Freitag, 29. Juni 2012

Salman Rushdie - Die bezaubernde Florentinerin


Genre: Schelmenroman, Gegenwartsliteratur
Seiten: 448 Seiten
Verlag: Rowohlt
ISBN: 978-3498057831
Meine Bewertung: 3,5 von 5 Sternchen

Klassiker-Challenge  (Indien)


Im 16. Jahrhundert taucht in Fatehpur Sikri, am Hof des Großmoguls Akbar, ein Fremder namens Niccolò Vespucci auf und behauptet, durch die geheimnisvolle Qara Köz, eine verschollene Prinzessin, mit dem Mogul verwandt zu sein. Akbar ist auf eine seltsame Weise von dem Florentiner fasziniert und lauscht Abend für Abend, wie dieser die Geschichte von drei Freunden erzählt: Antonio Argalia, Niccoló "Ill Machia" und Ago Vespucci. Ihre Geschichte führt von Italien bis in die Neue Welt, erzählt von den Medici und Botticelli, von Krieg und Zauberei. Verbunden sind all diese Erzählungen durch Qara Köz, die "bezaubernde Florentinerin".

Rushdies Roman ist zugleich ein farbenprächtiges Märchen, ein Abenteuerroman, eine historische Erzählung, eine Gesellschaftsstudie und ein Schelmenroman. Phantasievoll und detailreich verwebt der Autor alle möglichen Geschichten ineinander und springt dabei mühelos vom Orient ins Italien der Renaissance, von dem großen Herrscher Akbar zu dem listigen Niccolò. Ihm dabei beim Lesen zu folgen, gelingt allerdings nicht ganz so mühelos. Einige Male hatte ich das Gefühl, mich fast im Gewirr der verschiedenen Handlungsstränge zu verlieren. Das wurde im Laufe des Romans besser, auch wenn ich einige Male doch innehalten und mir die Zusammenhänge ins Gedächtnis rufen musste.

Rushdies Erzählstil ist üppig und anschaulich, manchmal aber ein bisschen zu weitschweifig und detailverliebt. Stellenweise zieht sich der Roman und die Handlung geht nur schleppend voran. An solchen Stellen musste ich mich teilweise sogar zum Weiterlesen zwingen, obwohl ich die Geschichte von Qara Köz sonst sehr faszinierend fand.
Etwas gewöhnungsbedürftig ist auch die Vermischung von historischen Fakten mit märchenhaften Elementen und Magie.

Alles in allem ist "Die bezaubernde Florentinerin" ein zauberhafter Roman voller Geschichten, der aber machmal etwas verwirrend zu lesen ist und an manchen Stellen auch eine kleine Straffung vertragen hätte.

Kommentare:

  1. Das Buch hört sich auf jeden Fall schön märchenhaft an. Ich habe vom selben Autor mal "Harun und das Meer der Geschichten" gelesen, das mir auch gut gefallen hat.
    Liebe Grüße, muselmu :)

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  2. Ich wollte ja eigentlich auch Harun lesen, aber mein Buch ist mir dann als Mängelexemplar in die Hände gefallen. Harun dürfte doch noch märchenhafter sein, was ich so mitbekommen habe - vielleicht probiere ich es damit auch nochmal. :-)

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