Mittwoch, 16. November 2011

[30 Tage übers Schreiben bloggen] 8. Frage

8. Welches Genre schreibst du am Liebsten? Welches liest du?

Von wenigen Ausnahmen mal abgesehen les ich fast alles. Dabei ist der Schwerpunkt zwar schon Fantasy, aber ich lese auch gern Krimis, Historische Romane, Gegenwartsliteratur, Klassiker und so einiges andere. Na, wer schon länger hier mitliest, kennt ja meine wilde Mischung. ;-)
Beim Schreiben fühle ich mich aber eindeutig in der High Fantasy bzw. zumindest in einem High Fantasy-Setting am wohlsten. Ich habe immer wieder Ideen für Contemporary Fantasy (die ich sehr gern lese, da ich es mag, wenn phantastische Elemente in unsere Welt einbrechen) und mag diese Ideen auch immer sehr, aber aus unerfindlichen Gründen hapert es dann gern an der Umsetzung. Das war mit meinem Donaufürsten so und letztes Jahr mit meinem Nachtjäger ging es mir nicht anders. Beim Schreiben fühle ich mich einfach in einer Fantasywelt wohler als in unserer eigenen.
So habe ich auch die Krimi-Idee, die mir schon seit langem im Kopf herumspukt, in meiner Fantasywelt Acarneya angesiedelt. Ob ich diesen Roman jemals schreibe, ist allerdings fraglich - ich schrecke ein wenig vor den genauen Planungen eines Krimis zurück.

Insgesamt kann man also sagen, dass meine Leseinteressen deutlich breiter gefächert sind als meine Schreibinteressen. Das liegt unter anderem wohl auch daran, dass ich mich über manche Themen, die ich gern lese, beim Schreiben schlichtweg nicht drübertraue. So scheue ich ja auch vor historischen Stoffen zurück - nicht, weil ich zu faul zum Recherchieren bin, sondern weil ich nicht den Mut habe, manchmal einfach dichterische Freiheit walten zu lassen.
Früher war ich da viel experimentierfreudiger - so habe ich etwa als Jugendliche mal einen Roman begonnen, in dem eine Gruppe Leute nach dem Absturz eines (kleinen) Flugzeugs im australischen Outback gestrandet ist und in einer seltsamen Phase habe ich einen begonnen über eine Philosophiestudentin, die in ihrer Umgebung auf einmal Parallelen zu manchen Texten Platons erkennt, bis bei ihr Wirklichkeit und Einbildung immer mehr verschwimmen. Fragt mich nicht, wie genau ich mir diesen Roman eigentlich vorgestellt habe - ich finde die Idee ja irgendwie immer noch interessant, aber ich würde mich jetzt einfach völlig damit überfordert fühlen. Aber damals habe ich mir noch nicht so viele Gedanken darüber gemacht, ob ich mit einem Stoff bzw. Thema überhaupt zurechtkomme oder ob das alles so "stimmt", wie ich es schreibe.
Diese Unbekümmertheit wünsche ich mir manchmal zurück, da es schon spannend war, mit verschiedenen Genres zu experimentieren.

Zumindest aber beim Lesen bleibe ich experimentierfreudig. Ich hab ja auf meiner Büchereiliste mittlerweile sogar ein oder zwei erotische Romane, von denen evi sehr angetan war und das einzige, wovon ich mich wohl weiterhin gaaanz weit fernhalten werde ist Horrorliteratur, weil ich dafür einfach zu schwache Nerven habe (auch wenn ich früher mal den einen oder anderen King probiert habe).
Wer weiß, vielleicht probiere ich ja auch beim Schreiben irgendwann mal wieder andere Genres aus.

Kommentare:

  1. Die Romanideen finde ich echt klasse, total interessant - vor allem das mit dem Mädel und Platon ;) Da solltest du dranbleiben ;)
    Ich kann mir das gut vorstellen, dass man sich an manche Sachen nicht rantraut beim Schreiben, einfach weil man nicht genau weiß, wie man am besten anfängt und alles sinnig zusammenschreibt. Aber letztlich liegt darin ja auch die Kunst des Schreibers, dass er einfach mal alle Hemmungen fallen lässt und drauf losschreibt - immerhin sind dir als Autor doch (prinzipiell) erstmal keinerlei Grenzen gesetzt...

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  2. Klar, die Idee ist schon cool, aber ich weiß wirklich nicht mehr, wie ich mir das vorgestellt habe. Ich meine ... welche Parallelen sieht sie da und wie soll das alles sein? Keine Ahnung ... *g*
    Damals war ich halt grad in einer Platon-Phase (war mein Spezialgebiet bei der Matura in Philosophie), aber jetzt fühle ich mich auch der Idee sehr fern.

    Aber prinzipiell würde ich mir auch wirklich wünschen, dass ich beim Schreiben meine Hemmungen wieder besser fallen lassen kann.

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