Donnerstag, 29. Dezember 2011

Jonathan Swift - Gulliver's Travels


Genre: Satire, fiktiver Reisebericht
Seiten: 320
Verlag: Harpercollins
ISBN: 978-0007351022
Meine Bewertung: 2 von 5 Sternchen

Klassiker-Challenge (Irland)


Der Inhalt dieses Werkes sollte ja in Grundzügen allgemein bekannt sein: Gulliver berichtet darin von vier sagenhaften Orten, an die es ihn bei seinen Seereisen verschlägt: Liliput, in dem winzige Menschen leben, Brobdignag, wo Gulliver nun selbst der Winzling ist, die fliegende Insel Laputa mit ihrem zugehörigen Reich und das Land der Houyhnhnm, in dem vernunftbegabte Pferde sich wilde Menschen als Haustiere halten. 

Ich hoffe, dass dieses Buch mein Tiefpunkt der Klassiker-Challenge war. Offensichtlich habe ich ein Problem mit klassischer Abenteuer-/Reiseliteratur, denn schon Poes Arthur Gordon Pym hat mich nicht vom Hocker gerissen und "Robinson Crusoe", das ich einmal für die Uni lesen musste, fand ich überhaupt ganz unerträglich.
Dabei ist "Gulliver's Travels" nur der äußeren Form nach ein solch fiktiver Abenteuerbericht und in erster Linie eigentlich Satire und Sozialkritik. Denn die fremden Länder, Wesen und Sitten dienen dem Autor als Möglichkeit, Vergleiche zu den Verhältnissen in England zu dieser Zeit zu ziehen. So ist die erste Reise in erster Linie ein gesellschaftlicher Gegenentwurf, die zweite eine Abrechnung mit Kriegstreiberei und dem Kampf um die Weltherrschaft, die dritte ein Seitenhieb auf Wissenschaftler und die vierte schließlich eine Gesamtabrechnung mit der menschlichen Kultur.
Das ist teilweise ganz amüsant zu lesen, teilweise auch erschreckend in seiner Scharfsinnigkeit, über weite Strecken aber einfach nur ermüdend. Obwohl in jedem Land verschiedene Schwerpunkte gelegt werden, hatte ich das Gefühl, als würde Gulliver sich ständig wiederholen, wenn er ein ums andere Mal die Zustände seiner Zeit beschreibt. 

Vielleicht weiß ich schlichtweg zu wenig über das England des 18. Jahrhunderts, um dieses Werkt wirklich würdigen zu können oder aber man ist heutzutage ohnehin zu sehr an politische Satiren und Kabarettisten, die die Zustände durch den Kakao ziehen, gewöhnt. Auf alle Fälle fand ich den Gift und Galle verspritzenden Gulliver mit seinen eigenen hohen Idealen meistens einfach nur nervtötend.
Streckenweise musste ich mich wirklich durch das Buch quälen (zumal ich auch mit dem Englisch zu kämpfen hatte) und nur eine gewisse Sturheit hat mich dazu gebracht, es überhaupt zu Ende zu lesen.

Nein, das war leider ganz und gar nicht mein Fall, daher nur 2 Sternchen.

Kommentare:

  1. Owei, das habe ich ja auch noch vor mir. Vor langer, langer Zeit habe ich es sogar schon mal angefangen, dann aber rasch abgebrochen. Immerhin lese ich es übersetzt, vielleicht macht's das erträglicher.

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  2. Vielleicht gefällt es dir ja besser als mir - ich hoff es für dich.
    Auf alle Fälle bin ich gespannt, was du dazu sagen wirst.

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