Samstag, 28. Februar 2015

[Lesen gegen das Wintertief] Mein Lesetag

Ich lege jetzt also mal los mit dem Lesen und freue mich schon sehr auf einen gemütlichen Lesetag! Hier (und auch links beim Banner verlinkt) findet ihr einen Überblickspost mit den Teilnehmern und unserem Fragenspecial. Die Lesefragen werde ich im Zuge meiner Aktualisierungen hier veröffentlichen und ihr findet sie dann auch gesammelt im Überblick.

Was möchte ich heute lesen?
Ich habe mir mal diverse Büchereibücher zurechtgelegt: 
- "Starkes Gift" von Dorothy Sayers 
- "Gnade" von Toni Morrison 
- "Feuer gefangen" von Angelika Jung-Hüttl. 
Mit Starkes Gift habe ich bereits begonnen, den Krimi werde ich also auf jeden Fall weiterlesen.
Außerdem habe ich gerade heute Morgen die Benachrichtigung bekommen, dass "Der Marsianer" von Andy Weir in der Onleihe für mich bereitliegt und ich habe auch noch "Die Furcht des Weisen" als Hörbuch. Auswahl ist somit reichlich vorhanden!

1. Wurde dir als Kind vorgelesen? Kannst du dich noch an eine der Geschichten erinnern? 
Vorlesen hatte in meiner Familie immer einen sehr großen Stellenwert. Dass mir meine Mutter abends Geschichten vorgelesen hat, war ein tägliches Ritual vor dem Einschlafen - und zwar eines, das wir auch noch fortgeführt haben, als ich schon längst selbst lesen konnte und das tagsüber auch eifrig getan habe. Daher kann ich kaum "eine" Geschichte herausgreifen. Im Laufe der Jahre waren es zig Bücher, die wir auf diese Weise zusammen gelesen haben. Sehr häufig waren es Enid Blytons "Fünf Freunde" oder ihre "Abenteuer"-Bücher. Ich glaube, erst mit dem Eintritt ins Gymnasium hat das Vorlesen dann ein Ende genommen.
Übrigens glaube ich nicht, dass so ein intensives Vorlesen automatisch dazu führt, dass man auch selbst zur Leseratte wird - meine Mutter hat auch meinen Geschwistern vorgelesen und von uns vier Kindern lesen nur zwei gerne.

Update um 12:00
Ich habe "Starkes Gift" weitergelesen und bin inzwischen auf Seite 120. Außerdem habe ich eben beim Kochen ein wenig Hörbuch gehorcht. Nun werde ich dann mal meine Kürbis-Kartoffel-Suppe essen, aber vorher kommt noch die nächste Frage:

2. Hast du schon mal ein Buch nur wegen des Covers gekauft? 
Nein, da fällt mir keins ein. Ich bin zwar schon ab und zu auf Bücher wegen des Covers aufmerksam geworden, aber dann habe ich mich immer noch darüber informiert (Inhaltsangabe, Rezensionen) und entschieden, ob das wirklich was für mich ist.

Update um 15:00
Das Motto des Lesetages passt heute bei mir wirklich gut, obwohl inzwischen kein so tiefer Winter mehr ist. Aber vorhin konnte ich mich - so gemütlich auf die Couch gekuschelt - kaum auf das Buch konzentrieren, weil ich fast eingeschlafen wäre. Inzwischen war ich einkaufen und hoffe, dass mich die frische Luft etwas munterer gemacht hat. Bevor ich mich wieder auf mein Buch stürze, kommt die nächste Frage:

3. Gibt es einen unbekannten Autor/eine unbekannte Autorin, den/die du anderen gerne ans Herz legen würdest?
Ich finde es schade, dass Sharon Shinn im deutschen Sprachraum fast unbekannt ist. Von ihren Romanen wurde nur einer übersetzt und fand wohl auch keine große Beachtung. Ich habe sowohl The Shape-Changer's Wife (auf Deutsch unter dem Titel "Im Zeichen der Weide" erschienen) als auch Summers at Castle Auburn ganz großartig gefunden. 

Update um 17:45
Du meine Güte, die Zeit rast ja mal wieder dahin! Ich habe in den letzten Stunden sowohl bei "Starkes Gift" weitergelesen, das mir gut gefällt, als auch "Der Marsianer" begonnen. Der Roman ist an sich spannend (es geht um ein Mitglied einer Marsmission, das durch unglückliche Umstände alleine zurückgelassen wird), allerdings bin ich einige Male ein wenig ausgestiegen bei den Erklärungen. Hoffentlich bessert sich das noch.

Da wir mit den Fragen ein wenig im Verzug sind (so ist das eben, wenn man sich ins Lesen vertieft ;-)), gibt es jetzt gleich zwei:

4. Welches Genre magst du überhaupt nicht?
Horror. Wobei ich noch nicht mal sagen würde, dass mich das Genre nicht interessiert, aber ich habe dafür keine Nerven. Unheimliche Bücher verfolgen mich dann nächtelang, ich bin da wirklich extrem ängstlich. Also rühre ich dieses Genre nicht mal mehr mit der Kneifzange an.

5. In welchem Buch würdest du gern leben wollen? 
Das finde ich gar nicht so leicht zu beantworten. Einerseits gibt es ganz zauberhafte phantastische Welten (wie etwa auch die parallele Zauberwelt bei Harry Potter) und darin auf fabelhafte Abenteuer, aber andererseits gehts da oft dermaßen gefährlich zu, dass ich dankend darauf verzichten kann. Ich lebe ganz gern mein Leben, ohne dass mir ein Evil Overlord nach selbigem trachtet. ;-)
Letztendlich denke ich, ich würde am liebsten mit den Pevensie-Geschwistern auf der Morgenröte reisen, also im Narnia-Band The Voyage of the Dawntreader. Da gibt es zwar auch einige beängstigende Situationen, aber all das Erkunden der unterschiedlichen Inseln finde ich so toll - und im schlimmsten Fall hat man ja eh noch Aslan als Deus ex Machina. ;-)  
(Okay, "darin leben wollen" trifft es vielleicht nicht so ganz, aber Narnia ist ja auch abseits der Reise nicht so übel)  

Und eine weitere Frage (danach folgen noch zwei, es werden also insgesamt 8):

6. Hardcover, Taschenbuch oder eBook - was ist dir am liebsten und warum? 
Für mich hat jedes Format Vor- und Nachteile. Englische Bücher lese ich mittlerweile bevorzugt als ebook, weil die Wörterbuchfunktion so praktisch ist. Dass man die Schriftgröße verstellen kann, ist natürlich noch ein zusätzlicher Vorteil und ein ebook-Reader ist auch sehr gut für unterwegs geeignet.
Taschenbücher finde ich zum Lesen eigentlich unbequem (gerade dickere kann man oft kaum aufklappen, ohne den Buchrücken zu brechen), aber sie haben den Vorteil, dass sie handlich und günstig sind. Hardcover finde ich bequemer zum Lesen, aber zum Mitnehmen für unterwegs sind sie oft wenig geeignet und der hohe Preis schreckt mich auch meist vom Kauf ab.
Alles in allem würde ich fast sagen: ebooks, aber nicht ausschließlich. Ich mag den Blick auf meine Bücherregale. :-)

Update um 22:00
Ich habe gerade eben "Starkes Gift" ausgelesen. Ein sehr amüsanter Krimi und auch spannend zu lesen, obwohl der Mörder schon sehr bald klar war. Zwischendurch habe ich auch ein wenig bei "Die Furcht des Weisen" weitergehört. Nun werde ich mich vermutlich noch dem "Marsianer" zuwenden, aber vorher gibt es noch die letzten beiden Fragen:

7. Welches ist das langweiligste Buch, durch das du dich - aus welchen Gründen auch immer - erfolgreich durchgekämpft hast?
"Die Geschichte des Agathon" von Wieland, das ich für ein Seminar lesen musste. Ich könnte gar nicht mehr genau sagen, was mich an dem Buch so gelangweilt hat, aber ich weiß noch, dass es sich gezogen hat wie eine Strudelteig.

8. Hast du dich schon einmal in eine Romanfigur "verliebt"? 
Am ehesten wohl in Leo Leike aus "Gut gegen Nordwind". Das mag auch an der Form des Romans liegen, da man durch die Mails den Eindruck hat, man würde die Figur sehr unmittelbar kennenlernen - ohne die ersichtliche Filterung durch eine Erzählstimme.

So, nun habt ihr alle erforderlichen Buchstaben beisammen - ich wünsche euch viel Spaß beim Zusammenpuzzeln! ;-)

Ich werde mich jetzt wieder dem "Marsianer" zuwenden, auch wenn mir das in dem Roman wirklich ein bisschen zu viel Fachgesimpel ist. Vieles von dem, was der Protagonist da so alles macht, um sein Überleben zu sichern, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen.

[Lesen gegen das Wintertief] Überblick


Los geht es also mit dem Lesetag!

Wer macht mit:
Lyne und ich natürlich
cat
Winterkatze
BücherFähe
Caroline
RoM (ohne Blog)
Silas
Lady Moonlight
78sunny
Birthe

Lyne und ich haben uns außerdem noch ein kleines Special überlegt: Wir werden in regelmäßigen Abständen Fragen zum Lesen/zu Büchern posten, die ihr beantworten könnt (es ist natürlich kein Muss) und bei denen jeweils ein Buchstabe hervorgehoben ist. Im Laufe des Tages und der Fragen könnt ihr dann die Buchstaben zu einem Wort zusammenpuzzeln, das etwas mit einem bestimmten Buch zu tun hat.
Wenn ihr das Wort erraten habt, schickt es Lyne oder mir per Mail. Wir werden dann unter allen Lesetag-Teilnehmern, die uns das richtige Wort geschickt haben, einen Büchergutschein verlosen.

Die Fragen findet ihr dann im Laufe des Tages auch hier noch im Überblick. Ich wünsche euch ein frohes Lesen!

Es gibt von uns jetzt einen Tipp zum Buchstabenrätsel: Sucht in "Stolz und Vorurteil"! 

Fragen:
1. Wurde dir als Kind vorgelesen? Kannst du dich noch an eine der Geschichten erinnern? 
2. Hast du schon mal ein Buch nur wegen des Covers gekauft?
3. Gibt es einen unbekannten Autor/eine unbekannte Autorin, den/die du anderen gerne ans Herz legen würdest?
4. Welches Genre magst du überhaupt nicht?
5. In welchem Buch würdest du gern leben wollen?
6. Hardcover, Taschenbuch oder eBook - was ist dir am liebsten und warum?

7. Welches ist das langweiligste Buch, durch das du dich - aus welchen Gründen auch immer - erfolgreich durchgekämpft hast?
8. Hast du dich schon einmal in eine Romanfigur "verliebt"? 

Sonntag, 22. Februar 2015

Robyn Davidson - Tracks


Genre: Erfahrungsbericht, Sachbuch
Seiten: 280
Verlag: Bloomsbury
ISBN: 0330368613
Meine Bewertung: 4,5 von 5 Sternchen

Sachbuch-Challenge


In den 70er Jahren hat Robyn Davidson, eine junge Australierin, einen Traum, der von anderen als verrückt, wagemutig oder schlichtweg unmöglich bezeichnet wird: Sie möchte alleine die australische Wüste durchqueren. Doch noch ehe die Reise beginnt, hat Robyn mit zahlreichen Problemen zu kämpfen und so verbringt sie eine lange Zeit in Alice Springs, bis sie schließlich mit ihrem Hund und vier Kamelen die 1700-Meilen-lange Reise antreten kann.
 
Vor einigen Monaten bin ich bei Lena auf den Film "Spuren" aufmerksam geworden, den ich mir schließlich zu Weihnachten gewünscht habe. Er hat mir sehr gut gefallen, aber ich hatte gleich nach dem Sehen den Wunsch, mehr über Robyns Reise und ihre Gedanken dabei zu erfahren. Daher habe ich noch zu dem Buch gegriffen, das Robyn Davidson zwei Jahre nach ihrer Reise geschrieben hat - und habe es nicht bereut.
 
Das Buch konzentriert sich nicht nur auf ihre Reise, sondern gut zu einem Drittel auf ihre Vorbereitungen für die Reise. Zu den größten Problemen gehörte das Beschaffen der Kamele, über die Robyn zunächst auch kaum etwas weiß. So wird sie von einem cholerischen Kamelbesitzer ausgebeutet, lernt von ihm aber auch einiges über die Tiere und als sie endlich die ersehnten Kamele hat, hat sie mit deren Ausbildung, mit Krankheiten und Verletzungen zu kämpfen und muss schließlich auch einsehen, dass sie ihre Reise alleine nicht finanzieren kann. Sie lässt sich daraufhin auf eine Kooperation mit National Geographic ein und stimmt widerwillig zu, dass ein Fotograf sie ab und zu unterwegs besucht. Zwar kann sie durchsetzen, dass Rick Smolan, den sie vorher bereits kennengelernt hatte, der Fotograf sein würde, aber sie leidet dennoch unter dem Gefühl, ihre Reise verkauft zu haben.
Es entstehen daher immer wieder Konfliktsituationen mit Rick Smolan, neben all den anderen Schwierigkeiten, mit denen Robyn auf der Reise zu kämpfen hat: die Hitze, Wassermangel, fehlerhafte Karten, Reporter, die auf sie aufmerksam werden und schließlich auch immer wieder Probleme mit den Kamelen, die sie trotzdem abgöttisch liebt.
 
Robyn Davidson schildert all ihre Schwierigkeiten sehr eindringlich und man kann beim Lesen direkt spüren, wie nahe ihr Vorhaben immer wieder zu scheitern droht - sowohl im Vorfeld als auch auf der Reise selbst. Sie hat auch immer wieder mit dem Alleinsein zu kämpfen, das sie einerseits begrüßt und andererseits fürchtet und macht sich viele Gedanken über die Einsamkeit, ihre Reise, die Wüste und all die Zwänge der Gesellschaft, die unterwegs teilweise von ihr abfallen.
Einen großen Raum nehmen schließlich auch Robyns Überlegungen zur Situation der Aborigines ein, die sie bereits in Alice Springs und auch unterwegs immer wieder beschäftigen. Für einen kurzen Teil der Reise hat sie mit Mr. Eddie auch einen Aborigine an ihrer Seite, da sie ohne einen "Ältesten" nicht durch einen Teil des Landes reisen könnte.
 
"Tracks" beschreibt also gleichermaßen eine äußere und eine innere Reise und schafft es meistens auch sehr gut, diese beiden Ebenen in Einklang zu bringen. Stellenweise nehmen Robyns Selbstreflexionen, die sich doch mit der Zeit ein wenig wiederholen, vielleicht etwas zuviel Raum ein, aber insgesamt hat mir das Buch dennoch sehr gut gefallen und ich fand es äußerst fesselnd und interessant zu lesen. Die innere Stärke, die Robyn an den Tag legt, ist wirklich beachtlich und führt wohl auch zu der weltweiten Bewunderung, die ihr selbst eher unangenehm war, da sie zeigen wollte, dass im Grunde jeder alles schaffen kann - und nicht, dass sie etwas Einzigartiges geleistet hat.
 
Abschließend möchte ich noch kurz auf den Film eingehen: Schlicht als Film betrachtet ist er sehr sehenswert, allerdings weniger, wenn man erfahren möchte, wie Robyns Reise tatsächlich war. Es wirkt darin nicht nur vergleichsweise alles sehr einfach und problemlos, sondern er stellt auch Robyns Charakter sehr anders dar. So hat man im Film den Eindruck, dass sie grundsätzlich nicht gern mit anderen Menschen zusammen ist und die Einsamkeit in der Wüste voll und ganz begrüßt, während im Buch doch klar herauskommt, wieviel ihr etwa ihre Freunde bedeuten und dass das Alleinsein für sie zwar eine erwünschte Erfahrung, aber doch alles andere als einfach ist.
Sie selbst schreibt im Nachwort über ihr Buch und den Film: "First it [the journey] was hijacked by my own book, then by Rick's photographs, and any day now, by a film that will have almost nothing to do with 'what really happened'."
Daher wie gesagt: Schlicht als Film betrachtet ist "Spuren" auf jeden Fall zu empfehlen, aber wenn man mehr über Robyn Davidsons Reise und über sie als Person erfahren möchte, würde ich auf jeden Fall zum Buch raten. 

Montag, 16. Februar 2015

[Kurzrezensionen] Von Verschwundenen und Leichen

 Morgan Matson - Since You've Been Gone

Nachdem mir Amy & Roger's Epic Detour von Morgan Matson so gut gefallen hatte, wollte ich von der Autorin mehr lesen. Meine Wahl ist auf "Since You've Been Gone" gefallen. Darin muss Emily damit klarkommen, dass ihre beste Freundin Sloane vor dem Sommer ohne ein Wort verschwunden ist. Alles, was sie zurückgelassen hat, ist eine Liste mit 13 Dingen, die Emily machen soll. Und so stellt sie sich den Aufgaben, die sie oft eine große Überwindung kosten in der Hoffnung, dass diese sie irgendwie auf die Spur ihrer Freundin bringen werden.
Dieser Roman ist ein locker-flockig erzähltes Buch über Freundschaft und das Erwachsenwerden. Emily, die zusammen mit der temperamentvollen Sloane quasi ein Dream Team bildete, ist auf sich alleine gestellt schüchtern und bekommt mit anderen Menschen kaum eine vernünftige Unterhaltung zustande. Die 13 Aufgaben lassen sie nicht nur innerlich reifen, sondern bringen ihr auch neue Freunde und - natürlich - eine Liebesgeschichte. Diese ist sehr schön dargestellt, da es sich wie schon bei Matsons anderem Roman nicht um Liebe auf den ersten Blick handelt, sondern um Gefühle, die sich allmählich entickeln und auch sehr "echt" wirken.
"Since You've Been Gone" ist ein wunderbares Sommerbuch mit liebenswerten Figuren und so lebhaft beschriebenen Situationen, dass man sich fast in die eigene Jugendzeit zurückversetzt fühlt. Es erreicht allerdings nicht dieselbe Tiefe wie "Amy & Roger's Epic Detour" und hat zudem recht ähnliche Figuren. 
Daher gibt es von mir 4 Sternchen, da ich das Lesen zwar sehr genossen habe, der Roman aber doch hinter meinen Erwartungen zurückgeblieben ist.

Carola Dunn - Dead in the Water (Daisy Dalrymple-Mysteries 6)

Letztes Jahr habe ich die Daisy Dalrymple-Mysteries von Carola Dunn für mich entdeckt, in denen eine junge Frau aus dem englischen Adel in den 1920er Jahren mehr oder weniger freiwillig in Verbrechen verwickelt wird.
Im 6. Band soll sie für ein Magazin über eine Regatta schreiben und stolpert natürlich prompt wieder über eine Leiche. Gut, dass ihr Verlobter Alec Fletcher von Scotland Yard auch vor Ort ist und sich - unterstützt von Daisy - der Sache annimmt.
Mir sind allgemein die Krimis dieser Serie ein wenig zu "cozy", aber sie lassen sich gemütlich zwischendurch lesen und machen durchaus Spaß. Diesen Band halte ich bislang für einen der schwächeren, obwohl ich auch hier wieder Spaß beim Lesen hatte. Zwar waren auch bisher die Krimiplots nicht allzu raffiniert, aber in "Dead in the Water" ist er doch äußerst dünn geraten. Mich konnte auch die Auflösung am Ende nicht überzeugen, die zwar schon zu erahnen war, trotzdem aber noch ein paar Fragen übrig lässt - vermutlich deshalb, weil das Ende auch recht überstürzt wirkt.
Ich denke, dass ich die Serie trotzdem weiterlesen werde, würde mir aber inzwischen schon eine Charakterentwicklung bei den Hauptfiguren wünschen sowie in Zukunft wieder besser konstruierte Kriminalfälle.
3 Sternchen

Agatha Christie - Mord auf dem Golfplatz

Poirot erhält einen rätselhaften Brief von dem Multimillionär Renauld, der um sein Leben fürchtet. Der Detektiv macht sich daraufhin mit Hastings auf den Weg nach Frankreich - wo er Renauld ermordet vorfindet. Zusammen mit der Polizei und einem französischen "Superdetektiv" beginnen Poirot und Hastings die Ermittlungen.
Ich lese immer wieder gerne die Poirot-Krimis, die mir manchmal mehr und manchmal weniger gefallen, die aber doch fast immer interessante Fälle zu bieten haben. "Mord auf dem Golfplatz" gehört für mich zu den stärkeren Romanen mit dem belgischen Detektiv. Es gibt einen spannenden Fall, bei dem Poirots graue Zellen mal wieder ordentlich arbeiten können - und bei dem man auch selbst über weite Teile schön miträtseln kann. Hastings ist hier leider arg trottelig, sorgt aber für den einen oder anderen Lacher, wie auch die Rivalität zwischen Poirot und dem französischen Detektiv.
Abgesehen von dem sehr schön konstruierten und recht verwickelten Kriminalfall hat mir hier auch das sehr warmherzige Verhalten von Poirot gefallen. Er ist zwar wie immer sehr von sich selbst überzeugt (zu recht, wie man zugeben muss), aber man merkt doch, dass ihm sein Freund Hastings sehr am Herzen liegt und er auch mit denen, die in den Fall verwickelt sind, mitfühlt.
Ein raffinierter Krimi, in dem ich Poirot äußerst sympathisch fand, dafür aber Hastings einige Male gern den Kopf zurechtgerückt hätte.
4,5 Sternchen

Donnerstag, 12. Februar 2015

Neuzugänge: Ein Fest für die Augen

Zu Weihnachten habe ich einige Büchergutscheine bekommen, von denen ich mir nun ein paar besondere Bücher gegönnt habe. Ich lese ja schon seit langem viele ebooks, leihe fleißig auch aus der Bücherei aus und denke gerade seit meinem letzten Umzug wieder sehr genau darüber nach, wenn ich mir ein Buch kaufe. ;-)
Mit den Gutscheinen wollte ich mir nun etwas schönes gönnen - Bücher, die als ebooks nicht das wahre wären und Bücher, die ich nicht nur ausleihen möchte, weil ich mich darüber freue, sie im Regal stehen zu sehen und aufgrund der schönen Gestaltung wohl auch immer wieder reinblättern möchte. Folgende sind es daher geworden:

Patrick Rothfuss - The Slow Regard of Silent Things

Ich bin ein großer Fan von Auri und freue mich daher schon sehr auf diese stille, kleine Geschichte. Allerdings sollte ich vorher wohl besser noch "The Wise Men's Fear" lesen - und somit muss diese Erzählung noch ein wenig warten, obwohl das Äußere und Innere gleich zum Lesen einlädt:




Neil Gaiman - The Sleeper and the Spindle

Neil Gaiman verwebt in diesem kurzen Roman "Dornröschen" und "Schneewittchen" zu einem dunklen Märchen. Ich bin schon sehr auf seine Interpretation gespannt. Gaiman ist ja nicht immer mein Fall, aber mit The Ocean at the End of the Lane konnte er mich wirklich begeistern und deshalb hoffe ich natürlich, dass mir sein neuestes Werk ebenso gut gefällt.
Die Gestaltung ist auf jeden Fall schon einmal ein Augenschmaus. Der durchsichtige Schutzumschlag mit den Rosenranken sieht toll aus - ich habe mal versucht, das einigermaßen auf Foto zu bannen:



Das Buch enthält zahlreiche Zeichnungen von Chris Ridell, der auch schon The Graveyard Book illustriert hat.



Martin/Garcia/Antonsson - The World of Ice and Fire

Ich habe lange überlegt, ob ich dieses Begleitwerk zur Reihe "A Song of Ice and Fire" wirklich brauche, da man angeblich nicht unbedingt neues darin erfährt. Andererseits fände ich es aber schon angenehm, die Geschichte von Westeros und den großen Häusern einmal als Gesamtes lesen zu können. Ein erstes Hineinblättern in das großformatige Buch war schon einmal sehr vielversprechend, da es wirklich schön gestaltet ist und eine ganze Reihe von Illustrationen enthält - die sich erfreulicherweise durchaus von der Optik der Fernsehserie unterscheiden, um mehr den Beschreibungen der Bücher (oder möglicherweise auch den Wünschen von Martin) zu folgen.





Ich hoffe, dass ich den Büchern auch bald meine Aufmerksamkeit widmen kann. Habt ihr schon welche davon gelesen und wenn ja: Wie haben sie euch gefallen?

Dienstag, 10. Februar 2015

[Ankündigung] Lesetag am 28.2.


Lyne und ich werden am Samstag, den 28.2. einen gemeinsamen Lesetag veranstalten. Damit sowohl Frühaufsteher als auch Nachtvögel auf ihre Kosten kommen, gibt es keine fixe Beginnzeit. Es geht einfach nur darum, Spaß am Lesen zu haben und sich dafür so viel Zeit wie möglich freizuschaufeln. Wir werden im Laufe des Tages einige Fragen stellen, die ihr dann beantworten könnt.

Wenn ihr mitlesen wollt, könnt ihr euch bei mir oder Lyne in den Kommentaren anmelden. Hoffentlich werden wir einen schönen gemeinsamen Lesetag haben! Ich freue mich auf jeden Fall schon sehr darauf und bin bereits am Überlegen, welche Bücher ich da gern lesen möchte.

Den Banner könnt ihr euch gerne für eure Beiträge zum Lesetag mitnehmen. Für den habe ich übrigens nach Ewigkeiten endlich mal wieder mein Grafiktablet ausgepackt und ein wenig in Photoshop rumgepinselt. Das hat so Spaß gemacht, dass ich mich wirklich frage, weshalb ich das schon so lange nicht mehr gemacht habe.

Donnerstag, 5. Februar 2015

Buchstabengeplauder #24

Derzeit habe ich das Gefühl, mich im Winterschlaf zu befinden. Nach einem Motivationshoch, das auf meine folgenschwere Entscheidung folgte, bin ich in ein gegenteiliges Tief gefallen. Ich kann mich gerade nur schwer zu etwas aufraffen (zum Joggen etwa), verbringe meine Freizeit zuviel mit sinnlosem Surfen im Internet und neige auch mal wieder sehr dazu, ungesundes Zeug zu essen. Ich bin definitiv frühlingsreif!
Geht es euch derzeit auch so? Ich habe meistens eine solche Phase im Februar, wenn einfach diese graue Winterzeit mit den kurzen Tagen schon zu lange andauert. Wenn Schnee liegt, ist das meist anders - dann gehe ich gerne raus und mache Schneespaziergänge. Hach, wenn ich da nur an meine Zeit in Oslo denke, als es im Januar und Februar fast die ganze Zeit verschneit und an sehr vielen Tagen auch noch strahlend sonnig war. Einfach traumhaft, da konnten mir nicht mal die sehr kurzen Tage das Gemüt verderben. Aber Schnee ist hier ja auch in diesem Winter wieder Fehlanzeige und so hat man die meiste Zeit nur diese grau-düstere Stimmung, die sich auch auf meine persönliche Stimmungslage auswirkt.
Aus diesem Grund war es auch bei mir im Blog die letzte Woche so ruhig; ich hatte zwar auch viele Dienste, aber in erster Linie war es Faulheit, die mich vom Rezensieren abgehalten hat.
 
Ich habe auch das Gefühl, dass ich derzeit bei meinen Büchern nicht sehr viel weiterkomme. Zuletzt hatte ich ja Summers at Castle Auburn nochmal gelesen, das mich schon im vorigen Jahr begeistert hat und fand es wieder sehr schön. Ich weiß gar nicht, wann ich zuletzt nach so kurzer Zeit schon einen ReRead gestartet habe, aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Zu wissen, was geschehen wird, hat mir auch auf den Anfang noch einmal einen anderen Blick verschafft - und mir sind ein paar Vorausdeutungen aufgefallen, die mir natürlich beim ersten Mal noch entgangen sind.
Nun hüpfe ich aber wieder zwischen den Büchern herum, kann mich auch meistens nicht sehr lange am Stück überhaupt aufs Lesen konzentrieren und fühle mich gleichermaßen unruhig und lethargisch. %-)
 
Gegen diese kleine Lesetief (wenn man es so nennen kann), wird vielleicht der Lesetag helfen, den Lyne und ich veranstalten möchten. Ich werde dazu noch einen Ankündigungsbeitrag schreiben, aber falls ihr euch den Tag auch schon mal freihalten möchtet: Es soll der 28.2. werden (ein Samstag).

Mittwoch, 4. Februar 2015

Käthe Recheis - Wolfsaga



Genre: Jugendbuch, Tierfabel
Seiten: 512
Verlag: dtv
ISBN: 978-3423704694
Meine Bewertung: 5 von 5 Sternchen



Seltsame und beunruhigende Gerüchte erreichen die Wölfe vom Tal der Flüsternden Winde: Ein Wolf aus dem Norden, der "Waka", dem Gesetz nicht länger gehorcht, hat sich aufgemacht, um alle anderen Wölfe zu unterwerfen und sie zu einem riesigen Rudel zu vereinen. Wer sich nicht unterordnet, wird getötet - und so finden sich die Geschwister Imiak, Sternschwester und Schiriki bald auf der Flucht wieder.

"Wolfsaga" ist ein Roman, der mich als Teenager zutiefst beeindruckt hat und mich auch jetzt wieder begeistern konnte. Er erzählt die Geschichte einer zunächst heilen Welt, in die das Böse einbricht und der Idylle ein jähes Ende bereitet. Er erzählt auch die Geschichte eines vermeintlich Schwachen, der den Mut hat, sich einem viel stärkeren Gegner zu widersetzen. Und er erzählt die Geschichte von drei Geschwistern, die zwar unterschiedlich sind und einander nicht immer verstehen, aber dennoch bedingungslos zueinander halten.

Um all das zu erzählen, lässt sich Käthe Recheis Zeit und schafft unglaublich viel Atmosphäre. Ihre Welt der Wölfe ist voller Sinneseindrücke. Die Natur, das Wetter, der Wechsel der Jahreszeiten: all das wird mit Gerüchen und Geräuschen und vielfältigen optischen Eindrücken beschrieben.
Obwohl die Handlung des Romans ungemein spannend ist und allerlei rasante (sowie manchmal auch grausame) Momente zu bieten hat, wirkt "Wolfsaga" daher keineswegs atemlos. Ganz im Gegenteil: Man muss sich für diesen Roman Zeit nehmen, um ihn wirklich genießen und diese reichhaltigen Naturbeschreibungen in sich aufnehmen zu können.
Trotzdem fand ich den Roman an keiner Stelle zu langsam, zumal sich die Beschreibungen auch sehr harmonisch einfügen: Diese Wahrnehmung der Welt, all die vielfältigen Eindrücke passen einfach zu der Perspektive der Wölfe.
Diese Perspektive ist auch sonst sehr gut gelungen. Zwar werden die Wölfe bis zu einem gewissen Grad vermenschlicht, aber nicht so sehr, dass man sie und ihre Sichtweise nicht mehr als "wölfisch" empfinden würde. Man kann den Roman in der Hinsicht gut mit "Watership Down" vergleichen, das einen ähnlichen Balanceakt meistert.

Auch für ihre Figuren lässt Käthe Recheis sich Zeit und verzichtet weitgehend auf Klischees. Denkt man anfangs noch, dass die drei Geschwister sich klar einstufen lassen (der verträumte Schiriki, der Draufgänger Imiak, die sanfte Sternschwester), merkt man schnell, dass in ihnen auch andere Seiten stecken. Und auch der vermeintlich böse Wolf Schogar Kan hat nachvollziehbare Motive, die über simples Machtstreben hinausgehen. 
Dass allerdings sein Weg falsch ist, wird schnell klar. Schogar Kan steht für Unterdrückung und Tyrannenherrschaft und kaum ein Wolf bringt den Mut auf, sich gegen ihn zu stellen. Dass es notwendig ist, die Angst zu überwinden und seiner Herrschaft ein Ende zu bereiten, stellt Recheis energisch, aber ohne erhobenen Zeigefinger dar.
Einzig bei Schirikis prophetischen Träumen von Menschen, den "nackten Wölfen", ist sie etwas übers Ziel hinausgeschossen. Das hätte sie sich wirklich sparen können, zumal man sich in diesen Szenen tatsächlich ein wenig von der Moralkeule erschlagen fühlt.

Trotz dieses kleinen Kritikpunktes ist "Wolfsaga" ein wunderbares Buch, das nicht nur eine spannende und gefühlvolle Geschichte erzählt, sondern auch voller wertvoller Aussagen steckt. Nicht nur für Jugendliche wärmstens zu empfehlen!