Donnerstag, 26. Januar 2012

Das Kreuz mit den englischen Büchern

Ich bin ein unglaublicher Fremdsprachentrottel. Die meisten lachen, wenn ich das sage und halten das immer für Unsinn. Aber ich tu mir wirklich extrem schwer mit Fremdsprachen - Lesen geht meist noch einigermaßen, aber alles darüber hinaus ... oje! Und wenn jemand glaubt, ich hätte nach meinen 6 Monaten Studium in Norwegen ganz toll Norwegisch sprechen können, kann ich immer nur müde lächeln. 

Seit einer Weile (etwa eineinhalb Jahren) bemühe ich mich, regelmäßig Bücher auf Englisch zu lesen und auch Filme/Serien auf Englisch zu schauen. Das klappt - nicht zuletzt dank der Englisch-Challenge - zwar ganz gut, aber ich habe wirklich das Gefühl, mich keinen Deut zu verbessern. "Einfache" Bücher konnte ich auch schon vor Jahren ganz gut lesen, während mich anspruchsvolle auch jetzt noch überfordern. So hätte ich etwa Jane Austen im Original versucht - herrje! Und Patricia McKillip ist mir auch eine Spur zu hoch, was der Grund dafür ist, dass ich immer noch ein Buch von ihr auf meinem SuB habe, das ich eigentlich schon längst mal lesen möchte. Aber ich trau mich einfach nicht drüber ...
Auf meiner Liste für die Klassiker-Challenge habe ich noch einige englische Bücher und ich bezweifle mittlerweile immer mehr, dass ich sie tatsächlich im Original lesen werde. "Gulliver's Travels" war mir da eigentlich schon genug. 

Tja, und beim Hörverständnis schaut es noch viel schlimmer aus. So habe ich es in letzter Zeit ab und zu mit einem englischen Hörbuch versucht, aber während einige Kinderbuchklassiker noch gingen, war "Forever" von Maggie Stiefvater bereits hart an der Grenze. Nun wollte ich eigentlich "A Storm of Swords" von als Hörbuch hören und habe für die Anschaffung mein Audible-Abo genutzt, aber schon nach dem Prolog war ich sehr entmutigt und habe das Hörbuch erstmal abgebrochen. Ich hatte wirklich große Verständnisschwierigkeiten, und dabei habe ich das Buch ja vor Jahren bereits auf Deutsch gelesen. 
Dasselbe Bild bietet sich bei Filmen/Serien auf Englisch. Ab und zu klappt es ganz gut, aber derzeit gucke ich ja "True Blood" und bin heillos damit überfordert. Da ich die deutsche Synchronisation aber unerträglich finde, muss ich da wieder zu meinem bewährten Mittel "englischer Ton mit englischen Untertiteln" greifen. Das klappt auch prima, aber es frustriert mich eben, dass es ohne die Untertitel nicht geht. Und wer jetzt meint, das läge nur am Südstaatenslang: nein, wohl kaum. Ich habe vor einer Weile sämtliche Staffeln Buffy und Angel geguckt (die ich vorher noch gar nicht kannte), also etwa 250 Folgen. Und am Ende brauchte ich immer noch die englischen Untertitel. Das ist doch ein Trauerspiel!

Kennt ihr das Problem? Habt ihr auch das Gefühl, ein wenig auf der Stelle zu treten oder erkennt ihr eine deutliche Steigerung bei euren Lesefähigkeiten auf Englisch? Oder hattet ihr damit ohnehin noch nie Schwierigkeiten? Habt ihr auch schon englische Hörbücher gehorcht und wie ging es euch dabei?

Übrigens überlege ich, bei lettersalads Vokabelchallenge mitzumachen - vielleicht würde mir das ja helfen.

Kommentare:

  1. Ich habe vor 4 (?) Jahren mit dem englisch-lesen angefangen und ich finde schon, das ich mich verbessert habe. Mein erstes Buch auf Englisch war ein extrem dünner Liebesroman, der sich durch eine sehr anspruchslose Sprach auszeichnete.
    Mittlerweile lese ich sehr gerne auf englisch - wenn es sich Liebesromane oder Urban Fantasy handelt. Und Lord of the Rings habe ich auch bezwungen.

    Aber mit Jane Austen bin ich letztes Jahr auch nicht so richtig gut zurecht gekommen - das will ich demnächst nochmal auf deutsch lesen.

    Eigentlich will ich mich auch mal an schwierigeren Sachen ranwagen. ich habe sogar auch einige passende Bücher bei mir liegen. Aber die bleiben wie Blei im Regal.
    Bei Filmen mache ich es meist wie du - mit englischen Untertitel. Und Hörbücher sind ganz schlimm. Ich verstehe nicht mal die Hörprobe.

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    1. Das beruhigt mich jetzt ein wenig, dass nicht nur ich Probleme mit Hörbüchern habe.
      Möglich, dass ich mich beim Lesen auch verbessert habe, aber ich konnte eher leichte Bücher auch schon vor Jahren ganz gut lesen, während ich mit anspruchsvolleren Büchern eben auch jetzt immer noch dieselben Verständnisschwierigkeiten wie vor Jahren habe.
      Mit Lord of the Rings hast du ja eh ganz schön was geschafft. Ich kenn den Roman ja nur auf Deutsch, aber der kommt mir ja sprachlich schon recht anspruchsvoll vor.

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    2. Lord of the Rings habe ich aber auch schon vorher mehrmals auf deutsch gelesen - wahrscheinlich zählt es von daher nicht so richtig. ;)

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  2. Ich gucke Serien auch ausnahmslos im englischen Original, und lasse dabei immer den Untertitel mitlaufen. So schaue ich Buffy schon seit Jahren an. Und auch andere Serien. Die Kombination hören+lesen ist da optimal. Schalte ich den Untertitel aus, kriege ich vieles nicht mit.
    Durch dieses Serienschauen hat sich mein Englisch schon wesentlich verbessert, noch eher als vom Englisch lesen. Jetzt weniger mein eigenes Englisch sprechen (dafür müsste man eben sprechen) sondern das verstehen, besonders auf Ausdrucksweisen bezogen die man eben nicht in der Schule gelernt hat.
    Das hab ich dann gleich in Kanada ausgetestet, und es ging Problemlos.

    Also einfach weitermachen, und die Untertitel nicht als "Versagen" ansehen, sondern als Hilfe. Und wichtig finde ich noch: Serien/Filme ansehen, die einen auch wirklich interessieren. Am besten welche, wo man voll darauf brennt zu wissen, wie die das im Original gesagt haben. Da lernt man am besten.

    Bei mir war das so, dass ich Schimpfworte dumm übersetzt fand, und gerne wissen wollte, wie im amerikanischen Original geflucht wird.
    Oder wenn bei "ALF" behauptet wird Familie Tanner würde "Lindenstraße" gucken, dann schau ich lieber im Original nach was sie tatsächlich geschaut haben.

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    1. Es stimmt, ich sollte die Untertitel nicht als "Versagen" betrachten. Ich habe halt zuerst ganz naiv gedacht: Ach, die ersten paar Staffeln schaust du mal mit Untertiteln und dann geht es sicher schon super ohne ...
      Ich hab halt wirklich Probleme mit dem Hörverständnis, das merke ich auch, wenn ich in der Arbeit auf Englisch telefonieren muss. Der direkte Kundenumgang ist da eigentlich kein Problem, aber am Telefon ... da hapert es manchmal. :-(

      Aber ich werde einfach tapfer weiter auf Englisch gucken. Schon alleine deshalb, weil ich gerade bei Serien die Synchronisation oft ganz katastrophal finde. Buffy ist da sowieso ein Paradebeispiel, da geht auf Deutsch die halbe Ironie verloren und es wirkt alles furchtbar ernst-dramatisch.

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  3. Argh, wenn der Kater während des Tippens den Kommentar löscht! Also noch einmal:

    Englische Filme immer mit Untertiteln, englische Bücher werden von mir vorsichtig angetestet, ob ich genügend verstehe. Denn wenn es zu kompliziert wird, dann gebe ich schnell auf und nutze die Zeit lieber effektiver mit etwas, was ich besser verstehe. ;)

    Dafür habe ich schon früh festgestellt, dass ich "asiatisches" Englisch gut verstehen kann, da klappt es sogar am Telefon mit dem Verstehen. Britische Dialekte hingegen lassen mich verzweifeln und je mehr sich jemand von der Ostküste der USA entfernt, desto weniger kann ich mich mit ihm verständigen ...

    Trotzdem denke ich, dass wir alle mit den eher "leichten" Büchern und den Untertiteln einen Lernfortschritt machen, auch wenn der nicht so spürbar ist. Und wenn wir ein paar Wochen in einem englischsprachigen Land wären, dann ginge es mit dem Hören vermutlich auch besser. So oder so scheint mir das Wichtigste die Beständigkeit zu sein. Wenn ich längere Zeit nichts englisches in der Hand hatte, dann brauche ich für die ersten Seiten immer arg lange. Habe ich aber gerade erst ein englisches Buch gelesen, dann fluppt es auch mit dem nächsten ganz gut ...

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  4. Ach du meine Güte :) Etwas mit Untertiteln anzuschauen finde ich überhaupt nicht schlimm - oft sprechen die Schauspieler ja auch enfach so schnell, dass man da kaum hinterher kommt. Und dann fehlen einem natürlich viele Sachen und man versteht nicht, worum es eigentlich geht.
    Eine ganz tolle Serie, die man auf Englisch super versteht, ist "Merlin". Die kann ich absolut empfehlen - es geht um den jungen Prinz Arthur, der eben auch auf einen jungen Merlin trifft, zunächst aber nicht weiß, dass dieser Magie beherrscht. Die Artussaga wird da nochmal ganz anders dargestellt und es macht echt Spaß sich die Serie anzusehen. Die Schauspieler sprechen auch sehr deutlich (da gehts auch ohne Untertitel ^^), was ich richtig gut finde. Probiers doch mal damit, vielleicht ist es auch was für dich.
    Ich habe festgestellt, dass es da vor allem auf die Übung ankommt. Zu Anfang habe ich auch alles mit Untertiteln angesehen, mittlerweile schaue ich mir die Filme, die ich schon kenne auch ohne Untertitel an. Manche mir unbekannte Filme verstehe ich nun auch ohne Untertitel, aber meist muss ich ihn dann doch wieder anmachen, weil zu schnell gesprochen wird ;)

    Hörbücher wollte ich auch immer mal auf Englisch ausprobieren. Probeweise hab ich mir dann mal auf amazon eine Hörprobe von "Eragon" angehört - und war völlig platt. Ich habe rein gar nichts verstanden. Seitdem traue ich mich auch nicht mehr so recht daran, was ich aber eigentlich schade finde. Vielleicht sollte ich doch mal einen Versuch wagen?

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  5. Vielen Dank euch allen mal für die Rückmeldungen und Erfahrungsberichte! Jetzt fühl ich mich schon nicht mehr ganz so klein. Ich weiß nicht genau, warum, aber ich hatte rundherum immer ein wenig den Eindruck gewonnen, alle würden problemlos Filme im Original gucken und ohne jegliche Schwierigkeiten noch die schwierigsten englischen Bücher lesen. Dabei kenne ich einfach eine Handvoll Leute, die richtig gut Englisch können und habe von denen auf alle geschlossen.

    Das mit den Hörbüchern scheint ja tatsächlich eine ziemliche Hürde zu sein, mit der nicht nur ich zu kämpfen habe. Der beste Weg ist da vermutlich wirklich, mit sehr einfachen Büchern zu beginnen. So klappte es bei mir ja auch ganz gut mit "Anne of Green Gables" sowie "The Wonderful Wizard of Oz", was wohl nicht nur an der Sprache lag, sondern auch daran, dass die Handlung da nicht so kompliziert ist und es nichts macht, wenn man mal nicht alles versteht.

    Wenn ich übrigens gezwungen bin, etwas ohne Untertitel zu sehen (z.B. im Kino), dann geht es eigentlich auch. Ich verstehe dann nicht komplett alles, aber es ist meistens doch ausreichend.
    Mein größtes Erfolgserlebnis war hier "Tangled", das mir wirklich gar keine Probleme bereitet hat. Vielleicht sollte ich mehr Disney-Filme im Original gucken, das könnte aufbauend sein. ;-)

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  6. Mein Englisch hat sich durch das englische Lesen und Gucken definitiv verbessert, aber ich nutze auch oft Untertitel.

    Bei Serien kommt das für mich ganz darauf an, wie gesprochen wird. Bei True Blood oder CSI bin ich für die Untertitel dankbar, britisches Englisch verstehe ich viel besser. Inspector Barnaby wird etwa zwangsläufig ohne Untertitel geschaut, weil's einfach keine gibt. Bei "Angel" ist es so, daß ich es eigentlich gut verständlich finde - aber gerade der Protagonist nuschelt ganz schön ;-) Und eh man nix versteht, finde ich doch Untertitel die bessere Lösung :-) Ich habe mit ihnen allerdings ein anderes Problem: Aufmerksamkeit, die ich auf den Text richte, fehlt mir beim Bild.

    Englische Leseversuche habe ich an sich seit der Schulzeit durch Schullektüre, Harry Potter und diverse kleine Bücher zu verzeichnen. So richtig der Knoten geplatzt ist bei mir interessanterweise durch eine Buchreihe, nämlich die "Morganville Vampires" vor ca. 2 Jahren. Ich kann nicht sagen, warum, aber seitdem lese ich ziemlich ausgewogen parallel Englisch und Deutsch. Anfangs mußte ich mich auf den ersten Seiten oft noch an den Stil eines Autors gewöhnen und habe mich erst nach einer Weile reingefunden, inzwischen merke ich das nicht mehr.
    Besonders dicke Bücher, die auch in schönen deutschen Ausgaben auf dem Markt sind, lese ich aber trotzdem übersetzt, weil's auf Englisch trotz allem einfach länger dauert :-)

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    1. Ja, ich lese auf Englisch auch deutlich langsamer - was die Sache bei sehr dicken Büchern tatsächlich manchmal etwas mühsam macht.
      Dass man sich erst in den Stil reinfinden muss, das geht mir auch so. Vielleicht habe ich aber trotzdem schon manchmal zu früh aufgegeben und wäre doch mit dem Buch klargekommen, wenn ich erst noch eine Weile weitergelesen hätte.

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