Sonntag, 27. Dezember 2015

Eowyn Ivey - Das Schneemädchen

gekürztes Hörbuch (7 h 3 min)
gelesen von Doris Wolters
erschienen bei Audiobuch

woher: Städtische Bücherei (Onleihe)

Hörbuch-Challenge
Märchen-Bingo


Alaska in den 20er Jahren: Jack und Mabel können keine Kinder bekommen und sind vor dem Schmerz in die Einsamkeit geflüchtet. Als sie im Winter ein kleines Kind aus Schnee bauen, sehen sie in den nächsten Tagen plötzlich immer wieder ein Mädchen mit einem Fuchs durch den Wald streifen. Was hat es mit dem Kind auf sich und wo kommt es auf einmal her? Ist etwa gar das kleine Schneemädchen lebendig geworden?

Eowyn Ivey greift in ihrem Roman die russische Märchengestalt Snegurotschka auf und entwickelt daraus eine ganz zauberhafte Geschichte. Im Mittelpunkt steht dabei weniger das Schneemädchen selbst als der Einfluss, den es auf Jack und Mabel hat. Diese haben sich zu Beginn des Romans ganz auseinandergelebt und finden keinen Zugang mehr zueinander. Jack verausgabt sich täglich auf den Feldern; Mabel hat sich ganz in sich zurückgezogen und scheut jeden Kontakt zu anderen Menschen.
Wie die beiden allmählich wieder aufeinander zugehen und Freundschaft mit einer anderen Familie schließen, wird sehr sensibel erzählt und ist vermutlich das schönste an der Geschichte.

Faina, das Schneemädchen, bleibt dagegen weitgehend ein Rätsel und sorgt neben dem sehr realistisch geschilderten Alltag für ein märchenhaftes Element. Ob hier tatsächlich phantastische Züge in die Erzählung gebracht werden oder ob es für Faina eine Erklärung gibt, darüber möchte ich hier gar nichts schreiben, um niemandem etwas vorwegzunehmen. Ich selbst fand es aber sehr gut umgesetzt.

Auch sonst hat mir der Roman sehr gut gefallen. Er ist traurig, aber dennoch herzerwärmend und genau das richtige für kalte Wintertage. Ich habe mich den Figuren sehr schnell emotional nahe gefühlt und sie sind es auch, die die Geschichte tragen. Charakterentwicklung spielt eine deutlich größere Rolle als ein ausgefeilter Plot - und das meine ich nun ganz und gar nicht negativ. Obwohl "Das Schneemädchen" ein sehr ruhiges Buch ist, habe ich mich keine Minute gelangweilt und hätte noch stundenlang weiter der Lesung lauschen können.

Das Ende kam mir allerdings ein wenig überhastet vor. Im letzten Viertel zieht das Tempo kräftig an und kam mir beinahe schon gehetzt vor. Da ich ein gekürztes Hörbuch gehört habe, kann ich allerdings nicht sagen, wie weit das möglicherweise an der Hörbuchfassung lag. Ansonsten fand ich diese aber rundum gelungen. Ich hatte nie das Gefühl, dass irgendwo etwas fehlen würde und die Lesung von Doris Wolters passt sehr gut zur Stimmung des Buches.

Fazit: Ein wunderschönes Buch, das ich allen nur wärmstens ans Herz legen kann.

Freitag, 25. Dezember 2015

Weihnachtsgeplauder


Nachträglich wünsche ich euch noch frohe Weihnachten! 
Ich hoffe, ihr hattet gestern einen besinnlichen Abend im Kreis eurer Lieben und genießt derzeit noch die Feiertage.

Ich war gestern bei meiner Familie, musste aber heute wieder zurück nach Wien fahren, weil ich am Nachmittag Dienst hatte. Es war aber gestern sehr gemütlich, auch wenn ich Weihnachten nicht ganz unbeschwert genießen konnte, da mich immer noch eine heftige Erkältung plagt. 

Dieses Jahr war Weihnachten bei mir in punkto Geschenke sehr buchlastig - zunächst mal bin ich von meinen Freundinnen reich mit Lesestoff beschenkt worden:


Da tummeln sich The Tropic of Serpents und Voyage of the Basilisk von Marie Brennan - Band 2 und 3 von A Memoir by Lady Trent, außerdem Die Gugging-Protokolle von Roland Reichart, ein Medizinthriller, den der Cousin einer Freundin geschrieben hat. Tastes & Tales of Norway enthält, wie der Titel schon verrät, Rezepte und Geschichten aus Norwegen. Und The Steal Like an Artist Journal enthält allerlei kreative Übungen zum Schreiben, Zeichnen und Kritzeln, die mich noch ein wenig einschüchtern, da mir bei solchen Aufgaben oft nicht wirklich etwas einfällt.

Und von meinem Bruder, der dieses Jahr in der Familie mein Wichtel war, habe ich S. Das  Schiff des Theseus von J.J. Abrams und Doug Dorst bekommen:


Über den Inhalt kann ich aktuell noch nichts sagen, aber optisch ist das Buch der absolute Wahnsinn. Es ist aufgemacht als altes Bibliotheksbuch, in dem zwei Menschen allerlei Notizen und diverse Dokumente (Postkarten, Zeitungsausschnitte, Fotos, usw.) hinterlassen haben. Hier zwei kleine Eindrücke:



Ich bin schon sehr, sehr gespannt auf dieses Buch!

Und wie war es bei euch? Lagen bei euch auch Buchgeschenke unterm Baum?

Dienstag, 22. Dezember 2015

[Kurzrezensionen] Von Drachen, Dieben und Vergläserungen

Marie Brennan - A Natural History of Dragons

In diesem Auftakt zu einer längeren Buchreihe beginnt Lady Trent ihre Memoiren aufzuschreiben. Sie erzählt davon, wie sie schon als Kind mit ihrer nicht sehr damenhaften Liebe zu Drachen und Naturwissenschaften ihre Mutter zur Verzweiflung trieb und schließlich als junge Frau erstmals an einer Expedition teilnahm.
Es handelt sich hier um einen sehr charmanten, phantastischen Roman, dessen Setting sehr an das viktorianische England erinnert. Drachen sind hier keine magischen Wesen, sondern normale Tiere, wenn sie auch über spezielle Fähigkeiten verfügen. Die Heldin ist sehr stimmig gezeichnet mit ihrem sehr logisch-naturwissenschaftlichen Denken und es wird auch die Erzählstruktur in Form von Memoiren sehr überzeugend umgesetzt. Manches fand ich leider etwas vorhersehbar und im Mittelteil hat sich der Roman ein wenig gezogen, aber ansonsten hat mir dieser Reihenauftakt sehr gut gefallen. Sehr schön sind auch die Bleistiftzeichnungen von Todd Lockwood, die sich perfekt in die Handlung einfügen.
Die nächsten Bände haben bereits in Form eines verfrühten Weihnachtsgeschenkes ihren Weg zu mir gefunden und ich freue mich darauf, sie zu lesen.


Leonore Pothast - Das letzte Spiel

Auf dieses ebook bin ich voriges Jahr im Rahmen einer Aktion aufmerksam geworden. Es geht darin um den Tagelöhner Serdid, der sich immer wieder als Auftragsdieb verdingt, um sich und seine Familie über die Runden zu bringen.
Die Zutaten haben interessant und originell geklungen: ein orientalisches Setting und eine schon etwas ältere Hauptfigur von ganz unten in der Gesellschaft. Leider hat mich der Roman dennoch nicht überzeugt. Ich fand die Beschreibungen oft verworren und beinahe schon zu detailliert, ohne dass sie jedoch tatsächlich Bilder vor meine Augen gerufen hätten. Serdid als Figur war an sich interessant, oft aber nicht sehr konsistent gezeichnet (so ist er oft im einen Moment von einer Verletzung so geschwächt, dass er sich kaum alleine anziehen kann, um im nächsten Moment in bester Heldenmanier zu kämpfen und zu klettern). Ich hatte außerdem ein massives Problem mit seiner Vergangenheit bzw. damit, wie damit umgegangen wurde, kann hier aber nicht weiter ins Detail gehen, da das zuviel verraten würde.
Auch rundherum gibt es immer wieder Kleinigkeiten, die nicht recht zusammenpassen, zum Ende hin eine zunehmend verworrene Handlung und oft auch recht schräge Metaphern, die keinen rechten Sinn ergeben.
Der Roman ist für ein selbstpubliziertes Buch bemerkenswert fehlerfrei und auch in Satz und Gestaltung perfekt, aber was ihm anscheinend gefehlt hat, ist ein vernünftiges inhaltliches Lektorat. Die Handlung funktioniert zwar über weite Strecken, hätte aber meiner Meinung nach doch noch einmal kräftig überarbeitet gehört.


Ali Shaw - Das Mädchen mit den gläsernen Füßen

Ida Maclairds Füße verwandeln sich allmählich in Glas und sie erhofft sich Hilfe von einem seltsamen Mann, dem sie einst auf St. Hauda's Land begegnet war. Auf der Suche nach ihm begegnet sie dem verschlossenen Fotografen Midas, für den sie bald mehr empfindet als nur Freundschaft.
Ich habe vor ein paar Monaten versucht, dieses Buch auf Englisch zu lesen, aber ich hatte den Eindruck, einiges nicht zu verstehen. Schließlich habe ich das ebook auf Deutsch aus der Onleihe ausgeliehen und musste feststellen, dass gar nicht so sehr mein Sprachverständnis das Problem war, sondern dass der Roman schlichtweg sehr rätselhaft ist.
Es gibt einige seltsame, phantastische Elemente, die man einfach so hinnehmen muss, da sie nie erklärt werden. Ich habe leider vergeblich darauf gewartet zu erfahren, was es mit den Ochsenmotten oder dem Wesen, dessen Blick alles in weiß verwandelt, auf sich hat und weshalb der Name Ida in dem Namen Midas enthalten ist. Man muss also bei diesem Roman imstande sein, sich einfach auf die Rätsel einzulassen, ohne nach ihrer Erklärung zu fragen, damit er funktioniert.
Man muss auch bereit sein, ausführlich in die Vergangenheit beinahe aller handelnden Figuren einzutauchen und dort einer gescheiterten Existenz nach der anderen zu begegnen - in diesem Buch gibt es fast niemanden, der nicht emotional völlig verkorkst ist.
Schließlich konnte ich auch mit der Liebesgeschichte nicht sehr viel anfangen. Das bedeutet nicht, dass mir der Roman gar nicht gefallen hat. Sprachlich ist er auf jeden Fall gelungen, das Setting wird sehr atmosphärisch beschrieben und einzelne Szenen fand ich auch sehr spannend. Alles in allem war das aber doch nicht das richtige Buch für mich.

Samstag, 19. Dezember 2015

[Vorweihnachts-Lesewochen] 4. Wochenende

Nicht zu fassen, dass schon das vierte Adventwochenende da ist - und somit auch mein vierter Beitrag zu Arianas Vorweihnachts-Lesewochen.
Voriges Wochenende hatte ich mich noch über eine Erkältung beklagt - und kaum hatte sich die gebessert, schauten starke Halsschmerzen und hohes Fieber ums Eck. Dementsprechend habe ich die vergangene Woche nicht unbedingt viele sinnvolle Dinge gemacht. Ich musste leider eine ganze Reihe von geplanten Aktivitäten absagen und finde das wirklich frustrierend - das ist schließlich gerade mein Urlaub, da ich ja an den Feiertagen arbeiten muss und es danach wieder mit den Kursen weitergeht.
Aber nun ja, man kanns nicht ändern und so habe ich die letzten Tage im Bett und auf dem Sofa verbracht, Unmengen Tee getrunken, geschlafen, ein wenig gelesen und gehäkelt und viele Folgen "Miss Fisher's Murder Mysteries" geschaut. Für den Lehrgang habe ich nur das Allernotwendigste erledigt (da steht nun nächste Woche noch einiges an) und ich kann nur von Glück sagen, dass ich dieses Jahr mit den Weihnachtsgeschenken schon recht früh dran war. Immerhin habe ich zwei Blogeinträge geschafft, das ist ja schon mal etwas. Nun werden die Halsschmerzen allmählich besser, dafür Husten und Schnupfen wieder stärker. Ernsthaft?!?

Mein Wochenende wird also weiterhin vor allem auf dem Sofa stattfinden, aber hoffentlich mit weniger Schlaf und Serien und dafür mehr mit Büchern, da ich mich inzwischen wenigstens wieder aufs Lesen konzentrieren kann. Auch häkeltechnisch steht noch einiges an für Weihnachten.
Die Lektüre, die mich begleitet, ist noch immer Letters from Father Christmas, die wirklich sehr nett sind, Die Unendliche Geschichte als Hörbuch und vermutlich das eine oder andere ebook. Aktuell habe ich einen zweiten Anlauf mit Indexing gestartet und bin dieses Mal auch ganz gut hineingekommen, aber möglicherweise gebe ich nun doch meinem aktuellen ebook aus der Onleihe - Der Kuss des Kjer - den Vorzug, da das so schön nach romantisch-flockiger Wohlfühllektüre klingt.


Ich gerate nun allerdings ein wenig in Bedrängnis bei der Sachbuch-Challenge (und bei den Nobelpreisträgern), da ich eigentlich Der Atlantis von Simon Winchester aus der Onleihe ausgeliehen hätte, aber das Buch sagt mir nicht so recht zu. Nach knapp 100 Seiten finde ich den Stil des Autors zu ausschweifig und redundant und die Struktur zu konfus und ich habe mich dabei ertappt, dass ich mich immer zum Weiterlesen zwingen musste (schon bevor ich krank wurde). Zwar habe ich noch ein paar ungelesene Sachbücher zuhause, aber das sind alles rechte Wälzer und ich kann mir kaum vorstellen, dass ich die noch bis Jahresende schaffe. Ich muss also mal sehen, ob das noch etwas wird. Am ehesten vielleicht, indem ich zwei Fliegen mit einer Klappe schlage und Tschernobyl von Swetlana Alexijewitsch für Nobelpreis- und Sachbuch-Challenge lese, wobei ich mir noch nicht sicher bin, wie weit man das wirklich als Sachbuch bezeichnen kann. Ich werde es wohl herausfinden, wenn ich mal beginne es zu lesen.

Jetzt werde ich erst einmal eine kleine Blogrunde drehen, mich dann in meine Decke kuscheln und vermutlich morgen noch meinen Beitrag aktualisieren.


Update am Sonntag

Gesundheitlich hat sich bei mir nicht wirklich was geändert zu gestern - aber ich habe versucht, mir nicht die Weihnachtsstimmung dadurch verderben zu lassen. Im Kerzenschein und bei passender Musikuntermalung habe ich heute ein paar Geschenke eingepackt und bin außerdem mal kurz quer durch den Park gepilgert, um mir einen Christbaum zu holen. Ich habe so ziemlich das kleinste und schiefste Exemplar mitgenommen, das ich finden konnte - immerhin war das Bäumchen billig und ich hatte außerdem Mitleid damit. Wer weiß, ob das in den nächsten Tagen sonst noch ein Zuhause gefunden hätte (die paar anderen Käufer, die dort gerade waren, haben es auf jeden Fall keines Blickes gewürdigt). Geschmückt wird es allerdings erst in den nächsten Tagen.


Gestern Abend und heute bin ich noch ein wenig mit meinem Hörbuch und den Letters of Father Christmas vorangekommen, aber für das ganze Herumhängen dieses Wochenende habe ich wirklich wenig gelesen. Schuld daran ist noch immer Miss Phryne Fisher - und der Versuch, meine Romanfiguren Tarotkarten zuzuordnen. Darauf hat mich eine Freundin aus meiner Schreibgruppe gebracht und obwohl bei mir sonst schreiberisch gar nichts weitergeht, bin ich für solche Charakterspielereien immer zu haben.
Es ist aber gar nicht so einfach, zumal ich auch nicht so recht weiß, ob ich "mein" Tarotdeck auf die Göttersteine beschränken will oder es doch auf mehr Romane ausweite. Gerade mein Bühnenzauber-Personal bietet sich für so etwas ja immer an.
Mal sehen, ob ich mich jetzt dann doch noch in Büchern vergrabe oder weiter mit meinen Figuren herumwerkel - oder aber die letzten Folgen von Miss Fisher's Murder Mysteries schaue. Ich bin ja immer so fürchterlich anfällig dafür, wenn zwischen Charakteren so eine romantische/sexuelle Spannung wie zwischen Phryne und Jack herrscht und muss ständig weiterschauen, bis sie sich dann endlich mal kriegen. Gah!

Ich wünsche euch noch einen schönen Sonntagabend und außerdem schon mal frohe Weihnachten! Mit meinem nächsten Plauderbeitrag werde ich mich nämlich wohl erst wieder nach Weihnachten melden - bis dahin schaffe ich es vielleicht noch, die eine oder andere überfällige Rezension zu schreiben und zu veröffentlichen.

Freitag, 18. Dezember 2015

[Challenge] Märchen-Bingo

Es ist mal wieder das übliche bei mir: Ich nehme mir vor, an weniger Challenges teilzunehmen und dann kommt eine interessante ums Eck und schwupps - schon habe ich mich angemeldet. ;-)
Die Rede ist von Lynes Märchen-Challenge, die von 30.11.2015 bis 30.11.2016 geht und in Form eines Bingos aufgebaut ist. 

Es gelten folgende Regeln:
- Es zählen Märchenadaptionen bzw. märchenhafte Bücher mit entsprechenden Elementen (z.B. Prinz/Prinzessin, Märchenfiguren, ...)
- Bücher dürfen nicht doppelt für verschiedene Felder verwendet werden (Autoren schon)
- keine Kurzgeschichten, Gedichte, Mangas oder Comics
- Auf dem Blog muss eine Challenge-Seite angelegt werden, wo die rezensierten Bücher verlinkt werden

Es gibt am Ende ein Wunschbuch im Wert von 20€ zu gewinnen, wobei entsprechend der geschafften Bingos auch mehrere Lose in den Topf wandern können (1 Bingo = 1 Los, 2 Bingos = 2 Lose, alle Felder = 5 Lose).
Das bedeutet, dass man bereits mit 5 Büchern dabei sein kann, wenn diese alle aus einer Reihe sind. (Wie ich mich kenne, werden meine Bücher mal wieder quer über die Felder verteilt sein, aber mal sehen ... ;-))

Genaueres könnt ihr bei Lyne nachlesen - ihr findet dort auch eine Liste mit Buchvorschlägen. Anmelden könnt ihr euch dort per Kommentar noch bis zum 31.12.2015.

Und hier sind nun die Bingo-Felder (meine gelesenen Bücher werde ich darunter verlinken):




Gelesene Bücher

1. Ewoyn Ivey - Das Schneemädchen: ein Waisenkind
2. Seanan McGuire - Indexing: ein Kampf
3. Marissa Meyer - Wie Monde so silbern: eine verschollene Person erscheint
4. C.L. Wilson - Der Winter erwacht: Cliffhanger
5. Marissa Meyer - Wie Blut so rot: Joker
6. Diana Menschig - So finster, so kalt: Märchenadaption
7. Edith Pattou - East: ein Fluch

Donnerstag, 17. Dezember 2015

Randall Munroe - What If? Was wäre wenn?


erschienen im Albrecht Knaus Verlag

Webseite des Autors

Winterkatzes Sachbuch-Challenge




Der Untertitel des Buches lautet "Wirklich wissenschaftliche Antworten auf absurde hypothetische Fragen" beschreibt den Inhalt bereits perfekt. Randall Munroe, Physiker, ehemaliger NASA-Mitarbeiter und Comiczeichner, beantwortet in diesem Buch allerlei seltsame (und manchmal beunruhigende) Fragen auf eine wissenschaftliche (naja, weitgehend wissenschaftliche) Weise.
Die Fragen reichen dabei von "Was wäre, wenn jeder Mensch auf der Erde zeitgleich einen Laserpointer auf den Mond richtet - würde er dann seine Farbe ändern?" bis hin zu "Wenn ein Asteroid ganz klein, aber enorm massereich wäre, könnte man dann wie der Kleine Prinz darauf leben?"
Ursprung des ganzen war die "What If?"-Rubrik seines Webcomics xkcd.com, wo er jede Woche eine der Fragen, die ihm zugesendet werden, beantwortet. Um zu sehen, ob man mit dem Buch etwas anfangen könnte, ist es also ratsam, sich dort einmal ein wenig einzulesen.

Ich will nicht behaupten, dass ich bei der Lektüre dieses Buches wahnsinnig viel brauchbares gelernt habe, aber es war auf jeden Fall eine sehr lustige Lektüre. Am amüsantesten daran ist fast, mit welcher Akribie und Begeisterung sich der Autor an die Beantwortung der absurden Fragen macht. Ich konnte seinen Ausführungen nicht immer folgen, obwohl das Buch sich prinzipiell schon auch an Laien richtet, aber von zwei oder drei Antworten abgesehen, bei denen ich völlig ausgestiegen bin, habe ich das meiste doch weitgehend verstanden. Randall Munroe ist zweifellos sehr darum bemüht, die Antworten für jeden verständlich zu machen, aber manchmal ist doch etwas mehr Vorwissen gefragt als ich es mitgebracht habe. 
Aber auch, wenn man zwischendurch einmal den Faden verliert, helfen der humorvolle Stil des Autors und die witzigen Zeichnungen darüber hinweg. Der besagte Humor ist übrigens meistens sehr nerdig und manchmal etwas zu albern, aber ich hatte alles in allem doch einen großen Spaß beim Lesen.
Ein umfangreiches Quellenverzeichnis am Ende mit Literaturangaben zu jeder Frage rundet das Buch ab und ermöglicht es besonders Interessierten, sich selbst näher in die Materie einzulesen.

Ein besonderes Highlight war für mich schließlich die Rubrik Seltsame (und beunruhigende) Fragen aus dem "What If?"-Posteingang, die Munroe gar nicht erst beantwortet (nur teilweise mit einem Comic schmückt), aber die für sich alleine bereits witzig waren. Eine Kostprobe gefällig? "Was wäre, wenn alle Leute in Großbritannien zur selben Küstenseite gehen und zu paddeln beginnen - können sie die Insel dann vom Fleck bewegen?"
Oder auch:


Dieses Buch hat mir einige sehr kurzweilige Lesestunden verschafft und mir vielleicht auch das eine oder andere (nutzlose) Wissen mitgegeben. Sollte ich einmal vorhaben, mit Legosteinen eine Verkehrsverbindung zwischen London und New York zu schaffen, wüsste ich jetzt zumindest, wie ich anfangen sollte.

Montag, 14. Dezember 2015

[Blogparade] Zum Jahresende 2015 ...

Bei Katrin von den BuchSaiten gibt es jedes Jahr eine Blogparade mit einigen Fragen zum Lesejahr - und jedes Jahr nehme ich mir vor, mitzumachen, aber irgendwie ist das dann bei mir immer im Vorweihnachtsstress untergegangen.
Aber dieses Jahr denke ich endlich mal dran!




Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir wenig versprochen habe, das mich dann aber positiv überrascht hat? (und Begründung)
Ich würde sagen The Serpent and the Pearl von Kate Quinn. Auf diesen Roman war ich schon vor ein paar Jahren über eine andere Seite gestolpert und da es das ebook damals zum Sonderpreis gab, habe ich einfach mal zugeschlagen - und dann beinahe darauf vergessen. Dieses Jahr dachte ich mir irgendwann "oh, dieses Buch ist ja auch noch da" und hatte gar keine so große Lust mehr darauf. Mehr mit dem Gedanken, dass ich es endlich einmal von meinem virtuellen SuB bringen wollte, habe ich zu lesen begonnen und war bald positiv überrascht. Dieser historische Roman über Giulia Farnese hat mich sofort gefesselt mit seinen interessanten Figuren und den lebhaften Beschreibungen. Er hat mir so gut gefallen, dass ich mir sofort auch den Nachfolgeband The Lion and the Rose gekauft habe, den ich sogar noch besser fand.


Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir viel versprochen habe, das mich dann aber negativ überrascht hat? (und Begründung)

Das trifft wohl am ehesten auf Level von Hugh Howey zu. Der erste Band Silo hatte mich 2014 aus
einer Leseflaute gerettet, weil ich ihn so spannend fand. "Level", das Prequel dazu, hat mich aber leider sehr enttäuscht. Die Handlung war aufgrund großer Zeitsprünge eher episodenhaft, die Figuren waren nicht gut ausgearbeitet und ich hatte die ganze Zeit kaum das Bedürfnis, überhaupt weiterzulesen.
Besonders schade finde ich, dass ich seither kaum noch Lust auf den abschließenden Band "Exit" habe, obwohl dieser ja wieder die Handlung aus dem 2. Band fortführen wird. Aber nach dem schwachen "Level" habe ich tatsächlich das Vertrauen in die schriftstellerischen Fähigkeiten von Hugh Howey verloren.


Welches war eure persönliche Autoren-Neuentdeckung in diesem Jahr und warum?

Ich habe in diesem Jahr zwar ein paar AutorInnen für mich entdeckt, deren Bücher mir gut gefallen haben (so etwa die oben schon erwähnte Kate Quinn sowie Marie Brennan, Michael Ridpath und Toni Morrison), aber die erfolgreichste Neuentdeckung war vielleicht Jo Walton. Ich habe von ihr nicht nur den wunderschönen phantastischen Roman In einer anderen Welt gelesen, sondern auch die Essay-Sammlung What Makes This Book so Great?, in der ich Walton bei ihren ReReads begleitet und dabei eine ganze Reihe von interessanten Buchempfehlungen für mich gefunden habe. 
So bin ich dadurch etwa auf Keri Hulmes faszinierenden Roman Unter dem Tagmond gestoßen und habe noch eine ganze Reihe von weiteren Büchern auf meiner Wunschliste.
Ich möchte auf jeden Fall noch weitere Bücher von Jo Walton lesen - am interessantesten klingt für mich "My Real Children", das sogar für den World Fantasy Award nominiert war.


Welches war euer Lieblings-Cover in diesem Jahr und warum?

Das ist auf jeden Fall The Sleeper and the Spindle von Neil Gaiman. Ich habe das Cover sogar hier ein wenig genauer hergezeigt, weil ich es so schön fand: Es hat einen durchsichtigen Schutzumschlag mit dem Titel und mit Rosenranken, durch den dahinter das schlafende Dornröschen durchscheint. Eine zauberhafte Aufmachung, die durch die reduzierten Farben - nur schwarz, weiß und gold - besonders gut zur Geltung kommt.
Ich bin nicht wirklich eine Coverkäuferin, aber bei diesem Buch war tatsächlich die Aufmachung (es enthält auch zahlreiche wunderbare Illustrationen von Chris Riddell) mit ein Kaufgrund.


Welches Buch wollt ihr unbedingt in 2016 lesen und warum?

(Ich konnte gerade nicht aus der Haut und musste dieses denglische "in" entfernen ;-))
Das ist eine Frage, die ich recht schwierig finde. Wenn gerade nicht eine ganz besondere Neuerscheinung vor der Tür steht, beschränken sich meine Lesepläne für das nächste Jahr meistens auf "die Bücher von meinem SuB und was mir so in der Bücherei über den Weg läuft".
Ich habe allerdings noch die klitzekleine Hoffnung, dass im nächsten Jahr endlich "The Winds of Winter" von George R.R. Martin erscheinen wird und dann würde ich das natürlich unbedingt lesen wollen.
Ansonsten ist "Dictator", der abschließende Band von Harris' Cicero-Trilogie, ein heißer Anwärter, da ich auf diesen Roman bereits einige Jahre gewartet habe. Und da das eine oder andere Buch auf meiner Weihnachts-Wunschliste steht, gedenke ich natürlich auch diese zu lesen. ;-)

Samstag, 12. Dezember 2015

[Vorweihnachts-Lesewochen] 3. Wochenende

Es ist schon das 3. Advent-Wochenende angebrochen und somit ist bereits mehr als die Hälfte von Arianas  Vorweihnachts-Lesewochen vorbei. 
Die letzten Tage waren bei mir ein ziemliches Drunter und Drüber. Gestern hatte ich die letzte Prüfung vor Weihnachten (hurra!), allerdings ist trotzdem noch so einiges zu erledigen. Ich muss mich um Praktikumsstellen kümmern, noch eine kleine Arbeit schreiben, ein Gruppenprojekt muss zum Abschluss gebracht werden und abgesehen davon sind natürlich noch Weihnachtsgeschenke zu basteln und zu kaufen.
Da ich seit Dienstag total erkältet bin, habe ich in den letzten Tagen kaum etwas sinnvolles gemacht als für die Prüfung zu lernen. Da gestern die Erkältung deutlich besser wurde, war ich am Abend bei der Weihnachtsfeier von unserem Kurs, die wirklich Spaß gemacht hat - aber leider ist dafür heute der Schnupfen heftiger als zuvor zurückgekehrt. Der Dienst heute Nachmittag war dementsprechend ziemlich mühsam. Ich hoffe, dass ich morgen wieder fit bin, da ich erneut Dienst habe und am Abend eine weitere Weihnachtsfeier auf dem Programm steht.

Es geht also ziemlich rund und ein gemütliches Lesestündchen zur Entspannung ist dringend nötig. Die passende Lektüre habe ich mir am Anfang der letzten Woche aus der Bücherei geholt:



Außerdem habe ich letzte Woche ja über ein Wohlfühl-Hörbuch nachgedacht und mich letztendlich für "Die unendliche Geschichte" entschieden, da es die ungekürzte Lesung bei Audible zum halben Guthaben gibt. Ich bin dann auch gleich ganz nostalgisch in der Geschichte versunken, wobei ich mangels Zeit noch nicht so weit gekommen bin (Atréju ist gerade bei der Uralten Morla). Da bei mir aber noch ein paar Häkeleien als Weihnachtsgeschenke auf dem Programm stehen, nehme ich an, dass ich nächste Woche noch so einige Stunden in Phantásien verbringen werde.

Donnerstag, 10. Dezember 2015

Samuel J. Agnon - In der Mitte ihres Lebens


erschienen bei Suhrkamp
übersetzt, kommentiert und mit einem Nachwort versehen von Gerold Necker 

woher: Städtische Büchereien (Onleihe)

Nobelpreis-Challenge



Nach dem Tod ihrer Mutter ist die junge Tirza auf der Suche nach ihrem Platz im Leben und in einer Gesellschaft, die im Spannungsfeld zwischen Tradition und Moderne steht. Tirza taucht ein in die Vergangenheit ihrer Mutter und erfährt von einer unglücklichen Liebe, die sich in ihrem eigenen Leben zu wiederholen scheint.

1921 erschien "In der Mitte ihres Lebens" auf Hebräisch und 1966 erhielt Samuel Joseph Agnon zusammen mit Nelly Sachs den Literaturnobelpreis, aber trotzdem wurde der Roman erst im vergangenen Jahr erstmals ins Deutsche übersetzt.
Von der Handlung her fand ich die Erzählung eher uninteressant. Ich habe nach der Lektüre einige Rezensionen gelesen, in denen von der Selbstbestimmtheit Tirzas geschrieben wurde und ihrer selbstbewussten Auswahl ihres Bräutigams, aber ehrlich gesagt konnte ich persönlich das nicht aus "In der Mitte ihres Lebens" herauslesen. Für mich entstand hier eher das Bild eines Mädchens, das sich so in die vermeintlich romantische Vergangenheit ihrer Mutter hineinsteigert, bis sie gewissermaßen sogar deren Gefühle zu ihren eigenen macht. Ich muss zugeben, dass ich zumindest inhaltlich nicht viel aus dem Buch für mich mitnehmen konnte.

Umso faszinierender fand ich dagegen die Sprache. Samuel Agnon bezieht sich hier mit seinem assoziativen Schreibstil manchmal wortwörtlich und manchmal nur in Metaphern auf die jüdische Literaturtradition und besonders auf das Alte Testament. Ohne die kommentierte Übersetzung von Gerold Necker wäre ich beim Lesen allerdings verloren gewesen. Nicht, weil ich den Text nicht verstanden hätte, sondern weil mir all diese Bezüge entgangen wären - und dabei sind sie es, die meiner Meinung nach das Besondere an dem Roman ausmachen.
An manchen Stellen konnte ich allerdings nicht nachvollziehen, weshalb Gerold Necker die Sätze auf die vorliegende Weise übersetzt hatte. In den Anmerkungen weist er einige Male auf die wortwörtliche Übersetzung hin und ich habe mich gefragt, weshalb er die hebräischen Sätze nicht auch genau so übersetzt hat. Hier sind einige Beispiele:

Und ein Geist von Traurigkeit schwebte über dem Mann wird zu aber etwas musste den Mann sehr bedrücken. (Anmerkung 36)
Barmherzige Traurigkeit wird zu lieb gewordener Trauer (Anmerkung 39)
Ich träumte einen Traum und mein Geist ist verstört wird zu Ich hatte einen furchteinflößenden Traum (Anmerkung 50)

Ich finde, dass diese Passagen wortwörtlich doch einen ganz anderen - deutlich poetischeren - Klang haben und zudem verweisen die Formulierungen wieder auf Bibelstellen, was sie also alles andere als beliebig macht. Dank der kommentierten Übersetzung bleibt diese Bedeutung wenigstens erhalten, aber ich konnte den Grund für die Änderungen schlichtweg nicht nachvollziehen.

Alles in allem war "In der Mitte ihres Lebens" vor allem sprachlich eine sehr interessante Lektüre. Die ebook-Ausgabe hat sich hier als ideal erwiesen, da per Tippen die jeweilige Fußnote einfach in einem kleinen Fenster geöffnet wird, was sehr praktisch ist, wenn es derartig viele Anmerkungen gibt. Ich würde auch allen empfehlen, die Anmerkungen tatsächlich zu lesen, da einem ohne sie eine wichtige Komponente des Textes verschlossen bleibt (außer, man ist in der jüdisch-religiösen Literatur bewandert genug, um die Zusammenhänge selbst herstellen zu können).
Es lohnt sich bei dieser Erzählung wirklich, sie langsam zu lesen und sich tiefer mit ihr zu beschäftigen - auch wenn sie mir auf der rein inhaltlichen Ebene nicht viel mitgegeben hat.

Sonntag, 6. Dezember 2015

[Vorweihnachts-Lesewochen] 2. Wochenende


Kaum zu glauben, dass schon der 2. Adventsonntag ist - Zeit also, einen weiteren Beitrag zu Arianas Vorweihnachts-Lesewochen zu verfassen, den ich mit einem kleinen Rückblick über die vergangenen Tage beginne:
 
Letzte Woche habe ich Prüfung Nr. 4 überstanden - nun gibt es nur noch eine vor Weihnachten! Bevor ich mich aber ins Lernen für diese gestürzt habe, ging es am Freitagnachmittag zu meiner Familie, da meine Mutter Geburtstag hatte. Ich hatte mir meine Lernunterlagen gar nicht erst mitgenommen - und so konnte ich am Freitag ohne schlechtes Gewissen die Feier genießen. Gestern habe ich dann eifrig gehäkelt, da meine jüngste Nichte sich von meiner Mutter eine Patchwork-Decke wünscht und ich zur Unterstützung auch ein paar Fleckchen beisteuern wollte.

Und heute Vormittag wurde es dann so richtig schön weihnachtlich: Ich war mit meiner Mutter beim Literaturfrühstück im Bildungshaus Schloss Puchberg. Normalerweise bedeutet das, dass es eine Lesung gibt und dazwischen ein reichhaltiges Frühstücksbuffet.
Heute aber war es keine reine Lesung, sondern eine weihnachtliche Veranstaltung mit dem Titel "Noch immer leuchten die Sterne", gestaltet von der Moderatorin und Schauspielerin Heilwig Pfanzelter und der Harfinistin Katharina Hofbauer. Nach einer kurzen Einstimmung in das Thema gab es das Frühstück, ehe danach das eigentliche Programm folgte.
Es war eine ganz wunderbare Mischung aus Harfenmusik und sehr abwechslungsreichen Texten zum Thema Weihnachten. Manche waren lustig, manche besinnlich und manche auch sehr kritisch - so etwa auch eine kurze Geschichte von Daphne du Maurier mit dem Titel "Kein Platz in der Herberge", die bemerkenswert aktuell war.
Heilwig Pfanzelter hat die Texte nicht vorgelesen, sondern sehr lebhaft auswendig vorgetragen. Als Folge gab es am Ende tosenden Applaus von den zahlreichen ZuhörerInnen (der Raum war beinahe bis auf den letzten Platz gefüllt).


Das war heute wirklich eine wunderschöne Einstimmung in den 2. Adventsonntag und ich bin sehr froh, dass ich mit meiner Mutter hingefahren bin (ursprünglich war ich skeptisch, weil ich kitschige Texte mit volkstümlichen Weisen befürchtet hatte). 

Direkt im Anschluss bin ich dann zurück nach Wien gefahren, wo ich mich dann doch wieder dem Lernen zuwenden musste. Da ich aber den ganzen Nachmittag fleißig war, gönne ich mir jetzt einen gemütlichen Abend mit Keksen, Tee und Büchern.
Ich bin mir noch nicht ganz sicher, was ich lesen werde. Mir ist gerade sehr nach gemütlicher Wohlfühllektüre, was die meisten meiner aktuellen Bücher nicht unbedingt sind (etwa mein Hörbuch "Schöne neue Welt" oder mein derzeitiges Sachbuch "Der Atlantik. Biografie eines Ozeans").
Aus der Onleihe habe ich gerade "Das Mädchen mit den gläsernen Füßen" von Ali Shaw ausgeliehen, das immerhin schön in die Winterzeit passt. Falls mir heute noch nach einem Hörbuch ist, werde ich aber vielleicht lieber eins meiner angesammelten Audible-Guthaben einlösen anstatt mich wieder Aldous Huxleys Dystopie zuzuwenden.

Ich wünsche euch allen einen gemütlichen, entspannten Sonntagabend! Seid ihr gerade auch so auf dem Wohlfühltrip beim Lesen oder braucht ihr eher eine Gegenprogramm zu all der Adventelei?

Samstag, 5. Dezember 2015

Mechthild Gläser - Die Buchspringer


erschienen bei Loewe

Standalone

woher: Leihgabe von meiner Nichte




Amy und ihre Mutter flüchten im Sommer auf eine einsame Shetlandinsel, um dort einige Probleme in ihrem Leben vergessen zu können. Hier erfährt Amy, dass sie einer Familie von Buchspringern entstammt, die in Bücher reisen und dort Einfluss auf die Handlung nehmen können. Gemeinsam mit Schir Khan und Werther streift Amy durch die Buchwelt - und stellt fest, dass hier jemand in den Geschichten sein Unwesen treibt.

"Die Buchspringer" ist eins der Lieblingsbücher meiner Nichte und ich fand auch die Idee sehr reizvoll, aber die Umsetzung hat mir leider weniger gut gefallen.
Für mich gab es zwei wesentliche Kritikpunkte. Der eine ist, dass die Idee zwar schön ist, Mechthild Gläser aber ansonsten ganz den altvertrauten Pfaden der Jugendliteratur folgt: Es gibt eine tollpatschige Heldin, die ständig über ihre eigenen Füße stolpert, einen äußerst blassen, aber natürlich ganz und gar wunderbaren Love Interest, sowie eine hochmütige Zicke, die Amy von Anfang an ablehnt (die umgekehrt aber auch von Amy sofort als  geschminktes, eingebildetes Biest abgestempelt wird).

Mein zweites Problem mit dem Buch ist seine Oberflächlichkeit. Sobald man beginnt, genauer über die Hintergründe nachzudenken, tun sich überall Löcher auf. Welche Bücher etwa befinden sich in der Bibliothek, von der aus die Buchspringer in die Geschichten reisen? Alle, die jemals geschrieben wurden? In dem Fall würde die Bibliothek wohl den Raum einer Kleinstadt einnehmen und man bräuchte beinahe ein Verkehrssystem, um dort rasch zu einem bestimmten Buch zu kommen.
Nur ausgewählte Bücher? Aber wonach wurden diese dann ausgesucht?
Und wenn es gerade einmal eine Handvoll Buchspringer gibt, wie sollen die dann jemals alle Geschichten überwachen können? Es müsste dann ja ständig zu Chaos in dem einen oder anderen Buch kommen.

Die Auswahl der Bücher, die in dem Roman eine Rolle spielen, hat mir an sich ganz  gut gefallen: Werther, Dschungelbuch, Sommernachtstraum, Alice im Wunderland, Der kleine Prinz und auch Anna Karenina findet eine Erwähnung.
Leider hatte ich den Eindruck, als hätte die Autorin sich nie genauer mit diesen Bücher auseinandergesetzt und sie entweder schon lange nicht mehr oder aber nur oberflächlich gelesen. Es werden ein paar bekannte Szenen und Schlagwörter in den Raum geworfen und Werther komplett auf eine Jammergestalt und die unglückliche Liebesgeschichte reduziert. Sein Selbstmord bietet Anlass zu ein paar müden Witzen (etwa, dass er durch das Herumstreifen durch die Buchwelt beinahe einmal verpasst hätte sich umzubringen).

Schließlich spielt noch ein altes Märchen eine Rolle, das in Auszügen den Kapiteln vorangestellt ist - und sich nicht im Geringsten wie ein altes Märchen liest. Sowohl Stil als auch Struktur klingen eben ganz nach modernem Jugendbuch mit ein paar halbherzigen Versuchen, ihm einen altertümlichen Klang zu geben.

Zuletzt gibt es noch eine ganz konkrete Sache, die mich gestört hat: Amy wurde vor dem Sommer in ihrer Klasse gemobbt und ein Auslöser dafür war, dass sie jemand beim Umkleiden im Sportunterricht fotografiert und das Bild auf Facebook gestellt hat. Das ist eine nachvollziehbare und sehr scheußliche Situation und man hätte diese sicher interessant und kritisch umsetzen können.
Nun ist aber der Hauptgrund, weshalb Amy gehänselt wird, ihr Körper: Sie ist groß und schlank und hat wenig Busen und fühlt sich deshalb auch ganz hässlich.
Ich will nun nicht bestreiten, dass Jugendliche aus ganz unterschiedlichen Gründen mit ihrem Körper unglücklich sein können, aber musste die Autorin ausgerechnet das ohnehin vorherrschenden Schönheitsideal unter jungen Mädchen hernehmen? Sie hätte hier die Gelegenheit gehabt, etwa übergewichtigen Teenagern, die nun wirklich sehr häufig gemobbt werden, die Botschaft mitzugeben: Du bist in Ordnung so, wie du bist. Oder Amy hätte auch eine dicke Brille, Akne oder sonst irgendeinen wirklich "Makel" haben können. Stattdessen nimmt Mechthild Gläser ein Mädchen Marke Modell her - groß, sehr schlank, mit langen roten Locken.
Da verschenkt sie meiner Meinung nach einiges an Potenzial.

Nun habe ich den Roman lange genug benörgelt. Ich denke, dass das meiste davon die Zielgruppe kaum oder gar nicht stört. Und der Roman macht offensichtlich immerhin Jugendlichen Lust auf Klassiker, war er doch der Grund dafür, dass meine Nichte sich in London auf Alice und Das Dschungelbuch im Original stürzen wollte.
Für Ewachsene Vielleser ist er allerdings trotz des buchigen Themas meiner Meinung nach nur wenig geeignet. Er liest sich zwar ratzfatz durch, war für mich aber dennoch eher eine Enttäuschung.

Sonntag, 29. November 2015

[Vorweihnachts-Lesewochen] 1. Wochenende

Spät, aber doch kommt nun mein erster Beitrag zu Arianas Vorweihnachts-Lesewochen. Am Ende der letzten Woche bin ich schon ziemlich am Zahnfleisch gegangen wegen all dem Prüfungsstress. Zum Glück konnte ich dann am Freitag die dritte Prüfung abhaken und obwohl nächste Woche schon wieder eine ansteht, bin ich fest entschlossen, mir dazwischen etwas ruhige Zeit zu gönnen und den Advent zu genießen.
Tatsächlich konnte ich heute einige Zeit für mich selbst unterbringen, die zwar nicht ruhig war, dafür aber weihnachtlich-produktiv.
Ich habe bei mir im Zimmer umdekoriert - so haben nun die herbstlichen Kürbisse und Kastanien winterlichen Mistelzweigen und meinem Adventteller Platz gemacht:



Außerdem habe ich bereits die ersten Kekse gebacken - begleitet von dem Hörbuch Das Schneemädchen von Eowyn Ivey, das ich mir gestern Abend spontan aus der Onleihe ausgeliehen habe. Dieses Mal funktioniert die App auf meinem Smartphone zum Glück auch ohne Aussetzer (bis jetzt). Der Roman gefällt mir bis jetzt sehr gut und er passt auf jeden Fall auch gut in diese Jahreszeit. 
Die Kekse werde ich nun gleich einmal probieren, wenn ich mich für ein Stündchen aufs Sofa zum Lesen setze (danach werde ich mich wohl doch noch einmal meinem Lernstoff zuwenden müssen).

Bevor ich mich aber auf dem Sofa einmümmel, kann ich euch hier noch etwas Größeres ankündigen. Ich kann es selbst kaum fassen, dass ich es noch geschafft habe, das fertig vorzubereiten ...

Es gibt bei mir dieses Jahr einen Adventskalender und in diesem werde ich jeden Tag ein Türchen zu meinem Roman Frostpfade öffnen. Eigentlich wollte ich euch ja lieber "Bühnenzauber" lesen lassen, aber leider habe ich bei all den Umbrüchen in meinem Leben dieses Jahr die Überarbeitung nicht hinbekommen.
So sind es nun also doch meine "Frostpfade" geworden, die ja auch sehr gut in die Winterzeit passen. Den Adventskalender verlinke ich auch in der Seitenleiste - ich habe dafür einen schlichten, kleinen Blog ins Leben gerufen. Die Beiträge sind bereits allesamt fertig und geplant; das heißt, sie werden jeden Tag pünktlich um 18 Uhr erscheinen und mir kann der Stress nicht mehr dazwischenfunken.
Ein paar Worte zu dem Kalender und zum Roman gibt es bereits zu lesen - ansonsten geht es dann am 1. Dezember so richtig los. :-)

Mittwoch, 25. November 2015

Buchstabengeplauder #44

Lebensgeplauder

Derzeit ertrinke ich ein wenig im Stress. Wir haben gerade eine sehr intensive Prüfungsphase und daneben sind einige kleinere Arbeiten zu schreiben und Präsentationen bzw. Projekte vorzubereiten. Unter der Woche bleibt für all das nur am Abend Zeit und an den Wochenenden habe ich oft Dienst - es ist also gerade nicht so einfach, das alles unterzubringen.
Allerdings sieht es nun so aus, als würde eine der Prüfungen nach hinten verschoben werden, da sowohl die Lehrgangsleitung als auch die Vortragenden der Meinung sind, dass wir sinnvollerweise genug Zeit zum Lernen und dem Erstellen der Arbeiten haben sollten, damit das ganze für uns auch etwas bringt. Sehr löbliche Einstellung. :-)
Also ja, es ist gerade alles sehr viel, aber immerhin ist eine gewisse Entlastung in Sicht.
Spannend ist es auf jeden Fall weiterhin. Aktuell geht es viel um Suchstrategien, Kataloge/Bibliografien, Datenbanken und Management (wobei mir letzteres nicht wirklich liegt). Zwischendurch haben wir einen kurzen Ausflug zu xml gemacht, was für mich insofern ein Highlight war, da es mir ein tieferes Verständnis für html mitgegeben hat.

Lesegeplauder

In punkto Lesen tut sich daneben natürlich nicht gar so viel, auch wenn ich ein paar Bücher fertiggelesen habe, die mich ohnehin schon eine Weile begleitet haben: In der Mitte ihres Lebens von Samuel J. Agnon, Das größere Wunder von Thomas Glavinic und Die Buchspringer von Mechthild Gläser. 

Ansonsten erlebe ich gerade ein ähnliches Phänomen wie schon früher in stressigen Zeiten: Ich beginne daneben auf einmal überzusprudeln vor Kreativität, finde aber keine Zeit, diese auszuleben. Früher ging es mir vor allem mit dem Schreiben so; jetzt sind es alle möglichen Blogeinträge, die mir im Kopf herumspuken und in Lernpausen als halbgare Entwürfe entstehen.
Ich muss mich auch gerade sehr zusammenreißen, um mich nicht zu allerlei Challengevorhaben fürs nächste Jahr hinreißen zu lassen und denke außerdem über ein ganz besonderes Projekt nach, das etwas mit Büchereien zu tun hat (wenn auch nicht mit wissenschaftlichen - insofern steht es nicht im Zusammenhang mit meinem Lehrgang).
Letztendlich ist das alles wohl mal wieder eine Form von Lernprokrastination ...

Ankündigung: Vorweihnachts-Lesewochen

Apropos Challenges und Projekte: Bei Ariana gibt es dieses Jahr wieder das schon fast traditionelle Adventlesen, das kommendes Wochenende beginnt. 
Ariana schreibt dazu folgendes:
Wie schon in den letzten Jahren entscheidet jede(r) Mitleser(in) für sich, wie er/sie die Adventswochen gestalten möchte, ob er/sie sich konkrete (Lese-)Ziele setzt oder einfach nur bewusst Zeit zur Entspannung und Besinnung einplant. Schließlich kann man die “staade Zeit” auf so viele verschiedene Arten interpretieren, da soll wirklich jede(r) für sich festlegen, wie die persönlichen Vorweihnachts-Lesewochen aussehen sollen. Allerdings wäre es schön, wenn ihr irgendeinen Bezug zur Advents- und Weihnachtszeit herstellen könntet – das ist ja immerhin der Grundgedanke der Aktion.   
In dem oben verlinkten Beitrag bekommt ihr genauere Infos und könnt euch auch anmelden.

Nachdem ich letztes Jahr ausgesetzt habe, möchte ich in diesem Jahr auf alle Fälle wieder mitmachen, schon alleine deshalb, um mir vielleicht in all dem Stress bewusste, kleine Auszeiten zu nehmen.
Direkte Lesepläne habe ich noch nicht (eventuell Das Wunder einer Winternacht, das ich aber erst einmal in der Bücherei ergattern muss), allerdings werde ich am 6.12. passenderweise mit meiner Mutter an einem weihnachtlichen Literaturfrühstück teilnehmen. 

Eine Stadt. Ein Buch 2015

LeserInnen meines Blogs kommen an dieser Aktion ja kaum vorbei, da ich sie jedes Jahr ankündige bzw. darüber berichte. Heute Mittag ist also der Startschuss gefallen und es liegen 100.000 Exemplare von Jostein Gaarder Sofies Welt in allen Zweigstellen der Büchereien Wien, in vielen Buchhandlungen, Filialen der Bank Austria und weiteren Verteilstellen aus. Ich habe mir heute gleich ein Buch auf dem Heimweg geholt. Zwar habe ich bereits das Hardcover, aber so ein handliches Taschenbuch kann man ja auch immer brauchen. :-)

Heute und morgen gab und gibt es auch einige Veranstaltungen dazu (Lesungen und Signierstunden mit dem Autor etwa), aber die fallen für mich zeitlich gerade sehr ungünstig (am Freitag ist eine Prüfung). 
Dafür habe ich eben ganz spontan eine Karte für die Vorführung des Films mit anschließender Diskussion am Samstag reserviert. Ich finde den Film zwar nur mäßig gelungen, hatte aber doch Lust, ihn im Zuge der Aktion noch einmal zu sehen.

Das ist jetzt ein ganz schön langer Beitrag geworden (Prokrastination, ich sags ja), aber nun muss ich mich wirklich wieder an meine Unterlagen setzen. Habt noch einen schönen Abend!


Samstag, 21. November 2015

Monika Reitprecht - Wo stehen hier die E-Books?


erschienen bei Milena

woher: Geburtstagsgeschenk

Sachbuch-Challenge




Monika Reitprecht betreut seit 2009 die Facebook-Seite der Büchereien Wien, die mit gut 44.000 Likes zu den erfolgreichsten Social Media-Auftritten der Buchwelt gehört. In dem Buch stellt die Autorin 250 Postings nach Themen geordnet zusammen, von Kundenfragen über Fundstücke in Büchern bis hin zu Einblicken hinter den Kulissen.
Das eher dünne Taschenbüchlein ist mit zahlreichen Fotos farbig hinterlegten Textkästen sehr liebevoll gestaltet - und dank Fadenbindung auch recht strapazierfähig. 


Die kleinen Anekdoten sind sehr schlagfertig und witzig, mitunter aber auch recht bösartig. Das reicht von Kunden auf der verzweifelten Suche nach Büchern ("Haben Sie 'Die Tribute von Panama?'" oder "Ich hätte gern 'Die Räuber' von Schiller, aber nicht so mit verteilten Rollen.") über den alltäglichen Wahnsinn mit ebooks ("Was passiert eigentlich, wenn ich Ihr E-Book verliere?") bis hin zu spitzen Kommentaren zu bestimmten Büchern: "Bei uns wird jede(r), die '50 Shades of Grey' ausborgen will, ausgepeitscht. Viel besser als das Buch."
Aber Monika Reitprecht spart auch nicht mit Selbstironie und Seitenhieben auf die bibliothekarische Arbeit ("Feilsche mit dem Putztrupp, wie lange ich noch im Büro bleiben darf. Ich sollte dringend mein Leben überdenken.").

Das Buch garantiert auf jeden Fall einige vergnügliche Stunden - ob man es nun in einem durch liest oder einfach immer wieder mal einzelne Anekdoten herauspickt. Und viele davon haben mich auch nach mehrmaligem Lesen noch immer zum Lachen gebracht. Es eignet sich auch gut, um in geselliger (idealerweise bibliophiler) Runde einzelne Häppchen daraus vorzulesen.

Ob es allerdings wirklich seinen recht stolzen Preis von 17,90€ wert ist oder man lieber einfach die Facebook-Seite liest, ist schwer zu beantworten. Es macht auf jeden Fall Spaß, in dem Buch zu blättern und sich über die Einträge zu amüsieren. Dafür hat man auf Facebook (abgesehen davon, dass es gratis ist) auch gleich noch die Kommentare mit dabei, die teilweise mindestens ebenso lustig sind wie die Postings.
Ich kann aber bestätigen, dass sich das Buch auf jeden Fall gut als Geschenk für Leseratten eignet. ;-)

Sonntag, 15. November 2015

[Ankündigung] Neue Challenges bei Lyne's Books

Während viele Lesechallenges mit Anfang des Jahres starten, beginnen bei Lyne nun schon Ende November zwei interessante Challenges.


Das eine ist die Klassik-Challenge vom 1.12.2015 bis zum 30.11.2016. In diesem Zeitraum müssen 12 Bücher gelesen werden - es handelt sich also durchaus um eine etwas umfangreichere Challenge. Im Zentrum stehen zwar Klassiker, aber nicht nur. Die Bücher dürfen nämlich von diesen Listen gewählt werden (pro Liste 4 Bücher):

Unter den erfolgreichen Challenge-Teilnehmern wird ein Wunschbuch im Wert von 20€ verlost. Alle weiteren Regeln findet ihr hier



Die zweite Challenge, in der es um Märchen geht, finde ich insofern reizvoll, weil sie als Bingo aufgebaut und somit ein bisschen etwas anderes ist. Hier gibt es keine fix vorgeschriebene Anzahl von Büchern, sondern es landet pro erlesener Bingo-Reihe ein Los im Topf für die Gewinn-Auslosung am Ende (ebenfalls ein Wunschbuch im Wert von 20€).
Es zählen für diese Challenge Märchen-Adaptionen, aber auch märchenhafte Bücher mit typischen Elementen wie etwa Prinzessinnen und Königen.

Start ist am 30.11.2015, Ende genau ein Jahr später am 30.11.2016.
Zu den genauen Regeln geht es hier.  


Mich würden ja beide Challenges ansprechen, aber ich hatte mir eigentlich vorgenommen, im nächsten Jahr möglichst an keinen Challenges teilzunehmen, weil ich vermutlich so viel um die Ohren haben werde, dass ich froh sein kann, wenn ich überhaupt zum Lesen komme.
Aber gerade die Märchen-Challenge könnte doch zu schaffen sein, da man bereits mit 5 Büchern erfolgreich mit dabei ist (sofern diese alle in einer Reihe sind). Und es gibt auch einige Märchenadaptionen, die ich ohnehin gern noch lesen würde (z.B. "East" von Edith Pattou und "Die blutroten Schuhe" von Alana Falk).
Die Klassiker-Challenge mit 12 Büchern ist da schon eine größere Herausforderung, aber Klassiker reizen mich ja immer - und gerade von der BBC-Liste wollte ich ja ohnehin noch ein paar Bücher lesen.

Ich werde noch ein wenig darüber nachdenken müssen.
Falls ihr ebenfalls noch Bedenkzeit braucht - für beide Challenges kann man sich noch bis Ende des Jahres anmelden.

Donnerstag, 12. November 2015

[Wiener Streifzüge] Herbst im Nordwesten von Wien

Seit Ende Oktober kann man hier in Herbstfarben nahezu baden: goldene und rote Blätter, wohin man sieht und dazu noch ein (meist) blauer Himmel.
Letzte Woche habe ich daher zum Entspannen zwischen dem Lernen einige Spaziergänge unternommen und war außerdem mit meiner Schreibgruppe am Kahlenberg.
Da man diese verschiedenen Spaziergänge auch gut miteinander verbinden kann, habe ich sie hier zu einem kleinen Streifzug zusammengefasst.

Ich war zuerst am nördlichsten Teil des Donaukanals unterwegs (erreichbar z.B. von der Endhaltestelle Griegstraße der Buslinie 5A), wo man sehr schön spazierengehen kann, wenn auch leider nicht in idyllischer Stille, da einige stark befahrene Straßen hier nicht fern sind.


Nach einem kleinen Spaziergang kommt man zur Heiligenstädter Brücke, auf der man den Donaukanal überquert.


Auf der anderen Seite des Donaukanals liegt etwas erhöht der kleine Wertheimsteinpark:

noch mehr Herbstblätter ;-)

Vom Park aus sind es etwa zehn Gehminuten zur Station Heiligenstadt, von wo aus die Buslinie 38A auf den Kahlenberg fährt. Bis zum Parkplatz Kahlenberg fährt man knapp eine halbe Stunde - aber man könnte natürlich auch ganz sportlich hinaufwandern.
Von der Aussichtsterrasse beim Parkplatz hätte man an sich einen schönen Blick über Wien - leider lag an diesem Tag noch ein wenig der Nebel über der Stadt.


Unser Weg hat uns dann zum Kahlenberger Friedhof geführt, der früher einmal schön verwachsen war, mittlerweile aber dank zurechtgestutzter Botanik recht unspektakulär ist.

Von hier aus sind wir durch Weinberge und kleine Wege hinuntergewandert nach Nussdorf.

Ich kann unseren Weg nicht mehr vollständig konstruieren, aber irgendwo haben wir wohl eine falsche Abzweigungen genommen (nach dem Motto: Hauptsache nach unten). Wir sind dann erst einmal an der Heiligenstädter Straße gelandet, an der entlang wir nach Nussdorf gewandert sind. 
Dort sind wir noch an einem interessanten, alten Gebäude (dem Brauhaus Nussdorf) vorbeigekommen, ehe unser Streifzug dann bei der Straßenbahnlinie D ein Ende gefunden hat.


Beide Spaziergänge zusammengenommen und dazwischen noch die Busfahrt miteingerechnet, würde dieser Streifzug wohl etwa zweieinhalb Stunden dauern. Natürlich könnte man auf dem Kahlenberg noch deutlich länger wandern - so führt etwa auch der Stadtwanderweg 1 über den Kahlenberg.