Samstag, 24. Januar 2015

Thomas Finn - Aquarius


Genre: Mysterythriller
Dauer: 13 Stunden 46 Minuten (ungekürzte Lesung)
gelesen von: Oliver Rohrbeck
Verlag: Audible
ASIN: B00NWIRNB6
Meine Bewertung: 2,5 von 5 Sternchen



Bei den Bergungsarbeiten an einer alten Seemine kommt es zu einem Unfall, der Berufstaucher Jens Ahrens fast das Leben kostet. Als er aus der Bewusstlosigkeit erwacht, findet er sich gefangen in einem Keller wieder und hat keine Ahnung, was die Entführer mit ihm und seinen Mitgefangenen vorhaben. Und auch sonst gehen in der Küstensiedlung Egirsholm seltsame Dinge vor sich: Menschen ertrinken in Telefonzellen und Häusern, man munkelt von Meerjungfrauen und alles scheint mit einem lange vergangenen Massaker in einer Hippiekommune zusammenzuhängen. Und was hat die untergegangene Stadt Rungholt mit all dem zu tun?

Finns Mysterythriller beginnt spannend, lässt dann aber leider im Laufe der Handlung nach. Dabei sind die Legenden, die er in dem Roman behandelt, faszinierend und die Schauplätze in Nordfriesland anschaulich beschrieben. Leider konnte mich der Roman aber nach einem starken ersten Drittel nicht mehr fesseln. Die Dialoge wirken gekünstelt, die Figuren sehr hölzern und emotional ging mir niemand von ihnen nahe. So fand ich auch die zahlreichen Flucht- und Actionszenen eher langatmig als rasant.

Dazu kommen vermeintliche Überraschungen und Wendepunkte, die keine sind, weil die Figuren dermaßen durchschaubar sind, dass man sie großteils schon bei ihrem ersten Auftreten entsprechend einordnen kann. Nur die Protagonisten sind selbst gegen die größten Winke mit dem Zaunpfahl immun und fallen bei den Enthüllungen dann stets aus allen Wolken.
Es hat mich außerdem sehr genervt, dass die ermittelnde Polizistin Meike Ehlers im Laufe des Romans zur Damsel in Distress mutiert - wohl, um den männlichen Protagonisten besser dastehen zu lassen?
Sehr schön fand ich dagegen, wie die Hintergründe nach und nach enthüllt werden und man allmählich erfährt, was damals in der Hippiekommune geschehen ist und wie das alles mit den Mythen zusammenhängt. Hier hat Thomas Finn genau das richtige Timing - man findet das alles gemeinsam mit den Protagonisten heraus oder ist ihnen stellenweise mal ein wenig voraus, aber nicht so, dass man wegen ihrer Ahnungslosigkeit nur noch den Kopf schütteln kann. Schade, dass Finn mit den Figuren nicht dasselbe Gespür hatte.

Die Lesung von Oliver Rohrbeck war einerseits lebhaft vorgetragen (auch wenn es mich teilweise irritiert hat, dass mir Julian Kirrin einen Roman vorliest ;-)), andererseits schießt er aber mit dem Verstellen der Stimme teilweise etwas übers Ziel hinaus - vor allem bei den alten Damen.

Trotz einer interessanten Idee und erfrischend originellen mythologischen Hintergründen konnte mich "Aquarius" nicht überzeugen. Ich mag den Schreibstil von Thomas Finn sonst sehr - so waren seine Beiträge zur "Gezeitenwelt" für mich die Highlights und auch sein "Funke des Chronos" hat mir gut gefallen, aber mit diesem Roman hat er eindeutig nicht meinen Nerv getroffen.

Kommentare:

  1. Ach, schade, dass dich das Buch nicht genauso begeistern konnte wie mich. :(

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    1. Ich finde es auch schade, da ich ab und zu wirklich gern solche Mysterythriller habe. Aber dieser war irgendwie nicht das richtige für mich - oder ich war gerade in zu nörgeliger Stimmung. Keine Ahnung.

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  2. Mich hat dieses Buch gar nicht erst interessiert - und ich finde es spannend, dass du es nicht so gut fandest und ich den Titel bei einigen Bloggern auch schon sehr lange in der Seitenleiste sehe (was in der Regel ein Zeichen dafür ist, dass das Lesen/Hören unterbrochen wurde). Ich vermute ja inzwischen, dass Thomas Finn für mich zu den Autoren gehört, deren Jugendbücher ich gerne lesen mag, deren Erwachsenentitel mich aber nicht packen können.

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    1. Jugendbücher hab ich von ihm noch keine gelesen und die anderen Erwachsenenbücher, die ich von ihm kenne, haben mir gut gefallen. Ich persönlich hatte ja fast den Eindruck, dass Finn sich in dem Genre selbst nicht so wohlgefühlt hat, aber da kann ich mich natürlich auch täuschen. Und vielen anderen Lesern hat der Roman ja sehr gut gefallen.

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  3. Hm, klingt eher durchwachsen ... Wird wohl trotz Oliver Rohrbeck nicht auf meiner Hörliste landen.

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    1. Mich hat ja leider auch Oliver Rohrbeck bei dem Hörbuch nicht so ganz überzeugt.

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