Dienstag, 28. Mai 2013

Jacqueline Wilson - Vicky Angel

Genre: Jugendbuch
Verlag: AudioGO Ltd.
Dauer: 4 Stunden 16 Minuten (ungekürzte Lesung)
gelesen von: Eve Best
ISBN: 9780754065616
Meine Bewertung: 5 von 5 Sternchen

"Bücher, die man gelesen haben muss"-Challenge


Jade ist daran gewöhnt, alles zusammen mit ihrer besten Freundin Vicky zu machen und sich bei allen Entscheidungen den Wünschen ihrer recht dominanten Freundin zu fügen. Als Vicky bei einem Autounfall stirbt, weiß Jade nicht, wie sie jetzt ihr Leben weiterleben soll. Deshalb ist sie zunächst überglücklich, als Vicky ihr erscheint und auch als Tote weiterhin die Dinge in die Hand nimmt.  Doch mit der Zeit fühlt Jade sich von Vickys Präsenz erdrückt und sie merkt, dass sie einen Weg finden muss, sich von ihrer Freundin zu lösen.

Wow. Was für ein Buch. Als ich beschlossen habe, einen Roman von Jacqueline Wilson für die Challenge zu lesen, da die Autorin gleich viermal auf der 100 Books-Liste vertreten ist, habe ich nicht damit gerechnet, auf so einen beeindruckenden Roman zu stoßen. Ihre anderen Bücher klangen eher nach locker-spritzigen Lektüre, daher habe ich bei "Vicky Angel" trotz des ernsten Themas nicht mit einem so beklemmenden Roman gerechnet.
Daher auch gleich eine "Warnung" an alle, die sich für den Roman interessieren: Lasst euch von dem kindlichen und eher witzig wirkenden Cover nicht täuschen! In "Vicky Angel" geht es um Tod, Trauer, Beeinflussung, Schuldgefühle und eine Freundschaft mit sehr bedenklichen Tendenzen - und das alles ohne Pathos oder erhobenen Zeigefinger!

Jade, die stets im Schatten ihrer selbstbewussten und oft auch manipulativen Freundin stand, kann sich auch nach dem Tod nicht von diesem Einfluss lösen und droht sich zeitweise selbst ganz zu verlieren. Ob man Vicky nun als real und den Roman somit teilweise als phantastisch betrachtet oder sie als eine Halluzination von Jade sieht, bleibt den Lesern selbst überlassen - auch wenn ich es ganz klar als die zweite Variante interpretiert habe.
Es sind vor allem zwei große Themen, die Jacqueline Wilson in diesem Roman sehr beeindruckend umsetzt: Einerseits die Trauer um einen geliebten Menschen und andererseits eine Freundschaft mit einem sehr starken Machtgefälle.
Beides wird so einfühlsam und nachvollziehbar beschrieben, dass mich das Lesen stellenweise sehr aufgewühlt hat. Zwar machen Jades Schuldgefühle (da sie vor Vickys Tod mit ihr einen Streit hatte) aus Vicky eine noch wütendere und dominantere Person als sie tatsächlich war, aber trotzdem wird deutlich, wie stark Vicky Jade auch vor ihrem Tod beeinflusst und manchmal nahezu unterdrückt hat. Jacqueline Wilson schafft aber das Kunststück, dennoch durchschimmern zu lassen, wieviel die beiden Mädchen einander bedeutet haben. Vicky wirkt teilweise zwar wie ein egoistisches Miststück, aber man kann sie keinesfalls darauf reduzieren.
Ebenso differenziert sind auch viele der Nebenfiguren dargestellt, vor allem Jades Mutter, die man recht schnell in eine Schublade einordnet, die einen aber dann doch immer wieder überrascht.
Natürlich bleibt aufgrund der Kürze des Romans nicht sehr viel Raum für Nebenfiguren oder Nebenplots und so konzentriert Wilson sich doch in erster Linie auf Jade, mit der man von der ersten Sekunde an mitfühlt, und ihre Entwicklung, die sie im Laufe der Zeit durchmacht.

Das Hörbuch wird von Eve Best sehr sensibel und mit einem äußerst charmanten britischen Akzent gelesen. Wenn sie Vicky als Geist spricht, wird ein kleiner Hall hinzugefügt, der mich anfangs ein wenig irritiert hat, der aber letztendlich doch gut passt. Toll fand ich es, wie laut und energisch und nahezu nervig sie als Vicky ihre Stimme erhebt, da man auf diese Weise wunderbar nachvollziehen kann, wie es Jade geht: Sie kann Vicky unmöglich ausblenden und sich neben ihr kaum auf etwas anderes konzentrieren.
Ich kann das Hörbuch also sehr empfehlen; umso mehr, da es sich ja um eine ungekürzte Fassung handelt.

Egal, ob als Hörbuch oder als gedruckter Roman, ich kann euch "Vicky Angel" nur wärmstens ans Herz legen. Erwartet euch aber keine gemütliche Unterhaltung zwischendurch. Denn auch wenn letztendlich ein positiver Grundton überwiegt, ist der Roman über große Strecken sehr aufwühlend und beklemmend.
Erneut also ein Buch, das sich seinen Platz auf der Liste meiner Meinung nach mehr als verdient hat!

Sonntag, 26. Mai 2013

Sonntagsgeplauder #57

Momentan komme ich kaum zum Lesen und dementsprechend auch kaum zum Bloggen. Es ist einfach gerade alles etwas stressig mit meinen Diensten, mit diversem Rundherum, mit einem Polterabend, den ich als Brautjungfer für meine Freundin organisieren muss und und und ....

Deshalb geht auch bei "Swallowdale" nicht viel voran, obwohl ich den Roman ganz wunderbar finde. Dagegen liegt es bei "Asche und Phönix" nicht nur am Zeitmangel, dass ich gerade nicht recht vorankomme. Bisher kann mich der Roman nicht besonders fesseln und ich kann auch mit den Figuren nichts anfangen. Schade, ich hatte mir von dem neuesten Roman von Kai Meyer mehr erwartet, vor allem nach der tollen Arkadien-Trilogie. Noch bin ich etwas unschlüssig, ob ich das Buch nicht abbrechen soll - ich werde es aber wohl noch ein bisschen damit versuchen.
Ebenfalls mittendrin bin ich bei "Vicky Angel", das ich als ungekürztes Hörbuch auf Englisch höre. Es ist einer der vier Romane von Jacqueline Wilson, die auf der 100 Books-Liste stehen und bisher kann ich dazu nur sagen: sehr aufwühlend, sehr bewegend und sehr lesenswert.

Ansonsten war heute wieder der Österreichische Frauenlauf, bei dem ich nun schon zum 3. Mal mitgelaufen bin. Es war mal wieder die Hölle los (es kam mir noch voller vor als in den letzten Jahren) und ich war auch relativ langsam, aber trotzdem hat es Spaß gemacht.

Bald wird sich hier dann hoffentlich wieder etwas mehr tun - zumindest zu "Vicky Angel" und "Swallowdale" werden ja bald Rezensionen anstehen und falls ich sonst zu nichts komme, muss ich euch wohl einfach mal wieder ein paar Knüpfereien zwischendurch zeigen. ;-)

Ich wünsch euch noch einen schönen Abend!

Dienstag, 21. Mai 2013

Rick Riordan - Percy Jackson


Im Alter von 12 Jahren hat Percy Jackson schon eine ganze Reihe von Schulen besucht, weil ihm ständig seltsame Dinge passieren, von kleinen Missgeschicken angefangen bis hin zu ausgewachsenen Katastrophen. Als er endlich erfährt, was hinter all dem steckt, fällt er aus allen Wolken: Er ist der Sohn eines Gottes und hat als solcher nicht nur außergewöhnliche Fähigkeiten, sondern wird auch von allerlei Monstern gejagt, die ihn lieber tot als lebendig sehen würden.
Um seine Fähigkeiten zu trainieren und sich fortan selbst schützen zu können, verbringt Percy seine Sommer nun zusammen mit anderen Halbgöttern im "Camp Half Blood". Doch nicht nur Monster haben es auf die Halbgötter abgesehen, sondern auch der gesamten Götterwelt droht eine große Gefahr: Der Titan Kronos möchte sich für die Schmach rächen, die Zeus ihm einst angetan hat und die Herrschaft über den Olymp wieder an sich reißen.

"Percy Jackson" ist eine ausgesprochen unterhaltsame und spannende Serie, die sich praktisch "wie nichts" wegliest. Das faszinierende daran ist vor allem die Art und Weise, wie Rick Riordan die griechische Götterwelt in die Gegenwart transportiert. Die Erklärung, weshalb der Olymp sich mittlerweile in New York befindet, hinkt zwar ein wenig, aber ansonsten werden all die mythologischen Elemente sehr schön ins Amerika des 21. Jahrhunderts eingefügt. Dabei greift der Autor auch auf allerlei weniger bekannte Gestalten zurück und modernisiert sie auf eine meist sehr originelle und doch stimmige Art und Weise.

Die eigentliche Hauptfigur verblasst im Vergleich dazu fast ein wenig: Percy ist zwar ein sehr sympathischer, frecher Junge, ist aber einfach zu sehr der typische jugendliche Held mit nur wenigen Ecken und Kanten, um sich von vergleichbaren Protagonisten abzuheben. Die Nebenfiguren sind da großteils interessanter geraten, auch wenn mich die Konstellation der drei Freunde sehr an Harry Potter erinnert hat: Ein sehr besonderer Junge, der treue Freund (in diesem Fall der Satyr Grover), der oft als Comic Relief dient und das intelligente Mädchen (hier Annabeth, die Tochter der Athene). Dazu dann noch zwei Zwillinge, die stets zu Streichen aufgelegt sind und ein weiser Mentor ...
Diese Parallelen haben mich nicht allzu sehr gestört, aber sie fallen einem halt doch auf.
Apropos Harry Potter: Natürlich erinnert auch Camp Half Blood ein wenig an Hogwarts (so sind etwa die Hütten der Götter mit den Häusern vergleichbar), aber da das Camp von den meisten Halbgöttern nur im Sommer bewohnt wird, ergibt sich eine teils etwas erzwungene Struktur: Die wichtigen Dinge ereignen sich stets nur im Sommer; die Zeit dazwischen, also das Schuljahr in der "normalen" Welt, wird findet in der Regel zwischen den Bänden statt. Das führt zu einer etwas sprunghaften Struktur, da man stets den Großteil des Jahres nicht miterlebt. Dafür wird aber die Handlung in den einzelnen Bänden stets sehr kompakt geschildert: der Zeitraum umfasst ja immer nur ein paar Wochen. 
Das ist wohl mit ein Grund, weshalb das Tempo fast durchgehend hoch ist und die Spannung konstant gehalten wird. Im letzten Band war mir das Tempo fast ein wenig zu hoch, da kommt man ja bei all den Kämpfen kaum noch zum Verschnaufen.

Es gab noch so ein paar Schwächen, die mich ein wenig gestört haben, aber ich möchte hier jetzt nicht lang und breit alle Kritikpunkte auflisten. Die "Percy Jackson"-Bände haben mir nämlich trotzdem sehr gut gefallen und mich stets gut unterhalten. Am besten fand ich ja den 2. Band, was zum Teil wohl an den Anklängen an die Odyssee liegt, über die ich einfach immer wieder gern lese. Dazu gibt es auch noch einige wirklich urkomische Szenen, wobei man solche eigentlich in jedem Band findet. Ich bin ja meistens nicht so sehr ein Fan von humorvoller Literatur, aber Percy Jackson fand ich wirklich witzig zu lesen und ich musste mehrmals lauthals lachen. Besonders herrlich fand ich ja die Partyponys. ;-)

Alles in allem kann ich "Percy Jackson" allen empfehlen, die auch schon an Harry Potter ihre Freude hatten. Rick Riordan hat einige wirklich originelle Ideen auf Lager und kann zudem sehr unterhaltsam schreiben. Wenn man in der griechischen Mythologie einigermaßen sattelfest ist, ist der Lesespaß umso größer, aber dank des Glossars am Ende eines jeden Bandes sind im Grunde keinerlei Kenntnisse notwendig.
Trotz einiger Logikfehler und anderen Kritikpunkten habe ich "Percy Jackson" mit Freude gelesen und werde bestimmt auch noch die Nachfolgeserie "Helden des Olymp" beginnen.

Freitag, 17. Mai 2013

Norwegens "Syttende mai"

Heute gibts mal einen Beitrag abseits von Büchern und Lesen, denn heute ist der 17. Mai, also Nationalfeiertag in Norwegen - einem Land, an dem mein Herz ganz besonders hängt.
Ich geb euch hier mal eine schöne musikalische Untermalung zu diesem Blog-Eintrag, und zwar ein Lied der norwegischen Sängerin Kari Bremnes: Berg og båre

Als ich 2005 für ein Semester in Oslo studiert habe, hatte ich am 17. Mai gerade Besuch von einem lieben Freund und wir haben uns mitten in den Trubel der Innenstadt gestürzt. Norwegen versteht es nämlich wirklich, den Nationalfeiertag äußerst charmant zu feiern. Von Militärparaden keine Spur, stattdessen finden große Umzüge von Kindergärten und Schulen statt und im Anschluss gibts Spiele und viel Eis für die Kinder.
An dem Tag war gefühlt jeder einzelne Osloer auf den Straßen und so sah daher die Karl Johans gate aus:

Wohin man auch blickt: die Farben der norwegischen Flagge

Die Kinder ziehen dann in Oslo alle am Palast vorbei, wo am Balkon die Königsfamilie steht und sich vermutlich einen Wolf winkt:


Nächstes Jahr gibts dann übrigens das 200jährige Jubiläum, denn 1814 wurde das norwegische Grundgesetz in Eidsvoll erlassen. Dieses Jubiläum würde ich ja gerne wieder in Oslo mitfeiern ...

Gratulerer med dagen, Norge!

Montag, 13. Mai 2013

Michelle Magorian - Goodnight Mister Tom


Genre: Kinderbuch
Seiten: 452
Verlag: Puffin Modern Classics
ISBN: 9780141964522
Meine Bewertung: 4,5 von 5 Sternchen

"Bücher, die man gelesen haben muss"-Challenge


Zu Beginn des 2. Weltkrieges werden ganze Scharen von Londoner Kindern aufs Land evakuiert. Eines dieser Kinder ist William Beech, der bei dem alten Einzelgänger Tom untergebracht wird. Aufgezogen von einer strengen Mutter, deren Vorstellungen von einem christlichen Leben vor allem Entbehrungen, Härte und Sünde bedeuten, erlebt William bei Mister Tom erstmals Liebe und Warmherzigkeit - und was es bedeutet, einfach Kind sein zu können.

Ich habe lange überlegt, wie ich "Goodnight Mister Tom" bewerten und rezensieren soll. Der Roman hat - bei kritischer Betrachung - einige Schwächen, aber die meisten davon waren mir beim Lesen ziemlich egal. Denn Michelle Magorian hat mich auf eine emotionale Achterbahnfahrt geschickt und mir vor allem in der ersten Hälfte des Buches mehrmals Tränen in die Augen getrieben.
Zu erleben, wie William, der in seinem ganzen Leben eigentlich noch nichts schönes erlebt hat, bei Tom zunächst völlig überwältigt von jeder kleinen Geste der Freundlichkeit ist, ist mehr als bewegend. Das beste daran ist aber die völlig unsentimentale Weise, wie das alles geschildert wird. Tom ist ein eher grummeliger Mann, der nicht die Arme über dem Kopf zusammenschlägt und ruft "ach, du armes Kind!" oder sich in übertriebene Fürsorge stürzt. Er hat einfach nur sehr schlichte und praktische Vorstellungen davon, wie man ein Kind zu behandeln hat und kann es kaum fassen, dass es Menschen gibt, die Kinder mit dem Gürtel schlagen, von einem Jungen keinen Mucks hören wollen und alle Freuden als Sünde betrachten.
Man muss Tom einfach mögen und wenn er auf Wills Entschuldigungen, dass er ein Bettnässer ist, lediglich mit der pragmatischen Feststellung reagiert, das wäre mit seinem Hund früher ähnlich gewesen, dann möchte man ihn nur umarmen.

Das ist das besondere an dem Buch: zu beobachten, wie Will sich unter Toms Obhut verändert, seine ängstliche Schüchternheit verliert und beginnt, seine künstlerischen Talente zu entfalten. Äußerlich passiert nämlich die meiste Zeit kaum etwas, aber innerlich, da werden ganze Berge versetzt. Natürlich nicht nur in Will, sondern auch in Mister Tom, der sich dank des Jungen allmählich wieder in die Gemeinschaft des Dorfes eingliedert.
Abgesehen von den beiden gibt es auch noch sehr liebenswürdige Nebenfiguren, so etwa den quirligen Zach, der sich mit Will anfreundet und die Zwillingsmädchen Ginnie und Carrie. Außerdem schildert Michelle Magorian die Spiele und Unternehmungen der Kinder ganz wunderbar.

Ich habe oben geschrieben, dass mich vor allem die erste Hälfte sehr bewegt hat. Das bedeutet nicht, dass die zweite Hälfte des Buches schlecht wäre, aber die größten inneren Entwicklungen finden bereits bis zur Mitte statt. Danach verlagert sich der Fokus auch ein bisschen weg von Mister Tom und mehr hin zur Freundschaft zwischen Zach und Will. Zudem muss Will sich mit den Geistern seiner Vergangenheit auseinandersetzen und noch so einiges durchmachen. Im Zusammenhang damit finden sich auch ein paar der oben angesprochenen Schwächen: Es gibt ein paar Szenen, vor allem wenn es um Wills Mutter geht, die wirklich heftig sind und mich die Zielgruppe im Alter gedanklich gleich mal stark nach oben schrauben ließen. Gleichzeitig gibt es aber ein paar Handlungspunkte, die doch auf eine Art und Weise vereinfacht wirken, wie es eher in einem Kinderbuch der Fall ist. Und obwohl Michelle Magorian sich auf keine simple Schwarz-Weiß-Zeichnung beschränkt, wirkt die ländliche Dorfgemeinschaft ab und zu ein wenig zu herzlich-idyllisch und die eine oder andere Nebenfigur etwas zu einseitig dargestellt.

Um schließlich noch kurz auf den Schreibstil zu kommen: "Goodnight Mister Tom" ist eher schlicht und nüchtern geschrieben und oft werden die Empfindungen der Hauptfiguren nicht durch Innensicht deutlich, sondern durch die Schilderung ihrer Reaktionen, was ich insgesamt sehr gut gelungen fand. Wenn Will ganz bleich und starr wird und kein Wort herausbringt, dann muss man nicht "von innen" miterleben, dass er von der Situation überfordert und eingeschüchtert ist, das wird auch so völlig klar.
Michelle Magorian schreibt weniger aus einer personalen Perspektive, sondern eher auktorial mit einem häufigen Eintauchen in die Köpfe der verschiedenen Figuren. Im Wesentlichen also die gängige Erzählperspektive etwas älterer Kinderbücher, auch wenn sich mittlerweile eher eine stark personale Perspektive durchgesetzt hat.
Zur Sprache möchte ich noch anmerken, dass es im Buch sehr viel Dialekt gibt. Daran muss man sich erst einmal gewöhnen, aber ich kam bald damit klar und ich bin ja nun nicht das große Englisch-Genie. Hier ein kleines Beispiel:
‘S’pose you’d best know where to put yer things,’ muttered Tom, looking up at the coat rack and then down at Willie. He scratched his head. ‘Bit ’igh fer you. I’d best put in a low peg.’

Als Fazit bleibt mir eigentlich nur zu sagen: Lest dieses Buch! Und falls ihr einen ebenso mauligen inneren Kritiker habt wie ich, der immer und überall mitliest, dann knüppelt ihn nieder und fesselt und knebelt ihn zumindest so lange, bis ihr "Goodnight Mister Tom" gelesen habt.
Den Platz auf der Liste der 100 Bücher hat sich dieser Roman wirklich verdient - und ich bin mehr als froh, dass ich ihn auf diese Weise für mich entdeckt habe.

Samstag, 11. Mai 2013

[Knüpfereien] Armbänder

Vor einer Weile habe ich ja schon mal einen Schwung meiner geknüpften Lesezeichen hergezeigt, nun gibt es mal Armbänder, viele davon in recht "traditionellen" Mustern geknüpft. Im Laufe der Zeit werden dann noch Schlüsselanhänger, verschiedene Techniken (Sterne, Blumen, Tiere) und meine ganz besonderen Projekte (Charakterbänder, "Houses of Westeros" und ähnliches) folgen.
Immer vorausgesetzt natürlich, dass ihr bis dahin nicht schon die Nase voll habt. ;-)

Einfache Muster

Brigid
Waldteich

Zickzack in Orange
Herbstlaub
Herzbube
Isles in the Lilac Sea
Waldfee

Kombinationen mit Perlen

Undine
Nachtgrotte
Nella Fantasia
Erstkommunionsgeschenk für meine Nichte
Shades of Gold

Mittwoch, 8. Mai 2013

[Abgebrochen] Cassandra Clare - The Mortal Instruments

Es wurmt mich ja ein wenig, dass ich schon wieder ein Buch abbreche, aber ich habe ehrlich gesagt überhaupt keine Lust mehr, "City of Glass" weiterzuhören. Also habe ich mich gefragt, wofür ich das dann mache - zumal ich ja ohnehin nie geplant hatte, die "Mortal Instruments"-Serie zu lesen. Letztendlich hatte ich die ungekürzten Hörbücher nur mitgenommen, weil ich in der Bücherei darüber gestolpert bin und mir gedacht habe, dass ich ja mal wieder was auf Englisch hören könnte.

Dabei hat mir der erste Band City of Bones noch sehr gut gefallen. Aber schon der Folgeband "City of Ashes" konnte mich nicht mehr wirklich begeistern. Irgendwie kam es mir so vor als ob dieser frisch-spritzige Grundton verloren gegangen wäre. Der Humor wirkte eher bemüht und ... ACHTUNG, AB JETZT SPOILER!

... die ganze Sache mit Simon hat mich eher genervt. Also die Vampirsache sowieso, aber davon abgesehen: Was sollte diese seltsame halbe Liebesgeschichte, bei der Clary ja nicht mal annähernd mit ihrem Herz dabei ist? Fast wirkt es, als würde sie Simon als reinen Lückenbüßer nehmen, da sie ja mit Jace nun mal nicht zusammen sein kann.
Apropos Jace: Zunächst fand ich diese neue Konstellation recht interessant, aber ich hatte bald das Gefühl, dass er sicher nicht wirklich ihr Bruder ist. Es gab einfach zu viele Hinweise (die Andeutungen des Feenvolkes, das ständige darauf Herumreiten, dass er weder Valentine noch Clary ähnlich sieht - und dazu noch die Tatsache, dass das ja die einzige Möglichkeit ist, um die Liebesgeschichte zu retten. Aber ich finde das ziemlich schade, da ich es ziemlich spannend gefunden hätte zu erleben, wie die beiden tatsächlich zu einem geschwisterlichen Umgang und vielleicht auch irgendwann zu einem richtigen Bruder-Schwester-Verhältnis finden.
Den Plot an sich fand ich aber recht spannend, auch wenn die Handlung für mich ab und zu eher auf der Stelle trat und sich ein wenig gezogen hat.

Bei "City of Glass" habe ich nur etwa 3 (von 15) Stunden des Hörbuchs geschafft, bis mir so richtig bewusst wurde, dass ich stets nur mit Widerwillen weiterhöre und auch nach einer Viertelstunde immer schon wieder genug hatte.
Ich kann gar nicht so recht sagen, was mir daran nicht gefällt, aber irgendwie geht für mich alles nur schleppend voran, Simon und sein Vampirdasein nervt mich immer mehr und Idris kann mich so gar nicht packen. Noch dazu ist nicht nur mit Sebastian auch schon der potentielle wirkliche Bruder von Clary aufgetaucht (ich muss nachher mal suchen, ob diese Annahme stimmt), sondern seit der letzten Szene mit der Inquisitorin im 2. Band braucht man auch nicht länger zu rätseln, wer denn nun wirklich Jace' Eltern sind. Es können doch fast nur Stephen und Celine Herondale sein - oder bin ich jetzt komplett auf dem Holzweg?
Wie das aber alles zugegangen ist und was noch alles hinter all dem steckt, macht mich nicht besonders neugierig (das sind mir inzwischen zu viele soapartige Verwicklungen). 
Ich weiß nicht, vielleicht bin ich inzwischen auch einfach nur übersättigt, aber für mich ist in der Serie ein wenig die Luft raus. Wie sie endet, ist mir ziemlich egal - und warum sollte ich mich dann weiter durch das Hörbuch zwingen?
Lieber behalte ich einfach "City of Bones" in guter Erinnerung und lege die Serie für mich ansonsten ad acta. Für eine "Kurzfassung" kann ich ja dann die Kinofilme gucken. ;-)

Dienstag, 7. Mai 2013

Zsuzsa Bánk - Heißester Sommer



Genre: Erzählungen
Seiten: 160
Verlag: Fischer
ISBN: 978-3100052216
Meine Bewertung: 3,5 von 5 Sternchen



12 Erzählungen hat Zsuzsa Bánk in diesem Kurzgeschichtenband versammelt, die sich fast alle mit Erinnerung, Vergangenheit, Entfremdung, Wiedersehen und Abschied auseinandersetzen. Einige sind in weit entfernten Ländern angesiedelt, andere lassen sich überhaupt nur vage irgendwo und irgendwann ansiedeln. Ihnen allen liegt eine gewisse Melancholie zugrunde, das Wissen, dass hier etwas zu Ende geht oder dass an frühere Zeiten schlichtweg nicht mehr angeknüpft werden kann.

Es gibt in diesen kurzen Geschichten keine Antworten, am Ende bleibt meist alles in der Schwebe. Oft gibt es noch nicht einmal Fragen, da die Situation, die Beziehung der Figuren zueinander so unklar ist, dass man kaum weiß, was in den Geschichten überhaupt erzählt wird.
Das ist gleichzeitig mein größter Kritikpunkt: Ich mag es, wenn manches offen bleibt und nicht immer benötigt man ellenlange Erklärungen, um eine Situation zu verstehen, aber einige der Geschichten waren mir hier zu unklar, um überhaupt noch zu ihnen vordringen zu können. Dazu kommt irgendwann ein Gefühl der Eintönigkeit, da sich Motive und Themen doch sehr stark wiederholen. Trotzdem haben mich manche Geschichten auch auf der Handlungsebene überzeugt, so etwa "Eiszeit" und "Unter Hunden".

Im Vordergrund steht aber bei den meisten Geschichten ohnehin nicht die Handlung, sondern eher die Sprache und Zsuzsa Bánks beeindruckende Beobachtungsgabe. Wie sie hier Momentaufnahmen, Stimmungen und kleine Details schildert, ist wirklich großartig. Selten hatte ich bei einem Buch so oft das Gefühl, dass der Autor/die Autorin so treffsicher den Finger auf ganz bestimmte Punkte legt. In der Hinsicht ist "Heißester Sommer" sowohl sprachlich als auch in seiner Art der Beschreibungen auf einem sehr hohen Niveau.
Leider haben mich die meisten Geschichten aber nur beim Lesen beeindruckt, während danach kaum etwas in mir nachhallen konnte. Das lag zum großen Teil wohl daran, dass eben alles allzu sehr in der Schwebe bleibt.
Außerdem kam mir manches stellenweise ein bisschen zu gekünstelt vor und ein wenig so als wolle die Autorin angeben - falls das jetzt irgendjemand versteht. Es fällt mir gerade sehr schwer, das in Worte zu fassen.

Insgesamt war "Heißester Sommer" eine sehr interessante Lektüre, auf die ich ohne die Blind date with a book-Aktion wohl nie gestoßen wäre (und das wäre doch schade gewesen). Obwohl die Erzählungen voller faszinierender Schilderungen sind, konnten sie mich aber nicht nachhaltig beeindrucken. So, wie die Geschichten teilweise vor allem Momentaufnahmen sind, waren sie für mich auch nur für den Moment des Lesens präsent.

Sonntag, 5. Mai 2013

Sonntagsgeplauder #56

Lesegeplauder
Ich bin inzwischen beim letzten "Percy Jackson"-Band angekommen, was mir direkt ein wenig leid tut. Wenn man eine Serie liest, verbringt man doch sehr viel Zeit mit den Figuren in ihrer Welt, und da fällt es mir immer etwas schwer, diese wieder zu verlassen. Aber es gibt von Rick Riordan ja noch die Nachfolgeserie "Helden des Olymp", die ich vermutlich auch noch lesen werde (wenn auch nicht im direkten Anschluss).
Die Kurzgeschichten aus "Heißester Sommer" habe ich zwischendurch mal pausiert, aber jetzt habe ich sie wieder aufgenommen und werde sie wohl bald alle gelesen haben.
Außerdem habe ich mit "City of Glass" (wieder als Hörbuch) begonnen, bin aber bisher nicht gänzlich davon überzeugt. Ich denke nicht, dass ich die "Mortal Instruments"-Serie danach noch weiterlesen werde, da der 3. Band ja ohnehin schon mal einen Abschluss bildet, wenn ich das richtig verstanden habe.

Schreibgeplauder
In der letzten Woche habe ich weiterhin brav "Bühnenzauber" überarbeitet. Ein Besuch bei meiner Familie (den ich teilweise mit Gartenarbeit verbracht habe), hat mich erst einmal ausgebremst und in der nächsten Woche hab ich nicht so viel Zeit, aber vielleicht schaffe ich trotzdem wieder ein bisschen etwas, jetzt, wo ich gerade so in Schwung bin.

SuB-Geplauder
Ja, es gab in letzter Zeit doch mal wieder Neuzugänge bei mir - also "richtige" Neuzugänge, nicht nur Bibliotheksbücher. Eine Aktion von Lovelybooks hat mir in Gratis-Exemplar von Kai Meyers "Die Alchimistin" als ebook beschert. Und letzte Woche konnte ich mich nicht zurückhalten: Ich habe mir sowohl Charles Dickens' "Große Erwartungen" (für die 100-Bücher-Challenge) als auch Anne Brontes "Agnes Grey" als Mängelexemplare gegönnt. "Schloss Gripsholm von Tucholsky hatte ich ebenfalls schon in der Hand, aber das muss doch noch ein wenig warten (oder ich leih es mir mal aus der Bücherei aus).
Mein SuB bewegt sich dank eiserner Disziplin in der letzten Zeit trotzdem noch in annehmbarer Höhe - wenn sich nur nicht immer noch so viele "Altlasten" darauf befinden würden. Es ist schon ein seltsamer Effekt, dass Bücher manchmal immer uninteressanter erscheinen, umso länger man sie bereits auf dem SuB hat. :-(

Ansonsten habe ich beschlossen, in nächster Zeit auch mal wieder mehr Zufallsfunde aus der Bücherei zu lesen. Früher habe ich das viel häufiger gemacht, und manchmal entdeckt man dabei ganz unerwartet eine Perle. Außerdem ist es irgendwie befreiend, wenn man nicht ständig nur Bücher liest, die man schon ewig auf der Wunschliste hat (die ich übrigens bei der Gelegenheit gleich mal wieder ausgemistet habe).
So, und jetzt sind bei mir noch ein paar Stunden Dienst angesagt - leider hatte ich nun schon eine ganze Weile keinen freien Sonntag mehr und muss bis zum nächsten auch noch bis Mitte Juni warten, aber dafür hab ich ja immer montags frei (was für mich aber irgendwie anders ist als ein freier Sonntag - keine Ahnung, weshalb).

Donnerstag, 2. Mai 2013

Ursula Poznanski - Fünf



Genre: Krimi
Seiten: 384
Verlag: Wunderlich
ISBN: 978-3805250313
Meine Bewertung: 3 von 5 Sternchen



Mit einer Leiche auf einer Kuhweide, die auf ihren Fußsohlen Koordinaten eintätowiert hat, fängt alles ein: Mit den Koordinaten werden die Salzburger Kriminalbeamten Beatrice Kaspary und Florin Wenninger vom Mörder auf eine Schnitzeljagd per GPS geschickt. Bei jedem Fund erwartet sie ein Leichenteil - und ein Rätsel, um die nächsten Koordinaten zu finden. Und während die beiden verzweifelt versuchen, hinter all dem ein Muster und einen Sinn zu erkennen, geschehen weitere Morde.

Ich habe eine totale Schwäche für Schnitzeljagden jeglicher Art und wollte es schon längst einmal mit Geocaching versuchen, habe es aber bisher nicht geschafft. So gesehen war das Thema dieses Romans wie prädestiniert für mich. Tatsächlich fing auch alles sehr spannend an und das Erraten der ersten Rätsel habe ich begeistert mitverfolgt.
Umso länger aber der Roman gedauert hat, umso mehr schlich sich bei mir eine gewisse Langeweile ein. Das kam einerseits von einer sich stetig wiederholenden Plotstruktur, andererseits aber auch von den teils recht passiv wirkenden Ermittlern. Es hatte den Anschein als würden sie immer ein wenig vor sich hinraten, zwischendurch mal halbherzig Zeugen befragen und dort oder da ein paar Sachen in google einzugeben, aber so wirklich kompetent und engagiert haben sie für mich nicht gewirkt. Wenn dann mal am Abend Koordinaten ermittelt werden, vorerst aber alle schlafen gehen, um dann am nächsten Morgen das nächste Leichenteil (nebst Rätsel) zu suchen, will auch nicht unbedingt der Eindruck von drängender Eile aufkommen.
Dass man den Mörder als geübte Krimileserin schon weit vor der Auflösung erkennt, ist natürlich auch der Spannung nicht sehr zuträglich - zumal die Art der Auflösung ein recht überstrapaziertes Motiv enthält.

Daneben hatte ich so meine Probleme mit den Figuren. Die Nebenfiguren sind wandelnde Klischees (der ewig nörgelnde Polizeichef, der die Hauptfigur auf dem Kieker hat; der arrogante Forensiker, der abgsehen von Prahlereien aber gar nichts auf dem Kasten hat). Auch die Hauptfiguren konnten mich nicht gänzlich überzeugen. Natürlich hat Beatrice ein dunkles Geheimnis, das ständig mühsam verschwiegen wird, ehe es dann ein recht ungeschickt eingeflochtener langer Rückbklick für die Enthüllung sorgt. Und natürlich hat sie auch massive private Probleme - sie muss Kinder und Job unter einen Hut bringen und sich daneben auch noch mit einem nervenden Ex-Mann rumschlagen. Das ist jetzt natürlich reine Geschmacksache, aber diese Art von persönlichen Problemen (der Spagat zwischen Familie und Job) ist nicht ganz mein Fall, zumal sie hier auch recht viel Raum einnehmen. Aber wie praktisch, dass Beatrice schon geschieden ist - da steht ja in späteren Bänden einer Romanze mit ihrem verständnisvollen, perfekten Kollegen Florin nichts mehr im Weg.

Und schließlich darf auch der unvermeidliche, unvernünftige Alleingang am Ende nicht fehlen, der zu einer Rettung in letzter Minute führt. Da man eh schon weiß, wie so etwas immer ausgeht, kommt hier natürlich auch keine Spannung mehr auf.

Insgesamt fand ich "Fünf" trotz der Kritikpunkte nicht direkt schlecht. Die Idee mit dem Geocaching war zumindest mal erfrischend und auch interessant, die erste Hälfte des Romans sehr fesselnd, ehe die Spannung allmählich nachließ. Dennoch war der Roman bis zum Ende gut zu lesen.
Es ist ein solider Krimi mit leider auch vielen typischen Krimi-Schwächen. Letztendlich nichts besonderes und nicht im geringsten mit dem nervenaufreibenden letzten Drittel von "Erebos" zu vergleichen.
Immerhin bin ich aber ein bisschen neugierig, wie es mit Poznanskis Ermittlerduo weitergeht und werde es daher vielleicht doch auch noch mit dem Folgeband "Blinde Vögel" probieren.

Mittwoch, 1. Mai 2013

[TAG] 50 random facts about me

Eigentlich wollte ich jetzt endlich wieder eine Rezension schreiben, aber dann bin ich bei Schreiberlings Schatztruhe über diesen schönen Tag gestolpert, der derzeit anscheinend in Blogs und auf Youtube seine Kreise zieht.

Ich musste dann an meine 7 Dinge über mich vor gut 2 Jahren denken, die zu einer eifrigen Diskussion in den Kommentaren geführt haben, ob denn nun Romualdo oder Tarabas in "Prinzessin Fantaghiro" anbetungswürdiger war - eine Diskussion, die ich damals einfach genial fand. ;-)
Und nun hat mich irgendwie die Lust gepackt, ganze 50 Dinge über mich aufzuschreiben. Übrigens wieder mit ein paar "Jugendsünden" - mal sehen, ob sich dieses Mal auch wieder Gleichgesinnte in den Kommentaren outen. *gg*

1. Ich bin der unentschlossenste Mensch, der auf Erden wandelt. Ehe ich eine größere Entscheidung treffe, zermartere ich mir immer schier ewig den Kopf - um dann nachher der festen Überzeugung zu sein, dass ich mich erst recht falsch entschieden habe.
2. Ich trage Kontaktlinsen, weil ich mich mit Brille kaum im Spiegel ansehen mag (und Kontaktlinsen auch praktischer finde, vor allem beim Sport).
3. Im Sommer nach der Matura habe ich lange Zeit ernsthaft überlegt, Astronomie zu studieren. Da ich befürchtet habe, in physikalischen und mathematischen Dingen zu unbegabt zu sein, habe ich mich dann doch für Germanistik entschieden.
4. Eine ganze Weile vorher (ungefähr mit 13) hatte ich es mir noch in den Kopf gesetzt, Pferdewirtin zu werden.
5. Etwa zur selben Zeit war ich riesiger Kelly Family-Fan und habe für Paddy geschwärmt. Lange und ausdauernd.
6. Noch früher habe ich für Atrejú in der Verfilmung der "Unendlichen Geschichte" geschwärmt. Rückblickend kann ich das besser nachvollziehen als Paddy Kelly.
7. Eins der persönlichsten Dinge, die ich wohl je auf diesem Blog geschrieben habe: Ich habe ganz arge Bindungsängste. Der Gedanke an Bindungen jeglicher Art (nicht nur im Hinblick auf Beziehungen) macht mich ganz panisch und bei mir immer einen Fluchtreflex aus.
8. Baumkuchenspitzen mit Irish Cream sind so ziemlich das leckerste, was ich jemals gegessen habe.
9. "Die Brüder Löwenherz" war das einzige Buch, das ich ohne Pause zweimal hintereinander gelesen habe: Als ich es mit 8 Jahren zum ersten Mal gelesen habe, habe ich nach dem Lesen der letzten Seite sofort nochmal von vorn begonnen.
10. Ich habe eine sehr große Operationsnarbe am linken Oberschenkel, die man aber glücklicherweise nur sieht, wenn ich im Bikini bin (und da mach ich mir dann eher Gedanken um meine breiten Hüften).

11. Brainy is the new sexy. Ich liebe die Serie "Sherlock" und warte händeringend auf die 3. Staffel.
12. Mein Lieblings-Kleidungsstück ist ein dunkelroter Mantel für warme Wintertage bzw. die Übergangszeit. Der ist einfach sowas von schick!
13. Ich liebe das Meer und bin nur ein mäßiger Bergfan. Blöd, dass man in Österreich Berge zum Abwinken findet, aber kein Meer ...
14. Weil wir hier schon bei persönlichen Dingen waren: Ich habe einmal eine Liebeserklärung auf Gotisch bekommen. Ich befürchte, seither sind meine Erwartungen etwas hoch angesetzt.
15. Ich neige zum Nägelkauen, vor allem, wenn ich nervös oder ungeduldig bin. Blöderweise bin ich oft ungeduldig.
16. Mit dem Schreiben und mir ist es eine Hassliebe: Ich kann nicht ohne, muss mich aber trotzdem oft dazu zwingen, endlich mal wieder an meinen Romanen weiterzuschreiben.
17. Das könnte daran liegen, dass ich eine fürchterliche Perfektionistin bin und grundsätzlich zu hohe Ansprüche an mich selbst stelle.
18. Ich bekoche und bebacke gern andere.
19. Ich weine sehr selten, wenn es ums "richtige" Leben geht, bin aber total nah am Wasser gebaut bei Büchern und Filmen/Serien. Das finde ich ziemlich eigenartig.
20. Ich hatte jahrelang Geigenunterricht, habe mir aber Klavierspielen selbst beigebracht. Bei zweiterem habe ich viel mehr Ehrgeiz und Eifer an den Tag gelegt.

21. Wenn ich von ganz argen Selbstzweifeln befallen werde, denke ich an die wunderbaren Freunde, die ich habe - und dass ich wohl kein ganz furchtbarer Mensch sein kann, wenn die mich mögen.
22. Ich liebe britisches Englisch und finde es schade, dass die meisten englischen Hörbücher, die man so auf Audible findet, aus Amerika stammen.
23. Apropos britisches Englisch: "Downton Abbey" ist ja wohl eine der besten Serien aller Zeiten! Und mein Lieblingscharakter darin? Natürlich Maggie Smith als Dowager Countess. Julian Fellowes, wag es bloß nicht, diesen Charakter auch noch umzubringen!
24. Ich mag Listen und Statistiken.
25. Der Gedanke, irgendwann nochmal für längere Zeit in Oslo zu leben (oder gar auszuwandern) lässt mich einfach nicht los.
26. Oft mache ich mir viel zu viele Gedanken darüber, was andere über mich denken.
27. Ich bin eine militante Nichtraucherin und hasse es, mich in verrauchten Räumen aufhalten zu müssen. Davon bekomme ich immer Kopf- und Halsschmerzen.
28. In manchen alltäglichen Situationen kann ich mir Filmzitate nicht verkneifen. "Das Leben des Brian" und "Ein Königreich für ein Lama" bieten sich dafür besonders an.
29. Mal wieder eine Jugendsünde: Früher habe ich mir immer mit meiner älteren Schwester "Baywatch" und "Unsere kleine Farm" angesehen. An beide Serien kann ich jetzt nur noch mit nacktem Grausen denken.
30. Dafür kann ich mir noch immer voller Nostalgie die "Fünf Freunde"-Serie von 1978 ansehen. Als die endlich auf DVD rauskam, habe ich sie mir sofort gekauft.

31. Es macht mich ganz fuchsig, wenn ich von einer Buchserie keine zusammenpassenden Ausgaben habe. Ich führe sogar eine Liste von Büchern, die ich mir irgendwann, wenn ich einmal zuviel Geld habe, in einer anderen Ausgabe nochmal kaufen möchte.
32. Obwohl ich nicht wirklich ein Fan von Computerspielen bin, liebe ich "Braid" und das Städtebauspiel "Caesar III".
33. Wenn möglich, kaufe ich immer bio und Naturkosmetik.
34. Herzensgute und stets moralische Helden finde ich meistens sterbenslangweilig - egal, ob in Büchern oder Filmen.
35. Jonatan Löwenherz ist die eine glorreiche Ausnahme. Der ist einfach nur wunderbar und der ewige Held meiner Kindheit.
36. Ich habe zuviele Hobbies und vernachlässige aus Zeitgründen manche davon oft für Monate oder sogar Jahre, ehe ich sie wieder für mich entdecke. Konsequenz war noch nie meine große Stärke.
37. Eins der schönsten Lieder aller Zeiten ist für mich das berühmte Thema aus Schwanensee.
38. Ich habe seit über 2 Jahren keinen Fernsehanschluss mehr und er hat mir seither noch nie gefehlt.
39. Obwohl ich viel zuviel Zeit im Internet verbringe, Foren mag und relativ technikaffim bin, kann ich mit dem ganzen Social Media-Kram überhaupt nichts anfangen. Facebook verweigere ich mich also ebenso hartnäckig wie dem Fernsehen.
40. Wenn ich mir das Frauen- bzw. Mädchenbild ansehe, das seit Twilight in vielen Jugendbüchern vorherrscht, kommt mir das nackte Grausen und ich habe den dringenden Wunsch, in die Tischkante zu beißen.

41. Ich finde, dass man nie zu alt werden kann für Schneemänner, Lustige Taschenbücher, Disney-Filme und Playmobil. Meine Schreibgruppe, die sich gestern begeistert um meine Playmobil-Mini-Arche Noah versammelt hat, stimmt mir wohl zumindest bei letzterem Punkt zu.
42. Ich war noch nie wirklich betrunken (darauf kann ich auch verzichten), aber Sekt/Wein steigt mir schnell zu Kopf und führt dazu, dass ich viel zu gesprächig werde.
43. Auch ohne Alkohol bin ich aber in so mancher Gesellschaft eine echte Plaudertasche, während es umgekehrt auch sehr viele Situationen gibt, in denen ich noch immer schüchtern vor mich hinschweige und nicht wage, etwas zum Gespräch beizutragen.
44. Wie konnte ich vor Jahren eigentlich ohne Internet überleben? Es ist absolut erschreckend, was ich alles ganz selbstverständlich erst mal im Internet suche. Bei der Gelgenheit möchte ich übrigens kurz mal auf Ecosia, die "grüne" Alternative zu Google verweisen.
45. Kleine Kinder machen mich hochgradig nervös und ich lege überhaupt keinen Wert darauf, Babies im Arm zu halten. 46. Ich bin eine sehr seltsame Mischung aus absolutem Katalogisierungsfreak und Chaosmensch.
47. Ich habe eine totale Schwäche für Richard Armitage. Und Toby Stephens. Und weil alle guten Dinge drei sind: James Purefoy.
48. Dass Interessen und Geschmäcker äußerst unterschiedlich sein können, ist mir klar. Aber wieso manche Menschen überhaupt nichts mit Büchern anfangen können, werde ich wohl nie verstehen.
49. In Gegenwart von Spinnen werde ich zum zitternden Elend.
50. Ich bin gerade draufgekommen, dass ich vom heutigen nachmittäglichen Picknick noch immer ein Gänseblümchen in den Haaren hatte (das ich in einer Schrecksekunde schon für eine Spinne gehalten hatte, als ich mir vorhin durch die Haare gefahren bin).

Woah ... 50 Punkte waren dann doch ziemlich viel. Eigentlich habe ich ja aus Zeitgründen diesen Tag einer Rezension vorgezogen. Unnötig zu erwähnen, dass ich in der Zeit, die ich gebraucht habe, um diesen Beitrag zu schreiben, vermutlich schon drei Rezensionen fertiggestellt hätte ...