Freitag, 14. November 2014

Das war die "Lange Nacht der Bücher"

Wie bereits angekündigt, war ich am Mittwoch mit einer Freundin bei der "Langen Nacht der Bücher", die erstmals zur Eröffnung der Buch Wien stattgefunden hat.
So lang war die Nacht allerdings gar nicht - sie dauerte von 20 bis 23 Uhr. Die Messestände hatten alle normal geöffnet, ebenso wie die Messebuchhandlung; dazu gab es diverse Lesungen und andere Veranstaltungen. Ein Eintrittspreis von 3 Euro war dafür völlig angemessen.

Die Buchmesse selbst ... nun ja. Im Vergleich zu Leipzig ist das alles immer noch sehr klein und überschaubar. Dafür herrscht aber auch bei weitem nicht so ein Gedränge, auch wenn die lange Schlange am Eingang zunächst anderes vermuten ließ. Aber in der Halle hat sich das dann doch alles schnell aufgeteilt und wir konnten recht gemütlich durch die Gänge schlendern. 


Es waren sowohl kleine (und mir unbekannte) Verlage vertreten als auch große. Wir haben eine gemütliche Runde durch die Messehallen gedreht und uns einige Leseproben mitgenommen, die ich mir in den nächsten Tagen mal zu Gemüte führen werde. 

 
Allerdings - und das war auch schon in Leipzig so - bin ich nicht diejenige, die ewig bei den Ständen die Neuerscheinungen durchforstet und dementsprechend waren wir auch eher zügig durch. Wir haben uns dann noch ein wenig in der recht einladend gestalteten Messebuchhandlung umgesehen, die aber nicht so spektakulär war. Das brandneue Herbstprogramm wird ja doch in Frankfurt vorgestellt und so gabs hier vor allem die Bücher, die man derzeit ja sowieso auch in den gängigen Buchhandlungen sieht. Bei einer Reihe von äußerst hübschen, leinengebundenen Neuausgaben von Jane Austen und den Bronte-Schwestern wäre ich beinahe schwach geworden und hätte mir welche gekauft, aber da ich die Bücher ja bereits in anderen Ausgaben habe, konnte ich mich davon dann doch abhalten.
Auf dem Foto seht ihr drei dieser Bücher in der Mitte:

 
Wir haben dann rechtzeitig bei der Forums-Bühne Platz genommen, wo ein Quiz veranstaltet wurde, moderiert unter anderem von Wolf Haas. Das Quiz, von dem wir das erste Semi-Finale sahen, war recht anspruchsvoll, mit Fragen natürlich zu Literatur, aber auch zu Geschichte, Musik, Politik, ...
Wolf Haas selbst ist allerdings wenig zu Wort gekommen und schien sich in der Rolle des Quizmasters auch nicht ganz so wohlzufühlen. Bei Lesungen wirkt er auf jeden Fall immer deutlich lockerer und witziger.


Vor dem 2. Semi-Finale haben wir das Quizduell dann allerdings verlassen, um rechtzeitig für die Lesung von Glattauer zur ORF-Bühne zu kommen.
Dort war gerade die Lesung von Don Winslow zu Ende und es gab noch eine kleine Gesprächsrunde. Diese war zwar ganz interessant, aber da wir keine Ahnung von dem entsprechenden Roman hatten, fehlte uns natürlich ein wenig der Kontext. Die Übersetzung durch die Dolmetscherin war außerdem auch eher unbeholfen.


Nach dem Gespräch mit Don Winslow, verschwanden einige, um sich von ihm Bücher zu signieren lassen - und so konnten wir die Gunst der Stunde nutzen und noch zwei Sitzplätze für die nächste Lesung ergattern.
Daniel Glattauer hat den Anfang seines neuen Romans "Geschenkt" gelesen, den ich selbst ja eben erst gelesen hatte - aber das hat mich nicht weiter gestört. Ich habe ihn bisher noch nie live erlebt und fand seine Lesung sehr unterhaltsam, lebhaft und gut verständlich.


Auch beim folgenden Gespräch hat Glattauer einen sehr sympathischen und klugen Eindruck gemacht, auch wenn ich nicht allem, was er so über das Zeitungswesen und digitales Lesen gesagt hat, zustimmen würde. Bevor es dann aber konkret um sein Buch gehen konnte, musste das Gespräch bereits abgebrochen werden, weil das Programm etwas in Verzug geraten war. Das war natürlich schade.

Alles in allem war es ein schöner Abend mit Glattauers Lesung als Highlight. Um einen ganzen Tag dort zu verbringen, wäre mir die Buch Wien aber auf jeden Fall zu klein (und im Verhätnis dann auch zu teuer). Für 3 Stunden war es genau richtig und die Mischung aus Stöbern in den Ständen, Lesung und Quiz sehr angenehm.

Kommentare:

  1. Ach, das klingt ja nach einem recht schönen Abend. Die Bücher von den Bronte-Schwestern habe ich in dieser Ausgabe, also egtl nur "Sturmhöhe" und "Agnes Grey". "Jane Eyre" habe ich (leider) schon in einer anderen Ausgabe Zuhause, weshalb ich es dann nicht noch einmal gekauft habe. Aber sie sehen wirklich schön aus.

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    1. Ich habe die Bücher auch leider alle schon in anderen Ausgaben, aber naja, was solls, hauptsache der Inhalt stimmt. *gg*

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  2. Ich mag ja so kleine Veranstaltungen eigentlich lieber als die großen Messen, aber es klingt, als ob sie nichts richtiges daraus gemacht hätten, was doch etwas schade ist.

    Die leinengebundenen Neuauflagen sind wirklich total schön! Zu schade, dass ich die Romane, die ich in meinem Besitz haben möchte, auch wirklich schon habe. ;)

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    1. Ach, das Programm war schon sehr in Ordnung, aber die Messe an sich ist halt recht klein. Ich denke, dass viele große Verlage einfach kein Interesse an einer weiteren, deutschsprachigen Buchmesse haben, wenn es eh mit Leipzig und Frankfurt schon die großen gibt.

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  3. Bon dimanche, Neyasha.
    Mir persönlich sind Stunden in einer Buchhandlung lieber, als die auf einer Messe. Liegt wohl an der Ruhe, die ich dort finde. Buchrücken für Buchrücken. Cover für Cover. Das Erleben wenn einen ein Buch direkt anspricht, vielleicht magisch anzieht.
    Eine Messe wirkt dagegen wie ein Oktoberfest-Samstag.

    Yep - bibliophile Neuausgaben von herrlichen Klassikern können einen schwach werden laßen! :-)

    Vermutlich ist es ein Makel der menschlichen Gesellschaft, daß interessante Gespräche nicht zu ihrem Ende finden können, weil unterbrochen.

    Witty, daß auf den Bühnentischlein jeweils eine Gerbera ins Publikum blickt - wie ein Periskop... :-)

    bonté

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    1. Ich finde, dass man eine Messe und eine Buchhandlung nur schwer vergleichen kann, weil ich letztere normalerweise nicht besuche, um Bücher zu kaufen, sondern eben für Lesungen und ähnliches. Dass wir die Messebuchhandlung durchstöbert haben, lag eher daran, dass es sich halt zeitlich noch ergeben hat.

      Die Unterbrechung des Gesprächs fand ich sehr schade, aber verständlich, wenn man bedenkt, dass noch eine weitere Lesung gebucht war, für die nur noch wenig Zeit blieb bis zum Ende.

      Die Gerbera sollte wohl nochmal das scheußliche Pink des Logos wiederholen. *g*

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