Donnerstag, 21. August 2014

Stieg Larsson - Verdammnis



Genre: Krimi
Dauer: 10 Stunden 10 Minuten (gekürzte Lesung)
gelesen von: Dietmar Bär
Verlag: Random House Audio
ISBN: 978-3837100419
Meine Bewertung: 2,5 von 5 Sternchen


Ein Journalist tritt an die Zeitschrift "Millennium" mit einer großen Enthüllungsstory über Mädchenhandel und Prostitution in Schweden heran. Obwohl Mikael Blomkvist schnell klar wird, dass sie damit einigen Mächtigen ordentlich auf die Zehen treten werden, möchte er die aufsehenerregende Story veröffentlichen. Doch noch im Zuge der Recherchen kommt es zu zwei Morden.
Es stellt sich heraus, dass es Verbindungen zu Lisbeth und ihrer Vergangenheit gibt - und bald gilt sie als Hauptverdächtige.

Nachdem mich Verblendung so begeistert hat, habe ich mich sehr auf die Folgebände der Trilogie gefreut, aber leider konnte mich "Verdammnis" ganz und gar nicht überzeugen. Die Handlung kommt nur quälend langsam in Gang, ständig werden völlig banale Vorgänge beschrieben (nach dem Motto "Er machte sich einen Kaffee, danach ging er duschen und anschließend legte er sich schlafen") und dazwischen bleibt auch immer noch Raum für eifriges Product Placement. Ich musste aufpassen, dass meine Gedanken nicht abschweiften - und dabei war das schon die gekürzte Hörbuchfassung!

Als dann der eigentliche Fall endlich in Gang kam, konnte mich auch dieser leider nicht überzeugen. Ich muss zugeben, dass Krimis, bei denen die Protagonisten zu tief in den Kriminalfall verstrickt sind, oft nicht mein Fall sind und so war es auch hier. Das ist wohl in erster Linie reine Geschmacksache, aber abgesehen davon gibt es auch kaum spannende Ermittlungen und Erkenntnisse. Meistens läuft es daraus hinaus, dass Lisbeth sich irgendwo (mühelos) einhackt und somit an die Informationen gelangt. Das war für mich gar kein Vergleich zum 1. Band, bei dem mich der Krimiplot mitsamt den Ermittlungen wirklich überzeugt hat.

Apropos Lisbeth: Neben ihren Hackerfähigkeiten wird sie auch sonst zur absoluten Superfrau. Sie weiß alles, kann alles, knackt alle Computer und Sicherheitssysteme, ist dank der Geschehnisse von Band 1 superreich (und hat dank des Geldes nun auch größere Brüste - schön, dass wir das geklärt hätten) und die Menschen ihrer Umgebung teilen sich in zwei Lager auf:
1. Die Guten, die bedingungslos zu Lisbeth halten, an ihre Unschuld glauben (oder zumindest stark an ihrer Schuld zweifeln) und sie für toll halten.
2. Die Bösen, die sie für eine psychopathische Mörderin und/oder Schlampe und/oder dumm halten und selbst entweder ordentlich Dreck am Stecken haben oder sich zumindest als frauenverachtende Idioten entpuppen.
Das war mir nicht nur zu schwarz-weiß gezeichnet, sondern auch nicht ganz nachvollziehbar, wenn man bedenkt, dass Lisbeth kein ganz einfacher Mensch ist. Da wäre es durchaus glaubwürdig gewesen, wenn sie auch mal bei Sympathieträgern anecken würde.
Letztendlich hat das alles dazugeführt, dass mich praktisch alles, was mit Lisbeth zu tun hatte, nur noch genervt hat und ich sie auch als Figur nicht mehr besonders mochte (was mich jetzt wohl zur Bösen macht ;-)).

Das beutetet nicht, dass "Verdammnis" nicht doch auch streckenweise sehr spannend ist. Auch den Schreibstil von Stieg Larsson finde ich (abgesehen von einer gewissen Ausschweifigkeit) sehr angenehm. Dennoch hat mich der Roman großteils enttäuscht und ich habe keine Lust mehr auf den 3. Band, obwohl der 2. mit einem absoluten Cliffhanger und praktisch mitten in der Handlung endet.
Da ich mir aber nach dem absolut gelungenen "Verblendung" schon euphorisch die schwedische Verfilmung der gesamten Trilogie gekauft habe, werde ich mir ganz frevlerisch für das Ende nur noch die Filme ansehen.

Kommentare:

  1. Irgendwie bestärkt mich deine Rezension in meiner Meinung zu den Romanen. :D Ich drücke die Daumen, dass dir die Filme etwas mehr Spaß machen als der zweite Band!

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    1. Danke. ;) Der erste Film hat mir schon mal ganz gut gefallen und ich habe zumindest die Hoffnung, dass das Tempo in der Verfilmung etwas höher ist. Aber auch das wird wohl nichts daran ändern, dass ich den Fall an sich und die ganze Geschichte rund um Lisbeth nicht so recht mochte.

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