Mittwoch, 29. August 2012

Erin Morgenstern - Der Nachtzirkus



Genre: Phantastischer Roman
Seiten: 464
Verlag: Ullstein
ISBN: 978-3550088742
Meine Bewertung: 5 von 5 Sternchen



Er taucht stets wie aus dem Nichts auf, der geheimnisvolle Nachtzirkus, der seine Pforten immer erst nach Sonnenuntergang öffnet. Seine Zelten entführen die Besucher in die unterschiedlichsten Welten, die alle voller Faszination und Zauber sind. Doch hinter dem Zirkus verbirgt sich noch deutlich mehr als man denken würde: Er ist Mittelpunkt eines Duells zweier Magier, die diesen Wettkampf nicht selbst gewählt haben, sondern von ihren Vätern dazu bestimmt wurden. Und es bleibt ihnen nichts anderes übrig, als das Spiel mitzuspielen - egal, wie hoch der Preis auch sein mag.

Manchmal stößt man auf ganz besondere Bücher, die man am liebsten gar nicht zu Ende lesen würde, nur, damit sie nicht aufhören. Bücher, die einen tatsächlich in eine eigene Welt eintauchen lassen und einen ganz und gar verzaubern. "Der Nachtzirkus" ist so ein Buch.
Beim Lesen habe ich mir sehnlichst gewünscht, ich könnte den Nachtzirkus selbst betreten, all die Zelte erkunden und mich eine Nacht lang von all der Magie dort einfangen lassen. Erin Morgenstern beschreibt all die Wunder so anschaulich und zugleich geheimnisvoll, dass ich mich dem Zauber dieses besonderen Schauplatzes nicht entziehen konnte.

Und im Grunde ist auch der Zirkus der eigentliche Protagonist des Romans. Die menschlichen Hauptfiguren verblassen daneben fast ein wenig, auch wenn ich sowohl Celia mit ihrem erfrischenden, oft unbeschwerten Wesen als auch den ernsthaften Marco bald in mein Herz geschlossen habe.
Da der Roman aber in permanenten Zeitsprüngen erzählt wird, ist es schwer, wirklich nahe an die Figuren heranzukommen. Seltsamerweise hat mich das aber gar nicht gestört. Anfangs muss man sich an diese Erzählweise zwar erst einmal gewöhnen, aber mit der Zeit verursachen die raschen Zeit- und Ortswechsel keine Probleme mehr.
Auch wenn man den Figuren eher fern bleibt, fiebert man doch mit ihnen mit. Es ist spannend zu beobachten, wie unterschiedlich die beiden an das Duell herangehen. Die Liebesgeschichte, die sich schließlich entwickelt, nimmt deutlich weniger Raum ein, als der Klappentext vermuten lässt, ist aber dennoch etwas ganz besonderes. Einen romantischen Roman in dem Sinn sollte man aber nicht erwarten.

Was die eigentliche Handlung und die Rolle des Nachtzirkus betrifft, so lässt Erin Morgenstern ihre Leser erst einmal im Dunkeln. In der ersten Hälfte des Romans kam es mir vor als würde ich ebenso im Dunkeln tappen wie Celia und Marco. Doch nach und nach wird klar, was das Ziel ist und wie sich alle Puzzleteile ineinander fügen.
Dadurch liegt auch die Spannung des Romans eher in diesen Rätseln und weniger in einer actionreichen Handlung. Man muss schon bereit sein, sich auf die eher leisen Töne dieses Buches einzulassen, um "Der Nachtzirkus" wirklich genießen zu können. Und man muss sich auch Zeit nehmen beim Lesen, da der Roman nicht unbedingt dazu geeignet ist, schnell "verschlungen" zu werden.

Mir ging es beim Lesen die meiste Zeit wie den Besuchern: Ich war wie verzaubert, bestaunte all die Magie und die technischen Wunder und verspürte eine tiefe Sehnsucht, länger in dem Zirkus verweilen zu können.
Beim Schreiben dieser Rezension werde ich bereits wieder wehmütig, weil ich wieder zurückmöchte in jene zauberhafte Welt und den Roman gerne noch einmal zum ersten Mal erleben würde. Bestimmt werde ich ihn irgendwann wieder lesen, aber das ist meistens eben doch nicht dasselbe wie die erste Begegnung, bei der man noch nicht weiß, was einen erwartet. Und ich beneide alle, die diese erste Begegnung noch vor sich haben. Genießt sie!

Montag, 27. August 2012

Gewinnspiel - Auflösung und die glücklichen Gewinner

Hier kommt nun die Auflösung meines Bücherrätsels.
Ich habe mich gefreut, dass es nun doch einige Teilnehmer gab und alle sich auch sehr tapfer geschlagen haben bei der Beantwortung der Fragen. Die 5. Frage haben übrigens alle richtig beantwortet, die 9. niemand und die 4. Frage wussten bis auf eine auch alle. Soweit mal ein kleiner statistischer Ausflug. ;-)
Wer gewonnen hat, erfahrt ihr im Anschluss an die Auflösung.


1. And Then There Were None von Agatha Christie 
Ursprünglich "Ten Little Niggers", dann in den USA geändert auf "Then Little Indians" und dann schließlich allgemein auf "And Then There Were None". Auch bei der deutschsprachigen Übersetzung wechselte der Titel mehrmals: "Letztes Weekend" wurde zu "Zehn kleine Negerlein" und schließlich zu "Und dann gabs keines mehr".

2. Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand von Jonas Jonasson

3. Guy Gavriel Kay
Hier haben so einige mitbekommen, dass ich den Autor des öfteren auf meinem Blog erwähnt habe und haben daher die richtige Antwort messerscharf kombiniert.

4. A Song of Ice and Fire von George R. R. Martin
Dieses Zitat haben fast alle erkannt - wenn nicht durch die Bücher, dann durch die Fernsehserie. Ich hätte ja so einige Zitate aus dieser Reihe auf Lager, aber ich dachte mir, dass dieses vielleicht zu den eingängigsten gehört.

5. Der satanarchäolügenialkohöllische Wunschpunsch von Michael Ende

6. Mockingjay von Suzanne Collins
Ich habe übrigens hier alle Bände der Hunger Games-Trilogie als richtige Antwort gezählt.
Von dem Lied gibt es einige Fan-Interpretationen, von denen mir aber nur eine wirklich gefällt. Die ist dafür richtig toll: http://www.youtube.com/watch?v=uKrCE1aYz7o

7. The Tenant of Wildfell Hall von Anne Bronte

8. Die Buddenbrooks von Thomas Mann
Ein richtiger Klassiker musste natürlich auch rein. Und es gab durchaus ein paar, die das Zitat richtig zuordnen konnten.

9. Patricia McKillip
Ich war ein wenig überrascht, dass niemand auf die richtige Antwort gekommen ist. Ich hab ja mehrmals mit dem Zaunpfahl gewedelt, indem ich gesagt habe, ich hätte die gesuchten Autoren und Bücher auf meinem Blog erwähnt - und Patricia McKillip ist derzeit noch die einzige unter meinen Autorenporträts. ;-)

10. Fortunas Flug von Victoria Schlederer
Nicht so oft erraten, aber dafür von ein paar mit "klingt aber interessant" kommentiert - ja, das ist es auch. Also: Lesen! :-)


So, und nun zu den Gewinnern. Ich habe gesagt, dass es zwei Gewinnerinnen geben wird. Die erste war schnell gefunden mit Nia von den Buchjunkies, die ganze 8 Fragen richtig beantwortet hat. Gratuliere! Um den 2. Platz gab es etwas mehr Gerangel, da mehr als eine Person 7 Fragen richtig beantwortet hatten. Ich habe unter diesen also gelost und die Glückliche ist: Streifenzebra
Herzlichen Glückwunsch euch beiden und vielen Dank auch nochmal an alle anderen Teilnehmerinnen! Ich habe mich sehr gefreut, dass ihr euch auf das Rätselraten eingelassen habt!

Sonntag, 26. August 2012

Sonntagsgeplauder #33

Lesegeplauder
Letzte Woche habe "Der Nachtzirkus" von Erin Morgenstern gelesen und bin ganz hin und weg. So ein wunderbares Buch! Ich bin richtig traurig, dass ich es schon ausgelesen habe. Demnächst wird es natürlich noch eine Rezension geben.
Zum Glück habe ich schon einen nicht ganz so zauberhaften, aber doch sehr fesselnden "neuen" Lesestoff gefunden. Ich habe mich nämlich einer meiner ältesten SuB-Leichen angenommen und endlich begonnen, "Der Graf von Monte Christo" zu lesen. Ich muss zugeben, dass mich der Roman eigentlich nie sehr gereizt hat, aber jetzt frage ich mich: Warum eigentlich nicht? Der ist ja sowas von spannend! Okay, angeblich gibt es in der Mitte einen ziemlichen Durchhänger, aber noch bin ich äußerst angetan davon. 
Von Mario Vargas Llosas "Der Geschichtenerzähler" bin ich nicht ganz so angetan. Ein interessantes Buch zwar, aber bislang nicht mit Tod in den Anden vergleichbar.

Challengegeplauder
Letzte Woche gabs mal wieder meinen zweimonatigen Überblick über die Themen-Challenge. Ich habe mittlerweile die erforderlichen 10 Themen gelesen, so wie auch einige der anderen Teilnehmer.
Damit habe ich meine Challenge theoretisch abgeschlossen, allerdings möchte ich ja alle 20 Themen durchlesen.
Noch nicht geschafft habe ich die 2. Chance-Challenge, deren Ende sich mit Riesenschritten nähert. Mal sehen, was ich dafür noch lesen werde.
Bei der Englisch-Challenge möchte ich von jetzt an ein wenig kürzere Bücher wählen. Mit meinen dicken Wälzern hab ich mir schon so viele Strafbücher eingehandelt, dass ich jetzt auf etwas überschaubarere Bücher achten werde. Mehr oder weniger Hand in Hand mit dieser Challenge geht schließlich noch die Vokabelchallenge, bei der ich zwar schon eifrig Wörter eingetragen, aber noch keine wirklich gelernt habe.

Apropos Challenges ... Im Juli hat Soleil von den Verlorenen Werken eine "Rad der Zeit"-Challenge gestartet und ich habe ein vorsichtiges Interesse angemeldet. Es geht einfach darum, die Serie anlässlich der Publikation des letzten Bandes im Januar 2013 (noch einmal) zu lesen.
Vorsichtiges Interesse deshalb, weil ich die Serie vor Jahren schon mal begonnen hatte, vom Einstieg aber nicht wirklich überzeugt war. Mir kam der wie ein astreiner Herr der Ringe-Abklatsch vor, aber nachdem so viele meinen, dass das doch überhaupt nicht der Fall wäre, möchte ich es jetzt gern genau wissen und das ganze nochmal probieren. Hat mich damals mein Eindruck getäuscht? Und wie gings nach dem 1. Band eigentlich weiter?
Fragen, die ich doch ganz gern für mich beantworten würde. Ob ich tatsächlich die ganze Serie lese, ist allerdings SEHR ungewiss, da sie ja schon wirklich verflixt lang ist. Aber zumindest möchte ich dem 1. Band noch eine 2. Chance geben.

Bloggeplauder
Morgen gibt es eine Auflösung meines Bücherrätsels und die Bekanntgabe der Gewinner. Ich freue mich, dass es letztendlich doch einige Teilnehmer gab und auch, dass die meisten sich bei der Beantwortung der Fragen wirklich sehr gut geschlagen haben.
Vielen Dank fürs Miträtseln!

Freitag, 24. August 2012

Zweimal England und einmal ein phantastisches Wales

Bei mir stapeln sich noch immer die Bücher, die ich rezensieren möchte, daher gibt es wieder einmal ein paar nur in Kurzrezensionen:

Lloyd Alexander - The Castle of Llyr

Auf der Insel Mona soll Eilonwy - wie es für ihre Herkunft angemessen ist - zu einer anständigen Prinzessin erzogen werden. Doch schnell stellt sich heraus, dass Eilonwy Gefahr von einer alten Feindin droht. Ein Glück, dass Taran und Gurgi sie auf die Insel begleitet haben und auch ihre anderen Freunde nicht weit sind.
Ich fand den 3. Band der "Chronicles of Prydain" sehr nett zu lesen, insgesamt aber einen Tick oberflächlicher als The Black Cauldron. Es findet hier deutlich weniger Charakterentwicklung statt, was natürlich auch daran liegen kann, dass Taran nun deutlich vernünftiger und in sich gefestigt ist. Aber angesichts des Konfliktes, in den Eilonwy gerät, ist es schade, dass sie weiterhin sehr liebenswert und lebhaft, aber dennoch eher eindimensional wirkt. Auch ihre Entwicklung am Ende verläuft doch sehr sprunghaft.
Interessanter ist da Prinz Rhun, in dem deutlich mehr steckt als man anfangs denken mag. Er, der wunderbare Flewddur Flam und all die Abenteuer, die die Freunde während ihrer Suche nach Eilonwy erleben, sind die Highlights des Romans, der stellenweise auch sehr witzig ist. Er ist zweifellos lesenswert, kommt mir aber weniger ernsthaft und tiefsinnig vor als der erwähnte 2. Band.
3,5 von 5 Sternchen


Keith Lowe - Auf ganzer Linie

 Unmittelbar vor seiner Hochzeit lässt Andy sich auf eine aberwitzige Wette ein: Er möchte an einem Tag alle 265 Stationen des Londoner U-Bahnnetzes abfahren und setzt als Wetteinsatz nicht weniger als seinen Pass und das Ticket für den Eurostar, der ihn am nächsten Tag zur Hochzeit nach Paris bringen soll, aufs Spiel.
Dass der große U-Bahnfan Andy sich überhaupt auf eine so absurde und riskante Sache einlässt (wer würde schon seine Hochzeit für eine Wette aufs Spiel setzen!) muss man einfach mal als Ausgangssituation hinnehmen - aber wenn man sich daran nicht stört, bekommt man einen rasanten und witzigen Roman zu lesen, bei dem sich trotz des eintönig wirkenden Plots keine Langeweile breit macht. Es macht einfach unglaublich Spaß, Andys Weg durch das Gewirr des Londoner U-Bahnnetzes zu verfolgen und bei all den kleinen und größeren Pannen mit ihm mitzufiebern.
Mit von der Partie ist der Penner Brian, der sich Andy gleich in den frühen Morgenstunden anschließt und ihm von da an nicht mehr von der Seite weicht. Anfangs ist Andy genervt, aber bald findet er doch Gefallen an seinem skurrilen Begleiter - und für uns Leser ist Brian sowieso eine Bereicherung.
Wirklich ein sehr netter Roman, der natürlich vor allem harmlose Unterhaltung bietet, manchmal aber doch recht ernste Töne anschlägt und ganz nebenbei auch alle möglichen Anekdoten und Fakten zur Londoner U-Bahn zu bieten hat.
4 von 5 Sternchen


Agatha Christie - Ruhe unsanft

 Nachdem ich nun einige Male eher von Agatha Christie enttäuscht wurde, hat mir dieser Krimi hier mal wieder richtig gut gefallen. Miss Marple tritt hier zum letzten Mal auf, bekommt aber eher eine Nebenrolle neben der jungen Gwenda Reed, die sich mit ihrem Ehemann in einem alten Haus in Dillmouth niederlässt. Dort wird sie von seltsamen Erinnerungen übermannt, die nicht nur darauf hindeuten, dass sie das Haus bereits von früher kennen muss, sondern auch darauf, dass hier einst ein Mord passiert ist.
Gemäß dem Motto "Schlafende Hunde soll man nicht wecken" verfolgt Miss Marple Gwendas Bemühungen, die vergangenen Ereignisse zu rekonstruieren, zwar mit Skepsis, unterstützt sie dann aber doch rasch mit eigenen Nachforschungen.
Anders als manche der Romane im Spionageumfeld, die eher nicht zu meinen Lieblingen unter den Christie-Krimis gehören, handelt es sich hier wieder um einen wirklich klassischen Krimi mit einem überschaubaren Kreis von Verdächtigen. Ich hatte in der zweiten Hälfte schon einige Vermutungen, wer der Mörder sein könnte, aber ganz sicher war ich mir bis zum Ende nicht. Es handelt sich hier also um einen recht fairen Krimi, in dem man auch wirklich selbst mitraten kann (da auch keine Erkenntnisse verschwiegen werden) und der doch bis zum Ende spannend bleibt.
4 von 5 Sternchen

Donnerstag, 23. August 2012

Erinnerung an das Gewinnspiel

Ich möchte euch nochmal an mein Bücherrätsel-Gewinnspiel erinnern, das gerade anlässlich meines Bloggeburtstages läuft. Ihr habt noch bis zum Samstag um Mitternacht Zeit, mir eure Antworten an judith_oliva[at]web.de zu schicken. Wenn ihr nicht alle Fragen beantworten könnt, solltet ihr euch wirklich nicht abschrecken lassen. Bislang konnte das noch niemand, also bedeutet das keineswegs, dass ihr keine Chancen mehr hättet.
Ich würde mich auf alle Fälle über weitere Mails sehr freuen!




Dienstag, 21. August 2012

[Stöckchen] Herausforderung 777

Sabrina von Narretey und Ketzerey hat mir so etwas wie ein Stöckchen zugeworfen, das sich "Herausforderung 777" nennt. Warum 777? Man soll von dem aktuellen Romanprojekt von der 7. Seite 7 Sätze auf Facebook oder im Blog posten und das Stöckchen dann an 7 Kollegen/Kolleginnen weiterwerfen.
Nun ja, das mit dem Weiterwerfen ist immer so eine Sache, ich mag ja niemanden zwangsverpflichten, daher lasse ich das mal weg. Aber vielleicht mag sich ja trotzdem jemand dieses Herausforderung von mir mitnehmen.

Nun aber zu der eigentlichen Aufgabe. Mein aktuelles Romanprojekt sind die Göttersteine, und wenn ich da auf der 7. Seite 7 Sätze auswähle, die aus dem Zusammenhang gerissen nicht vollkommen unverständlich sind, dann lande ich bei recht viel Beschreibung, aber macht ja nichts:

Nach ein paar Schritten drehte Riava sich zu Galada um. „Ich wäre eine gute Priesterin geworden!“, rief sie trotzig, aber Galada wandte sich ohne ein weiteres Wort ab, als wäre ihr Riava bereits völlig gleichgültig geworden.

Sie ritten auf der Dea Lana durch die Innenstadt von Crayasuma. Geschäftshäuser und Werkstätten säumten die breite, gepflasterte Straße. Sie kamen vorbei an einer der Bäckereien, die das Brot in die Priesterviertel lieferten, vorbei an der großen Glasbläserei, in der Riáva früher oft Stunden verbracht und voll Staunen den Meistern bei ihrer Arbeit zugesehen hatte. Alle diese ihr vertrauten Gebäude würde sie nun lange nicht mehr sehen - vielleicht nie mehr. Vor dem Großen Platz bogen sie in eine kleine Seitenstraße ein, denn heute fand der wöchentliche Markt statt, und bei all dem Gedränge wäre ein Durchkommen zu Pferd schwierig.

Ich neige manchmal zu etwas zu ausschweifenden Beschreibungen, daher werden die in der Überarbeitung dann oft gekürzt. Aber diese hier werde ich nicht kürzen, denke ich. Riavas letzten Ritt durch die Stadt, die lange ihre Heimat war und aus der sie gleich zu Beginn des Romans herausgerissen wird, mag ich irgendwie. An einigen Formulierungen werde ich vielleicht aber noch schrauben müssen. Immerhin ist das eine Szene, die bereits aus der Urfassung der Göttersteine stammt und somit viele Jahre alt ist - es gibt übrigens ansonsten nicht viel, das aus dieser Urfassung noch übrig ist.

Montag, 20. August 2012

[Themen-Challenge] Juni und Juli

Ich habe mal wieder meine Runde durch alle teilnehmenden Blogs meiner Challenge gemacht und die neu hinzugekommenen Rezensionen in meiner schlauen Liste verlinkt, die mittlerweile echt eine beängstigende Länge erreicht hat.
Insgesamt scheinen aber die letzten Monate zumindest im Hinblick auf meine Challenge eher ruhig gewesen zu sein, da ich dieses Mal vergleichsweise wenige Links nachgetragen habe. 
Mittlerweile haben zwei weitere die geforderte Zahl von 10 Themen geschafft: Martina und ich selbst. ;-)
Dagegen scheint die Faserpiratin endgültig ausgestiegen zu sein. Ich finde bei ihr keine Challengeseite mehr und auf meine Nachfrage ist keine Reaktion gekommen. Außerdem ist DieJai umgezogen, wodurch vielleicht einige Links in meiner Liste nicht mehr ganz aktuell sind. Das muss ich mir mal bei Gelegenheit ansehen. Auch sonst bin ich ab und an mal über nicht ganz aktuelle Verlinkungen bei Challengeseiten gestolpert. Da ich aufgrund der hohen Teilnehmerzahl einfach nicht die Zeit habe, mir selbst die entsprechenden Rezensionen rauszusuchen, findet ihr die Links auch nicht in meiner Liste.
Ansonsten sind bei Bücherbummel gerade Wartungsarbeiten angesagt, dort werde ich also den aktuellen Stand erst wieder bei meiner nächsten Runde eintragen können.

Den nächsten Überblick gibt es dann im Oktober - und das wird dann auch bereits der letzte vor meinem Abschlussbericht sein (whoa, dieses Jahr galoppiert mal wieder dahin).
Ich bin schon gespannt, wie viele Bücher bis zum Ende noch zustande kommen.

Sonntag, 19. August 2012

Titus Müller - Tanz unter Sternen



Genre: (Historischer) Roman
Seiten: 400
Verlag: Blessing
ISBN: 978-3896674562
Meine Bewertung: 2,5 von 5 Sternchen



Die Tänzerin Nele Stern findet in Europa kein Engagement und beschließt, in Amerika ihr Glück zu versuchen. An Bord der Titanic trifft sie auf den Pastor Matheus, der mit seiner Frau Cäcilie und seinem Sohn ebenfalls in Amerika neu beginnen möchte. Doch anstatt seine Ehe zu retten, scheint es, als würde Matheus sie mit der Überfahrt eher zerstören, denn mit dabei ist auch ein reicher Brite, der sich ungeniert an Cäcilie heranmacht. Der Untergang der Titanic wirbelt schließlich ihrer aller Schicksal wieder gehörig durcheinander.

"Tanz unter Sternen" beginnt sehr vielversprechend mit spannenden Figuren, aber leider kam für mich bald die Ernüchterung. Das Hauptproblem an dem Roman bestand für mich darin, dass die Figuren oft ohne erkennbare Motivation handeln und ansonsten allgemein sehr blass wirken. Die Liebesgeschichte zwischen Matheus und Nele kommt aus dem Nichts und wirkt für mich besonders aus seiner Sicht völlig unmotiviert, wie vom Plot, aber nicht aus den Charakteren heraus vorgegeben. Überhaupt hatte ich das Gefühl als hätte Titus Müller bei Matheus sehr viel Potenzial verschenkt. Der Mann, der anfangs selbst an Land Albträume von einem Schiffsunglück aus seiner Vergangenheit hat, steckt schließlich nicht nur die Fahrt auf der Titanic an sich, sondern selbst den Untergang beinahe problemlos weg. Ich hätte hier wirklich eine intensive Auseinandersetzung mit seinem Trauma erwartet - und letztendlich vielleicht auch eine Überwindung desselben, aber stattdessen findet hier eine Entwicklung statt, die man nicht einmal als eine solche bezeichnen kann: Vielmehr ist es eine sprunghafte Veränderung von einem Moment auf den anderen, und dasselbe Problem ist mir auch bei den anderen Figuren aufgefallen. Sie haben zwar alle ihre Stärken und Schwächen, bleiben aber dennoch sehr oberflächlich und entwickeln sich nicht allmählich, sondern stets in großen Sprüngen.

Sehr seltsam fand ich die Tatsache, dass sich die wenigen Protagonisten an Bord des Schiffes ständig entweder zufällig über den Weg laufen oder aber sich immer gleich mühelos finden (außer, der Plot verlangt gerade eine lange Suche). Es wirkt ein wenig als wäre die Titanic ein kleines Fährschiff und kein riesiger Dampfer. Wenn ich mir da nur vorstelle, wie unüberschaubar und labyrinthartig selbst mittelgroße Schiffe (wie etwa jene der Hurtigruten) sind! Die Wahrscheinlichkeit, dass man sich da ständig über den Weg läuft oder ohne vereinbarten Treffpunkt ohne Probleme findet, ist eher gering. Auch ein simples Eindringen in die Kesselräume, ohne dort von jemandem bemerkt zu werden, halte ich für eher unwahrscheinlich (aber in dem Punkt mag ich mich täuschen).
Insgesamt wollte aus diesen Gründen für mich keine rechte Atmosphäre aufkommen, als die Handlung erst einmal zur Titanic wechselt. Das wurde noch dadurch verstärkt, dass Titus Müller beim Untergang schließlich ausgerechnet auf jene klischeehaften Details zurückgreift, die man schon zur Genüge kennt: die Musikkapelle, die Nearer, My God, to Thee spielt; der Mann, der sich als Frau verkleidet, um einen Platz im Rettungsboot zu ergattern; die Halbwüchsigen, die mit den Eisbrocken spielen. Die Titanic hat doch eine solche Fülle an Einzelschicksalen und auch Raum für neue Geschichten zu bieten, dass ich es schade fand, hier ausgerechnet diese ausgetretenen Elemente erneut präsentiert zu bekommen.

Der letzte Drittel schließlich, also die Zeit nach dem Untergang, konnte für mich die Kastanien auch nicht mehr aus dem Feuer holen. Die Verknüpfungen mit den Auslösern für den 1. Weltkrieg und auch die zeitrafferartige Nacherzählung dieser Zeit kamen mir ein wenig fehlplatziert vor. Gerade hier zeigt sich sehr deutlich, dass der Roman vielleicht ein bisschen zu viel auf einmal sein will: Liebesgeschichte (mit Verwicklungen, die einer Seifenoper alle Ehre machen), Spionageroman, Kriminalgeschichte, Gesellschaftsroman, literarische Aufarbeitung des Titanic-Unglückes. Diese Elemente fügen sich nur stellenweise ineinander und wirken sonst in ihrer Verbindung eher erzwungen.

Sprachlich ist der Roman durchaus schön zu lesen, da gibt es nicht großartig etwas auszusetzen. Die Szenen (bzw. Perspektivenwechsel) sind zwar teilweise arg kurz, aber sonst liest sich "Tanz unter Sternen" recht flüssig.
Gut gelungen ist vor allem der Anfang, der mit großartigen Details zum Berlin des frühen 20. Jahrhunderts und allgemein einer sehr dichten Atmosphäre aufwartet. Mit dem Wechsel des Schauplatzes auf die Titanic lässt der Roman leider stark nach und die recht platten Figuren tragen ihr übriges dazu bei.

Abschließend möchte ich noch sagen, dass ich vielleicht mit der falschen Erwartungshaltung an den Roman herangegangen bin. Vermarktet wird er eher in die "literarische" Richtung, daher habe ich etwas im Stil eines "Nachtzug nach Lissabon" oder "Die Vermessung der Welt" erwartet. Bekommen habe ich eher anspruchslose Unterhaltungsliteratur, was per se überhaupt nichts schlechtes ist, aber es war eben nicht das, was ich erwartet hatte. Das hat sicher zu meinem eher negativen Leseeindruck beigetragen.

Sonntagsgeplauder #32

Letzte Woche gab es kein Sonntagsgeplauder, da war ich zu sehr mit 7 Days 7 Books und einer Familienfeier beschäftigt.
Durch die Lesewoche ist mein SuB tatsächlich mal wieder anständig geschrumpft, allerdings habe ich nun im Gegenzug noch eine ganze Reihe von Rezensionen zu schreiben. Between Shades of Gray hab ich am Donnerstag schon rezensiert, aber es fehlen immer noch "Tanz unter Sternen", "The Castle of Llyr", "Auf ganzer Linie" und "Der fliegende Berg". Möglicherweise wird es bei ein paar davon nur eine Kurzrezension werden.

Aktuell lese ich Der Nachtzirkus von Erin Morgenstern, der mir bisher sehr gut gefällt. Ein ungewöhnliches Buch mit einigen Zeitsprüngen zwischen den einzelnen Szenen, in die man sich erst einmal hineinfinden muss. Daher lese ich den Roman gerade auch recht langsam (und weil ich nach der intensiven Lesewoche nun nicht so viel Zeit dafür finde).
Parallel dazu lese ich noch Ruhe unsanft von Agatha Christie, und nachdem ich jetzt von ein paar ihrer Krimis eher enttäuscht war, gefällt mir dieser wieder richtig gut. Ich glaube, ich habe den vor Jahren schon einmal gelesen, bin mir aber nicht sicher. Als Jugendliche habe ich so viele Krimis von Agatha Christie gelesen, dass ich mich bei vielen wirklich nicht mehr erinnern kann, ob ich sie schon kenne oder nicht.

Letzte Woche ist mein Blog 2 Jahre alt geworden und zu diesem Anlass gibt es ein Gewinnspiel in Form eines Bücherrätsels. Einige Mails habe ich schon bekommen; bis zum 25. August könnt ihr mir noch eure Antworten schicken. Lasst euch übrigens nicht davon abschrecken, falls ihr nicht alle Fragen beantworten könnt, das heißt nicht, dass ihr keine Chancen habt - bisher hat noch niemand alle richtig beantwortet.

Ich bin mittlerweile auch wieder mit meinem Challengeüberblick beschäftigt, habe aber bisher erst die Hälfte der Blogs abgeklappert. Vielleicht komme ich heute Nachmittag oder morgen zum Rest.
Ansonsten warte ich auf eine Büchersendung (soviel zu SuB-Abbau), da ich mir nun die restlichen Taran-Bände bestellt habe. Der 5. Band - "The High King" - ist nämlich gar nicht mehr so einfach zu bekommen (zumindest nicht in der Ausgabe, in der ich ihn will). Und als ich ihn bei The Book Depository noch zu einem günstigen Preis entdeckt habe, habe ich gleich zugeschlagen - natürlich zusammen mit dem 4. Band, sonst habe ich vom 5. nichts. ;-)
Damit hätte ich dann auch wieder zwei etwas kürzere Bücher für die Englisch-Challenge in Reserve, da ich nach den ganzen 1000-Seiten-Wälzern nun für den Rest des Jahres wohl etwas überschaubarere Challengebücher wählen werde.

Ja, das wars für diese Woche. Ich wünsche euch noch einen schönen Sonntag!

Donnerstag, 16. August 2012

Ruta Sepetys - Between Shades of Gray


Genre: Jugendbuch
Seiten: 352
Verlag: Puffin
ISBN: 978-0141335889
Meine Bewertung: 5 von 5 Sternchen

English-Challenge  (August) 


Am 14. Juni 1941 wird die 15jährige Lina zusammen mit ihrer Mutter und ihrem kleinen Bruder Jonas vom sowjetischen Militär aus ihrer Wohnung gezerrt und gemeinsam mit zahlreichen anderen Litauern nach Sibirien transportiert. Dort müssen sie in einem Gefangenenlager unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten. Die Liebe zur Kunst hält Lina am Leben - und ihre Hoffnung, eines Tages befreit zu werden und ihren Vater wiederzusehen.

Schicksale wie das von Lina gab es in den baltischen Staaten während des 2. Weltkriegs viele, aber all die Verbrechen an den Menschen und ihr Leid sind hierzulande kaum bekannt. Dass Millionen von Menschen während Stalins Herrschaft in Arbeitslager deportiert wurden und ein großer Teil von ihnen dort starb, wird im Geschichtsunterricht wenig thematisiert, da die Konzentration meist rein auf Hitlers Verbrechen liegt. Dieses Buch lenkt das Augenmerk auf diesen dunklen Teil der russischen Geschichte und würde sich auch gut als Schullektüre anbieten.

"Between Shades of Gray" ist ein Buch, das einem sicher länger nicht aus dem Kopf gehen wird. Aus der Sicht von Lina beschreibt Ruta Sepetys all das Leid der deportierten Menschen: der Hunger, die Kälte, Krankheiten, die Willkür der Soldaten, der ständige Kampf ums Überleben. Dass der Roman dennoch nicht trostlos wirkt, liegt vor allem auch an Linas Persönlichkeit. Sie ist ein stures, kämpferisches Mädchen, manchmal egoistisch und manchmal von so eigenwilligem Mut, dass es schon an Dummheit grenzt. Gerade diese Eigenschaften lassen sowohl sie als auch die Leser nicht die Hoffnung verlieren. Es braucht wohl einen so kämpferischen Charakter wie Lina, um die Lektüre nicht unerträglich zu machen.
Aber es gibt auch noch andere Lichtblicke in dem Roman: tiefe Freundschaften, Hilfsbereitschaft, Menschen, die bereit sind etwas für andere zu riskieren, stiller Widerstand und die ganz zarte Liebesgeschichte.
Wunderschön wird auch Linas Liebe zum Zeichnen beschrieben, die ihr immer wieder Hoffnung gibt. Jedes kleinste Fetzchen Papier oder auch nur Rinde nützt sie zum Zeichnen und dazu, sowohl dem Elend zu entfliehen als auch ein Ventil für all ihre Wut zu finden.
 Neben Lina hat der Roman noch weitere großartige Figuren wie ihre Mutter, die vielleicht fast zu gut ist um wahr zu sein, oder den glatzköpfigen Mitgefangenen, der unter all seiner Ichbezogenheit und seinen Hasstiraden doch auch ein gutes Herz verbirgt.

Ruta Sepetys schafft bei diesem Roman die schwierige Gratwanderung, die Lage weder völlig hoffnungslos darzustellen noch sie zu verharmlosen. Er ist oft sehr schwer zu lesen und lässt einem auch beim Lesen einige Male voller Wut und Verzweiflung zurück, wird aber nie unerträglich. Es ist ein Roman, der einem auch nach dem Zuklappen des Buches noch lange nicht aus dem Kopf geht.

Die Sprache ist manchmal eher nüchtern, was aber sehr gut zu Linas Perspektive passt und das Lesen vielleicht auch erträglicher macht als eine allzu emotionale Ausdrucksweise. Zugleich schreibt Ruta Sepetys auch sehr präzise und genau mit dem richtigen Gespür für das richtige Tempo. Denn "Between Shades of Gray" ist neben allem anderen auch ein spannender Roman, den man nur schwer aus der Hand legen kann.

Ich kann den Roman wirklich allen nur ans Herz legen. Er ist keine leichte, auf eine gewisse Weise aber notwendige Lektüre. Er regt zum Nachdenken an und zeigt, wie wichtig es ist, nicht nur für das eigene Überleben zu kämpfen, sondern sich auch für andere einzusetzen, ohne dabei aber jemals zu moralisieren. Und schließlich ist es auch eine Geschichte über die Hoffnung, die Lina auch in den dunkelsten Stunden nicht verlässt.
Auf Deutsch ist der Roman übrigens unter dem sehr passenden Titel "Und in mir der unbesiegbare Sommer" erschienen.

Mittwoch, 15. August 2012

Mein Blog feiert Geburtstag - Gewinnspiel

Zwei Jahre ist es her, seit ich meinen Blog ins Leben gerufen habe. Letztes Jahr habe ich den Bloggeburtstag ganz verschwitzt - in diesem Jahr bin ich wenigstens nur einen Tag zu spät dran (da ich gestern keine Zeit hatte).
Nach zwei Jahren macht es mir noch immer genausoviel Spaß wie am Anfang, hier über Bücher zu plaudern, eure Kommentare zu lesen und umgekehrt auch auf anderen Blogs mitzulesen und zu kommentieren. Ich habe hier nicht unbedingt Massen an Lesern, was vielleicht zu einem Teil auch daran liegt, dass ich nie aktiv versucht habe, mehr Leser "anzuwerben" - aber ich freue mich über alle, die ihren Weg hierher gefunden haben und seither vielleicht auch regelmäßig mitlesen.

Als Dankeschön für das treue Mitlesen gibt es nun erstmals auch auf meinem Blog ein Gewinnspiel und zwar in Form eines Buchquizzes (da schon bei den Kinderbuchrätseln alle so begeistert mitgeraten haben). Zehn Bücher bzw. Autoren sind gesucht, die alle auf meinem Blog rezensiert oder sonst bereits mehrmals erwähnt wurden. Als Preis gibt es eine kleine Überraschung. Wer mitmachen möchte, schickt mir bitte einfach an judith_oliva[at]web.de die Antworten auf die folgenden Fragen spätestens bis zum 25. August. Die zwei mit den meisten richtigen Antworten bekommen von mir ein kleines Geschenk (falls mehrere alles bzw. gleich viel richtig beantwortet haben, werde ich losen). Seid so fair und googlet nicht einfach nach den Zitaten, das sollte nicht Sinn der Sache sein.



1. Titelkrimi: Aus Gründen der political correctness wurde dieser Roman im Laufe der Zeit mehrfach umbenannt.

2. Aus welchem Roman stammt das folgende Zitat?
Wenn du mit einem Schweden um die Wette saufen willst, solltest du zumindest Finne oder Russe sein.

3. Der gesuchte kanadische Autor hat sich für seine phantastischen Romane von den verschiedensten Zeiten und Kulturen inspirieren lassen, zuletzt von der chinesischen Tang-Dynastie. Von wem ist die Rede?

4. Und noch ein Zitat. In welcher Buchserie ist es beheimatet?
There is only one god and his name is Death. And there is only one thing we say to Death: "Not today."

5. Um dieses Getränk in all seiner Länge richtig benennen zu können, muss man noch ziemlich nüchtern sein. Und da es zugleich auch der Titel des Romans ist, sollte das gesuchte Getränk nicht allzu schwer zu erraten sein.

6. Aus welchem Buch stammt die folgende Liedstrophe?
Are you, Are you
Coming to the tree
Where I told you to run, so we'd both be free
Strange things did happen here
No stranger would it be
If we met up at midnight in the hanging tree.


7. Die jüngste von drei berühmten Schwestern hat ihre beiden Romane unter einem Pseudonym veröffentlicht. Der zweite erschien im selben Jahr, in dem eine ihrer Schwestern starb. Wie lautet sein Titel?

8. Und ein weiteres Zitat:
Ach, was man ist, kann und hat, scheint arm, grau, unzulänglich und langweilig; was man aber nicht ist, nicht kann und nicht hat, das eben ist es, worauf man mit jenem sehnsüchtigen Neide blickt, der zur Liebe wird, weil er sich fürchtet, zum Haß zu werden.

9. Wirklich magische Bücher schreibt diese Autorin, die leider im deutschsprachigen Raum wenig bekannt ist - und wenn, dann noch am ehesten von einem ihrer ersten Bücher, in dem Rätsel ebenfalls eine große Rolle spielen.

10. Und zu guter Letzt noch einmal ein Zitat:
Kein Held der verbotenen Abenteuerromane, die sie so gern las, hätte solch ein Angebot ausgeschlagen, sagte sie sich. Gleichzeitig erkannte sie, vielleicht zum ersten Mal in ihrem Leben, zwei große Wahrheiten: Das Leben war kein Roman, und sie wollte keine Heldin sein.

Ich wünsche euch viel Erfolg beim Raten!

Montag, 13. August 2012

[7 Days 7 Books] Mein Fazit

Gestern bin ich (wie erwartet) nicht ins Internet gekommen, daher jetzt eine Zusammenfassung meines gestrigen Tages und ein Fazit der letzten Woche.
Da gestern eine Familienfeier angesagt war (Geburtstag meines Neffen) hatte ich nicht mehr allzu viel Zeit zum Lesen. Immerhin ging im Zug noch einiges weiter und am Abend habe ich dann noch "Auf ganzer Linie" ausgelesen - nicht nur wegen der Aktion, sondern auch, weil ich unbedingt wissen wollte, wie das Buch ausgeht.
Mit "The Castle of Llyr", das ich noch im Zug zu Ende gelesen habe, bin ich also dann insgesamt noch auf 6 Bücher gekommen. "Der fliegende Berg" habe ich nicht mehr beendet, das wäre mein 7. Buch gewesen. Ohne die Familienfeier gestern hätte ich das auch bestimmt noch geschafft, aber macht ja nichts.

Abgesehen von "Tanz unter Sternen" haben mir alle Bücher der letzten Woche sehr gut gefallen, ich hatte dieses Mal also wirklich Glück mit der Buchauswahl. Auch sonst war es eine schöne Lesewoche und ich bedanke mich bei Mandy und Melanie für die Idee und die Organisation!

Als Abschluss ist hier noch meine Liste der gelesenen Bücher und Seiten:
2. Krystyna Kuhn - Das Erbe. Das Tal 2.2: 251 Seiten
3. Ruta Sepetys - Between Shades of Gray: 352 Seiten
4. Titus Müller - Tanz unter Sternen (eBook): 400 Seiten
5. Lloyd Alexander - The Castle of Llyr: 174 Seiten
6. Keith Lowe - Auf ganzer Linie: 432 Seiten

Nicht mehr ausgelesen: Christoph Ransmayr - Der fliegende Berg: 210/368 Seiten

Das macht also 6,5 Bücher sowie 2.091 Seiten. Absolutes Highlight war "Between Shades of Gray", das auch jetzt noch in meinem Kopf nachhallt. Es war aber auch sehr schön, mit nostalgischen Gefühlen wieder Abenteuer mit Trixie Belden zu erleben und in "The Castle of Llyr" ein drittes Mal zu Taran und seinen Gefährten nach Prydain zurückzukehren.
Alles in allem also eine wirklich tolle Woche, die allerdings zur Folge hat, dass sich bei mir nun die zu rezensierenden Bücher stapeln ...


Samstag, 11. August 2012

[7 Days 7 Books] Tag 6

Gleich noch im Bett habe ich heute in der Früh "Tanz unter Sternen" ausgelesen und war danach froh, dass ich den Roman geschafft hatte. Zum Schluss hin hat er immer stärker nachgelassen und für die Rezension (die nicht allzu wohlwollend ausfallen wird) habe ich schon eine ganze Reihe von Kritikpunkten im Kopf.
Ich habe dann noch "The Castle of Llyr" begonnen, aber irgendwie hatte ich das Gefühl, ich bräuchte als 7. Buch noch eines auf Deutsch, das sich so richtig flott dahinlesen lässt. Das ist ja bei "Der fliegende Berg" nicht der Fall, und englische Bücher finde ich grundsätzlich immer ein wenig anstrengend.
Also war ich vor der Arbeit ganz spontan noch in der Bücherei und habe mir "Auf ganzer Linie" von Keith Lowe ausgeliehen. Darin geht es um einen jungen Mann, der in einem unbedachten Moment mit einem Freund darum wettet, dass er an einem Tag sämtliche Londoner U-Bahnstationen abklappern kann. Ich weiß nicht mehr, durch wen ich auf diesen Roman aufmerksam wurde, aber ich wusste sofort: Den muss ich lesen! Bei London kann ich mich zum ersten Mal bewusst daran erinnern, mit der U-Bahn gefahren zu sein (mit ungefähr 6 Jahren oder so) und ich weiß nicht, ob es daran liegt oder an anderen dubiosen Gründen, aber auf alle Fälle habe ich eine seltsame Faszination für das Londoner U-Bahnnetz. Daher: Ein Buch, das für mich wie geschaffen ist (hoffentlich enttäuscht es mich nicht).

Weit gekommen bin ich noch nicht, aber ich werde jetzt am Abend noch ein wenig lesen und morgen gehts dann im Zug weiter.
Da ich morgen zwecks einer Geburtstagsfeier zu meiner Familie fahre und mein Macbook nicht mitnehme, werde ich wohl erst am Montagabend wieder zum Bloggen kommen und dann meinen Abschlussbeitrag zu der Lesewoche schreiben.
Ich wünsch euch allen morgen einen schönen Lesesonntag!

Freitag, 10. August 2012

[7 Days 7 Books] Tag 5

Heute habe ich sofort nach dem Aufwachen "Between Shades of Gray" zu Ende gelesen, noch vor dem Frühstück. Ich konnte ja gestern kaum damit aufhören, aber ich war so müde, dass mir beim Lesen fast die Augen zugefallen sind, also hab ich mir die letzten 50 Seiten doch für heute aufgehoben.
Nach dem Beenden des Buches war ich erst mal fix und alle - und brauchte ein paar Taschentücher. Nein, so schlimm ist das Ende nicht, aber der Roman hat mich einfach fürchterlich mitgenommen. Trotzdem fand ich ihn sehr, sehr gut und kann ihn allen nur empfehlen, aber in den nächsten Tagen werde ich sowieso noch eine ausführliche Rezension schreiben.

Weniger begeistert bin ich mittlerweile von "Tanz unter Sternen". Da hat mir der Anfang ja sehr gut gefallen, aber inzwischen nerven mich die Seifenoper-artigen Verwicklungen und ich kann auch mit keiner der Figuren wirklich mitfühlen (wenn ich da mal vergleiche, wie sehr ich mit Lina Vilkas, ihrer Familie und all den anderen Gefangenen gelitten habe ...). Es ist mir auch ziemlich egal, ob einige der Figuren (und wenn ja welche) beim Untergang der Titanic sterben.
Ich werde den Roman noch zu Ende lesen, erwarte mir aber nun nichts großartiges mehr. Fairerweise muss ich aber sagen, dass es nach "Between Shades of Gray" wohl jedes Buch recht schwer bei mir hätte. Momentan liegt die Latte einfach extrem hoch.

Dass ich tatsächlich 7 Bücher schaffe, bezweifle ich übrigens inzwischen. Weder morgen noch am Sonntag habe ich allzu viel Zeit zum Lesen, aber ich schau einfach mal, wieviel noch geht. Das ganze soll ja nicht in Stress ausarten.
Jetzt stürze ich mich erst einmal wieder auf ein paar Kapitel von "Der fliegende Berg" und mach mir einfach noch einen gemütlichen Leseabend.

Donnerstag, 9. August 2012

[7 Days 7 Books] Tag 4

Ich hatte heute zwar mehr Zeit zum Lesen als gestern, habe aber dennoch noch nicht viel mehr gelesen - zumindest nicht, wenn man die harten Fakten sprich Seiten betrachtet. 
Aber ich habe heute eine ganze Weile an "Der fliegende Berg" gelesen und der Roman verlangt einfach sprachlich ein recht langsames Lesetempo. 
Bei "Between Shades of Gray" bin ich ein wenig hin- und hergerissen, weil ich einerseits kaum aufhören kann und andererseits doch immer wieder Pausen brauche, weil mir das einfach inhaltlich so zusetzt. Ich denke aber, dass das eins meiner Buchhighlights des Jahres werden wird. 
Bei "Tanz unter Sternen" hab ich heute nur unterwegs in den Öffis ein paar Seiten geschafft.

Der Stand der Dinge mal ganz nüchtern in Zahlen betrachtet:
Between Shades of Gray: 192/344
Der fliegende Berg: 148/368
Tanz unter Sternen: 150/400

Ob ich heute noch ein Buch beende, ist eher fraglich, zumal ich ja grad auf Englisch recht langsam lese. Außerdem hat sich neuerdings meine Nachteulenvorliebe eher verabschiedet und ich stehe derzeit immer schon um etwa 6:30 auf - das ist für mich tatsächlich sehr früh, da ich ja etwas ungewöhnliche Arbeitszeiten habe und meist erst mittags beginne und dementsprechend erst spät am Abend aufhöre, daher muss ich eigentlich für die Arbeit nicht füh aufstehen. Bei mir hat sich das jetzt eher dadurch so eingependelt, weil ich dann am Morgen noch ein wenig kühle Luft reinlassen kann, ehe ich das Fenster schließen muss, weil dann die Sonne reinknallt. Dementsprechend gehe ich jetzt natürlich auch immer etwas früher ins Bett und werde also heute kaum noch bis tief in die Nacht hinein lesen. ;-)

Julie Campbell - The Secret of the Mansion (Trixie Belden 1)


Genre: Kinder-/Jugendbuch, Abenteuer
Seiten: 272
Verlag: Random House Books for Young Readers
ISBN: 978-0375824128
Meine Bewertung: 4,5 von 5 Sternchen

2. Chance Challenge
English-Challenge  (Strafbuch für Juli) 


Die 13jährige Trixie sieht einen Sommer voller Langeweile auf sich zukommen: Ihre älteren Brüder sind beide im Sommercamp und in der näheren Umgebung ihrer Farm im Hudson River Valley gibt es keine Kinder in ihrem Alter. Doch dann zieht in das nahegelegene Herrenhaus die Familie Wheeler ein, mit deren Tochter Madeleine, genannt Honey, sich Trixie rasch anfreundet. Als die beiden das leerstehende Nachbarhaus zu erforschen beginnen und dort auf den Ausreißer Jim stoßen, fängt das Abenteuer erst so richtig an.

Als Kind habe ich die Trixie Belden-Reihe geliebt, auch wenn mich der 1. Band zunächst nur mit in der Inhaltsangabe erwähnten Pferden geködert hat (die durchaus vorkommen, aber keine so prominente Rolle spielen, dass es sich um ein Pferdebuch handeln würde). Nun habe ich mich aus Neugierde mal auf das englische Original gestürzt und bin begeistert - und schockiert über die massiven Änderungen in der Übersetzung, aber dazu weiter unten mehr.

Die Trixie Belden-Bücher gehören zu den typischen Abenteuerserien, in denen Kinder/Jugendliche Rätsel lösen, mysteriösen Ereignissen auf die Spur kommen und eben allerlei Abenteuer erleben. "The Secret of the Mansion" ist 1948 erschienen, also nur wenige Jahre nach dem ersten "Famous Five"-Band von Enid Blyton, aber die beiden Reihen sind kaum miteinander vergleichbar. Obwohl ich die 5 Freunde immer geliebt habe, kann man dort nicht wirklich von vielschichtigen Figuren sprechen und das Rollenverhältnis zwischen Mädchen und Jungs ist doch dort recht altmodisch.
Ganz anders bei Trixie Belden: Zwar gibt es auch hier Stereotypen wie etwa den bösen Stiefvater oder das reiche, aber unglückliche Mädchen, aber insgesamt hat Julie Campbell sehr lebendige und auch glaubwürdige Charaktere geschaffen, die sich auch stark weiterentwickeln. Die mutige, energische Trixie, die oft recht rücksichtslos und gedankenlos sein kann und allmählich lernen muss, erst einmal nachzudenken, ehe sie etwas tut oder sagt, ist nicht nur unglaublich sympathisch, sondern eine echte Identifikationsfigur für junge Mädchen.
Honey (boah, gabs da keinen besseren Namen?) ist hingegen eher ängstlich und vorsichtig, aber sie steht dennoch nicht in Trixies Schatten. Nicht nur, weil sie in manchen Situationen über sich hinauswächst, sondern auch, weil Julie Campbell sie mit all ihren Ängsten, aber auch ihrer Einfühlsamkeit und Hilfsbereitschaft so liebevoll zeichnet, dass sie der Titelheldin auf alle Fälle ebenbürtig ist.
Auch die anderen Figuren, wie Jim Frayne (ein Schwarm meiner Kindheit), Trixies kleiner Bruder, ihre Eltern und Honeys warmherzige Gouvernante Miss Trask werden facettenreich geschildert.

Die kleine Kriminalhandlung um Jim, seinen Stiefvater und den vermeintlichen Schatz im Nachbarhaus ist spannend, steht aber nicht immer im Vordergrund. Vielmehr geht es um lange Sommertage mit Picknick und kleinen Ausflügen, das Entstehen einer tiefen Freundschaft und das Wachsen an sich selbst.
Ein richtig schönes und herzerwärmendes Kinderbuch also, das manchmal Klischees bedient, aber nicht in Stereotypen verhaftet ist.

Es hat sich auf alle Fälle sehr gelohnt, mal das englische Original zu lesen, da die deutsche Übersetzung nicht nur einiges ändert, sondern vor allem massiv gekürzt wurde. Nur mal ein Blick auf die Seitenzahl: Das deutsche Schneiderbuch hat ungefähr 150 Seiten, die englische Ausgabe ungefährt 270! Nun sagen Seitenzahlen alleine nicht viel aus, aber die Schrift in der deutschen Übersetzung ist ja nun auch nicht gerade klein oder die Seiten allzu eng beschrieben. Beim Lesen ist mir auch tatsächlich aufgefallen, dass zahlreiche Szenen vorkamen, die ich noch nicht kannte. Anscheinend wurden wirklich ganze Passagen des Buches gestrichen und zwar vor allem Passagen, in denen es um Freundschaft und Charakterentwicklung geht. Im Original entwickelt sich das alles langsam und gut nachvollziehbar, in der Übersetzung eher von einem Moment zum nächsten.
Dass man früher in Kinderbüchern Namen eingedeutscht hat, ist ja sowieso nichts neues. So wurde Honey zu Brigitte (okay, das ist wohl eine gewisse Verbesserung), Jim Frayne zu Uli Frank, Miss Trask zu Fräulen Trasch usw. Allerdings ging man hier noch darüber hinaus und verlegte den gesamten Schauplatz vom amerikanischen Sleepyside (das im Original sogar zu einer Anspielung auf Irvings Legende von Sleepy Hollow führt) nach Lindenberg in der Lüneburger Heide. Das wiederum führt zu einigen Unstimmigkeiten wie etwa die Tatsache, dass es in Niedersachsen nicht unbedingt vor giftigen Schlangen wimmelt und man in Deutschland den Führerschein nicht mit 16 macht. Überhaupt hatte ich schon als Kind das seltsame Gefühl, als würde vieles nicht unbedingt nach Deutschland passen.
Im Verlauf der späteren Bände hat man dann auch teilweise darauf verzichtet, die Figuren weiter älter werden zu lassen, sodass Trixie nach einer einmaligen Erwähnung ihres 15. Geburtstages dann auf einmal wieder 14 ist und das auch bleibt.
Ich finde das alles sehr schade, und wenn ich da an die eigenartige Änderung der Bandreihenfolge bei Sofie denke, scheint es allgemein so, als hätte man Kinderbücher früher nicht besonders sorgfältig übersetzt.
Daher kann ich allen, die die Trixie Belden-Nostalgie packt, nur empfehlen, es einmal mit dem amerikanischen Original zu versuchen.

Mittwoch, 8. August 2012

[7 Days 7 Books] Tag 3

Puh, ich bin gerade erst vor 5 Minuten von der Arbeit nach Hause gekommen - fast eine Stunde später als normalerweise, da die letzten Kunden sehr spät noch da waren und ich danach natürlich auch noch Pech mit der Straßenbahn hatte ....

Ich habe heute also noch nicht sehr viel gelesen, aber dennoch habe ich zwei neue Bücher begonnen:
Am Morgen hab ich mich gleich mal auf "Between Shades of Gray" von Ruta Sepetys gestürzt und bin schon mal sehr beeindruckt von dem Roman. Es geht um ein 15jähriges Mädchen, das zusammen mit ihrer Familie im 2. Weltkrieg von Litauen nach Sibirien deportiert wird. Dementsprechend aufwühlend und erschreckend ist der Roman bisher, aber er gefällt mir wirklich sehr gut. Ich kann es grad gar nicht fassen, dass ich so eine Perle schon seit über einem Jahr auf meinem SuB liegen habe ...
Und da ich in der Arbeit zwischendurch manchmal ein wenig zum Lesen komme und das am besten auf meinem Reader, habe ich noch "Tanz unter Sternen" von Titus Müller angefangen, das ich mir aus der Onleihe ausgeliehen habe. Das gefällt mir bisher auch sehr gut, ich scheine also heute ein großes Glück mit meiner Buchwahl zu haben.

Viel werde ich heute wohl nicht mehr zum Lesen kommen, aber morgen habe ich dann wieder mehr Zeit.


Dienstag, 7. August 2012

[7 Days 7 Books] Tag 2

Ich bin heute in aller Herrgottsfrüh aufgewacht, weil es bei mir so heiß im Zimmer war (wegen des Sturms in der Nacht musste ich das Fenster schließen) und habe gleich mal eine Weile im Bett gelesen.
Ansonsten ging heute nicht so viel weiter, auch wenn vor allem der Abend ganz im Zeichen eines Buches bzw. einer Buchserie stand. Da ich endlich A Dance with Dragons gelesen habe, war nämlich eine Freundin bei mir, die ebenfalls begeisterter Fan der Serie ist und wir haben uns gemeinsam über diverse Theorien und offene Fragen ausgetauscht, geschwärmt und geschimpft und alle möglichen Verschwörungen hinter vermeintlichen Kleinigkeiten vermutet (bei Martin wird man zu paranoiden Lesern). Zu dem Zweck habe ich ein passendes Menü gekocht - die beiden Bloggerinnen von The Inn at the Crossroads haben nämlich zahlreiche in den Büchern erwähnte Gerichte nachgekocht und deren Kochbuch "A Feast for Ice and Fire" besitze ich nunmehr seit gut zwei Wochen.
Darin gibt es übrigens extrem leckere Rezepte, weshalb ich jetzt noch immer das Gefühl habe, gleich zu platzen. ;-)

Auf alle Fälle habe ich jetzt noch ein wenig bei "Das Erbe" weitergelesen und werde dann wohl auch im Bett noch eine Weile lesen. Das Buch ist recht spannend und liest sich sehr locker, aber ich werde in der gesamten Tal-Serie mit den Figuren nicht so recht warm. Ihre Einzelschicksale interessieren mich nicht so sehr wie die großen Zusammenhänge: all die Rätsel, was es mit dem Tal auf sich hat, warum dort unerklärliche Dinge passieren, was in der Vergangenheit geschah und zu welchem Zweck die Jugendlichen jetzt dort sind. Leider scheint es als würden diese großen Fragen noch länger nicht beantwortet werden. 
Nun, mal sehen, wie sich die Serie weiter entwickelt. Ich finde ja die Parallelen zu "Lost" in der Erzählstruktur und der Art der Rätsel nach wie vor extrem groß und kann also nur hoffen, dass Krystyna Kuhn nicht ein ähnlich unbefriedigendes Ende schafft.

Montag, 6. August 2012

[7 Days 7 Books] Tag 1

Gleich am ersten Tag habe ich meine Leseliste über den Haufen geworfen und mich mit einem ebook auf den 1. Band einer Serie gestürzt, die ich als Kind geliebt habe: Trixie Belden.
Ich wollte schon lange einmal einen Band auf Englisch lesen und nun, da ich "The Secret of the Mansion" ausgelesen habe, bin ich schockiert, wie unglaublich stark es in der deutschen Übersetzung gekürzt und geändert wurde. Es hat sich also wirklich gelohnt, hier einmal einen Reread mit dem englischen Original zu starten und es hat mir wahnsinnig Spaß gemacht, wieder gemeinsam mit Trixie Abenteuer zu erleben.

Daneben hab ich noch mit einem ganz anderen Roman begonnen, der nun schon seit Jahren auf meinem SuB liegt: "Der fliegende Berg" von Christoph Ransmayr. Das ist allerdings ein Buch, das man eher nur in kleinen Portionen genießen kann, daher werde ich nun parallel zu den anderen Büchern dieser Woche immer wieder mal einige Seiten lesen.

Da der Abend noch jung ist und ich für heute keine großartigen anderen Verpflichtungen mehr habe, stürze ich mich also gleich noch auf ein weiteres Buch, und dieses Mal ist es doch eines von meiner Liste und zwar "Das Erbe" von Krystyna Kuhn. Mal sehen, wie weit ich damit heute noch komme.

Bisher hat das Lesen auf alle Fälle sehr viel Spaß gemacht, auch wenn ich bei der derzeitigen Hitze dabei fast zerflossen bin ... Es war also ein guter Start in die Woche, und umso mehr ich heute noch lesen kann, umso besser, da ich die nächsten zwei Tage nicht so viel Zeit haben werde.

Sonntag, 5. August 2012

George R. R. Martin - A Dance with Dragons

Genre: Fantasy
Seiten: 1040
Verlag: Bantam
ISBN: 978-0553801477
Meine Bewertung: 4 von 5 Sternchen

English-Challenge  (Juni)
Themen Challenge (Schicksal/Prophezeiung)


Achtung: Diese Rezension enthält SPOILER zu den vorherigen Bänden (aber natürlich nicht zu diesem Band)!


So wie Cersei in "A Feast for Crows" sind auch Daenerys in Meereen und Jon Snow an der Mauer darum bemüht, ihre Herrschaft zu etablieren. Beide haben dabei mir allerlei Problemen zu kämpfen, zumal ihre Feinde nicht nur außerhalb lauern, sondern auch in ihren eigenen Reihen. Und während über Westeros der Winter hereinbricht, machen sich im Osten sowohl alte Bekannte als auch neue Mitspieler im Game of Thrones auf den Weg nach Meereen zu Daenerys und ihren Drachen.

Mein erster Gedanke nach dem Zuklappen des Buches war: Und das war alles? Darauf haben wir jahrelang gewartet? "A Dance with Dragons" ist also in mancher Hinsicht eher enttäuschend und bringt die Handlung nicht so weit voran, wie es sich vermutlich alle gewünscht hätten. Damit will ich nicht sagen, dass es ein schlechtes Buch ist, es ist vielmehr eine stetige Berg- und Talbahn. Fürchterliche Längen wechseln sich mit Überraschungen, Wendepunkten und wirklich brillanten Plotelementen ab.
Die größten Längen gibt es dabei im ersten Drittel, wo die Handlung oft auf der Stelle tritt. Dann kommt allmählich mehr Tempo hinein, bis schließlich ein wahrer Knalleffekt auf den nächsten folgt - um dann ganz am Ende doch wieder einen gewissen Frustfaktor zu bieten.

Das Hauptproblem ist für mich noch immer die Aufteilung der Handlungsstränge auf den 4. und 5. Band. Schon in "A Feast for Crows" hätte man ohne weiteres einiges straffen können und hier hatte ich diesen Eindruck noch viel stärker. Manche Handlungsstränge - vor allem jene von Dany und Tyrion - wirken arg in die Länge gezogen, andere gar völlig überflüssig, als wären sie nur reine Pflicht, um diese oder jene Figur wieder einmal zu erwähnen. Als sich dann im letzten Drittel die Ereignisse überschlugen, konnte ich wirklich nicht nachvollziehen, weshalb die Handlung anfangs oft dermaßen auf der Stelle treten musste. Hätte Martin ein ähnliches Tempo bereits früher eingeschlagen, wäre "A Dance with Dragons" wohl wirklich ein spannendes Buch geworden.
Dass er sich anfangs soviel Zeit lässt, führt dann am Ende auch dazu, dass es mir so vorkommt, als hätte da noch mehr kommen müssen. Ich meine mich auch zu erinnern, dass er auf seinem Blog geschrieben hat, er müsse einige Kapitel in den nächsten Band verschieben - und das merkt man auch. Gut, vermutlich lag es durchaus in Martins Absicht, uns Leser wieder einmal mit Cliffhangern abzuspeisen, über die wir dann diskutieren können, aber bei einigen Handlungssträngen hatte ich doch den starken Eindruck, als wären da noch ein oder zwei Kapitel nötig gewesen, um den Spannungsbogen, der in dem Roman aufgebaut wird, zumindest ein wenig zu einem Ende zu führen.

Alle diese Kritikpunkte ändern nichts daran, dass "A Dance with Dragons" insgesamt ein sehr lesenswertes Buch ist. Während Dany und Tyrion für mich hier eher eine Enttäuschung waren, wurde ich von Jon positiv überrascht. Er war für mich bislang eine der langweiligsten Figuren, aber hier war ich beeindruckt und äußerst angetan von seiner Zielstrebigkeit, seiner Tatkraft und seinem Mut zu unpopulären Entscheidungen (wenngleich auch seine Kapitel Kürzungen vertragen hätten). Ein weiteres Highlight sind sämtliche Kapitel mit Bran, Davos und Theon und all jene, die im Süden von Westeros angesiedelt sind (also um King's Landing und in den Riverlands). Es gibt wieder sehr viele verschiedene Perspektiven, aber ich bin hier besser mit dieser Fülle an (teils auch neuen) Figuren zurecht gekommen als noch in "A Feast for Crows".
Und schließlich gibt es auch wieder sehr viele Kleinigkeiten, die man leicht überlesen kann, die aber bei näherer Betrachtung ein ganz anderes Licht auf manche Dinge werfen oder zu einem echten Aha-Effekt führen. Manche dieser Kleinigkeiten, aber auch einige größere Wendungen haben mich beim Lesen fast aufschreien lassen und in mir das Bedürfnis ausgelöst, sofort mit jemandem über das Gelesene zu sprechen. Zumindest gibt es bis zum Erscheinen von "The Winds of Winter" genug Rätsel und Theorien, über die man sich den Kopf zerbrechen kann ... 

Alles in allem ist "A Dance with Dragons" ein Roman, der stellenweise in seiner Stagnation nahezu frustrierend ist, im Gegenzug aber auch unerwartete Wendungen und nägelkauende Spannung zu bieten hat. Wie Martin alle Fäden noch zu einem Ende bringen möchte, ist mir nach wie vor ein Rätsel - aber zumindest hat er jetzt die meisten Figuren in eine ganze gute Ausgangssituation für wirklich große Ereignisse gebracht.

“A reader lives a thousand lives before he dies. The man who never reads lives only one.” (Jojen Reed)

Samstag, 4. August 2012

Fjodor Dostojewskij - Schuld und Sühne


Genre: Klassiker
Seiten: 752
Verlag: dtv
ISBN: 978-3423124058
Meine Bewertung: 2,5 von 5 Sternchen

Themen-Challenge (Schuld) 


Der mittellose Student Raskolnikow tötet eine alte Pfandleiherin - nicht nur aus seiner finanziellen Not heraus, sondern auch, weil er sich auf eine Stufe mit großen Menschen der Weltgeschichte stellen möchte, die für ihn außerhalb aller Gesetze stehen. Doch nichts läuft wie geplant und er entgeht nur mit viel Glück einer sofortigen Verhaftung. Die Angst aufzufliegen und sein Gewissen machen ihm fortan zu schaffen, bis er sich in einen regelrechten Verfolgungswahn hineinsteigert.

Ich habe den Roman mit sehr großen Erwartungen begonnen - und bin nun etwas ratlos, was ich überhaupt in dieser Rezension schreiben soll. So sicher war ich mir, dass "Schuld und Sühne" mir gefallen würde, dass ich beim Lesen nahezu schockiert war, als ich von dem Roman die meiste Zeit nur genervt oder gelangweilt war. 
Ich habe in meinem Leben schon so einige "ältere" Literatur gelesen - und zwar auch deutlich ältere Werke als dieses hier - aber noch nie waren mir die Figuren so fremd wie hier. Jede einzelne zeichnete sich für mich vor allem durch zwei Eigenheiten aus: ein völlig irrationales und übertriebenes Verhalten sowie endlose Redeströme ohne Punkt und Komma. 
Der Roman wird als großartige psychologische Studie gepriesen, aber mir kamen sämtliche Figuren nur seltsam und die meiste Zeit unerträglich vor. Selbst bei Raskolnikow konnte ich eine gewisse Linie, die in seiner Charakterentwicklung verfolgt wird, erst sehr spät erkennen. Das liegt vielleicht daran, dass der Roman vor Nebenhandlungen und Abzweigungen nur so strotzt - bei vielen Episoden ist mir bis jetzt nicht klar, was sie zur eigentlichen Handlung beigetragen haben.
Erst zum Ende hin kommt es zu einer gewissen Verdichtung und zu wirklich interessanten Konfrontationen. Da konnte mich der Roman tatsächlich fesseln und faszinieren.
Ich muss aber ehrlich sagen: Allein der Gedanke "Man muss dieses Stück Weltliteratur gelesen haben" hat mich von einem frühen Abbruch abgehalten.

Ich merke, dass ich mich hier sehr an den Figuren aufhänge, würde aber auch sagen, dass mit ihnen der Roman steht und fällt. Wen die Figuren faszinieren, der wird "Schuld und Sühne" wohl großartig finden, während ich die meiste Zeit nur gerätselt habe, was den Roman literarisch so wertvoll macht. Schon lange habe ich mich beim Lesen nicht mehr so ratlos gefühlt wie hier. Ich hatte ab und an Studienlektüre, die mir nicht "gefallen" hat in dem Sinn - bei der ich aber verstehen konnte, was sie so besonders/beliebt/berühmt machte.
Natürlich, hier sind es die Charakterstudien von Rakolnikow und den anderen Figuren sowie die Konzepte von Schuld und Reue/Sühne. Aber ich finde, dass sich diese Themen oft völlig verlieren in Nebenhandlungen und Nebenfiguren. Wie schon oben geschrieben, kam für mich die wirklich interessante Auseinandersetzung mit diesen Themen erst sehr spät.

Ich habe beinahe ein schlechtes Gewissen, dass ich einen so berühmten Klassiker so schlecht bewerte und nichts anderes als eine so armselige Rezension zustande bringe, aber das hier ist einfach nur ein schlichter Leseeindruck - und der war bei mir leider nicht sehr positiv.

Wer aus meinen schwammigen Formulierungen hier nichts mitnehmen konnte und mehr Einzelheiten über den Roman wissen möchte, dem lege ich die wirklich großartige und ausführliche Rezension von Mila ans Herz. 

Mittwoch, 1. August 2012

7 Days 7 Books - auf gehts in die 2. Runde!

Bei meinem Sonntagsgeplauder habe ich es ja schon kurz erwähnt, jetzt aber nochmal etwas ausführlicher: Books for all Eternity und Crazy for Books veranstalten von 6. bis 12. August wieder die Aktion "7 Days 7 Books", bei der es - wie es ja der Name schon sagt - darum geht, 7 Bücher in 7 Tagen zu lesen. Es müssen übrigens nicht zwingend 7 Bücher sein, um es in den Lostopf zu schaffen - die genauen Regeln könnt ihr bei den beiden veranstaltenden Blogs nachlesen.
Beim letzten Mal im Februar habe ich zwar keine 7 Bücher gelesen, aber doch so einiges. Wie schon damals wird meine Woche auch diesmal nicht so ruhig, wie ich zunächst noch gedacht hätte. Ich habe zwar nicht so viele Dienste, aber ausgerechnet am Abschlusstag ist eine Familienfeier angesagt - da werde ich also kaum noch zum Lesen kommen (schade, am Sonntag vor der Woche hätte ich ewig viel Zeit). Und auch sonst gibt es so einiges in der nächsten Woche. Aber ich bin dennoch zuversichtlich, dass ich viel zum Lesen komme.

Natürlich habe ich mir jetzt schon Gedanken darüber gemacht, welche Bücher ich lesen werde - für mich als Listenfan ist das schon mal der halbe Spaß an der Sache. :-) Ich habe mich noch ein wenig in der Bücherei eingedeckt und bin nun bei folgenden Büchern gelandet (es sind mehr als 7, mal sehen, welche ich davon dann wirklich lesen will):

Daniel Glattauer - Der Weihnachtshund
Eine Weihnachtsgeschichte mitten im Sommer? Tatsächlich habe ich das Buch schon vor einer Weile meiner Mutter entführt, wollte mit dem Lesen aber bis zum Winter warten. Aber es juckt mich schon sehr in den Fingern, es endlich zu lesen, also gibts eben jetzt Weihnachtslektüre im August. ;-)
Nachtrag: Ich denke, dieser Roman verschwindet doch wieder von der Liste. Ich habe gesehen, dass er in 24 Kapitelchen eingeteilt ist und also als "Adventkalender" gelesen werden kann - so etwas liebe ich und werde mir das Buch daher doch für Dezember aufsparen.  

Krystyna Kuhn - Das Erbe (Das Tal 2.2)
Die Bücher der Tal-Serie lesen sich alle recht flott dahin und sind demnach gut für eine solche Aktion geeignet. Vom vorigen Band war ich nicht so begeistert - vielleicht wird dieser hier wieder besser.

Ruta Sepetys - Between Shades of Gray
Obwohl ich den Roman schon letztes Jahr als Geburtstagsgeschenk bekommen habe, bin ich immer noch nicht zum Lesen gekommen. Das soll sich jetzt endlich ändern!

Lloyd Alexander - The Castle of Llyr (The Chronicles of Prydain 3)
Ein Geburtstagsgeschenk von diesem Jahr. Falls ich sowohl den Roman von Ruta Sepetys als diesen lesen sollte, hätte ich für die English-Challenge gleich August-Buch und Juli-Strafbuch geschafft.

Titus Müller - Tanz unter Sternen oder Daniel Abraham - A Shadow in Summer
Ich brauche zumindest ein ebook für unterwegs und falls ich in der Arbeit Leerlauf habe und ein wenig zum Lesen komme. Ich schätze mal, dass es eher das erstgenannte wird, da ich in das zweite schon reingelesen habe und mich der Anfang nicht so gepackt hat. Für eine solche Lesewoche ist es daher vielleicht nicht so gut geeignet.

Erin Morgenstern - Der Nachtzirkus
Auch eher ein Wackelkandidat. Es handelt sich um ein weiteres meiner Geburtstagsbücher, auf das ich schon große Lust habe, aber ich weiß nicht, ob es sich für ein so rasches Lesen eignet oder nicht eher ein Buch ist, das man eher in kleinen Stückchen liest.

Tonke Dragt - Die Türme des Februar oder Patricia McKillip - Das Buch der Dornen
Beide wären ein Reread und sozusagen mein Joker, falls ich gerade nirgends so recht reinkomme (wie es mir beim letzten Mal zwischendurch passiert ist). Denn bei diesen Büchern weiß ich ja, dass ich sie liebe und ich brauche ohnehin noch Bücher für die 2. Chance-Challenge.

Was mir noch ganz fehlt, das ist ein Hörbuch. Ich habe derzeit auch keines auf meinem SuB - falls ich also Lust auf eins habe, werde ich mir entweder spontan eins bei Audible suchen oder nochmal in der Bücherei stöbern.

Soweit mal meine Buchüberlegungen. Die Liste ist natürlich nicht festzementiert, aber bei den meisten Büchern denke ich doch, dass sie gut für die nächste Woche geeignet wären. Falls ich zwischendurch doch ganz spontan Lust auf etwas anderes habe, kann ich ja noch umsatteln.

Hach, ich kanns kaum noch erwarten! :-)