Sonntag, 30. Dezember 2012

Sonntagsgeplauder #46

Lesegeplauder

Nicht zu fassen, dass ich mein Hörbuch "Das Kind der Stürme" nun noch ins nächste Jahr mitnehmen werde. Derzeit geht damit kaum etwas weiter, da ich auch gerade einfach keine Zeit zum Knüpfen finde, das ja immer meine klassische Tätigkeit beim Hörbuch-horchen ist.
Dafür bin ich mit meinem Weihnachtsgeschenk "Nullzeit" schon durch, auch wenn mich der Roman etwas ratlos zurückgelassen hat. Lesenswert war er aber allemal - auf Juli Zeh ist eben Verlass.
Bei meinem ebook "Die Kuppel" bin ich mir dagegen noch nicht so ganz sicher, was ich davon halten soll. Das Setting und die darin dargestellte Gesellschaft sind ohne Frage faszinierend, aber der Plot lebt mir bislang noch zu sehr von Kampfszenen, die ich mir im Kopf nicht recht vorstellen kann (mein übliches Problem mit Kampfszenen, weshalb ich sie nicht gern lese).


Schreibgeplauder

Noch immer kann ich nicht behaupten, dass ich wieder eifrig schreibe, aber im Zuge meiner ganzen Szenenergänzungen bei "Bühnenzauber" habe ich mir nun auch ein neues Ende überlegt.
Eigentlich habe ich das Ende bislang gern gemocht, aber es will mir nicht so ganz passen, dass der Roman mit Herun und Maldwin endet. Das letzte Kapitel (vor dem Epilog) war nicht direkt romantisch, hat aber doch noch einmal die Beziehung zwischen den beiden in den Mittelpunkt gestellt. Ich denke aber, dass der Roman eigentlich mit meinen Geschwistern enden sollte, also mit Herun und Gabran. In meinem Kopf habe ich schon ganze Dialoge ausformuliert, die ich "nur" noch zu Papier bringen muss. Hoffentlich finde ich in den nächsten Tagen mal genug Ruhe, um das auch zu tun.


Spam mal anders

Seit einiger Zeit werde ich von englischen Kommentaren zu alten Beiträgen überflutet, die glücklicherweise großteils eh vom Spamfilter abgefangen werden. Zur Sicherheit überfliege ich alle noch rasch, ehe ich sie lösche, damit sich kein wirklicher Kommentar darin verliert. Und dabei bin ich auf einen Spam-Kommentar gestoßen, der mich sehr amüsiert hat. Vor dem obligatorischen Werbelink gab es nämlich nicht die üblichen allgemeingültigen Lobeshymnen, sondern folgende Worte:
Next time I read a blog, I hope that it doesn't fail me just as much as this particular one. After all, I know it was my choice to read, nonetheless I actually believed you would have something interesting to say. All I hear is a bunch of whining about something you could possibly fix if you weren't too busy searching for attention. 
Als ich das gelesen habe, musste ich erst einmal losprusten. Ist so eine tolle Schimpftirade eine passende Einladung, um dann dem platzierten Link zu folgen? Nicht wirklich, oder? Und gerade deshalb fand ich das echt lustig. ;-)


Eine kleine Dankesrede

Abgesehen davon, dass ich mich nun am Ende des Jahres noch einmal bei allen meinen Lesern dafür bedanken möchte, dass ihr immer noch treu meine Beiträge lest und auch fleißig Kommentare hinterlasst, möchte ich an dieser Stelle mal einige Worte über ein paar ganz besondere Freundinnen verlieren. Ich weiß, dass ihr immer wieder mal hier mitlest, daher:
Meine lieben McViers und meine tolle Schreibgruppe aka Schweinegruppe, ihr seid die wunderbarsten Freundinnen, die man sich nur vorstellen kann und kein Gold der Welt könnte euch aufwiegen. Manchmal frage ich mich, wie ich es überhaupt verdient habe, solche Menschen wie euch in meinem Leben zu haben, die immer für alle Probleme ein offenes Ohr haben, für jeglichen Unsinn zu haben sind und mit Kreativität, Hilfsbereitschaft und Warmherzigkeit mein Leben in jeder Hinsicht bereichern. Dafür einfach mal ein fettes Dankeschön!
Und ein ganz spezieller Dank an Eva, die nicht nur die beste Freundin, sondern auch die beste Kollegin ist, die man sich nur wünschen kann. 2013 wird unser Jahr, daran glaube ich ganz fest. Irgendwann müssen wir schließlich auch einmal zum Zug kommen!

Samstag, 29. Dezember 2012

[Rezension im Dreierpack] Ferne Zeiten und ferne Orte

Da ich mit Rezensionen mal wieder etwas hinterherhinke (und ich zu manchen Büchern auch gar nicht so viel zu sagen weiß), gibt es für zwischendurch erneut drei Kurzrezensionen, wovon eine Lektüre nun schon etwas länger her ist:

Tereza Vanek - Die Träume der Libussa

Selten fällt es mir so schwer, meine Meinung in Worte zu fassen, wie es bei diesem Roman der Fall ist.
"Die Träume der Libussa" ist ein historischer Roman mit phantastischen Einsprengseln, der sich auf die Spuren des Mythos um die Seherin Libussa und Premysl, den Stammvater des böhmischen Herrschergeschlechts, begibt. Böhmen im 8. Jahrhundert ist mal ein etwas anderer Hintergrund für einen historischen Roman, den ich auch sehr spannend beschrieben fand. Schade, dass die Autorin eher auf Klischees zurückgreift, wenn es um Kelten und Waräger geht, denn sonst wirkt der historische Hintergrund sehr gut recherchiert.
Warum ich den Roman aber letztendlich nur mittelmäßig fand, kann ich nicht klar sagen. Ich hatte mit manchen der Figuren Probleme, bin über die eine oder andere logische Lücke gestolpert und fand vor allem den Mittelteil sehr zäh. Warum ich ihn aber zäh fand und was genau meine Probleme mit den Figuren waren - ich weiß es nicht genau.
Es hat wohl auch mein Lesevergnügen getrübt, dass Vanek oft zu Wiederholungen neigt (man könnte ein Trinkspiel daraus machen, wie oft Premysls kratzige Hände erwähnt werden) und das ebook entweder gar nicht oder extrem schlampig lektoriert wurde. Auf fast jeder Seite fanden sich Fehler - sowohl kleinere Tippfehler als auch komplett fehlende Wörter. Noch nie bin ich in einem publizierten Buch über so viele Fehler gestolpert. Ich weiß nicht, ob das hier nur ein Problem des ebooks ist, aber auch da darf so etwas nicht vorkommen.
Alles zusammen hat bei mir eher einen "naja"-Eindruck hinterlassen. Nicht schlecht, aber auch nicht grandios und daher mittelmäßige 3 von 5 Sternchen.


Rafik Schami - Eine Hand voller Sterne

Das diesjährige Gratisbuch der Stadt Wien erzählt von der Kindheit und Jugend eines Bäckersohns in Damaskus. In Tagebuchform geschrieben wirkt der Roman vor allem am Anfang manchmal etwas ziellos und zerfasert, was ihn aber gleichzeitig als Tagebuch authentisch klingen lässt. Ab der Mitte wurde aber die Geschichte des Ich-Erzählers, der Journalist werden möchte und seinen ganz eigenen Weg findet, um politisch problematische Artikel unter die Leute zu bringen, mehr als spannend und es fiel mir schwer, das Buch aus der Hand zu legen.
"Eine Hand voller Sterne" erzählt von einer schwierigen Kindheit unter schwierigen Umständen mit politischen Umstürzen, Armut, Angst vor Spitzeln und Ungerechtigkeit, behält aber dennoch einen eher heiteren Grundton. In der Hinsicht erinnerte mich der Roman ein wenig an Balzac und die kleine chinesische Schneiderin, das Gratisbuch von 2010. Immer wieder gibt es auch komische und herzerwärmende Situationen, die den Roman trotz der ernsten Untertöne tatsächlich zu einem Lesevergnügen machen.
Ein lesenswertes Buch, das es aber doch nicht geschafft hat, mich nachhaltig zu beeindrucken.
4 von 5 Sternchen


Thomas Burnett Swann - Die Bienenkönigin

Nach Queens Walk in the Dust und Green Phoenix bildet "Lady of the Bees" (das ich leider nur noch auf Deutsch gebraucht auftreiben konnte) das Ende der locker verknüpften Latium-Trilogie.
In diesem Roman, der sich der Sage um Romulus und Remus annimmt, ist von den altbekannten Figuren ist nun nur noch Mellonia übrig. Obwohl Swann mit den beiden Zwillingsbrüdern und dem Faun Sylvan interessante neue Figuren einführt, haben mir Aeneas und auch Ascanius sehr gefehlt.
Vielleicht lag es daran, dass der Roman mich nicht ganz so sehr einfangen konnte wie seine Vorgänger, vielleicht lag es auch an der Übersetzung, die doch deutlich holpriger klingt als der poetisch-blumige Stil im Original. 
Trotzdem ein sehr schöner, melancholischer und stiller Roman, der einen ganz anderen, phantastischen Zugang zur römischen Gründungslegende bietet.
3,5 von 5 Sternchen

[Von Liebe, Tod und Ehre] Link zu den Rezensionen

Das Jahr 2012 neigt sich dem Ende zu und damit auch meine Themen-Challenge.
Wie bereits damals im Einstiegspost beschrieben, bitte ich euch, mir entweder in einem Kommentar hier oder bei der Challenge-Beschreibung oder per Mail eure gesammelten Rezensionen zu den Themen zu verlinken bzw. mir einfach einen Link zu einem entsprechenden Überblick auf eurem Block zu schicken - und zwar bis zum 5. Januar 2013. Somit habt ihr noch ein bisschen Zeit, etwaige ausstehende Rezensionen zu verfassen.
Ich habe zwar ohnehin eure Challenge-Fortschritte über das Jahr hinweg mitverfolgt, aber mit dem entsprechenden Link erleichtert ihr mir die endgültige Auswertung bei so vielen Teilnehmern. Diese wird es dann - ebenso wie die Verlosung der Gewinner - nach dem 5. Jänner geben.

Wer mir bereits während des Jahres nach Vollenden der Challenge einen Link geschickt hat, braucht das jetzt natürlich nicht noch einmal zu machen!


Freitag, 28. Dezember 2012

Weihnachtlicher Bücherzuwachs

Es tut mir leid, dass sich hier derzeit so wenig tut, aber ich bin heftig im Dienststress, bin gesundheitlich immer noch etwas angeschlagen und komme dementsprechend nicht zum Bloggen (geschweige denn zu sonst etwas). Nur zum Lesen finde ich ab und an mal während mancher Dienste Zeit, was bedeutet, dass wohl der Stapel der noch zu schreibenden Rezensionen weiter steigen wird ....

Nun ja, für zwischendurch gibt es mal einen meiner seltenen Bücherzugänge-Posts, da Weihnachten natürlich an meinem SuB nicht spurlos vorübergegangen ist:


Nachdem ich bisher alle Romane von Juli Zeh gelesen habe, ist Nullzeit nun der erste, der nicht nur ausgeliehen ist, sondern ganz allein mir gehört. Ich habe auch gleich begonnen ihn zu lesen und finde ihn bisher sehr lesenswert, wenn auch nicht so großartig wie "Spieltrieb".
Sturmherz von Sabine Klaus wollte ich schon seit einiger Zeit lesen, da der Roman intertextuelle Bezüge zu "Sturmhöhe" hat und ich darauf sehr neugierig bin.
Und schließlich habe ich einen Gutschein für zwei ebooks genutzt: Die Kuppel von Peadar O'Guilin habe ich auch schon zu lesen begonnen und bin von der Gesellschaft darin mehr als fasziniert. Swallows und Amazons von Arthur Ransome ist das zweite ebook - ein Buch der BBC 100 Books-Liste, das mich bei der Beschreibung und der Leseprobe gleich so sehr angesprochen hat, dass ich ihm gegenüber Büchern, die sich schon ewig auf meiner Wunschliste tummeln, den Vorzug gegeben habe. Das dürfte ein richtig schönes, abenteuerliches Kinderbuch sein, das möglicherweise dann auch gleich meine erste Challenge-Lektüre 2013 wird.

Außerdem warte ich noch auf ein Wichtelbuch, das hoffentlich bald bei mir eintreffen wird. Und dazu kommt der Boxingday-Code von Kobobooks, der noch bis Ende Dezember eingelöst werden kann und 50% Ermäßigung bringt. Möglicherweise wird sich also mein SuB in den nächsten Tagen noch um zwei weitere Bücher vermehren.

Ich freue mich übrigens auch wie eine Schneekönigin über meine nicht-bücherlichen Weihnachtsgeschenke. Und zwar habe ich eine Karte für "Schwanensee" bekommen und kann es kaum noch erwarten. Seit ich als Kind selbst einige Jahre Ballettunterricht hatte, möchte ich dieses wohl bekannteste Ballett sehen (das noch dazu mein absolutes Lieblingslied beinhaltet) und Mitte Januar wird es dann endlich soweit sein.
Außerdem habe ich ein Geldgeschenk dafür genutzt, endlich "Downton Abbey" zu bestellen. Irgendwann in der nächsten Woche wird also vermutlich bereits eine Box mit allen drei Staffeln bei mir eintreffen. Könnte ich doch nur gleich Zeit zum Anschauen mitbestellen! ;-)

Sonntag, 23. Dezember 2012

[Adventlesen] Der 4. Adventsonntag

Nun brennen alle Kerzlein auf dem Adventkranz und der letzte Adventsonntag ist gekommen. Ich wollte eigentlich einen längeren Eintrag dazu schreiben, mit ein paar schönen Fotos, aber die letzten Tage waren echt stressig, dann gabs heute mal wieder Zugprobleme (auf dem Weg zu meiner Familie) und nun bin ich auch - wie schon im vorigen Jahr - wieder unglaublich erkältet. Ich werde mich also eher kurz fassen und dann ins Bett verschwinden.

 

Adalbert Stifter - Bergkristall

Nun habe ich in der letzten Adventwoche doch noch eine richtig weihnachtliche Geschichte erwischt - ich hab mir schon gedacht, dass auf Stifter Verlass sein wird. ;-)
Dabei hatte ich bisher mit dem Autor ja so meine Schwierigkeiten, muss ich zugeben. Dank seiner äußerst ausführlichen Beschreibungen fand ich die langen Romane, die ich bisher von ihm gelesen habe (Hochwald, Nachsommer) eher zäh. "Kalkstein" hat mich dann aber positiv überrascht und so war ich dann auch hoffnungsvoll, was die wohl bekannteste Erzählung aus seinen "Bunten Steinen" betraf.
"Bergkristall" erzählt die Geschichte von zwei Kindern, die sich zu Weihnachten auf dem Rückweg von den Großeltern in den Bergen wegen des dichten Schneefalls verirren. Die Erzählung beginnt mit vielen Beschreibungen der Täler und Berge, die für die Handlung wichtig werden, also modern ausgedrückt mit Infodump. Obwohl Stifter sehr anschaulich und schön beschreibt, muss man sich da ein wenig durchkämpfen, wird dann aber mit einer spannenden und wunderbar atmosphärischen Geschichte belohnt.
Die winterlichen Berge, die Verwirrung, weil alles auf einmal im Schneefall gleich aussieht, die Eisfelder, die umherirrenden Kinder, ... obwohl die Geschwister nicht in Panik ausbrechen, machte sich bei mir beim Lesen schnell Beklemmung breit. Stifter mag Beschreibungen in epischer Breite liefern, die einiges an Geduld verlangen - dafür kann man aber auch gut in seine beschriebenen Landschaften und Situationen eintauchen und ich meinte selbst schon all den Schnee auf meiner Haut zu spüren.
Ich rechnete mit einem sehr moralisierenden Ende, aber das war keineswegs der Fall. Das Ende war einfach nur schön und stimmig und auf eine solche Weise, dass man das Buch mit einem positiven Gefühl zuklappt (bzw. in meinem Fall die Datei auf dem Reader schließt ;-)).

So habe ich also das Adventlesen mit einer Geschichte beendet, die für mich tatsächlich eine sehr weihnachtliche Stimmung verbreitet und damit also den idealen Abschluss dieser Aktion gebildet hat.
Vielen Dank nochmal für die schöne Aktion!

Und da ich morgen wohl eher nicht mehr ins Internet kommen werde, wünsche ich euch allen

FROHE WEIHNACHTEN und ein paar wunderschöne Tage im Kreis eurer Lieben!

Donnerstag, 20. Dezember 2012

Lloyd Alexander - Taran Wanderer

Genre: Fantasy, Jugendbuch
Seiten: 222
Verlag: Henry Holt
ISBN: 978-0805080513
Meine Bewertung: 3,5 von 5 Sternchen

English-Challenge  (Dezember)
Themen Challenge (Identität/Identitätssuche) 


Taran bricht aus Caer Dallben auf, um herauszufinden, wer seine Eltern sind. Er begegnet alten Bekannten und neuen Freunden sowie Feinden, ohne Antworten zu finden. Und umso länger er unterwegs ist, umso mehr wird ihm klar, dass die Frage vielmehr ist, wer er selbst überhaupt ist.

Der 4. Band der "Chronicles of Prydain" konzentriert sich ganz auf Taran, seine Herkunft und seine Identität. Er beginnt mit eher heiteren Abenteuern, wird in seinem Grundton aber zum Ende hin immer ernster. Umso länger seine Suche andauert, umso mehr beginnt Taran mit sich selbst zu hadern. Er wirkt am Anfang sehr in sich gefestigt und meistert einige schwierige Situationen mit solcher Ruhe und Klugheit, dass er mich kaum noch an den unreifen Jungen vom 1. Band erinnerte, der im Kopf nur Ruhm und Heldentaten hatte. In diesen Szenen wurde mir bewusst, wie sehr dieser Charakter sich im Laufe der Serie weiterentwickelt hat.
Doch es kommen einige neue, unschöne Seiten an Taran zum Vorschein, die ihn selbst erschrecken. Er wird in eine tiefe Identitätskrise gestürzt und die Frage, wer er ist und was er mit seinem Leben machen soll, dominiert das letzte Drittel des Buches.

Es geht in diesem Roman also ums Erwachsenwerden und um die Schwierigkeit, den eigenen Weg zu finden. Dieses Thema ist von Alexander auch sehr schön umgesetzt, aber trotzdem wollte der Roman für mich kein harmonisches Ganzes ergeben. Er zerfällt in so viele kleine Einzelquesten, dass der rote Faden davon fast überdeckt wird. Taran reist von einem Ort zum nächsten, begegnet überall neuen Menschen, erlebt ein Abenteuer, meistert eine Prüfung oder stellt sich einer Gefahr und reist schließlich wieder weiter.
Das passt natürlich einerseits zum Motiv der Suche, aber andererseits hat diese Struktur sich bereits auch durch die vorigen 3 Bände gezogen, sodass sich bei mir nun eine gewisse Ermüdung einstellte. Viele der kleinen Abenteuer hat man so oder so ähnlich auch schon in den Vorgängerbänden gefunden.
Dadurch, dass Taran anderen Figuren immer nur für kurze Zeit unterwegs begegnet, bleibt auch kaum Zeit, diese genauer zu charakterisieren. Bei Fflewddur, der Taran ein Stück auf seinem Weg begleitet, stört das weniger, da man ihn ja bereits gut kennengelernt hat. Und der treue Gurgi bleibt ohnehin stets an Tarans Seite. Aber alle Figuren, die neu eingeführt werden, können meist gerade einmal mit ein oder zwei herausstechenden Eigenschaften bedacht werden, ehe sie wieder zurückgelassen werden. Das ist natürlich durch die Struktur der Suche bedingt, ist aber dennoch ein wenig schade.

Insgesamt war "Taran Wanderer" durchaus unterhaltsam zu lesen, aber allmählich würde ich mir einen anderen Aufbau als das ständige Aneinanderreihen von kleinen Einzelepisoden wünschen, die immer wieder den Hauptspannungsbogen unterbrechen.
Tarans charakterliche Entwicklung ist aber in diesem Roman sehr schön dargestellt und zeigt auch eindrucksvoll, wieviel der junge Hilfs-Schweinehirt mittlerweile dazugelernt hat.

Es mag übrigens sein, dass der Roman mir zäher vorkam, als er tatsächlich war, da ich (wie immer bei den Taran-Büchern) ziemlich mit dem Englisch zu kämpfen hatte. Da denkt man, mit einem Jugendbuch würde man wohl kaum Schwierigkeiten haben, aber ich finde sowohl "A Song of Ice and Fire" als auch Thomas Burnett Swanns Latium-Trilogie, die doch recht blumig geschrieben ist, um Längen einfacher zu lesen.
Mal sehen, wie es mir schließlich mit dem 5. und letzten Band ergehen wird.

Mittwoch, 19. Dezember 2012

[Challenge] Bücher, die man gelesen haben muss

Ich möchte im Jahr 2013 nur an wenigen Challenges teilnehmen. Gerade in den letzten beiden Jahren hab ich sehr viel nach Listen gelesen und das möchte ich nun wieder etwas reduzieren (so sehr ich auch ein Listenfan bin).
Eine eigene Challengeidee werde ich euch vielleicht zu Beginn des Jahres vorstellen (ich werde sie dann wohl eher erst mit Februar starten) und abgesehen von dieser möchte ich an Milas 100 Bücher-Challenge teilnehmen. Zum einen würde ich ohnehin gern noch so einige Bücher der BBC-Liste lesen, zum anderen liebe ich Milas Blog und und würde sie auch lesend gern ein Stück weit bei ihrem Projekt begleiten. 
Es geht also darum, 12 Bücher von der Liste der 100 beliebtesten Bücher der Briten (bei einer Umfrage im Jahr 2003 ermittelt) zu lesen. Ob jeden Monat ein Buch gelesen werden muss oder man die 12 beliebig aufs Jahr verteilen kann, steht momentan noch nicht ganz fest. Fest steht dagegen, dass ReReads erlaubt sind, man die gelesenen Bücher auch für andere Challenges zählen kann und dass von jedem Autor auf der Liste nur ein Buch gelesen werden darf.


Die Liste bin ich bereits einmal durchgegangen, und zwar hier (inzwischen habe ich "Der Graf von Monte Christo" sowie "Schuld und Sühne" gelesen).

Ich hab mir nun mal überlegt, welche Bücher ich von der Liste gern lesen würde und bin bei einer ersten Auswahl gelandet - allerdings einer ganz spontanen Auswahl. Es gibt auf der Liste auch einige Bücher, die mir gar nichts sagen und über die ich mich erst informieren muss.
Ich werde dann ohnehin noch eine Liste starten, wo ich die gelesenen Bücher dieses Jahres verlinke, die folgende ist also nur eine erste Überlegung, welche Bücher also gedanklich auf meiner Leseliste des Jahres 2013 landen werden:

- 8. Nineteen Eighty-Four, George Orwell
- 17. Great Expectations, Charles Dickens
- 18. Little Women, Louisa May Alcott
- 28. A Prayer For Owen Meany, John Irving
- 32. One Hundred Years Of Solitude, Gabriel García Márquez
- 36. Treasure Island, Robert Louis Stevenson
- 54. Anna Karenina, Leo Tolstoy
- 59. Artemis Fowl, Eoin Colfer
- 77. The Woman In White, Wilkie Collins
- 100. Midnight's Children, Salman Rushdie

Und einen ReRead würde mich bei folgenden Büchern reizen:

- 3. His Dark Materials, Philip Pullman
- 6. To Kill a Mockingbird, Harper Lee
- 10. Jane Eyre, Charlotte Brontë
- 14. Rebecca, Daphne du Maurier
- 58. Black Beauty, Anna Sewell
- 84. Gormenghast, Mervyn Peake

Damit wäre ich also schon mal bei mehr als 12 Büchern, die ich gern lesen würden - und damit sind die ersten Voraussetzungen für die Challenge geschaffen. :-)

Sonntag, 16. Dezember 2012

[Adventlesen] 3. Adventsonntag

Die Zeit rast dahin, das ist mal wieder kaum zu fassen. Vielleicht kommt mir das aber nur deshalb so vor, weil ich in den letzten Tagen ziemlich gut beschäftigt war mit Weihnachtsfeiern und diversen Basteleien/Kocharbeiten. Damit war ich nämlich in meiner gesamten freien Zeit der letzten Woche beschäftigt, wovon ihr hier eine kleine Auswahl seht:

Trinkschokolade/Häkelsterne/Gewürzlikör/Oreotrüffel/Vanille-Karamell-Bonbons

Da ich die Geschenke bereits an diesem Wochenende verschenkt habe, kann ich sie also bedenkenlos hier herzeigen (und alle, die davon noch etwas bekommen, lesen hier meines Wissens nicht mit). Nun warte ich noch auf einige Bestellungen und muss noch eine Knüpfarbeit beenden, dann habe ich alle Weihnachtsgeschenke beisammen. Damit könnte ich also (von meinen Diensten abgesehen) richtig stresslos in die letzte Adventwoche starten. :-)

Nun aber wie immer zu meiner wöchentlichen Lektüre:

Anne Perry - Das Weihnachtsrätsel

In diesem kurzen Krimi ermittelt Runcorn - den Anne Perry-Leser wohl als Nebenfigur aus ihren Monk-Romanen kennen - kurz vor Weihnachten auf einer Insel vor Wales in einem Mordfall.
Leider hat mich der Krimi ganz und gar nicht überzeugt. Das Tempo stimmt für mich gar nicht: Anfangs werden alle neu auftretenden Personen sofort in allen Details beschrieben, dass ich mich ganz erschlagen fühlte, während dann die eigentliche Ermittlungsarbeit und die Aufklärung am Ende sehr hastig und teils nur zusammenfassend beschrieben werden. Die ganze Umstände um den Mord werden lediglich knapp angeschnitten und ließen für mich etliche Fragen offen. Dazwischen gibt es endlos lange und sich mehrmals wiederholende Passagen, in denen Runcorn darüber nachsinnt, dass er ungeschickt im Umgang mit Menschen und leider keine passende Partie für die liebreizende Melisande ist.
Vielleicht hat man Spaß an dem Krimi, wenn man wenigstens Runcorn kennt und ihn hier nun etwas genauere Einblicke in seine Gedanken bekommt. Allein für sich betrachtet funktionierte er für mich aber kaum.
Und schließlich kam auch nicht wirklich Weihnachtsstimmung auf. Der Mord ereignet sich einige Tage vor Weihnachten und ganz am Ende wird noch der Heilige Abend erwähnt, aber das wars dann auch schon.

Als Lektüre für die letzte Woche gibts übrigens Stifters "Bergkristall", von dem ich mir nach einem ersten Anlesen ziemlich viel erwarte (obwohl ich sonst kein großer Stifter-Fan bin).

Tut mir leid, dass ich mich dieses Mal etwas kürzer fasse, aber ich bin schon auf halbem Weg ins Bett. ;-) Nun, da der große Back- und Bastelstress vorbei ist, werde ich aber hoffentlich wieder etwas häufiger hier posten.

Donnerstag, 13. Dezember 2012

[31 Tage - 31 Filme] Tag 9

Puh, bald ist es ein Jahr her, seit ich mit den 31 Filmen begonnen habe, und ich habe noch nicht mal die Hälfte der Fragen beantwortet!
Allerdings habe ich in diesem Jahr auch wirklich wenig Filme bzw. Serien gesehen, daher habe ich auch nicht so sehr das Bedürfnis, darüber zu schreiben. Nun aber zu der nächsten Frage:

Welcher ist der schlechteste Film deines Lieblingsregisseurs?

Bei der vorigen Frage wurde ja nach einem Film meines Lieblingsregisseurs gefragt und ich habe mich für "Memento" von Christopher Nolan entschieden. Mich haben eigentlich alle Filme von ihm, die ich gesehen habe, sehr beeindruckt, mit Ausnahme von "Prestige - Die Meister der Magie".
Ein Wettkampf zwischen zwei verfeindeten Magiern zur Jahrhundertwende klingt eigentlich nach einem tollen Thema, aber der Funke wollte nicht so recht überspringen. Ich fand den Film etwas zerfasert und oft wie eine reine Aneinanderreihung von Szenen, ohne einen wirklichen Spannungsbogen. Dennoch fand ich den Film durchaus sehenswert, bis ... ja, bis das Ende kam. Achtung, es folgt ein Spoiler!

Natürlich lag die Auflösung seit Angiers Besuch bei Tesla schon die ganze Zeit klar auf der Hand, aber ich hoffte und erwartete dennoch, es würde eine andere Erklärung für den transportierten Mann geben. In einem Film über Zaubertricks und Illusion letztendlich eine phantastische oder von mir aus Science-Fiction-artige Auflösung zu bieten, das ist doch witzlos! Die ganze Zeit hatte ich gerätselt, wie der transportierte Mann denn wirklich funktionieren könnte, und dann so etwas ... Ganz ehrlich, ich habe mich als Zuschauerin völlig veräppelt gefühlt.
Schade. Der Film ist gut besetzt und hat auch einige interessante Ideen und Wendungen, aber am Ende war ich einfach nur enttäuscht und dachte mir "Was soll das denn jetzt?"

Montag, 10. Dezember 2012

[Adventlesen] 2. Adventsonntag

Der heutige Sonntag war vieles - hektisch, lustig, gesellig, dekadent (essenstechnisch) - aber eines nicht: ruhig und besinnlich. Ich muss also noch weiter auf einen gemütlich-entspannten Adventsonntag warten (und bezweifle ein wenig, dass mir ein solcher dieses Jahr noch vergönnt sein wird).


In jedem Fall aber waren die letzten Tage schneereich, vor allem bei meiner Familie, die ich kurz besucht habe, und somit bin ich schon mal glücklich. Obwohl ich immer fürchterlich friere, mich im Wien über den Schneematsch und die dadurch bedingten Verspätungen der Straßenbahnen ärgere, bin ich nämlich ein großer Schneefan. Kaum schneit es zum ersten Mal so richtig, freu ich mich wie ein kleines Kind. :-)
Außerdem war in der letzten Woche intensives Keksbacken angesagt, wodurch meine Liste der noch zu erledigenden Dinge ein wenig geschrumpft ist.
 Nun aber zu meiner weihnachtlichen Lektüre der letzten Woche:


Daniel Glattauer - Der Weihnachtshund

Ich wollte diesen Roman eigentlich als Adventkalender lesen, da er passenderweise in 24 Kapitel eingeteilt ist. Leider hielt dieser Vorsatz nur bis zum 4. Dezember an, dann wollte ich einfach weiterlesen und habe den recht kurzen Roman innerhalb der nächsten zwei Tage beendet.
Es ist eine sehr putzige Geschichte über Max, der über Weihnachten verreisen möchte und daher einen Hundehüter braucht, und Kathrin, die nach einem Vorwand sucht, um Weihnachten nicht bei ihren Eltern verbringen und sich dort Gejammer über ihr Singledasein anhören zu müssen.
Nun, was passiert wohl, wenn sich zwei Singles vor Weihnachten treffen? Eh klar, aber vorher haben die beiden noch so einige Hindernisse überwinden, so etwa Max' Kussphobie, die von einem traumatischen Ereignis in seiner Kindheit herrührt.

Max und Kathrin sind nicht Leo und Emmi, aber nach ersten Anfangsschwierigkeiten, die mich daran zweifeln ließen, ob es zwischen den beiden jemals funken würde, lässt Max dann doch seinen Charme spielen und die Dinge kommen ins Laufen.
Und so entsteht eine amüsante, spritzige Liebesgeschichte mit liebenswerten Figuren. Der Roman ist witziger als spätere Werke von Glattauer, besitzt aber auch weniger Tiefe. Ein kurzweiliges Lesevergnügen und so einige Lacher hat mir "Der Weihnachtshund" dennoch beschert, auch wenn er mich nicht großartig in Weihnachtsstimmung versetzt hat.

Ach ja, ich kann derzeit nicht einmal eine Kussszene schreiben, ohne dabei an die fette Sissi zu denken und innerlich zu schaudern. Vielen Dank auch, Herr Glattauer ...

Sonntag, 9. Dezember 2012

Sonntagsgeplauder #45

Derzeit ist es hier leider mal wieder viel ruhiger als von mir gewollt. Ich hab gerade ein bisschen viel um die Ohren - nicht nur arbeitsmäßig, sondern jahreszeitlich bedingt auch mit Weihnachtsfeiern und Keksebacken und Geschenkebasteln. ;-)
Alles in allem bleibt daneben gerade wenig Zeit und meine Doktorarbeit gibt es ja auch noch ...

Lesegeplauder
Allzuviel geht lesetechnisch also gerade nicht voran, aber natürlich steck ich trotzdem meine Nase immer in ein Buch, wenn es nur geht. ;-)
Gerade recht frisch begonnen habe ich "Taran Wanderer", den 4. Band der "Chronicles of Prydain" von Lloyd Alexander sowie "Das Weihnachtsrätsel" von Anne Perry auf meinem Reader. Da es sich dabei nur um einen Kurzroman handelt, werde ich wohl nicht allzu lange dafür brauchen.
Etwas länger werde ich dagegen wohl noch mit meinem aktuellen Hörbuch, "Das Kind der Stürme" von Juliet Marillier, beschäftigt sein. Es gefällt mir aber ganz gut und ich freue mich, mit Fainne mal eine recht ambivalente Heldin zu bekommen. Bislang waren ja die Sevenwater-Frauen arg aufopfernd und gut.
Rezensionen sind mal wieder ein paar ausständig ... mal sehen, ob ich vollständige schaffe oder ob ich mal wieder ein paar Kurzrezensionen dazwischen schieben muss.

SuB-Geplauder
Ich habs geschafft und endlich mein anvisiertes Ziel von nicht mehr als 10 Büchern auf dem SuB erreicht! Gerade noch rechtzeitig, ehe dann die ersten Weihnachtsgeschenke in Buchform eintrudeln. *gg* In letzter Zeit war ich echt eisern und hab mir außer ebooks praktisch nichts aus der Bücherei ausgeliehen, was mir inzwischen schon sehr fehlt.
Prinzipiell soll der SuB nun auch nicht mehr sehr anwachsen, meine für mich definierte Grenze liegt bei 15, wobei es mir am liebsten wäre, mich bei nicht mehr als 10 einzupendeln. Weniger muss dann nicht sein, da ich doch auch gern ein wenig Auswahl habe. ;-)


Heute Abend werdet ihr nochmal von mir hören, wenn ich über meine 2. Woche Adventlesen schreibe. Da ich nun in die Arbeit muss und danach noch bei Freunden eingeladen bin sowie ein weihnachtliches Punschtrinken vor mir habe, wird das allerdings erst recht spät der Fall sein. Ich wünsch euch allen einen schönen 2. Adventsonntag!

Mittwoch, 5. Dezember 2012

Robert Löhr - Der Schachautomat



Genre: Historischer Roman
Seiten: 416
Verlag: Piper
ISBN: 978-3492047968
Meine Bewertung: 4 von 5 Sternchen



Im Jahr 1769 präsentiert Hofrat Wolfgang von Kempelen eine Sensation: Einen schachspielenden Automaten, den sogenannten "Schachtürken", dessen vermeintlich künstliche Intelligenz Aufsehen erregt. Niemand ahnt, dass sich in dem Automaten in Wirklichkeit der zwergenwüchsige Tibor verbirgt. Doch der Schwindel setzt Ereignisse in Gang, mit denen Kempelen und Tibor nicht gerechnet hätten und die den Zwerg schließlich in Gefahr bringen.

Ich habe von Robert Löhr bereits drei Romane gelesen - mit "Der Schachautomat" lese ich seinen Erstling nun als letztes. Leider hat er mir nicht ganz so gut gefallen wie Löhrs andere Romane, obwohl er sich mit dem legendären Schachtürken ein sehr spannendes Thema ausgesucht hat.
Es geht in dem Roman nicht darum, den Schwindel aufzudecken. Da das Geheimnis des Schautomaten längst gelüftet ist, spielt Löhr von Anfang an sozusagen mit offenen Karten und erzählt die Geschichte in erste Linie aus der Sicht von Tibor. Im Vergleich zu den illustren Dichtern in Löhrs anderen Romanen fand ich Tibor allerdings eher uninteressant. Der frömmelnde, vorurteilsbehaftete und recht steife junge Mann war kein Perspektiventräger, mit dem ich mich schnell anfreundete.
Kempelen fand ich interessanter, aber meine wahren Sympathien lagen bei dessen Gehilfen Jakob, der leider nur eine Nebenrolle einnimmt.

Auch sonst hatte ich am Anfang einige Probleme mit dem Roman: Zwar zeichnet Löhr ein sehr farbenfrohes, atmosphärisches Bild des 18. Jahrhunderts, aber die Handlung wollte für mich nicht recht in Gang kommen. Zudem wurde ich aus den Beschreibungen, wie der Schachautomat genau aussah und funktionierte, nicht recht schlau. Erst, nachdem ich im Internet einige detaillierte Bilder gesucht und genauer unter die Lupe genommen hatte, konnte ich mir vorstellen, wo Tibor in dem Automaten seinen Platz hatte und wie also der Schwindel funktionieren konnte.

Mit der ersten Vorführung des Schachtürken kam für mich dann erst richtig ein Zug in die Handlung. Und auch Tibor wurde interessanter, als sich die Ereignisse allmählich überschlugen und ihn in arge innere Konflikte stürzten.
Ab da fiel es mir schwer, den Roman aus der Hand zu legen und ich hatte wieder das Gefühl, einen "wahren" Löhr zu lesen. Die Spannung hielt sich dann auch bis zum Ende und machte die zweite Hälfte des Romans zu einem großen Lesevergnügen.

Fazit: "Der Schachautomat" ist ein spannender Roman mit leichten Startschwierigkeiten, der insgesamt aber sehr lesenswert ist, alleine schon wegen seines faszinierenden Themas. An "Das Erlkönig-Manöver" kann er für mich aber dennoch nicht heranreichen.

Montag, 3. Dezember 2012

[AcWriMo] Knapp daneben ist auch vorbei ...

Tja, nennen wir das Kind beim Namen: Ich hab bei meinem wissenschaftlichen "Ersatz-NaNo" beide Ziele nicht erreicht. Dass es mit dem Seitenziel nichts wird, war schnell abzusehen und nicht so schlimm. Ich war eben doch noch mehr mit Recherche beschäftigt, sowas lässt sich vorher schwer abschätzen.
Dass ich allerdings das Stundenziel knapp nicht geschafft habe, ärgert mich wirklich, zumal ich die Woche vorher noch meinte, dass es kein Problem mehr werden würde. Woran lag dann das Scheitern? Letzten Montag hatte ich eigentlich ziemlich viele Stunden eingeplant, aber dann beschloss ich spontan, mit meinen Weihnachtseinkäufen zu beginnen. Das war dann mal wieder maximaler Aufwand mit minimalem Ergebnis, sprich: Stundenlanges Rumgerenne und am Ende hatte ich doch das meiste nicht bekommen.
Was ich am Montag nicht geschafft hatte, wollte ich am Donnerstag aufholen, da ich an dem Tag frei und somit viel Zeit hatte. Was ich natürlich nicht eingeplant hatte, war eine schlaflose Nacht von Mittwoch auf Donnerstag wegen starker Halsschmerzen und in weiterer Folge eine starke Erkältung. So war ich am Donnerstag zu nichts zu gebrauchen und habe gerade mal zwei Stunden geschafft.
Tja, und am Freitag blieb mir zeitlich nicht viel Spielraum: zwei Stunden zwischen meinen zwei Diensten war alles, was an dem Tag möglich war, zumal ich durch die Erkältung auch nicht wirklich fit für eine Nachtschicht war.

Und so haben mir letztendlich gut drei Stunden gefehlt. Ich hab im November trotzdem viel weitergebracht, aber da ich ziemlich ehrgeizig bin, wenn es darum geht, bestimmte Ziele zu erreichen, wurmt mich das dennoch.

So war das also mit meinem AcWriMo, der trotz allem ein gewisser Erfolg war. Ich danke euch allen fürs Anfeuern!

Sonntag, 2. Dezember 2012

[Adventlesen] Der 1. Adventsonntag


 Eine starke Erkältung, viele Dienste, ... dieses Wochenende hat es mir nicht leicht gemacht, um in besinnliche Adventstimmung zu kommen. Aber als ich vorhin aus der Arbeit gekommen bin, hab ich mir mal gemütlich Tee gemacht, die erste Kerze meines Adventkranzes angezündet, schöne Musik eingelegt und "Die Schneekönigin" gelesen.
Aber das war nicht die einzige winterliche Lektüre der letzten Tage:

Sophie Kinsella - Die Weihnachtsliste

Wie schön, wenn man schon im sommerlichen Urlaub alle Weihnachtsgeschenke beisammen hat! Aber natürlich ist die Sache dann doch nicht so einfach und die Ich-Erzählerin bekommt noch alle Hände voll zu tun.
Diese kleine Kurzgeschichte in Tagebuchform gab es als kostenloses ebook, also habe ich einfach mal zugeschlagen, obwohl mich die Romane von Sophie Kinsella sonst eher nicht ansprechen (Chick-Lit ist nicht so wirklich mein Genre).
Die Idee an sich klingt ja fast wie eine Satire von Kishon: Zuerst die Freude, schon im Sommer alle Weihnachtsgeschenke zu haben und dann schrumpfen diese immer mehr zusammen, sei es, weil sie für andere Anlässe gebraucht werden, weil sie den Transport nicht überstanden haben oder weil sonst alles mögliche schiefgeht.
Nun ja, leider ist die Geschichte nicht von Kishon (dessen Humor ich großartig finde), denn obwohl die Idee ganz nett ist, fand ich den Humor allzu gezwungen und die Kurzgeschichte letztendlich nur mäßig witzig. Dazu gibt es noch eine kleine Liebesgeschichte und eine einigermaßen nervige Ich-Erzählerin. Man muss aber dazu sagen, dass mich die Hauptfiguren in Chick-Lit fast immer nerven (ein Grund, weshalb mir das Genre nicht liegt), das ist also kein spezifisches Problem dieser Geschichte.
Eine nette kleine Kurzgeschichte also, die aufgrund der geringen Seitenzahl natürlich nicht wirklich in die Tiefe gehen kann und die auch nicht wirklich mein Fall war. Allzu viel weihnachtliche Stimmung hat sie nicht verbreitet, aber als kurze Frühstückslektüre hat sie sich ganz gut geeignet.


Wintermärchen von Hans Christian Andersen

Ich liebe die Märchen von Andersen! Schon als Kind mochte ich die meistens mehr als Grimms Märchen (von ein paar Ausnahmen abgesehen).
Als Einstimmung in den Advent habe ich also drei seiner winterlichen Märchen gelesen. Zunächst Der Schneemann, in dem ein Schneemann eine seltsame Sehnsucht nach einem Ofen in sich entdeckt. Ich mag dieses Märchen mit seiner originellen Perspektive und den netten kleinen Details. Weihnachtlich ist es eigentlich nicht, aber winterlich.
Dann habe ich Das Mädchen mit den Schwefelhölzern gelesen, das vermutlich eh jeder kennt und das eins meiner Lieblingsmärchen als Kind war. Ich kann nicht genau sagen, weshalb eigentlich, da es im Grund fürchterlich traurig ist. So traurig, dass Andersen es schafft, einem auf wenigen Seiten die Tränen in die Augen zu treiben. Trotzdem ein Märchen, das ich immer wieder gern lese (schon allein aus nostalgischen Gründen).
Ja, und heute kam dann noch Die Schneekönigin dazu. In dem Märchen stecken alle möglichen faszinierenden Bilder und Motive, die für mich einzeln betrachtet fast stärker sind als die Geschichte als ganzes. Weihnachtlich ist auch dieses Märchen nicht, aber dafür so winterlich-kalt, dass man beim Lesen selbst im warmen Zimmer den klirrenden Frost und das Eis zu spüren meint.


Abgesehen davon habe ich gestern damit begonnen, "Der Weihnachtshund" von Daniel Glattauer als Adventkalender zu lesen - aber ob ich das wirklich durchhalte, ist fraglich. Schon jetzt juckt es mich sehr in den Fingern, gleich weiterzulesen, da Glattauer mich mit seinem charmanten Stil und seinen liebenswerten Figuren mal wieder sofort gepackt hat.

Samstag, 1. Dezember 2012

Das war die 2. Chance Challenge

Heute geht - nach zweimonatiger Verlängerung, die mir wie gerufen kam - Jessis 2. Chance Challenge zu Ende.
Etwas mehr als ein Jahr lang habe ich immer mal wieder zu Büchern gegriffen, die ich bereits einmal gelesen habe und denen ich entweder tatsächlich eine 2. Chance geben wollte oder die ich so mochte, dass ich sie unbedingt noch einmal lesen mochte. Und im Fall vom Lied von Eis und Feuer war es ein schöner Ansporn, um vor der Lektüre von "A Dance with Dragons" tatsächlich nochmal alle Bände vollständig zu lesen (Band 1 hatte ich schon vor Beginn der Challenge nochmal gelesen).

Es war wirklich eine schöne Challenge, die mich teilweise (mit liebgewonnen Kinderbüchern) in Nostalgie schwelgen ließ. Und es war auch schön, sich wieder einmal Zeit für Rereads zu nehmen, was ich vorher nur noch selten gemacht habe.

Also vielen Dank nochmal, Jessi, für die schöne Challenge-Idee!

Und hier sind nochmal alle meine gelesenen Bücher (in der Reihenfolge, in der ich sie gelesen habe):
4. George R. R. Martin, A Clash of Kings (A Song of Ice and Fire Bd. 2)
8. George R. R. Martin, A Storm of Swords (A Song of Ice and Fire Bd. 3)
9. George R. R. Martin, A Feast for Crows  (A Song of Ice and Fire Bd. 4)

Donnerstag, 29. November 2012

[Themen-Challenge] August bis November

Meine erste Challenge nähert sich mit Riesenschritten ihrem Ende. Der nächste Überblick wird dann bereits der Endstand sein.
Da ich dieses Mal länger nicht zum Rückblick gekommen bin, gab es nach nun vier Monaten eine ganze Menge an neuen Rezensionen zu verlinken. Und drei weitere Teilnehmerinnen haben die Challenge geschafft: Winterkatze, Lisa von Schmetterlings Literaturreise und stephie von nobody knows.
Gratulation euch dreien!
Ich war in der Zeit auch nicht ganz untätig und habe nun Freundschaft, Kindheit, Schuld, Suche und Tod abgehakt.

Leider sind Sweesomatic und Lena aus der Challenge ausgestiegen und bei backmausi funktioniert der Link zum Challenge-Beitrag nicht mehr. Ich habe bei ihr mal angefragt, ob sie noch dabei ist - mal sehen, was sie antwortet.
Dazu sind mit Solitary, Literella und Bücherbummel drei Blogs komplett von der Bildfläche verschwunden. Mag sein, dass daher der eine oder andere Link in der Liste nicht mehr funktioniert - ich habe, ehrlich gesagt, keine Zeit gefunden, um alle toten Links rauszulöschen.

Apropos Liste: Die findet ihr wie immer hier.

Dann geht es also nun in den Endspurt!

Montag, 26. November 2012

Adventlesen

Als ich noch ein Kind war, wurden bei uns die Adventsonntage immer ganz wunderbar zelebriert: Die Kerze(n) am Kranz angezündet, "Wir sagen euch an den lieben Advent" gesungen und dann ein Weihnachtsgedicht oder eine Weihnachtsgeschichte gelesen. Diese stammte meist aus einem dicken Weihnachtsbuch, in dem Rezepte, Bastelideen, Geschichten, Gedichte und vieles mehr zu finden waren.
In den letzten Jahren kann ich mich aber nicht erinnern, jemals etwas weihnachtliches gelesen oder einen Adventsonntag "gefeiert" zu haben. Zwar habe ich mir hier in Wien meistens auch einen kleinen Kranz gebastelt, aber das wars auch schon. Lediglich Jostein Gaarders "Das Weihnachtsgeheimnis" habe ich mal als Adventkalender gelesen.
Irgendwie finde ich es schade, dass der Advent in letzter Zeit immer so bei mir untergegangen ist. Ich mag diese Zeit nämlich sehr, aber all der Einkaufsstress, die Hektik rundherum und die Dauerbeschallung mit Weihnachtsmusik in Einkaufszentren sowie das ständige Lichtergefunkel in den Straßen gehen mir auf die Nerven und haben mir die Vorweihnachtszeit vor allem in Wien eher verleidet.
Ich habe aber beschlossen, dass das in diesem Jahr mal wieder etwas anders sein soll. Ich will wieder die Adventsonntage zelebrieren, auch wenn ich am ersten gleich arbeiten muss. Tja, und dafür kommt mir Mandys und Melanies Adventlesen sehr gelegen. Jede Woche soll ein weihnachtliches Buch bzw. eine weihnachtliche Geschichte gelesen und dann am Sonntag vorgestellt werden.

Ich werde ja in diesem Jahr auf alle Fälle "Der Weihnachtshund" von Daniel Glattauer als Adventkalender lesen, da der Roman auch passend unterteilt ist. Da ich damit aber logischerweise erst am 24. fertig sein werde, kann ich den in den Sonntagsvorstellungen nicht wirklich unterbringen. Also habe ich heute mal in der Bücherei gestöbert und hatte gehofft, ich würde eine schöne Kurzgeschichtensammlung finden, aber die meisten Weihnachtsbücher waren ausgeliehen und das wenige, was da war, hat mich nicht angesprochen.
Nun ja, dachte ich mir, wofür hat man einen ebook-Reader? Also habe ich mich auf die Suche nach Klassikern und passender Lektüre in der Onleihe gemacht und bin mehr als fündig geworden. Somit habe ich mir nun folgende Auswahl zusammengestellt:

- eine ganze Reihe von Weihnachtsmärchen vor allem von Hans Christian Andersen (ich liebe Andersens Märchen!) und den Brüdern Grimm
- Bergkristall von Adalbert Stifter (von Stifters "Bunten Steinen" hab ich bislang nur "Kalkstein" gelesen)
- Weihnacht von Karl May
- Das Weihnachtsrätsel von Anne Perry; ein Kurzkrimi, den ich aus der Onleihe ausgeliehen habe
- Die Weihnachtsliste von Sophie Kinsella, das es als gratis-ebook gibt, wobei ich noch nicht weiß, was mich da genau erwartet

Ich denke, damit bin ich ziemlich gut eingedeckt. Mal sehen, wie das weihnachtliche Lesen wird - oder ob mir das dann letztendlich doch zuviel des Guten ist. ;-)

Auf jeden Fall freu ich mich jetzt schon drauf. Vielen Dank an Mandy und Melanie für die schöne Idee!

Sonntag, 25. November 2012

Sonntagsgeplauder #44

Lesegeplauder
Ich habe nun "Der Schachautomat" von Robert Löhr ausgelesen und fand den Roman letztendlich doch noch sehr spannend, auch wenn der Einstieg sich etwas zäh gestaltete.
Ausnahmsweise gibt es bei mir nun auch wieder einen Neuzugang. Noch immer lautet ja mein Ziel, meinen SuB auf 10 zu schrumpfen, aber seit Donnerstag gibt es mit "Eine Hand voller Sterne" von Rafik Schami das diesjährige Gratisbuch der Stadt Wien, und da mir die ersten Seiten beim Anlesen so gut gefallen haben, wanderte das Buch gar nicht erst ins Regal, sondern sofort neben mein Bett fürs abendliche Lesen. :-)

AcWriMo
Ich mache mir keine großen Sorgen mehr, dass ich das Stundenziel nicht schaffen könnte. Mit den heutigen Stunden bleiben dann nur noch etwa 10 und die sollte ich in der kommenden Woche ohne weiteres schaffen.
Problematisch sieht es hingegen beim Seitenziel aus. Allerdings habe ich hier gerade nochmal solche Kopien- und Bücherstapel, dass ich nicht so recht weiß, ob ich mich jetzt wirklich noch wie eine Wahnsinnige aufs Schreiben stürzen soll, obwohl ich mich doch durch diese Stapel wühlen sollte, ehe ich die Bücher wieder zurückgeben muss. Mal sehen, wie es sich noch ergibt.
In jedem Fall wird es verflixt schwierig werden, die erhofften 50 Seiten noch zu schaffen - und damit sehe ich auch schwarz, was meine geplante Belohnung (die Downton Abbey-DVD-Box) betrifft. :-(
Insgesamt bin ich aber dennoch zufrieden mit diesem ersten Versuch eines AcWriMo. Selbst, wenn ich das Seitenziel nicht mehr schaffe, habe ich in diesem Monat deutlich mehr an meiner Dissertation gearbeitet als in zig Wochen zuvor. Daher werde ich mir für Dezember vielleicht wieder ein fixes Ziel setzen, wenn auch ein recht moderates, da viele Dienste, Weihnachtsstress und im Zuge dessen auch so einige Feiern angesagt sind.

Adventgeplauder
Apropos Weihnachten ... Der Advent naht mit Riesenschritten, und nachdem diese von mir so geliebte Zeit letztes Jahr fast spurlos an mir vorüberzog, weil ich einfach zu viel Stress hatte, möchte ich in diesem Jahr die Vorweihnachtszeit mal wieder richtig schön zelebrieren.
Keksbacken ist natürlich sowieso fix geplant, aber daneben möchte ich auch noch die diesjährigen Geschenke großteils selbst machen. Letztes Jahr war ich komplett mit Knüpfereien eingespannt, die ich für meine wunderbare Schreibgruppe gemacht habe - dieses Jahr werden es wohl insgesamt eher mehrere Kleinigkeiten werden als so zeitaufwendige Einzelprojekte.
Und schließlich werde ich mich auch noch ein wenig auf weihnachtliche Lektüre stürzen. Im letzten Jahr gabs Dickens' "Weihnachtsgeschichte" als Hörbuch, in diesem Jahr werde ich "Der Weihnachtshund" von Daniel Glattauer als Adventkalender lesen.
Und vielleicht mach ich auch beim Adventlesen von Books for all Eternity mit, allerdings wohl nicht mit Romanen, sondern mit Kurzgeschichten. Sonst bekomme ich eine weihnachtliche Überdosis. ;-) Nun muss ich nur noch eine geeignete Kurzgeschichtensammlung finden - da ich diese sonst kaum lese, bin ich da gerade etwas ratlos. Vermutlich werde ich die nächsten Tage mal in die Bücherei gehen und da ein wenig stöbern.

Challengegeplauder
Irgendwie war es klar, dass ich mit meinem novemberlichen Challengeüberblick angesichts des AcWriMo Stress bekommen würde, aber ich verspreche hiermit hoch und heilig, dass ich mich in der kommenden Woche noch darum kümmern werde - schon alleine deshalb, damit sich bis Ende des Jahres mit dem letzten Überblick nicht so viel zusammenstaut.
Mir selbst fehlen jetzt noch 5 Themen, wobe ich die "Liebe" ja eigentlich schon längst abgedeckt hätte mit "Ewig dein" von Daniel Glattauer. Das Problem ist nur, dass ich damals keine Rezension geschrieben habe und die Lektüre nun schon mehrere Monate zurückliegt ... Mal sehen, ob ich vielleicht doch noch eine Rezension schreibe, denn eigentlich ist mir der Roman eh noch sehr gut im Gedächtnis geblieben.
Sträflich vernachlässigt habe ich die Vokabelchallenge und ich bin mir noch nicht sicher, ob es damit noch etwas wird. Bei den letzten englischen Büchern habe ich kaum Vokabeln notiert (zumal es auch viele Hörbücher waren) und dazu kommt noch, dass ich nicht recht weiß, wann ich momentan auch noch Zeit zum Vokabellernen unterbringen soll. Allerdings würde es mich natürlich wurmen, wenn ich die Challenge einfach aufgebe (ich bin in solchen Dingen ja recht stur), also vielleicht bekomm ich es noch irgendwie auf die Reihe.

Fürs nächste Jahr habe ich auch schon eine weitere Challengeidee, wobei sie wohl eher weniger massentauglich wird - das wäre aber okay, da mich eine weitere so große Challenge wie die Diesjährige vermutlich zeitmäßig überfordern würde.
Ein wenig muss die Idee allerdings noch reifen. Nur schon mal soviel: Es geht ein wenig in Richtung Klassiker, aber doch auch wieder nicht so ganz. ;-) Vielleicht mach ich sie aber auch einfach nur persönlich für mich, mal sehen.


Ich wünsch euch einen schönen Sonntagabend! Ich für meinen Teil muss jetzt noch ein wenig fleißig sein, und danach werde ich mich wohl noch gemütlich mit einem Hörbuch hinsetzen und ein wenig handarbeiten.
Ach, apropos handarbeiten ... Anfang der Woche habe ich ja meine gestrickten Mützchen weggeschickt (25 Stück sind es geworden), aber natürlich nicht, ohne vorher nochmal alle auf einem Haufen zu fotografieren:


Samstag, 24. November 2012

Ally Condie - Crossed

Genre: Dystopie, Jugendbuch
Verlag: Penguin Audio
Dauer: 9 Stunden 50 Minuten (ungekürzte Lesung)
gelesen von: Kate Simses, Jack Riccobono
ISBN: 978-1611760101
Meine Bewertung: 3 von 5 Sternchen

English-Challenge (November)


Nach Cassias Sortierungen im ersten Teil wurde Ky in die äußeren Provinzen abgeschoben, wo er zusammen mit anderen aberrations dem Feind der Society als Kanonenfutter dient. Durch einen Trick schafft es auch Cassia, in die äußeren Provinzen zu gelangen, doch sie kommt zu spät: Ky ist die Flucht in die Canyons gelungen. Gemeinsam mit Indie macht auch Cassia sich dorthin auf, um Ky zu finden - und die Rebellion The Rising, die Cassia nicht mehr aus dem Kopf gehen will.
Mit Ky hat "Crossed" nun einen weiteren Perspektiventräger dazubekommen, wodurch es zunächst zwei voneinander getrennt laufende Handlungsstränge gibt. Sowohl Cassia als auch Ky leiden unter der Trennung, aber glücklicherweise walzt Ally Condie diese Gefühle nicht zu sehr aus. Schließlich haben die beiden auch noch mit ganz anderen Problemen zu kämpfen, die zeitweise all ihre Konzentration in Anspruch nehmen.

Wie schon im ersten Band Matched läuft auch hier die Handlung eher ruhig dahin - meistens leider zu ruhig. Nach einem recht interessanten Anfang, der neue Einblicke in die Society und das Leben in den äußeren Provinzen bietet, beginnt die Handlung auf der Stelle zu treten. Cassia und Ky sind in den Canyons unterwegs und finden manches über die Rebellion heraus, aber gemessen an der Länge des Buches sind die Erkenntnisse doch eher gering.
Im Gegensatz dazu überschlägt sich die Handlung zum Ende hin nahezu und gerade jetzt, da die Sache interessant werden könnte und ich gehofft hatte, einiges neues über die Rebellion zu erfahren, raste Condie nur so dahin bis zu einem etwas überstürzten und fast lieblos wirkenden Ende.
Offensichtlich sollen alle Details über die Rebellion erst im Abschlussband bekannt werden; anders kann ich es mir nicht erklären, dass über drei Viertel des Buches praktisch jeder kleine Schritt in aller Ausführlichkeit behandelt wird, während die Autorin im letzten Viertel gehetzt von Szene zu Szene springt.
Ich fand es sehr schade, dass hier das Tempo nicht so recht stimmen will. Ich hätte mir wirklich eine Straffung in der ersten Hälfte gewünscht und im Gegenzug dann eine etwas ausführlichere Darstellung am Ende.

Langweilig ist der Roman aber trotz des zähen Mittelteils nicht. Ich mochte Cassia ja schon im ersten Band sehr und habe mich erneut gefreut, dass sie auf ihre ruhige Art eine große Stärke ausstrahlt und es sehr gut versteht, auf eigenen Beinen zu stehen.
Leider war Kys Perspektive meiner Meinung nach kein großer Gewinn. Es mag am Sprecher liegen, der die meiste Zeit so klang als würde er gleich in Tränen ausbrechen, aber ich fand Ky etwas jammerig und nervig. Und auch die Nebenfiguren Indie und Eli fand ich nicht allzu spannend, zumal Eli wie ein reines Abziehbild von Bram wirkt.
Apropos Bram: Dafür, dass Cassia im ersten Band so fest in ihrer Familie verwurzelt war, hat sie nun im zweiten Band erstaunlich wenige Gedanken an sie verschwendet. Das fand ich schade und auch ein wenig unglaubwürdig.

Dafür hat mir die Liebesgeschichte zwischen Cassia und Ky gut gefallen, da sie nicht so sehr diesen "Du bist jetzt mein ganzes Leben"-Beiklang hat, den man derzeit sonst recht oft in Jugendbüchern findet. Dass das Dreiecksverhältnis Xander-Cassia-Ky noch nicht ganz aufgelöst wurde und man da wohl im dritten Band noch mit deutlich mehr rechnen kann, nervt mich allerdings ein wenig.

Insgesamt ist "Crossed" ein solider zweiter Band, der aber stellenweise arg in die Länge gezogen wirkt und auch eher wenig neue Erkenntnisse bringt. Ich hoffe doch, dass Ally Condie sich da mit dem dritten Band wieder steigert.

Mittwoch, 21. November 2012

Stephen King - Der Anschlag



Genre: Zeitreiseroman, Thriller
Seiten: 1.056
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3453267541
Meine Bewertung: 2,5 von 5 Sternchen



Der Lehrer Jake Epping wird von seinem todkranken Freund Al mit einer ganz besonderen Aufgabe betraut: Jake soll das Attentat an Kennedy verhindern. Denn in Als Restaurant führt eine Tür ins Jahr 1958 und jeder Aufenthalt in der Vergangenheit (sei er auch noch so lange) dauert in der Gegenwart lediglich 2 Minuten.
So macht sich Jake also auf, um unter dem Namen George Amberson fünf Jahre lang in der Vergangenheit zu leben. Neben dem Attentat gibt es auch noch ein anderes Ereignis, das er verhindern möchte. Doch die Zeit wehrt sich gegen Veränderungen ...

Ich bin kein allzu großer Stephen King-Fan, was nicht nur daran liegt, dass ich Horror eher meide, sondern auch, dass ich seinen Schreibstil nicht so sehr mag. Oft ist er mir vor allem eins: zu geschwätzig, und das kann man leider auch von "Der Anschlag" über große Strecken behaupten.
Dabei ist die Thematik und die ganze Idee durchaus faszinierend. Mit so vielen Jahren Abstand und aus österreichischer Sicht betrachtet, konnte ich zwar nicht ganz nachvollziehen, was für ein, nun ja, Trauma der Tod Kennedys in den USA verursacht hat, aber dass nach Als und Jakes Ansicht quasi der halbe Weltfrieden daran hängt, muss man so als Prämisse auch einfach mal hinnehmen.

Bevor Jake sich aber der Rettung Kennedys widmen kann, gilt es einen Mord in dem Städtchen Derry zu verhindern. Derry ist ja, wie ich beim Lesen erschrocken feststellen musste, der Schauplatz von "Es". So werden auch die Ereignisse von "Es" thematisiert und Jake begegnet auch zwei der dortigen Protagonisten.
Nun nimmt diese ganze Derry-Episode schon mal relativ viel Raum ein im Roman - und ich habe mich ein paarmal gefragt "warum?". Gut, es wird dadurch die ganze Zeitreise-Problematik ganz gut gezeigt und vor allem die Zeit als etwas, das sich aktiv gegen Veränderungen wehrt, dargestellt, aber dennoch kam es mir ein wenig so vor, als wollte Stephen King einfach unbedingt wieder zurück nach Derry und auch zu wenigstens zwei seiner Hauptfiguren aus "Es". All die Ereignisse in dem Städtchen erscheinen also wie ein reiner Vorwand - notwendig für die Handlung ist nämlich die gesamte Derry-Episode eigentlich nicht (und schon gar nicht in der Ausführlichkeit).

Als es schließlich weiter geht in den Süden, geht es zunächst vor allem darum, dass Jake sich ein Leben in der Vergangenheit aufbaut. Er arbeitet (sehr erfolgreich) als Lehrer und findet seine große Liebe, muss sich aber schließlich doch seiner eigentlichen Aufgabe zuwenden.
Und da kommt allmählich der Punkt, an dem der Roman etwas zäh wurde. Derry war so gesehen ein wenig überflüssig, allerdings an keiner Stelle langweilig, und Jakes Versuch, in der Vergangenheit Fuß zu fassen, las sich ebenfalls flott weg. Aber umso mehr sein Leben schließlich davon bestimmt wird, sich an die Fersen von Lee Oswald zu heften, umso mühsamer wurde das Lesen. Viele, viele Seiten lang beschattet Jake Oswald, grübelt über seine Schuld nach, belauscht Gespräche, usw. usf. Ich war stellenweise wirklich nahe daran, den Roman abzubrechen, war dann aber doch zu neugierig darauf, wie er enden würde.
Leider hat mich das Ende schließlich ebenfalls sehr enttäuscht. King hätte soviel Potenzial für ein interessantes Ende gehabt, das seine Hauptfigur auch in einen starken inneren Konflikt stürzt, aber nein, stattddessen macht er es Jake leicht und lässt ihm ohnehin keine wirkliche Wahl. Darüber habe ich mich wirklich geärgert, da der Schritt zu einem viel interessanteren Ende und einem echten moralischen Zwiespalt des Ich-Erzählers nicht allzu groß gewesen wäre.

Noch dazu wird mit dem Ende die ganze Thematik mit der Zeit, die sich wehrt und dem berühmten Schmetterlingseffekt noch einmal auf die Spitze getrieben. Da aber gerade in diesen Punkten die innere Logik auf dem Krückstock daherhumpelt, hatte ich mit dem Ende erst Recht Probleme.
Ja, die Zeit, die sich wehrt ... Den ganzen Roman hindurch wirkt diese Sache sehr konstruiert und nicht wirklich gut durchdacht. Gerade im Hinblick auf den oft zitierten Schmetterlingseffekt wird ja klar, dass Jake alleine durch seine Anwesenheit ständig die Vergangenheit ändert. Warum also wehrt sich die Zeit nur gegen die Dinge, die er ganz bewusst ändern möchte? Warum kann er sich sonst ständig in die Vergangenheit einmischen und das Leben mehrerer Menschen ganz deutlich verändern, ohne dass sich die Zeit wehrt? Und weshalb wehrt sich die Zeit nur so halbherzig - gerade nur soweit, dass Jake immer wieder Hindernisse überwinden muss, dabei aber stets eine faire Chance bleibt? Das hat für mich alles nicht so recht funktioniert.

Und schließlich hatte ich auch meine Probleme mit der Hauptfigur. Jake ist ein nahezu klassischer Held, der auch dann, wenn er schwer verletzt ist und eigentlich nur noch armselig wimmern dürfte, noch ein paar markige Sprüche loslässt, trotz all seiner Handlungen immer auf der Seite der "Guten" bleibt, sich stets aufopfernd verhält, von (fast) allen gemocht wird und seine Sadie stets von ganzem Herzen liebt, ganz egal, was geschieht. Kurz gesagt: Ich fand Jake die meiste Zeit recht fad und definitiv zu "gut".
Außerdem hatte ich gerade am Anfang Probleme damit, ihn als einen Mann Anfang 30 zu betrachten, der aus dem Jahr 2012 kommt. Vieles in der Vergangenheit wirkt wie pure Nostalgie, wie von jemandem erlebt, der in dieser Zeit seine Jugend verbracht hat. Es ist auch schwer vorstellbar, dass jemand, der die meiste Zeit seines Lebens an Computer, Internet und Handys gewöhnt war, diese Dinge gar nicht vermisst und auch gleich auf einer alten Schreibmaschine lostippt, als hätte er nie etwas anderes getan. Oft wirkt Jake also nicht wie jemand Anfang 30, sondern wie in deutlich älterer Mann, oder um es etwas kühner zu formulieren: wie sein Autor, der mit Nostalgie an die Zeit seiner Jugend zurückdenkt.
Und zuletzt ist es auch etwas seltam, dass Jake, der ja nun nicht wie ein Misanthrop wirkt, anscheinend keinen einzigen Menschen aus seiner Gegenwart vermisst. Das ist ein wenig traurig und angesichts seines Charakters recht unverständlich.

So, diese Rezension ist nun in der Länge etwas ausgeufert, aber "Der Anschlag" ist ja auch ein sehr dicker Roman.
Als Fazit kann ich nur sagen: Es gab etliche Dinge, die mich an dem Roman gestört haben, trotzdem hat er sich alles in allem recht gut gelesen. Bedenkenlos weiterempfehlen kann ich ihn aber beim besten Willen nicht. Vielleicht für eingefleischte King-Fans, die dann auch mit der ganzen Derry-Episode ihre Freude haben dürften.



Und nun noch eine kleine Sache, die ich ganz am Rande noch erwähnen möchte, nämlich zum Thema: Wenn Sexszenen unfreiwillig komisch werden. So lässt sich Sadie in ihrer Ekstase zu folgender Litanei hinreißen: "O Schatz, o mein Schatz, o mein lieber lieber Gott, o Liebster!"
 Wer hier hat auch früher auf dem Blog der FrauKatz mitgelesen und sich dort über ihre Besprechung der "Hebamme" amüsiert? Und kann sich vielleicht noch an die Szene zwischen der holden Marthe und Christian erinnern, wo der gute Chris im Rhythmus der Bewegungen (sic!) von sich gibt "Meine Geliebte, meine Frau, meine Gefährtin!"?
Ja ... Soviel also zum Thema, dass auch große Autoren mitunter bei Sexszenen mal so richtig danebengreifen. Immerhin würden aber Sadie und Christian zusammen einen netten Sprechchor abgeben ...

Sonntag, 18. November 2012

Sonntagsgeplauder #43

Lesegeplauder
Es ist geschafft: Ich bin mit Stephen Kings "Der Anschlag" durch! Nun muss ich mal versuchen, eine brauchbare und nicht elendslange Rezension zu verfassen, da ich gefühlte tausend (Kritik)punkte in meinem Kopf habe, die ich darin unterbringen will. %-)
Neu begonnen habe ich mit "Der Schachautomat" von Robert Löhr, aber anders als mit den anderen Romanen dieses Autors bin ich damit noch nicht so ganz warm geworden. Ich hoffe, das kommt noch.

AcWriMo
Ich weiß, die Seitenzahlen sehen noch nicht wirklich beeindruckend aus. Ich hoffe wirklich, dass ich mein Ziel da noch schaffe - ich versinke einfach schon wieder zu sehr in Recherchen und dem bösen "Nur noch die paar Bücher"-Gedanken.
Außerdem bin ich letzte Woche ein bisschen in das geschlittert, was ich sonst immer den "MidNaNo-Blues" nenne. Die 2. Woche war da bei mir nämlich meistens mühsam, die Motivation ganz am Boden und ich musste mich oft zum Schreiben zwingen. Ähnlich ging es mir nun auch in der letzten Woche. Beim Stundenzählen verging die Zeit quälend langsam - und flog nur so dahin, wenn ich eben nicht mit der Dissertation beschäftigt war.
Ich hoffe also, dass jetzt auch analog zum NaNo wieder der Aufschwung der 3. Woche kommt.

Buchverfilmung: The Help
Gestern Abend habe ich mir "The Help", die Verfilmung von Kathryn Stocketts wunderbarem Roman angesehen - und passend dazu gab es kreolisches Huhn mit Okraschoten und Maisbrot (alles selbst gekocht/gebacken natürlich). 
Den Film fand ich durchaus gelungen, wenn auch im Vergleich zum Buch stark gekürzt und stellenweise arg vereinfacht. Er war auch weniger erschütternd, mehr ein "Gute Laune"-Film mit ziemlich lustigen Szenen. Auch das Buch ist ja teils recht humorvoll, aber der Film kam mir tatsächlich insgesamt eher wie eine Komödie vor. Und Skeeter war natürlich bildhübsch - wie könnte es auch anders sein. Eine junge Frau als Hauptperson, die nicht wunderschön ist? Wo kämen wir denn da hin!
Aber das ändert nichts daran, dass ich die Verfilmung insgesamt genossen habe und gerade zum Ende hin auch emotional recht bewegt war. Einige vergossene Tränchen inklusive ... ;-)

Tja, und jetzt werd ich mich erst mal mit einem Hörbuch hinsetzen und noch ein paar Mützchen stricken, damit ich sie morgen wegschicken kann. Ich hoffe, dass ich noch ein paar schaffe.

Samstag, 17. November 2012

Aufgeben ist keine Lösung: Riava

Riava Ledan-Astis ist meine älteste noch bestehende Figur (im Sinne von: ich schreibe noch weiter über sie). Und anders als Vendalar, der ähnlich alt ist, aber zahlreiche Veränderungen hinter sich hat, ist Riavas Charakter sehr konstant geblieben.

Um mal mit ein paar allgemeinen Informationen anzufangen: Riava hat einige Jahre ihrer Kindheit und Jugend in der Priesterschule von Crayasuma verbracht. Ihre Eltern haben das als eine ganz vernünftige Erziehung für ein junges Mädchen betrachtet, aber als sie 15 Jahre alt und somit nach lidanischen Begriffen im heiratsfähigen Alter ist, holen ihre Eltern sie wieder zurück in die Hauptstadt, um sie hoffentlich bald gut zu verheiraten.
An diesem Punkt - als Riava die Priesterschule verlassen muss - setzt auch die Handlung des Romans ein. Riava selbst würde viel lieber in Crayasuma bleiben und tatsächlich Priesterin werden, da in ihrem Leben die Götter und der Glauben daran eine große Rolle spielen.
Davon abgesehen zweifelt sie ohnehin daran, dass sie eine gute Partie abgibt, da sie nicht wirklich den lidanischen Schönheitsvorstellungen entspricht. Sie ist ziemlich schmal und schlaksig, hat kaum weibliche Rundungen und auch ein eher kantig-herbes Gesicht. Wie die meisten Angehörigen ihres Volkes hat Riava dunkle Haare und Augen und eine hellbraune Haut. 
Das Bild ist übrigens uralt und aus meiner jetzigen Sicht furchtbar (ich konnte damals noch nicht wirklich mit Ölfarben umgehen), aber solange ich kein neues habe, dient es mal als Platzhalter.

Riava hat noch so einige Züge an sich, die darauf hindeuten, dass die "Göttersteine" ursprünglich eine sehr klassische Struktur hatten. So bekommt sie von Tiron, dem Gott der Träume, prophetische Träume geschickt, die sie erst auf die Spur der titelgebenden Göttersteine bringen. Sie sieht es daher als ihre Bestimmung, diesen Weg auch tatsächlich einzuschlagen - dabei ist Tiron eigentlich ein durchaus egoistisches Geistwesen, das Riava schlichtweg als Werkzeug missbraucht.

Charakterlich ist Riava wohl eine meiner positivsten Figuren. Sie ist zwar recht schüchtern und manchmal ängstlich, hat aber eine sehr unvoreingenommene Art, die es ihr ermöglicht, auf die meisten Menschen freundlich und ohne Vorurteile zuzugehen. Sie ist außerdem sehr warmherzig und anders als viele meiner recht kopflastigen Frauenfiguren (ich kann mir ja gar nicht erklären, woher das kommt *hust*) ein sehr emotionaler Mensch, der seinen Gefühlen vertraut. 
Würde ich Riava jetzt neu als Figur entwerfen, würde ich ihren Charakter wohl "grauer" machen, aber sie ist natürlich nicht ohne jegliche Ecken und Kanten. Wenn sie ihre Ziele erreichen will, kann sie nämlich mitunter recht rücksichtslos werden. Zudem wird sie immer wieder von Selbstzweifeln geplagt und steht sich mit ihrer Unsicherheit oft selbst im Weg.
Das klingt alles vielleicht eher "schwach", aber Riava ist aus meiner Sicht eigentlich eine sehr starke Figur. Gerade, weil sie sich immer wieder überwinden und sich ihren Ängsten stellen muss, finde ich es bemerkenswert, dass sie niemals aufgibt, stets unermüdlich weitermacht und sich immer wieder von neuem aufrappelt.

Gerade weil Riava in vieler Hinsicht so ganz anders ist als meine sonstigen Lieblinge unter meinen Figuren, ist es erstaunlich, dass sie sich stets problemlos schreiben lässt. Ich hatte noch nie auch nur die geringsten Probleme, mich in sie hineinzuversetzen und denke, es liegt daran, dass sie eben schon so lange durch meinen Kopf geistert und ich sie entsprechend gut kenne.
Tatsächlich würde ich Riava noch immer als meine Lieblingsfigur bezeichnen. Sie liegt mir wahnsinnig am Herzen und sollte ich im Laufe des 2. Teils der Göttersteine feststellen, dass für den Plot ihr Tod notwendig wäre, dann weiß ich nicht, ob ich das übers Herz bringen könnte.

Die folgende (auch schon uralte) Szene ist ziemlich vom Anfang des Romans, als Riava Vendalar noch nicht lange kennt. Die beiden hatte einen denkbar schlechten Start, aber dennoch erzählt Riava ihm schließlich von ihren Träumen und dass in einem davon auch er vorkam:

Vendalar starrte sie an und jetzt meinte Riava ganz deutlich Angst in seinem Blick zu erkennen. „Warum hast du mich in einem Traum gesehen?“
„Ich denke, dass es wichtig ist, dass ich mit dir diese Reise mache. Und ohne den Traum hätte ich mich vielleicht geweigert.“
„Wichtig?“, fragte Vendalar mit tonloser Stimme.
Mit einemmal hatte Riava das Gefühl, als wäre es ein schrecklicher Fehler, dass sie ihm davon erzählt hatte. Vendalar kam ihr plötzlich wie erstarrt vor, als hätte ihn das Grauen gepackt. „Macht dir das Angst, das mit meinen Träumen?“
„Nein!“, entgegnete Vendalar heftig, zu heftig. Dann runzelte er die Stirn und Riava hatte das Gefühl, als würde er zum ersten Mal wirklich offen mit ihr sprechen, als er sagte: „Doch. Es macht mir Angst.“
„Mir auch.“
Eine Weile sagte niemand ein Wort und Riava fragte sich, was Vendalar nun von ihr halten mochte. Vielleicht hätte sie nicht so offen über ihre Träume sprechen sollen, aber irgendwie war es ihr richtig vorgekommen. Selbst jetzt wollte sie ihre Worte nicht zurücknehmen, nicht so wie bei Galada damals.
Vendalar fragte nicht weiter nach, er schwieg einfach und zum ersten Mal war sie froh über seine Schweigsamkeit. Sein Blick ruhte noch immer auf ihr, aber jetzt beunruhigte dieser Blick sie nicht mehr. Sie wusste nicht weshalb, aber sie fühlte sich verstanden. Sie hatte von ihren Träumen erzählt und er hatte ihr zugehört. Er hatte nicht gesagt, dass sie verrückt wäre und sich das einbildete und auch nicht, dass sie sofort aufhören sollte, solchen Unsinn zu reden, ehe sie noch die Götter beleidigte. Und ihr wurde auf einmal bewusst, dass sie nicht länger Angst vor ihm hatte.

Mittwoch, 14. November 2012

Rezension im Dreierpack: Reise in die Vergangenheit von Russland, Schweden und Wales

Es gibt mal wieder Kurzrezensionen im Dreierpack. Gemeinsam haben die Romane, dass ich sie alle nicht überragend fand.

Kai Meyer - Frostfeuer
(Hörbuch)

Ich bin sonst ein Fan von Meyers Büchern, aber dieser Roman, der manche Elemente der "Schneekönigin" enthält und die Geschichte des Mädchens Maus erzählt, das als Schuhputzerin in einem Hotel in St. Petersburg arbeitetet, konnte mich ganz und gar nicht überzeugen. Hintergrund und Atmosphäre des Zarenreichs wurden zwar schön aufgebaut, aber die Figuren fand ich großteils recht blass und auch nicht allzu glaubwürdig. Obwohl Maus panische Angst vor dem "Draußen" hat, riskiert sie, aus dem Hotel geworfen zu werden für ein paar Diebstähle, die sie nicht aus einer Not heraus, sondern eher um des Nervenkitzels willen verübt? Das wollte mir nicht so recht einleuchten. Außerdem kam sie - vor allem in Dialogen - extrem kindlich rüber (mehr wie eine Acht- als eine Zwölfjährige), wobei das auch an der Sprecherin liegen mag, die ihr eine sehr piepsige Kinderstimme verliehen hat.
Ich liebe ja das Märchen "Die Schneekönigin" und hatte mir daher auch viel von dem Roman erwartet, aber mehr als 2 von 5 Sternchen ist mir dieses Leseerlebnis leider nicht wert.


 Ransom Riggs - Miss Peregrine's Home for Peculiar Children

Das Besondere an diesem Buch sind die teils skurrilen, teils sogar recht schaurigen alten Fotografien, um die der Autor eine Geschichte um ein Waisenhaus in Wales während des 2. Weltkriegs gestrickt hat.
Leider kam mir die Geschichte stellenweise recht konstruiert vor und ich hatte das Gefühl, dass sie für sich alleine (ohne Fotos) ganz und gar nichts besonderes wäre. Die Figuren bleiben recht blass, die Erklärungen wirken teilweise an den Haaren herbeigezogen und mit der Zeitreise-Thematik darin konnte ich auch nicht so recht etwas anfangen. Dabei war der Anfang ganz grandios - geheimnisvoll und auch recht gruselig, wenn Jacob durch das Moor streift und das alte Waisenhaus erkundet. Doch vom Zeitpunkt der "Auflösung" an konnte der Roman mich nicht mehr recht überzeugen.
Optisch also ein echtes Erlebnis und bis etwa zur Hälfte sehr spannend, danach leider eher schwach.
3 von 5 Sternchen


Henning Mankell - Daisy Sisters

Ein Fahrradausflug mit ihrer Freundin während des 2. Weltkriegs wird Elna zum Verhängnis: Nach der Vergewaltigung durch einen Grenzsoldaten wird sie schwanger und ihr Leben nimmt einen ganz anderen Verlauf als geplant. Und auch ihre Tochter Eivor wird durch Schwangerschaften stets daran gehindert, den gewünschten Weg einzuschlagen.
Der Titel dieses Romans ist recht irreführend, lässt er doch vermuten, dass die "Daisy Sisters" Elna und Vivi im Mittelpunkt stehen. Nach dem anfänglichen Fahrradausflug spielt Vivi aber kaum noch eine Rolle, was ich sehr schade fand. 
Mankells Roman berichtet von verlorenen Träumen und zerstörten Hoffnungen und bietet daher eine recht ernüchternde Lektüre. Nach einem sehr starken Anfang folgt ein Intermezzo, das ein bisschen wie ein Fremdkörper wirkt, ehe der Roman dann mit Eivors Versuch, sich ein eigenes Leben aufzubauen, wieder Fahrt aufnimmt. Die wiederholten Rückschläge vor allem von Eivor, die sich immer wieder mit den falschen Männern einlässt (wobei die positiv gezeichneten Männerfiguren hier ohnehin rar gesät sind) fand ich recht deprimierend.
Glücklicherweise gibt es auch optimistischere Szenen, besonders wenn Mankell von den Daisy Sisters und später von Eivors Jugendzeit schreibt. Auch sonst weiß der Roman über weite Strecken zu fesseln, aber ich hätte mir doch ein paar mehr Lichtblicke erhofft.
3,5 von 5 Sternchen