reagiert sie darauf usw.
Na, hat schon jemand erraten, in welche Richtung ich dachte?
Nun, ich habe angenommen, wir hätten es hier mit militanten Tierschützern zu tun. Ich dachte (natürlich nur solange, bis mehr über den Fall klar wurde), dass diese Sache mit der Immunforschung irgendwie in Zusammenhang mit Tierversuchen stünde und Merete als Politikerin auch etwas damit zu tun hatte (indem sie vielleicht ein entsprechendes Gesetz verabschiedet hatte oder so ähnlich). Tja, und ich dachte weiter, die Täter wollten sie nun wie ein Labortier halten und ihr damit diese Qual vor Augen führen: Unter schlimmen Bedingungen und fast ständig unter Beobachtung mit der ständigen quälenden Frage "was habe ich getan, um so etwas zu verdienen?".
Damit war ich von der tatsächlichen Auflösung so weit entfernt wie nur möglich, aber wisst ihr was: Mein Gedankenkonstrukt (so absurd es auch sein mochte) bot einen Grund für diese seltsame Art der Gefangenschaft. Die tatsächliche Lösung konnte mir dafür keinen nennen.
Ich meine: Ganz ehrlich, ein Junge gibt einem Mädchen, das sich im Auto mit dem Bruder zankt und dadurch den Vater kurz ablenkt, die Schuld an dem folgenden Unfall und möchte sich nun auf diese Weise an ihr rächen? Indem er sie in einer Druckkammer einsperrt, sie dort jahrelang leiden lässt, nach und nach den Druck erhöht, um dann nach fünf Jahren den Druck mit einem Schlag zu senken und sie auf diese Weise zu töten? WTF? Sorry, aber ich halte das noch immer für kompletten Blödsinn. Und ein lapidares "der Täter ist krank im Kopf" ist nicht wirklich eine ausreichende Erklärung dafür ...

Sonntag, 16. Oktober 2011

Sonntagsgeplauder #5

Frankfurter Buchmesse
Ja, es ist wieder einmal Frankfurter Buchmesse. Vielen Blogger sind/waren dort und einige haben auch schon die ersten Berichte geschrieben.
Tja, und wer war schon wieder nicht dort? Es ist wirklich unfassbar, ich möchte seit ungefähr 10 Jahren hin und schaffe es nie. Oktober ist einfach ein blöder Zeitpunkt - früher hatte ich da immer wichtige Lehrveranstaltungen und jetzt schaffe ich es immer, dass ich gerade zu dieser Zeit wegen unsicherer Zukunft (Job und so) wenig vorausplanen kann. Und ohne vorausplanen geht es bei dieser Entfernung nun mal nicht.
Nun strebe ich im nächsten Jahr die Leipziger Buchmesse an. Die liegt von der Zeit her eigentlich besser und ist von der Entfernung her keinen großen Unterschied. Also vielleicht wird das ja mal was ...

Strickmarathon
Ja, tatsächlich, ich stricke gerade wie eine Verrückte und zwar für die Benefizaktion "Das große Stricken" von Innocent und der Caritas. Daher produziere ich gerade ein Mini-Wollmützchen nach dem anderen. Dass ich mit so einem Eifer dabei bin, liegt aber zu einem großen Teil auch an dem wahnsinnig spannenden Hörbuch, das ich dabei höre. Relativ spontan habe ich mir nämlich aus der Bücherei "Erbarmen" von Jussi Adler-Olsen ausgeliehen, das mir zwar vom Titel her natürlich schon länger bekannt ist, das mich aber nie sonderlich gereizt hat.
Zu Unrecht, muss ich sagen. Ich habe heute wirklich stundenlang den Ermittlungen von Carl Mørck und Assad gelauscht, und hätten mir dann nicht allmählich die Finger von der ganzen Strickerei wehgetan, hätte ich vielleicht gleich das ganze Hörbuch in einem Rutsch verschlungen.
Dabei kommt mir einiges doch sehr vorhersehbar vor (mag aber sein, dass es da noch Wendungen gibt), aber Carl und Assad sind einfach das beste Duo seit langem. Und ich habe ja sowieso ein Faible für das neue Aufrollen von alten Fällen.

Sonstiger Lesestoff
Momentan habe ich überhaupt eine ganz gute Bücherphase erwischt. "Queens Walk in the Dusk", das vorherige Hörbuch, hat sich als wirklich sehr schöner, ungewöhnlicher Roman entpuppt (zumindest eine Kurzrezi wird noch folgen) und "Paper Towns" von John Green ist mindestens genauso spannend wie "Erbarmen", wenn auch auf eine ganz andere Weise.
Entsprechend wenig ging natürlich mal wieder bei "A Clash of Kings" weiter, wobei ich, wenn ich es recht überlege, bei dem Roman in den letzten Tagen genauso viel gelesen habe wie bei "Paper Towns" - aber bei einem solchen Wälzer fallen halt 100 Seiten kaum ins Gewicht ...

Challengegeplauder
Bei all diesen Romanen kommen meine Klassiker mal wieder ein wenig zu kurz - ich hoffe, dass ich die restlichen 3 für die geplanten 10 in diesem Jahr trotzdem noch schaffe.
Die Englisch-Challenge ist hingegen auch für den Oktober schon geritzt. Entweder mit "Queens Walk in the Dusk" oder auch mit "Paper Towns", das ich bestimmt auch noch in diesem Monat auslesen werde. Zu Beginn des Jahres war diese Challenge wirklich dringend nötig, damit ich überhaupt regelmäßig zu einem englischen Buch gegriffen habe - mittlerweile ist mir das Lesen auf Englisch aber so zur Gewohnheit geworden, dass ich den Ansporn durch die Challenge kaum noch brauchen würde (auch wenn ich immer noch deutlich mehr deutsche Bücher lese).
Tja, und sollte ich irgendwann mal mit "A Clash of Kings" fertigwerden, dann hätte ich auch bereits den ersten Roman für die 2.-Chance-Challenge geschafft.

Bühnenzauber?
Ganz verschämt schiebe ich die Frage nach dem Schreiben ans Ende des Beitrags. Viel hat sich da nämlich auch in der letzten Woche nicht getan. Ja, ich habe weiter das Ende überarbeitet, aber nein, ganz hab ich es immer noch nicht geschafft. Ich hab da zwei so extrem blöde Szenen zu schreiben - und es kommt mir vor, als wäre das Ende wahnsinnig zäh und fad. Aber das ist natürlich kein Grund, mich ewig davor zu drücken. Vielleicht kommt es mir ja gar nicht mehr so zäh vor, wenn ich die Szenen endlich mal geschrieben habe.
Mein Vorsatz bleibt also weiterhin, endlich mal diese Überarbeitung abzuschließen.

Freitag, 14. Oktober 2011

[30 Tage übers Schreiben bloggen] 4. und 5. Frage

4. Erzähl uns von einer deiner ersten Geschichten/Figuren!

Wenn man mal von Schulaufsätzen absieht, habe ich mit etwa 8/9 Jahren mit dem Schreiben begonnen. Damals habe ich episodenhafte kleine Pferdegeschichten geschrieben, die locker miteinander verbunden waren. Die Hauptperson war Tina, ein rothaariges sommersprossiges Mädel (das weiß ich noch, weil ich noch Zeichnungen von damals habe), das ein Pony geschenkt bekommt und mit diesem viele Abenteuer erlebt. Schon damals war ich interessanterweise von den allzu perfekten Pferden und Reitern vieler Buchserien genervt, und so ging bei Tina und ihrem Pony meist so einiges schief. Ihr erstes Turnier (ein Geländeritt) endete mit einer dreimaligen Verweigerung vor einem Wassergraben, um nur ein Beispiel zu nennen. ;-)

Allerdings gab es auch noch eine frühere Geschichte. Ich bin mir sicher, dass ich sie noch irgendwo bei meiner Familie habe - wenn ich das nächste Mal bei meiner Familie bin, werde ich mich mal auf die Suche machen. Es war eine illustrierte Kurzgeschichte über ein kleines Tal, in dem (durch einen Graben getrennt) zwei Dörfer standen. Und zwischen denen herrschte ständig Streit. Man muss sich also ein permanentes Gekeife über den Graben weg vorstellen. ;-) Bis dann irgendwann der Graben durch lange Regenfälle zu einem Fluss wurde und sie Boote bauten und Frieden schlossen - oder so ähnlich. So ganz genau weiß ich es nicht mehr, aber vielleicht finde ich ja tatsächlich noch das "Original".
Diese Geschichte habe ich übrigens in meinem allerersten Schuljahr geschrieben, soviel weiß ich noch.

5. Dem Alter nach, wer ist deine jüngste Figur? Die Älteste? Wer ist “am jüngsten” und “am ältesten” im Bezug auf den Erschaffungszeitpunkt?

Uff, das ist nicht so einfach. Bei dieser Frage lasse ich jetzt meine Kindheitsgeschichten und meine Teenager-Pferderomane mal beiseite. Das waren alles nicht so rasend interessante Figuren.
Somit wäre dann Riava meine älteste Figur im Bezug auf den Erschaffungszeitpunkt - und da ich ja an den Göttersteinen (die seither zig Änderungen und Neufassungen durchgemacht haben) immer noch arbeite, ist sie auch die "älteste" Figur, an der ich momentan noch schreibe.
Am jüngsten ist derzeit Vianne, meine Heldin aus "Der Nachtjäger", jener Roman, den ich letztes Jahr im November begonnen und seither leider nicht beendet habe.

Dem Alter nach ... hm, ich beschränke mich jetzt auf Perspektiventräger, sonst ufert die Frage zu sehr aus. Von denen ist die jüngste Figur auf alle Fälle "Linn", mein 13jähriges Mädel aus den Frostpfaden. Und die Frage nach der ältesten ist doch einfacher zu beantworten, als ich dachte, stelle ich gerade fest. Das ist nämlich ohne große Zweifel Rhal, der jenseits der 200 Jahre ist. Bei ihm handelt es sich auch um meinen einzigen nichtmenschlichen Perspektiventräger.
Was er genau ist ... ich denke, darüber werde ich einmal etwas schreiben, wenn ich eine längere Vorstellung über Rhal schreibe.

Mittwoch, 12. Oktober 2011

Krystyna Kuhn - Das Tal Season 1


Das Grace College, ein Elitecollege, liegt mitten in den kanadischen Bergen, abseits jeder Zivilisation. Seltsame Dinge scheinen in dem abgeschiedenen Tal vor sich zu gehen: In den 70er Jahren verschwand hier eine Gruppe von Studenten, der nahegelegene Lake Mirror scheint seinen eigenen Gesetzen zu gehorchen, Tiere meiden offensichtlich das Tal und auf Google Earth ist das Tal nicht zu finden. Und zudem ist offensichtlich dieser Ort fest mit der Vergangenheit von einigen Studenten verknüpft.

Krystyna Kuhns Mystery-Serie "Das Tal" erinnert mich in vielen Punkten stark an "Lost". Da sind all die Rätsel, die das Tal umgeben, dann die teils dunkle Vergangenheit mancher Studenten und ihre Verknüpfung mit dem Tal, Naturgesetze, die hier nicht ganz so zu funktionieren zu scheinen wie anderswo und schließlich tauchen sogar einige Elemente auf, die mich ein wenig an die Dharma Initiative denken lassen.
Genau diese Ähnlichkeit zu "Lost" ist es schließlich, die mich an den Romanen dranbleiben ließ. Denn wie bei der Fernsehserie ist für mich auch hier die zentrale Frage, was es letztendlich mit dem Tal und all seinen Seltsamkeiten auf sich hat. Die Einzelbände und die Figuren konnten mich bisher selten fesseln, aber das große Gesamte, das interessiert mich.

Daher habe ich die ersten vier Bände auch recht flott gelesen, obwohl ich gerade zu Beginn die Serie nur mittelmäßig fand. Von den acht Studenten, die im Mittelpunkt stehen, fand ich die meisten eher anstrengend und - dumm. Das ist für mich eigentlich das Hauptproblem: Ich habe nicht das Gefühl, mich hier inmitten von begabten Studenten zu befinden. Die meisten von ihnen wirken eher wie gelangweilte Schüler, die eigentlich keine Lust zu lernen haben und sich kaum für ihre Kurse motivieren können. Robert als mathematisches Genie kann da alleine nichts daran ändern, dass ich mich fragte, was diese Jugendlichen eigentlich an einem Elitecollege machen.
Glücklicherweise wurde dieser Eindruck dann im Laufe der Bände ein wenig entschärft (vielleicht auch dadurch, dass nur der 1. Band tatsächlich so etwas wie einen normalen Collegealltag schildert), was allerdings nichts daran änderte, dass einige Figuren mich auch weiterhin sehr nervten. Allen voran Debbie, David, Chris und Julia. Gerade bei letzteren kann ich überhaupt nichts von wirklicher Liebe zwischen ihnen spüren. Wie Julia es mit dem besitzergreifenden Chris aushält, ist mir ein Rätsel, aber auch, was Chris eigentlich in Julia sieht. Lustig fand ich auch, dass Chris irgendwann mal meint, er könne nichts mit hysterischen Mädchen anfangen (ich glaube, in Bezug auf Debbie), obwohl Julia selbst auf jede Kleinigkeit völlig hysterisch reagiert.
Mit Katie und Robert kam ich da schon besser klar, während ich bei Benjamin und Rose noch nicht recht weiß, was ich von ihnen halten soll.

Ansonsten gab es noch einige kleinere Logiklücken und unglaubwürdige Schilderungen - vor allem bei dem Aufstieg auf den Ghost. Dennoch fand ich die ersten vier Bände insgesamt durchaus spannend und vor allem sehr locker-leicht zu lesen. Der 3. Band "Der Sturm" war stellenweise sehr gruselig und ich hätte ihn besser nicht nachts im Bett weitergelesen ...
Am besten hat mir bisher der 4. Band gefallen - nicht nur, weil hier erfreulich wenig Julia-Chris-Szenen sind, sondern auch, weil hier die Rätsel vorläufig auf einen Höhepunkt gebracht werden. Man erfährt in "Die Prophezeiung" außerdem so einiges über die verschwundenen Studenten aus den 70er Jahren, auch wenn man sich hier keine großartigen Auflösungen erhoffen sollte.
Angeblich sind ja vier Seasons geplant (ich bin mir nicht sicher, ob das stimmt) - es bleibt also noch genug Zeit, weitere Fragen aufzuwerfen. Ich hoffe mal, dass die Sache nicht wie in "Lost" immer abstruser wird, bis man sich kaum noch vorstellen kann, wie das jemals zufriedenstellend aufgelöst werden soll. Hoffentlich schafft es also Krystyna Kuhn, am Ende alle Fragen stimmig zu beantworten - denn dass ich weiterlesen werde, steht trotz aller Kritikpunkte erstmal außer Zweifel.
Vorausgesetzt, es gibt auch die weiteren Bände in der Bücherei, denn auch wenn ich die ersten beiden als günstige Mängelexemplare erstanden habe, habe ich den 3. und 4. Band nur ausgeliehen und habe das auch mit den Folgebänden vor.

Insgesamt würde ich die ersten vier Bände mit etwa 3 Sternchen (mit leichter Tendenz nach oben) bewerten.

Übrigens noch ein kleines Detail am Rande: Es gibt eine sehr nett gemachte Webseite des fiktiven Grace College, wo man sogar eine offizielle Bewerbung einreichen kann. Soweit ich das verstanden habe, kann man auf diese Weise mit etwas Glück eine namentliche Erwähnung in den nächsten Bänden ergattern, während man es mithilfe dieses Spiels auf die Studentenliste schafft.
Solche Spielereien finde ich einfach nett, vor allem auch die Sorgfalt, mit der die Webseite erstellt wurde (aber nein, ich habe mich nicht beworben, dafür fühle ich mich jetzt doch schon etwas zu alt *gg*).

Und hier nochmal die Auflistung der bisherigen Bände:
- Das Tal 1.1. Das Spiel
- Das Tal 1.2. Die Katastrophe
- Das Tal 1.3. Der Sturm
- Das Tal 1.4. Die Prophezeiung

Mit der Season 2 soll es ab November weitergehen. Die weiteren geplanten Bände:
- Das Tal 2.1. Der Fluch (voraussichtlicher Erscheinungstermin: November 2011)
- Das Tal 2.2. Das Erbe (voraussichtlicher Erscheinungstermin: Februar 2012)
- Das Tal 2.3. Die Jagd (voraussichtlicher Erscheinungstermin: Mai 2012)

Montag, 10. Oktober 2011

Mario Vargas Llosa - Tod in den Anden


Genre: Gegenwartsliteratur/Krimi
Seiten: 382
Verlag: Suhrkamp
ISBN: 978-3518397282
Meine Bewertung: 5 von 5 Sternchen

Klassiker-Challenge  (Südamerika)



Auf einem abgelegenen Polizeiposten hoch in den Anden sollen Korporal Lituma und sein Helfer Tomás das Verschwinden von drei Menschen aufklären. Doch von der einheimischen Bevölkerung werden sie mit Misstrauen beäugt, und Lituma wiederum bringt den Indios nur Verachtung und Arroganz entgegen. Die beiden Polizisten scheinen daher keinen Schritt weiterzukommen und leben zudem in ständiger Angst vor der Terrororganisation "Sendero Luminoso". Als einzige Ablenkung dient ihnen Tomás Erzählung von Mercedes, seiner großen Liebe. Und schließlich kommen sie auch der Lösung des Rätsels um die Verschwundenen allmählich auf die Spur.

Der Roman des Nobelpreisträgers (2010) Mario Vargas Llosa ist kein Krimi im eigentlich Sinne, auch wenn er durchaus einige Elemente des Krimis enthält. Er ist eine vielschichtige Erzählung, die mehrere Ebenen miteinander verknüpft: Litumas und Tomás Ermittlungen in den Anden, Tomás' Erinnerungen an seine große Liebe, Erzählungen der "Hexe" Adriana und schließlich auch einzelne Schicksale im Zusammenhang mit der Terrororganisation. Diese einzelnen Ebenen gleiten teilweise nahtlos ineinander, was anfangs etwas verwirrend ist, mit der Zeit aber sehr gut funktioniert.

Dabei sind alle diese Handlungsstränge sehr faszinierend. Die Ermittlungen von Lituma und Tomás erscheinen oft aussichtslos, da sich zwischen den beiden Polizisten und den Indios eine unüberwindbare Mauer zu befinden scheint. Misstrauen, Vorurteile und Unverständnis trennen sie voneinander - vor allem Lituma ist in seinen oft engstirnigen Vorstellungen gefangen und weiß mit dem Aberglauben der Bergbevölkerung nichts anzufangen. Diese war mit ihren fremdartigen, blutrünstigen Geistern bzw. Dämonen auch mir sehr fern. Dennoch übten gerade die grausamen und stellenweise auch obszönen Erzählungen von Adriana eine große Faszination auf mich aus.
Einen Gegensatz dazu stellt Tomás Geschichte dar, die den jungen Polizisten als naiven Schwärmer und Romantiker zeigt. In seiner bedingungslosen Liebe wirkt er realitätsfern, und wenn Lituma sich die meiste Zeit nur dafür interessiert, ob er denn Mercedes endlich flachgelegt hat, während Tomás seine Mercedes beinahe unerreichbar auf ein Podest stellt, hat das etwas Amüsantes, zugleich aber auch etwas Rührendes.
Die Erzählungen rund um die Terroristen schließlich sind schonungslos und brutal. Mitzuerleben, wie unschuldige Zivilisten für falsche Ideale ermordet werden, hat mich beim Lesen sehr beklommen zurückgelassen. Oft musste ich innehalten und erst einmal tief durchatmen, ehe ich wieder weiterlesen konnte.

Alle diese Handlungsstränge fügen sich zu einem sehr empfehlenswerten Roman zusammen. Einige Schilderungen (vor allem das tatsächliche Schicksal der Verschwundenen) mögen übertrieben sein, aber dennoch erhält man interessante und auch schockierende Einblicke in eine (zumindest mir bislang) unbekannte Kultur und Lebenswelt.
Der Roman liest sich sehr flüssig, wenngleich den Lesern einiges an Konzentration abverlangt wird. Die Sprache ist nüchtern, schlicht und sehr direkt - blumige Formulierungen wird man hier vergeblich suchen. Aber der fast karge Stil passt sehr gut zu dem Roman und der kargen, einsamen Bergwelt.
Ein Roman, der sicher keine leichte Kost ist, trotzdem aber sehr empfehlenswert!

Sonntag, 9. Oktober 2011

Sonntagsgeplauder #4

Schreibpause
Es ist mir wirklich peinlich, aber die ganze letzte Woche habe ich nichts geschrieben oder überarbeitet. Dabei fehlen mir bei "Bühnenzauber" in der ersten Überarbeitungsrunde nur noch zwei Szenen und ein Epilog! Aber mit Enden hatte ich ja schon immer mein Problem, und auch hier ist völliges Neuschreiben angesagt. Davor drücke ich mich mal wieder ...
Aber so kann das natürlich nicht weitergehen. Heute Nachmittag muss zumindest eine dieser Szenen überarbeitet werden. Das nehm ich mir ganz fest vor.

Challenges und Lesegeplauder
Nachdem ich die Historien-Challenge erfolgreich beendet habe, ist meine Liste an Büchern, die ich bis zu einem bestimmten Zeitpunkt lesen "muss" deutlich kleiner geworden. Und das ist jetzt doch auch ganz entspannend.
Immerhin habe ich mit "Tod in den Anden" (ich werde dazu heute oder morgen die Rezension schreiben) auch einen weiteren Klassiker beendet. Ansonsten ist allerdings lesemäßig bei mir gerade nicht so viel weitergegangen. "Bertrams Hotel" von Agatha Christie habe ich als Hörbuch gehorcht, aber es hat mir nicht allzu gut gefallen.
Und daneben wurschtel ich mich weiter durch "A Clash of Kings". Ich verstehe gar nicht, weshalb das so schleppend vorangeht, denn immer, wenn ich weiterlese, finde ich es wieder toll. Ich glaube, es liegt an der Qualität des Taschenbuchs, auch wenn das jetzt dämlich klingt. Aber es handelt sich um eins dieser schauderhaften amerikanischen Taschenbücher mit winziger Schrift, sehr dünnem und grauem Papier und einem Druck bis sehr weit an den inneren Rand. Bei meinen Diensten kann ich das Buch nicht lesen, denn die Lichtverhältnisse dort sind nicht so toll, und da machen mir die kleine Schrift und das graue Papier einen Strich durch die Rechnung. Unterwegs in der Straßenbahn les ich es auch nicht so gern, da ich da meistens eher handliche kleine Bücher mitnehme. Als Frühstückslektüre funktioniert es auch nicht, da ich da das Buch neben mir auf dem Tisch liegen habe und es mit einer Hand fixiere, was bei diesem Buch nicht gut funktioniert, da ich dann nicht gut bis zum inneren Rand lesen kann.
Irgendwie ärgerlich die ganze Sache. Ich habe halt die ersten vier Bände wirklich sehr günstig bekommen, daher darf ich mich wohl nicht beklagen. Aber es macht das Lesen doch etwas mühsam.

Hörbücher und Audible
Im Sommer hat mir eine Freundin einen Audible-Gutschein weitergegeben, den sie nicht mehr nutzen konnte. Den habe ich im September für Stiefvaters "Forever" eingelöst. Zuerst dachte ich, dass ich das Abo, das damit verbunden war, im selben Monat wieder kündigen würde (um eben keine Kosten zu haben), aber dann habe ich ein Buch meiner Wunschliste als ungekürztes Hörbüch bei Audible entdeckt, das sonst nirgends mehr zu bekommen ist (also auch das gedruckte Buch nicht). Es handelt sich um "Queens Walk in the Dusk" von Thomas Burnett Swann, den ersten Band seiner "Latium-Trilogie" (wenn es auch als letztes der 3 Bände erschienen ist).
Die Trilogie ist allgemein kaum noch aufzutreiben, aber nun habe ich wenigstens den 1. Band als Hörbuch und den 2. als sehr günstiges eBook.
Den Oktober über kann ich jetzt weiter überlegen, ob ich das Abo nun kündigen soll oder doch nicht. Ich höre ja gern Hörbücher und allmählich schrumpft die Auswahl derer, die mich interessieren, in der Bücherei. Vielleicht wäre es also doch ganz nett, mir jeden Monat eins bei Audible runterladen zu können. Und angesichts der Tatsache, dass ich momentan sonst keine Bücher kaufe (SuB-Abbau und so), könnte ich mir ja wenigstens diese monatlichen 9,95 leisten.
Und wenn ich es irgendwann nicht mehr will, kann ich es ja immer noch jederzeit kündigen.

Wer von euch hat denn ein Abo bei Audible? Seid ihr mit der Auswahl zufrieden? Findet ihr immer wieder Hörbücher, die euch interessieren?

Freitag, 7. Oktober 2011

Schnörkel und schwarze Gestalten

Einige Buchblogger präsentieren gerne ähnliche Cover oder solche mit gleichen Elementen, so etwa Soleil mit ihren "Covergleichheiten". Ich finde sowas immer sehr spannend, oft amüsant und manchmal nur zum Kopfschütteln, habe mich selbst aber eher wenig damit auseinandergesetzt.
Klar, manchmal fallen mir schon ähnliche Cover auf, aber meist registriere ich das nur so halb und bin eher zu faul, um diese dann auch genauer unter die Lupe zu nehmen. Oft weiß ich auch nur, dass ich so eines schon mal gesehen habe, allerdings nicht mehr, welches das war.

Bei folgenden ist es mir aber so extrem aufgefallen, dass ich darüber wirklich mal einen Beitrag schreiben wollte. Und zwar handelt es sich um folgende:

Was haben wir hier also? Cover mit einem eher dezent gehaltenen Hintergrund, einem von Schnörkeln umgebenen Titel (der jeweils genau mittig platziert ist) und im Vordergrund eine Gestalt, von der man nur die Silhouette erkennen kann (und die immer einen Zauber-/Wanderstab in der Hand hält).
Den Anfang machte hier Klett-Cotta im Herbst 2008 mit "Der Name des Windes". Ein wirklich hübsches Cover, das meiner Meinung nach auch gut zum Roman passt. Im Frühling 2009 zog Heyene mit Bretts "Das Lied der Dunkelheit" hinterher - um Nähe zu Rothfuss' Bestseller zu suggerieren?
Ich habe damals beide Romane zunächst ständig durcheinandergebracht, weil ich nur eine vage Erinnerung an das Cover im Kopf hatte. Die Folgebände haben logischerweise ein recht ähnliches Cover.
Gut, ich hatte dann also beide Romane irgendwann auseinandersortiert. Da ich bisher nur "Der Name des Windes" gelesen hatte, war "Das Lied der Dunkelheit" fortan in meinem Kopf nur der Roman, dessen Cover so ähnlich aussieht wie von Der Name des Windes. ;-)
Aber nun ja, ähnliche Cover kommen ja immer wieder mal vor.

Allerdings folgt nun im November "Die Lieder der Erde" - wieder mit diesem Coverstil. Und ebenfalls im Herbst dieses Jahres steigt auch Blanvalet in den "ähnlich wie Rothfuss"-Reigen ein. Amüsant daran (und irgendwie traurig): Es handelt sich dabei um den 3. Band einer Trilogie, wo die ersten beiden Bände anders gestaltete Cover haben (Titel am unteren Rand ohne Schnörkel). Als Fan von zusammenpassenden Covern bei Reihen würde mich sowas ja als Leserin ziemlich nerven ...

Kennt ihr noch weitere Cover in diesem Stil? Gibt es da noch mehr (vielleicht sogar noch von anderen Verlagen)?

Mittwoch, 5. Oktober 2011

Der Geschichte auf der Spur - das wars

Es ist vollbracht - ein Jahr nach Beginn meiner allerersten Challenge habe ich nun "Der Geschichte auf der Spur" doch noch zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht. Es wurde am Ende eng und es gab auch einige Durststrecken, aber schließlich habe ich doch durchgehalten.

Mein Fazit: Es war eine spannende Challenge, auch wenn ich meine Höhen und Tiefen hatte. Es gab Highlights, aber nicht mit allen Büchern hatte ich das große Los gezogen. Am zähesten waren die Kreuzzüge, die ich dummerweise auch noch bis ganz zum Schluss aufgeschoben hatte.
Ich bin immer noch der Meinung, dass mit 4 Werken über das Mittelalter (inklusive der Kreuzzüge) die Gewichtung etwas ungleich war, wenn man bedenkt, dass für die Antike (einen vergleichbaren Zeitraum) nur ein Werk gelesen werden musste. Allgemein waren mir die Vorgaben der Challenge doch teilweise zu eng gesteckt. Eine Challenge, die mehr Freiheiten bietet (wie etwa die English-Challenge) kommt mir offensichtlich doch mehr entgegen - soviel Spaß ich auch am Erstellen der Liste hatte. ;-)
Ein bisschen schade finde ich es, dass die beiden Initiatorinnen der Challenge sehr wenig präsent waren und nur wenige Teilnehmer die Möglichkeit eines Austauschs über das Forum nutzten. Trotzdem war es eine schöne Sache, bei einer so großen Challenge dabeizusein.
Ein herzliches Dankeschön an Steffi und Melli für die tolle Idee!

Und hier noch einmal meine Liste der gelesenen Bücher im Überblick. Letztendlich sind es sogar 14 geworden, also 2 mehr als erforderlich.

1. Ur- und Frühgeschichte (1 Buch zu einem der Themen)
Vorgeschichte (Steinzeit, etc.)
   -  
Frühe Hochkulturen (Ägypten, Mesopotamien, Indien, China, Mykenische Kultur)
   -   Brad Geagley, Der Narrenkönig
 
2. Antike (1 Buch zu einem der Themen)
Antikes Griechenland (8. – 4. Jahrhundert v.Chr.)
   -   Sascha Berst, Mord im Garten des Sokrates
Römisches Reich (5. Jh. v.Chr. – 5. Jahrhundert)
   -   Robert Harris, Titan
Sonstige Antike (Perserreich, Kelten, etc.)
   -  

3. EXKURS #1 - Sagen in der Geschichte (1 Buch)
   -   David Gemmel, Der silberne Bogen

4. Mittelalter (je 1 Buch zu allen Themen)
Frühes Mittelalter (5. – 10. Jahrhundert)
   -   Malcolm Bosse, Der Elefantenreiter
Hochmittelalter (11. – 13. Jahrhundert)
   -   Dori Jones Yang, Daugther of Xanadu
Spätmittelalter (14. – 15. Jahrhundert)
   -   Barry Unsworth, Die Masken der Wahrheit

5. EXKURS #2 - Die Kreuzzüge (1096-1444) (1 Buch)
   -   Simon Beaufort, Das Geheimnis der Heiligen Stadt

6. Neuzeit (je 1 Buch zu 2 der 4 Themen)
Frühe Neuzeit: Reformation & Dreißigjähriger Krieg (1517 – 1648)
   -  
Absolutismus & Aufklärung (1648 – 1789)
   -   Nina Blazon, Der Maskenmörder
Zeiten des Umbruchs (1789-1815)
   -   Robert Löhr, Das Erlkönig-Manöver
Nationalismus, Industrialisierung & Kolonialismus (19. Jahrhundert)
   -   Margaret Atwood, Alias Grace

7. EXKURS #3 - Kolonialisierung  (1 Buch)
   -   Julie Peters, Das Lied der Sonnenfänger

8. Neueste Geschichte (je 1 Buch zu 2 der 3 Themen)
Die Welt von 1900 – 1945 (Jahrhundertwende, Russische Revolution, Weimarer Republik, etc.)
   -   Judith Lennox, Before the Storm
Erster Weltkrieg (1914 – 1918)
   -  
Nationalsozialismus & Zweiter Weltkrieg (1933 – 1945)
   -   Imre Kertesz, Roman eines Schicksallosen

Zusatzchallenge Sachbücher:

1. Ur- und Frühgeschichte oder Antike
   -   Jörg Fündling, Kaiser von morgens bis abends
2. Mittelalter
   -   Frances Wood, Marco Polo kam nicht bis China
3. Frühe Neuzeit
   -   Hans Bankl, Die kranken Habsburger
4. Neueste Geschichte
   -   Rainer-K. Langner, Duell im ewigen Eis
5. Sagen in der Geschichte
   -   Michael Wood, Der Krieg um Troja

Michael Wood - Der Krieg um Troja


Genre: Sachbuch
Seiten: 312
Verlag: Umschau
ISBN: 978-3524690551
Meine Bewertung: 4 von 5 Sternchen

Historien-Challenge (Sachbuch - Sagen in der Geschichte)



Die Belagerung von Troja - was davon ist dichterische Fiktion und was Wirklichkeit? Diese Frage beschäftigt die Wissenschaftler schon seit langem. Michael Wood geht ihr akribisch auf den Grund, untersucht die archäologischen und literarischen Quellen und bietet schließlich mehrere Deutungsversuche an.

Das Buch untergliedert sich in mehrere Teile. Nach einem einleitenden Kapitel über die Darstellung in der Ilias und die seit der Antike ungebrochenen Faszination für die legendäre Stadt, widmet Wood sich ausführlich den Grabungen von Schliemann und Dörpfeld. Was Schliemann geleistet hat, wird hier klar deutlich, ebenso aber, welche Schäden er aus Unwissenheit angerichtet hat. Da er (das in Wahrheit frühbronzezeitliche) "Troja II" für das homerische Troja hielt, zerstörte er die darüberliegenden Schichten - und damit auch Teile von "Troja VI", das mittlerweile als das homerische betrachtet wird.
Wood schildert auch die anderen großen Grabungen von Schliemann in Mykene, Orchomenos, Tiryns und Knossos und widmet sich in weiteren Kapiteln sehr genau der griechischen Kultur jener Zeit. Eine genaue Auseinandersetzung mit den Hethitern sowie den Seevölkern rundet das Werk ab. Klar scheint zumindest zu sein, dass das homerische Epos tatsächlich bronzezeitliche Elemente enthält, wenngleich es erst um 700 v. Chr. verschriftlicht wurde.

Wood beschäftigt sich aber nicht nur mit der Frage, wie das Verhältnis zwischen Epos und Wirklichkeit ist, sondern auch mit jener, weshalb es überhaupt zu der Belagerung kam. Er bietet einige Deutungsversuche - wirtschaftliche Interessen, der Kampf um die Vorherrschaft im westlichen Kleinasien zwischen Griechen und Hethitern, weitreichende Konflikte im Zuge der Seevölkerüberfälle -, räumt aber ein, dass dies alles letztendlich Spekulation bleiben muss.
Dass die Ilias Tatsachen als Grundlage hatte, scheint zwar zweifellos festzustehen, aber was genau passiert ist, können bislang weder die archäologischen Grabungen noch die hethitischen Quellen erklären. Vieles erscheint zwar heute in einem klareren Licht als noch vor einigen Jahrzehnten, aber letztendlich wird man auch von Wood mit einem Rätsel zurückgelassen.

Der Autor bringt in seinem Werk all die Probleme deutlich zum Ausdruck und stellt die Grabungsergebnisse und die neueren Erkenntnisse alle so ausführlich zusammen, dass man beim Lesen jederzeit nachvollziehen kann, wie bestimmte Forschungsmeinungen entstanden.
Allerdings sollte man Vorkenntnisse mitbringen, um den Ausführungen folgen zu können. Ohne ein Grundwissen über archäologische (Schicht)Grabungen und die Datierungsprobleme anhand der Keramik wird man wohl Probleme haben, alles zu verstehen. Wood geht bei einigen Punkten sehr in die Tiefe - für Leser ohne jegliche Vorkenntnisse wohl zu sehr.
Da ich mit einem halben Archäologiestudium glücklicherweise nicht mehr ganz unwissend war, konnte ich ihm meistens folgen, aber das eine oder andere Mal verlor ich doch auch den Faden. Das lag vor allem daran, dass Wood stellenweise ein wenig zu sehr zwischen einzelnen Orten hin- und herspringt und man die Zusammenhänge nur schwer im Kopf behält.

Dennoch war das Buch sehr interessant zu lesen und sowohl spannend als auch informativ. Problematisch ist allenfalls noch, dass es nicht mehr ganz aktuell ist (meine Ausgabe ist von 1985, es gibt aber auch eine von 1994, die sich allerdings nicht davon zu unterscheiden scheint). Da es seither weitere Grabungskampagnen gab und gerade in der Archäologie schnell neue Funde auftauchen können, die frühere Erkenntnisse über den Haufen werfen, ist in diesem Fachbereich also ein Buch dieses Alters oft mit Vorsicht zu genießen. Auch das Wissen über die Hethiter hat sich seither vertieft. Zwar gab es keine bahnbrechenden neuen Erkenntnisse, aber dennoch sollte man das Alter des Buches beim Lesen nicht ganz vergessen.
Allen, die sich schon einmal mit diesem Thema beschäftigt haben und ihr Wissen gern vertiefen würden (und auch vor detailliertem Fachwissen nicht zurückschrecken), kann ich es dennoch wärmstens empfehlen.

Sonntag, 2. Oktober 2011

Sonntagsgeplauder #3

Schreibgeplauder
Im September hab ich wirklich fleißig "Bühnenzauber" überarbeitet. Mir fehlt jetzt noch eine Zwischenszene, bei der ich noch etwas ratlos bin und das Ende, das ich vollkommen umschreiben werde. Allerdings habe ich auf meiner To-Do-Liste noch einige Punkte, die noch nicht abgehakt sind. Es gibt also immer noch einige plotrelevante Sachen, die ich ändern muss. Ich hoffe, dass ich das im Oktober soweit schaffe, dass ich im November beim NaNo dabeisein kann, zumal ich dafür auch noch plotten muss.

Challengegeplauder
Noch bin ich damit beschäftigt, meine eigene geplante Challenge genauer auszuarbeiten. Momentan ist meine Liste an literarischen Motiven noch etwas gar lang, aber die letzten Wochen hatte ich auch kaum Zeit, mich näher damit zu befassen.
Auch bei der Klassiker-Challenge herrschte nach den Buddenbrooks Ebbe. Inzwischen habe ich aber "Tod in den Anden" begonnen, und durch die Verlängerung muss ich mir ohnehin keine Sorgen machen, dass mir die Zeit davonlaufen könnte.
Die Historien-Challenge habe ich dafür nun abgeschlossen - mit Das Geheimnis der Heiligen Stadt habe ich den letzten erforderlichen Roman gelesen. Allerdings hab ich auch die kleine Zusatzchallenge mit den Sachbüchern noch nicht ganz aufgegeben. Ich lese gerade noch "Der Krieg um Troja" von Michael Wood, weiß aber nicht, ob ich damit noch rechtzeitig fertig werde.

Sonstiges Buchgeplauder
Ich hatte ja überlegt, zum alljährlichen großen Flohmarkt der Städtischen Bücherei zu gehen. Tja, da ich gestern bis 22 Uhr arbeiten musste und der Flohmarkt bis 21 Uhr ging, hat sich die Sache von selbst erledigt. Angesichts der Tatsache, dass mein SuB nur sehr langsam schrumpft, ist es vielleicht ganz gut, dass mir da die Entscheidung abgenommen wurde. Trotzdem finde ich es schade, da der Flohmarkt für mich schon ein jährlicher Fixtermin war und ich dort immer sehr gern gestöbert habe. Nächstes Jahr dann hoffentlich wieder.
Den aktuellen Lovelybooks-Lesemarathon habe ich aus denselben Gründen verpasst: Ich muste heute bis 19:00 arbeiten, und ich bin auch zu müde, um bis spät in die Nacht hinein zu lesen. Außerdem muss ich morgen in die Bibliothek und am Abend arbeiten, da wäre es nicht so klug, mir die Nacht lesend um die Ohren zu schlagen.
Hoffentlich klappt es beim nächsten Mal wieder.

Samstag, 1. Oktober 2011

[30 Tage übers Schreiben bloggen] 2. und 3. Frage

2. Wie viele Figuren hast du? Bevorzugst du Männer oder Frauen?

Wieviele Figuren pro Roman? Insgesamt? Ich bin mir nicht ganz sicher, wie das gemeint ist, aber grundsätzlich hängt das bei mir natürlich vom jeweiligen Roman ab. Bei einem umfangreichen Monsterwerk wie den Göttersteinen gibt es natürlich eine sehr große Zahl an Figuren - und davon auch viele Perspektiventräger (nämlich 7, wenn ich jetzt niemanden vergessen habe). Bei meinen anderen Romanen (die alle deutlich kürzer sind und auch nicht einen so großen geographischen Raum abdecken) ist es hingegen ein eher überschaubares Personal.
Als Perspektiventräger bevorzuge ich da grundsätzlich Frauen, was wohl einfach daran liegt, dass ich selbst eine Frau bin. ;-) Es gibt zwar eine ganze Reihe von Autorinnen, die sehr gern aus männlicher Perspektive schreiben (sogar bevorzugt), aber ich fühle mich mit weiblichen Figuren wohler. Allerdings hatte ich mittlerweile doch auch einige männliche Hauptfiguren, und ich tu mir allmählich auch leichter damit. Ob ich sie auch glaubwürdig schreibe, weiß ich allerdings nicht - bisher hatte ich unter meinen Testlesern noch keine Männer. ;-)

3. Wie kommst du auf Namen für Figuren (und für Orte, wenn du über fiktive Orte schreibst)?

Vorweg muss ich sagen, dass ich in einem Fantasysetting viel leichter Namen für Figuren finde als in der realen Welt. Das liegt daran, dass ich bei selbst erfundenen Namen nicht das Problem habe, dass ich bereits bestimmte Personen mit diesen Namen verknüpfe.
Bei Romanen in unserer Welt wühle ich mich meistens durch diverse Namens-Seiten. Davon gibt es ja so einige im Internet, dank all der vielen Eltern, die nach Namen für ihre Babys suchen. ;-)
Bei Fantasyromanen ist diese Frage zunächst einmal, woher die Figur kommt. Ich bin ja eine begeisterte Weltenbastlerin und habe daher für meine Welt Acarneya auch schon fiktive Sprachen gebastelt. Und sonst mache ich mir zumindest Gedanken über den ungefähren Klang, den die Worte in verschiedenen Sprachen haben sollen. Dadurch ergeben sich oft auch klangliche Unterschiede zwischen Namen, wenn die Figuren aus verschiedenen Ländern stammen. Zwischen Attoka und Tälonnis auf der einen Seite, sowie Nanwig und Bergund auf der anderen oder etwa auch Dharoch und Eilegh besteht doch ein gewisser Unterschied.
Und davon abgesehen muss ein Name natürlich auch zur Figur passen, wobei ich da nur schwer beschreiben kann, was für mich ein passender Name ist.