Montag, 28. Januar 2013

Von Schwurbrüdern, Blutrache und Wikingerfahrten

Ich bin derzeit ganz und gar in Isländersagas vergraben - genaugenommen geht es darum, bestimmte Szenen herauszufiltern, die für meine Doktorarbeit relevant sind. Nun sind das etliche hundert (oder auch etliche tausend) Seiten, und die Isländersagas sind ja nur mal der Anfang. Es geht dann noch weiter mit Vorzeitsagas und Königssagas, was bedeutet, dass ich noch so einiges vor mir habe.
Ich wollte also die Sagas eher nur querlesen und habe zunächst mal mit den überschaubareren sowie einigen ohnehin recht kurzen þættir begonnen. Allerdings fand ich diese tatsächlich eher etwas ermüdend zu lesen und konnte vor allem in die Skaldensagas (Kormáks saga und Hallfreds saga) nicht so recht hineinfinden.
Da ich vor Jahren die Njáls saga mit Begeisterung gelesen habe, war ich nun doch etwas irritiert - und sah schwere Zeiten auf mich zukommen.
Aber dann war heute Nachmittag die Bandamanna saga angesagt, die sehr schön zu lesen war, und als nächstes habe ich mich der Vatnsdœla saga zugewandt, die äußerst fesselnd ist. Vom geplanten Querlesen kann keine Rede mehr sein, dafür bin ich viel zu sehr darin eingetaucht.

Nun habe ich rein blogtechnisch und für meine Leselisten überlegt, wie ich eigentlich mit den Sagas verfahren soll. Fachliteratur für die Doktorarbeit zähl ich ja sonst nie zu meiner "Unterhaltungs"-Leseliste. "Belletristische" Pflichtlektüre fürs Studium hingegen (wozu ja auch die Njáls saga gezählt hat), ist früher stets auf meinen jährlichen Leselisten gelandet.
Da ich ja nun die Sagas nicht irgendwie als ganzes analysiere, sondern sozusagen ganz entspannt lese und lediglich darauf achte, ob für mich relevante Szenen darin auftauchen, habe ich beschlossen, dass ich jene Sagas, die ich wirklich als ganzes lese und die durchaus "Buchlänge" aufweisen, ganz normal auf meiner Liste zählen und möglicherweise auch rezensieren werde.
Falls sich also in nächster Zeit die eine oder andere Isländersaga zwischen meine Rezensionen schleicht, wisst ihr, was es damit auf sich hat. Ich hoffe, ich langweile euch damit nicht, werde aber versuchen, das ganze in einem vernünftigen Rahmen zu halten. ;-)

Kommentare:

  1. Ich bin gespannt und finde das spannend. Ich kenne nur die Njalssaga, ohne sie allerdings gelesen zu haben (wir waren im Sagamuseum auf Island) und auch ein paar Auszüge aus anderen Sagas. Mich hat die Detailverliebtheit amüsiert - und auch ermüdet - wenn das Aussehen der Leute bis hin zur Farbe der Nähte an den Klamotten oder den Flechtarten der Frisuren. *g* Ich bin gespannt, was du dazu schreibst. :)

    Gruß
    Vinni

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    1. Diese Detailverliebtheit findet man definitiv nicht in allen Sagas. Oft erfährt man über das Aussehen der Hauptfiguren kaum etwas bis auf ein lapidares "Er war ein schöner Mann" und über die Kleidung schon gar nicht. Die Sagas sind ja sowohl in der Länge als auch ihrem Tempo oft sehr unterschiedlich.

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