Montag, 28. März 2016

Buchstabengeplauder #51 und verspäteter Indiebookday

Am 26. 3. war der diesjährige Indiebookday, bei dem es darum geht, ein Buch aus einem unabhängigen Verlag zu kaufen und danach ein Foto des Covers zu posten.
Da ich am Samstag zu meiner Familie gefahren bin und überhaupt keine Zeit und Gelegenheit hatte, um in eine Buchhandlung zu gehen, habe ich heute nach der Rückfahrt nach Wien noch der Bahnhofsbuchhandlung einen Besuch abgestattet. Dort hat folgendes Buch den Weg zu mir gefunden:

Die Prinzessin von Arborio von Bettina Balàka aus dem österreichischen Haymon-Verlag

Laut Klappentext geht es darin um die Restaurantbesitzerin Elisabetta Zorzi, die ihre Lebensgefährten um die Ecke bringt, wenn es mit diesen nicht so läuft wie gewünscht. Nach ihrem aktuellen Mord wird sie von einem Kriminalpsychologen überführt, der sich prompt in sie verliebt.
Eingefangen hat mich der Roman neben dem Klapptentext und dem schönen Cover mit folgenden Sätzen auf der 1. Seite: Zorzi war bildschön. Nicht von jener Art Schönheit, wie die Natur sie erfand, sondern wie sie der Arbeit eines hingebungsvollen Schönheitschirurgen zu verdanken war.

Das Wochenende bei meiner Familie war neben den Osterfeierlichkeiten auch stark von Büchern geprägt: Ich habe alle meine Bücher, die dort noch verweilen, genau durchgesehen und die, die nun endlich mit nach Wien kommen sollen, in Schachteln gepackt. Es ist einigermaßen beängstigend, dass nun drei (kleine) Bananenkisten und eine Tasche darauf warten, ihre Reise nach Wien anzutreten. Hoffentlich bringe ich die hier in meinem neuen Bücherregal wirklich alle unter!

Im Zug und in der Sonne habe ich außerdem We Were Liars von E. Lockhart gelesen. Obwohl ich vorher skeptisch war, hat mir das Buch sehr gut gefallen und ich lese gerade auch einige Kapitel noch einmal.

Und schließlich habe ich euch vom Heimatbesuch noch ein paar Fotos von einer kleinen Fahrradtour mit meiner Nichte mitgebracht. Sie hat mir nämlich einige Skulpturen des Künstlers Martin Mayrbäurl gezeigt, der unter anderem mitten in der Au ein originalgroßes Stargate gebaut hat.

Hat etwas von einem Weeping Angel - zum Glück blieb diese
geflügelte Elfe auch nach mehrmaligem Blinzeln reglos

zum Größenvergleich ...

Donnerstag, 24. März 2016

John Steinbeck - Das Tal des Himmels

erschienen bei dtv
woher: Geschenk von Lyne (Gewinnspiel)
Nobelpreis-Challenge


In diesem Frühwerk erzählt John Steinbeck von einem idyllischen Tal im Süden Kaliforniens, das ein Korporal im 18. Jahrhundert zufällig entdeckt. Ihm erscheint das Tal wie das Paradies und auch die ersten Siedler sind begeistert von dem fruchtbaren Boden und der Schönheit der Landschaft. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten, und das zeigt sich in den Einzelschicksalen, von denen Steinbeck erzählt.

"Das Tal des Himmels" wird in Episoden erzählt: In jedem Kapitel steht ein Mensch oder eine Familie aus dem Tal im Mittelpunkt. Das erinnert ein wenig an Die Straße der Ölsardinen, ist in der Umsetzung aber doch ganz anders, da "Das Tal des Himmels" fast etwas von einer Kurzgeschichtensammlung hat. Jedes Kapitel hat einen klaren Spannungsbogen und erzählt eine in sich abgeschlossene Geschichte. Verknüpft werden diese Geschichten durch wiederkehrende Nebenfiguren und durch ein wichtiges Element, das mir erst relativ spät aufgefallen ist, obwohl am Anfang klar darauf hingewiesen wird. Für mich war das ein richtiges Aha-Erlebnis, daher möchte ich hier auch nicht mehr darüber schreiben.

Mir hat aber nicht nur die Struktur als ganzes gefallen, sondern auch jedes einzelne Kapitel für sich. John Steinbeck schafft es wieder einmal, einzigartige Figuren mit wenigen Sätzen zu charakterisieren. Natürlich sind sie nicht so vielschichtig wie seine Hauptfiguren in Jenseits von Eden, die ein paar hundert Seiten Zeit haben, um sich zu entwickeln. Aber dafür, dass nur so wenig Raum bleibt, um sie einzuführen, werden sie erstaunlich lebendig und ich habe auch in Windeseile mit ihnen mitgefühlt - ganz unabhängig davon, ob sie mir sympathisch waren oder nicht.
Es handelt sich - wie oft bei Steinbeck - meist um Menschen, die eher am Rande der Gesellschaft stehen. Viele von ihnen ruhen dennoch ganz in sich und haben kein Problem mit ihrer Außenseiterrolle. Leider hat aber umgekehrt das Umfeld meist ein Problem mit ihnen und gibt ihnen überhaupt erst das Gefühl, dass das Leben, so wie sie es führen, nicht in Ordnung ist. Das ist nicht immer das Thema der Episoden, zieht sich aber doch wie ein roter Faden durch das Buch. 

Anders als bei der "Straße der Ölsardinen" handelt es sich hier nur um einen Wohlfühl-Roman und die Dinge entwickeln sich in fast allen Kapiteln eher zum Negativen. Dadurch hatte ich in vielen Episoden das Gefühl einer unterschwelligen Bedrohung schon zu einem Zeitpunkt, als für die Figuren das Leben noch in Ordnung war.
Mich hat das nicht gestört, eher im Gegenteil: Die Geschichten entwickeln dadurch einen richtigen Sog und geben einem auch viel Stoff zum Nachdenken. Wenn man allerdings mit traurigen Enden nicht so viel anfangen kann, ist das vielleicht nicht so ganz das richtige Steinbeck-Buch.

Mir persönlich hat es aber sehr gut gefallen und ich bin erneut voller Bewunderung für die meisterhaften Charakterzeichnungen von John Steinbeck. Wenn ein Autor es schafft, einem innerhalb von wenigen Seiten die Figuren so nahezubringen, dass man sie sich sofort vorstellen kann und mit ihnen mitleidet, ist das ein sehr beeindruckendes schriftstellerisches Können.
Meiner Meinung nach ein sehr empfehlenswerter Roman und für mich ein weiteres Lesehighlight - wie alle Werke, die ich bislang von Steinbeck gelesen habe.

Donnerstag, 17. März 2016

Das It-Girl meiner Welt: Nanwig Hano

Nanwig ist eine Figur aus meinem Roman "Die Göttersteine" und die jüngere Halbschwester von Königin Bergund. Ich habe bisher noch nicht viel mit ihr geschrieben, aber sie wird im Laufe des Romans wichtiger und erhält auch eine eigene Perspektive. Bislang kann ich also noch nicht gut beurteilen, wie sie sich schreiben lässt, auch wenn sie mir als Charakter bereits sehr klar vor Augen steht.

Nanwig ist nahezu das Gegenteil von Bergund. Sie ist meistens fröhlich und unbeschwert und drückt sich vor ihren Pflichten, soweit das nur möglich ist. Mit ihren langen dunklen Locken, den blauen Augen und einem gewinnenden Lächeln gilt sie als eine echte Schönheit und das ist ihr selbst sehr wohl bewusst. Sie wendet auch einige Zeit und Mühe für ihr Äußeres auf. In der Hauptstadt bestimmt sie sozusagen die neuesten Modetrends: Die meisten Frauen von Rang und Namen orientieren sich an dem, was sie trägt. Davon abgesehen ist Nanwig auch an Klatsch und Tratsch interessiert und möchte immer wissen, worüber man gerade so spricht. 

Man kann ihr vermutlich vorwerfen, dass sie ziemlich oberflächlich ist. Sie ist darüber hinaus aber auch sehr freundlich und offen und hat nur wenig Standesdünkel. Ihre Dienerinnen betrachtet sie als Freundinnen, sie flirtet mit der Palastwache und mischt sich durchaus mal unter das einfache Volk.

Kurz und gut: Sie ist ein perfektes Prinzesschen und führt das perfekte Leben - und ich habe natürlich nichts besseres zu tun, als ihr das zu zerstören. Harhar. Aber das Leben ist nun mal kein Wunschkonzert. ;-)
Das klingt jetzt sehr gemein, aber ich mag Nanwig wirklich gerne und finde es interessant, ihren Charakter zu entwickeln und zu sehen, wie sie mit den unerfreulichen Ereignissen umgeht.

Man kann sich vielleicht vorstellen, dass sie und Bergund nicht immer gut miteinander klarkommen, auch wenn es zwischen den beiden keine echte Abneigung gibt. Aber sie verstehen einander nicht und sind auch oft genervt von der jeweils anderen.

Ich habe leider bisher nur wenige Szenen mit Nanwig und die meisten sind noch dazu für sich allein nicht wirklich verständlich. Ich kann euch daher nur eine bieten, die noch eine äußerst rohe Rohfassung ist, da ich mir noch nicht sicher bin, ob sie überhaupt im Roman bleiben wird. Nur als kurze Erklärung vorneweg: Erling ist einer von Nanwigs Leibwächtern, Conlin ist ihr Vetter und Nesrun eine ihrer Freundinnen.

Als das Gelände abschüssiger wurde, zügelte Nanwig ihre Stute und wendete sie. Sie hatte ihr Gefolge weit hinter sich gelassen und wartete, bis die anderen sie eingeholt hatten. Ihre Freundinnen lachten, aber Erling machte ein finsteres Gesicht. "Herrin, das war leichtsinnig. Ihr könnt uns nicht einfach so weit vorausreiten."
"Was kann ich dafür, dass eure Pferde so langsam sind?", neckte Nanwig ihn.
Erling blieb weiterhin ernst. "Das war gefährlich. Ihr solltet so etwas wirklich nicht tun. Was, wenn Euer Pferd gestolpert wäre?"
Nanwig schenkte ihm einen treuherzigen Augenaufschlag. Ihr war bewusst, dass der Wind ihre Haare zersaust und ihre Wangen gerötet hatte - und dass das eine Art von wilder Schönheit in ihr hervorbrachte, der Erling nur schwer widerstehen konnte. "Ach, nun sei doch nicht so streng mit mir!"
Der junge Wächter wurde prompt rot im Gesicht und schien nicht mehr zu wissen, wohin er schauen sollte. Nesrun kicherte verhalten. "Ich bin nur besorgt um Euch", brachte Erling schließlich hervor. "Schließlich sind wir hier, um Euch zu beschützen."
"Aber das weiß ich doch." Nanwig legte für einen kurzen Augenblick ihre Hand auf seinen Unterarm, was den Wächter noch verlegener machte. "Und dafür bin ich dir sehr dankbar."
"Lass gut sein", brummte Conlin genervt, auch wenn sie nicht wusste, ob er auf sie wütend war oder auf seinen Kameraden. "Und Erling, reiß dich zusammen, du weißt, dass meine liebe Base uns alle gern um ihren Finger wickelt."

Sonntag, 13. März 2016

Robin McKinley - Chalice

erschienen bei Penguin

entdeckt bei Winterkatze
woher: Kobobooks

Nachdem die Chalice und der Master von Willowland überraschend gestorben sind, müssen zwei Menschen diese Rollen annehmen, die überhaupt nicht darauf vorbereitet wurden: die Bienenhüterin Marisol und ein Feuerpriester, von dem niemand weiß, ob er überhaupt noch menschlich ist. Sie beide haben mit Misstrauen und Ablehnung in ihrem eigenen Circle zu kämpfen und müssen noch dazu ein Land beruhigen, dessen innere Magie zerrissen ist.

Manchmal gibt es Bücher, bei denen man das Gefühl hat, dass sie ganz genau für einen geschrieben wurden und so ein Buch war "Chalice" für mich. Mir ist der Roman schon vor Jahren einmal empfohlen worden mit den Worten, er wäre vergleichbar mit den Werken von Patricia McKillip, aber erst Winterkatzes Rezension hat mich tatsächlich dazu gebracht, ihn zu kaufen und sogleich zu lesen.

Es handelt sich bei dem Roman um eher ruhige und märchenhaft-magische Fantasy. Hier passiert mehr im Inneren der Figuren als in der äußeren Handlung. Robin McKinley nimmt sich sehr viel Zeit zu beschreiben, wie Marisol mit ihrer neuen Stellung zu kämpfen hat und welche Zweifel sie plagen. Mit ihr lernt man die Magie des Landes kennen, die an die Mitglieder des Circle geknüpft ist und nur dann in sich heil und ganz sein kann, wenn auch im Circle Harmonie herrscht. Ausgerechnet Marisol und der Master, die unerfahrensten und umstrittensten Mitglieder, scheinen diejenigen zu sein, die im Laufe des Romans das beste Gespür für das Land entwickeln.
Aber auch innerlich entwickeln sie sich weiter - besonders Marisol, die ihre Zweifel allmählich überwinden kann und zu mehr Selbstvertrauen findet. Mit der Zeit wächst auch ihr Vertrauen in den Master, dessen Fremdartigkeit ihr zwar Angst macht, der aber gleichzeitig der einzige ist, der sie tatsächlich zu verstehen scheint. 
Mir sind diese beiden Figuren, die sehr lebendig charakterisiert sind, schnell ans Herz gewachsen und hier hat sich auch gezeigt, dass für mich persönlich Spannung nicht zwangsläufig etwas mit Action oder einer ereignisreichen Handlung zu tun haben muss. Ich habe mit der Chalice und dem Master bald so sehr mitgefiebert, dass mich der Roman ungemein gefesselt hat und ich ihn kaum aus der Hand legen konnte.

Mir haben auch das Hintergrundsetting und die Magie in "Chalice" sehr gut gefallen. Willowland wird nicht genau beschrieben, aber im Laufe des Romans lernt man das Land dennoch gut kennen. Es handelt sich um keine großen Städte oder Burgen, sondern um eine eher ländliche Gegend mit kleinen Höfen und Dörfern und dem Sitz des Circle in einem Art Herrenhaus. Die Magie scheint sich jeweils individuell an eine Person anzupassen - so ist die von Marisol an Honig und Bienen geknüpft.
In diesen Punkten hat mich der Roman tatsächlich an McKillip erinnert, die auch gern ungewöhnliche Magiekonzepte einbaut und deren Hintergrundwelten man meist erst nach und nach kennenlernt, ohne dass sie detailliert beschrieben werden.
Dagegen habe ich Plot und Sprache bei McKinley um einiges leichter zugänglich empfunden - was nicht wertend gemeint ist. Ich mag den anspruchsvollen Stil von McKillip und die vielen Rätsel, die ihre Plots durchziehen, aber mir hat auch die schlichtere Sprache in "Chalice" sehr gut gefallen. Und wenn es darin auch nicht so viele Rätsel gibt, so ist der Plot doch auch etwas verwinkelt, da McKinley immer wieder in der Zeit springt.

Das einzige, was mir nicht so gut gefallen hat, war leider das Ende. Es hatte ein bisschen etwas von Deus ex machina und ist mir auch ein wenig überhastet vorgekommen. Mir hätte es deutlich besser gefallen, wenn sich nicht alles so einfach und rasch aufgelöst hätte.

Abgesehen davon hatte ich aber bei "Chalice" wirklich das Gefühl nach Hause zu kommen. Das war einfach ganz genau meine Art von Fantasy und ich kann mir gut vorstellen, dass ich in einiger Zeit erneut zu dem Roman greifen werde.

Samstag, 12. März 2016

[Lesetag] Wechselhaftes Lesen

 Lyne und ich wollen heute mal wieder einen Tag ganz dem Lesen widmen und folgende Bloggerinnen sind mit dabei:


Wenn jemand noch spontan im Laufe des Tages mitmachen möchte, dann meldet euch einfach und ich nehme euch in der Liste auf!


Ich selbst bin gerade noch ein wenig planlos und bin mir nicht sicher, was ich heute lesen möchte. Gestern habe ich mich davon abgehalten, stapelweise Bücher auszuleihen, damit mein eigener SuB nicht schon wieder zu kurz kommt. Aber was soll ich mir denn nun von meinem SuB schnappen? 
Ich möchte heute auf jeden Fall mal mit Das Schiff des Theseus beginnen, weiß aber nicht, ob das Buch geeignet ist, um es längere Zeit am Stück zu lesen. Außerdem habe ich als Hörbuch noch Wie Blut so rot von Marissa Meyer. 
Ich werde wohl einfach mal mit diesen beiden beginnen und mir spontan noch etwas anderes schnappen, wenn ich mehr Abwechslung brauche.

Und was wollt ihr heute lesen?




Update um 12:30

Ich habe den Vormittag damit verbracht, das Zusatzmaterial aus Das Schiff des Theseus quasi vorzubereiten (ich habe alles herausgenommen und in die entsprechenden Seiten Zettel eingelegt mit einer Notiz, was dort hingehört) und mich in das erste Kapitel einzulesen.
Aktuell folge ich der empfohlenen Reihenfolge in dieser Rezension, lese also immer ein Kapitel und beginne dann mit den Notizen dazu. Ich habe zwar auch schon gehört, dass es angeblich besser ist, zuerst das Buch im Buch als ganzes zu lesen und dann erst die Notizen, aber dazu bin ich zu ungeduldig, da ich die Notizen so spannend finde. :-)
Ich war den Vormittag über so vertieft, dass ich noch nicht einkaufen war - und jetzt bin ich zu hungrig, um erst mal einzukaufen und dann zu kochen, daher habe ich gerade mein TK-Fach geplündert. Am Nachmittag werde ich dann aber doch irgendwann einkaufen gehen müssen.


Update um 17:30

Ich war dann am Nachmittag noch brav einkaufen und diverse andere Sachen erledigen, auch wenn ich mir sehr überwinden musste rauszugehen. Derzeit ist es noch nicht einmal wechselhaftes Wetter, das unserem Lesetag ja den Namen gegeben hat, sondern einfach nur kalt-graues Winterwetter. Um mir wenigstens mal ein wenig Frühling in die Wohnung zu holen, habe ich dann noch bei Hörbuchuntermalung ein wenig österlich-frühlingshaft dekoriert. 
Danach habe ich dann das nächste Kapitel beim Schiff des Theseus gelesen. Es ist wirklich gut, wenn man ein wenig Zeit hat, sich gemütlich mit dem Buch auf dem Sofa zu vergraben, da man ihm vermutlich nur schwer folgen könnte, wenn man immer nur sehr stückchenweise weiterliest. Ob ich nun den Abend ganz mit diesem Buch verbringe oder doch auch noch zu etwas anderem greife, weiß ich noch nicht genau. Eventuell werde ich auch noch ein wenig häkeln und dabei Hörbuch horchen. Das wäre sogar sehr zu empfehlen, da ich Ostermitbringsel häkeln sollte, aber ich habe gerade nicht wirklich Lust darauf. Na, mal sehen ... 
Vorher werde ich jetzt noch eine kleine Blogrunde drehen und schauen, wie es euch gerade so geht mit dem Lesen.

Update um 0:30

Ich habe dann am Abend nicht mehr so viel gelesen wie erhofft, bin aber doch sowohl beim Hörbuch als auch beim Schiff des Theseus noch etwas weiter gekommen. Mir gefällt der Roman bisher wirklich gut, auch wenn ich leider teilweise etwas ungeduldig bin beim Lesen. Die Kommentare sind einfach interessanter zu lesen als das Buch im Buch und es fällt mir ein wenig schwer, mich nicht gleich auf diese zu stürzen.
Außerdem wäre ich jetzt fast auf dem Sofa eingeschlafen und bin also inzwischen ziemlich müde. Eine Blogrunde werde ich daher nicht mehr drehen - das verschiebe ich auf morgen in der Früh. Ich bin neugierig, wieviel ihr dann am Abend noch gelesen habt.

Danke fürs Mitlesen und das eifrige Kommentieren! Ich hoffe, ihr hattet einen gemütlichen Lesetag!

Dienstag, 8. März 2016

Buchstabengeplauder #50

Kennt ihr das, wenn ihr das Gefühl habt, schon ewig an einem Buch zu lesen und dann nahezu erleichtert zu sein, wenn ihr es endlich ausgelesen habt? So ist es mir mit The Tropic of Serpents gegangen, das ich überhaupt nicht schlecht fand, das sich aber aus unerfindlichen Gründen sehr gezogen hat. 
Letztes Wochenende hatte ich dann aber nur Nachmittagsdienste und auch gerade keine Prüfung, für die ich lernen musste und so habe ich an beiden Tagen am Morgen noch ausgiebig im Bett gelesen. 
Danach habe ich mir Das Tal des Himmels von John Steinbeck geschnappt und würde das Buch am liebsten in einem Rutsch lesen, aber dafür fehlt mir gerade die Zeit und unter der Woche auch die Ruhe, da im Moment so viel Neues auf mich einprasselt. 

Wir haben nämlich gerade Lehrgangspause, die ich ganz und gar mit einem Teil meiner Praktika gefüllt habe. Diese Woche bin ich in einer Zweigstelle der Büchereien Wien, während ich die restlichen Praktikumswochen dann in Wissenschaftlichen Bibliotheken verbringe. Beinahe schade, da es mir in der Zweigstelle sehr gut gefällt. Ich habe nur gestern bereits ein Problem gesichtet: Beim Einsortieren der zurückgegebenen Bücher habe ich mir gefühlte hundert Mal gedacht: Oh, der Titel hier klingt ja interessant. / Ach, xy hat ein neues Buch geschrieben? Das würde ich gern lesen. / Interessantes Cover, ich frage mich ja, worum es da geht.

Wie schafft man es, in einer Bücherei oder Buchhandlung zu arbeiten und dabei die eigene Leseliste nicht ins Unendliche wachsen zu lassen? Nur gut, dass ich neben dem Bücherstoß, den ich jeweils herumgetragen habe, nicht auch noch Zettel und Stift balancieren konnte. ;-)
Auf jeden Fall ist es aber sehr schön, jetzt mal eine Weile praktisch etwas zu arbeiten nach all der Theorie und den Mengen an Stoff in den letzten Wochen.
Und am kommenden Wochenende habe ich frei und möchte den Samstag ganz mit Büchern verbringen. Wer sich anschließen möchte, kann sich gern noch in dem verlinkten Beitrag melden.

Ich wünsche euch eine schöne restlich Woche!

Sonntag, 6. März 2016

[Ankündigung] Lesetag am 12. März

Lyne und ich wollen mal wieder einen Tag lang gemeinsam lesen und zwar am Samstag den 12. 3. 2016. Passend zum derzeitigen Wetter, das von Schnee bis Sonnenschein, Winter bis Frühling alles zu bieten hat, unter dem Titel "Wechselhaftes Lesen".


Damit sowohl Frühaufsteher als auch Nachtvögel auf ihre Kosten kommen, gibt es keine fixe Beginnzeit. Steigt einfach an, wann ihr wollt und gönnt euch ein paar gemütliche Lesestunden mit uns zusammen!
Wenn ihr mitlesen wollt, könnt ihr euch bei mir oder Lyne in den Kommentaren anmelden. Wir werden dann eine Liste erstellen, damit wir uns alle besser austauschen können.

Den Banner könnt ihr natürlich gerne für eure Beiträge zum Lesetag mitnehmen.

Samstag, 5. März 2016

[Kurzrezensionen] Von Römern, Modells und Prinzessinnen

Philip Matyszak - Rom für 5 Denar am Tag: Ein Reiseführer in die Antike

Philip Matyszak hat mit diesem Buch eine Einführung in die römische Antike der etwas anderen Art geschrieben: aufbereitet als ein Reiseführer mit Kultur- und Landeskunde und allerlei praktischen Tipps.
Die Idee dahinter hat mir sehr gut gefallen und großteils ist das Buch auch sehr unterhaltsam zu lesen, aber leider finde ich ausgerechnet die Sache mit dem Reiseführer nicht allzu konsequent umgesetzt. Das beginnt damit, dass der Autor sich nicht entscheiden kann, ob er sich nun an zeitgenössische oder zukünftige Reisende richtet. Manchmal scheint die Zielgruppe ein antikes Publikum zu sein, manchmal macht er aber auch Ausflüge in die Zukunft und beschreibt, was aus diesem oder jenem Bauwerk einmal werden wird. Dazu kommt, dass er die reizvolle Idee nicht so sehr ausschöpft, wie es möglich wäre. Zwar gibt es einige Exkurse zu Unterkünften und Reisewegen und der Schwerpunkt liegt vielleicht ein wenig mehr auf dem Alltagsleben, aber alles in allem ist es doch nur der übliche Überblick zu römischer Religion, Kultur und Rechtsprechung.
Das heißt nicht, dass das Buch eine Enttäuschung war, aber die Reiseführer-Struktur ist meiner Meinung nach doch nur sehr oberflächlich über ein sonst nicht allzu einzigartiges Buch gestülpt. Wenn man gern einen etwas anderen Einstieg in das Thema römische Antike hätte, ist das Buch sicher nicht schlecht, aber wenn man einen fingierten Reiseführer sucht, kommt man eher nicht auf seine Kosten. Ich nehme an, ich hatte einfach die falschen Erwartungen an das Buch.


Robert Galbraith - Der Ruf des Kuckucks
ungekürztes Hörbuch, gelesen von Dietmar Wunder

Es hat nicht lange gedauert, bis klar wurde, dass sich hinter dem Pseudonym "Robert Galbraith" keine andere als J. K. Rowling verbirgt, die unter diesem Namen eine Krimireihe über den Privatdetektiv Cormoran Strike schreibt.
In diesem 1. Band sollen Strike und seine Aushilfssekretärin Robin den rätselhaften Tod des berühmten Models Lula Landry untersuchen. Während die Polizei den Fall als Selbstmord abgeschlossen hat, ist Lulas Bruder der festen Überzeugung, dass seine Schwester ermordet wurde. Und so begibt sich Strike mitten hinein in die glamouröse Modelszene.
Galbraith/Rowling hat hier einen soliden Krimi vorgelegt, der zwar noch einigen Spielraum nach oben lässt, der mich aber über weite Strecken doch gefesselt hat. Die Hauptfigur Cormoran Strike hat als Armyveteran, der in Afghanistan ein Bein verloren hat, eine ganz interessante Hintergrundgeschichte zu bieten, wenn er sich auch sonst in den altbekannten Bahnen von einzelgängerischen Detektiven und grummeligen Ermittlern bewegt. Ich fand aber sowohl ihn als auch Robin sehr sympathisch und könnte mir vorstellen, dass die beiden in den weiteren Bänden noch besser ausgestaltet werden.
Den Kriminalfall fand ich gut konstruiert und spannend, nur stellenweise etwas ausufernd beschrieben. Man könnte etwas spitz sagen, dass sich hier die Stärken und Schwächen der Harry Potter-Reihe wiederfinden: ein wenig oberflächliche, wenn auch liebenswerte Figuren, ein starker Plot und stimmungsvolle Beschreibungen, aber alles in allem etwas zu geschwätzig.
Da es mir aber wirklich Spaß gemacht hat, dem doch recht langen Hörbuch zu lauschen (das von Dietmar Wunder sehr schön gelesen wird), werde ich mir demnächst wohl auch den Folgeband aus der Bücherei ausleihen.


C. L. Wilson - Der Winter erwacht

Die Sommerprinzessin Chamsin ist sozusagen das schwarze Schaf ihrer Familie und so kommt es ihrem Vater sehr gelegen, dass er sie an den Winterkönig Wynter Atrialan verheiraten kann. Diesem geht es vor allem darum, einen Erben zu zeugen, aber schon bald fühlt er sich zu Chamsin hingezogen.
Mal wieder ein erfolgloser Versuch, ins Romance-Genre hineinzufinden. Man könnte jetzt fragen, weshalb ich so etwas dann doch immer wieder lese. Nun ja, weil ich daran ab und zu meine Freude habe und auch finde, dass sich solche Bücher schön als leichte Lektüre in stressigen Zeiten eignen. Leider gefallen mir nur wenige auch tatsächlich und dieses gehört nicht dazu. Zunächst gab es für mich im Weltenbau massive Logiklücken und damit meine ich nicht nur die eher märchenhaften Länder Sommergrund und Winterfels. Auch Chamsins Familiengeschichte und die beschriebenen Gesellschaften fand ich nicht sehr überzeugend ausgeformt.
Darüber hätte ich jetzt noch hinwegsehen können, wenn mich die Liebesgeschichte zwischen Wynter und Chamsin gefesselt hätte, aber es war mal wieder die übliche Konstellation eines vermeintlich kaltherzigen Helden und einer angeblich so starken und mutigen Heldin, die ich aber die meiste Zeit als sehr quengelig und handlungsunfähig empfunden habe. Von all dem überdrüber-tollen Sex, der die beiden von einem Höhepunkt zum nächsten trägt, will ich gar nicht erst anfangen ...

Ich habe mich außerdem massiv darüber geärgert, dass "Der Winter erwacht" wirklich mittendrin aufhört, da hier mal wieder ein englisches Buch aufgespaltet wurde. Während ich das bei anderen Romanen (etwa "Die Furcht des Weisen" von Patrick Rothfuss) noch nachvollziehen kann, fand ich es hier wirklich unmöglich. Nicht nur, dass der Roman vom Umfang her auch in der deutschen Übersetzung zwischen zwei Buchdeckel passen sollte, man merkt außerdem deutlich, dass es sich am Ende nicht um einen Cliffhanger zwischen zwei Bänden, sondern um eine willkürliche Teilung handelt.
Für mich hat das insofern einen Vorteil, da ich hier nun auch gut einen Schlusspunkt setzen kann und den Folgeteil nicht mehr lesen werde.

Dienstag, 1. März 2016

Marissa Meyer - Wie Monde so silbern

 
erschienen bei Carlsen
1. Band der Luna-Chroniken

entdeckt bei Birthe und Lyne

woher: geliehen (Büchereien Wien)

Märchen-Bingo




Linh Cinder ist ein Cyborg und deshalb sowohl in der Familie, bei der sie wohnt, als auch in der Gesellschaft von Neu-Peking eine Außenseiterin. Als eines Tages niemand geringerer als Prinz Kai bei ihr in der Werkstatt auftaucht, um einen alten Androiden reparieren zu lassen, kann sie ihren Augen nicht trauen. Sein Besuch wirbelt einiges in ihrem Leben durcheinander und ungewollt findet sie sich schließlich auch noch mitten in den politischen Wirren wieder.

Manchmal komme ich mir vor wie Michael Endes Büchernörgerle, wenn ich rundherum Empfehlungen bekomme oder begeisterte Rezensionen lese, selbst dann aber nur wenig mit den Büchern anfangen kann. So ging es mir in diesem Jahr schon mit Der Kuss des Kjer, Indexing und "Der Winter erwacht" (hierzu kommt die Rezension noch) und auch bei Marissa Meyers Auftakt zur ihren Luna-Chroniken ist es nicht anders.

Dabei hat "Wie Monde so silbern" ein ganz interessantes Setting in der Zukunft zu bieten, in dem die Erde immer wieder mit dem magisch begabten Volk der Lunarier, das den Mond bewohnt, in Konflikt gerät. Es ist mir übrigens ein Rätsel, weshalb der Roman so häufig als Dystopie bezeichnet wird, da es sich hier schlicht um Science Fiction handelt und von einer dystopischen Gesellschaft praktisch nichts zu finden ist. Anscheinend wird aktuell alles, was in der Zukunft spielt, in den Topf "Dystopie" geworfen, egal ob darin überhaupt Merkmale einer Dystopie zu finden sind oder nicht.

Dieses für ein Jugendbuch eher ungewöhnliche Setting nutzt Marissa Meyer nun als Hintergrund für eine Aschenputtel-Adaption, die sich für mich nicht besonders gut eingefügt hat. Die Liebesgeschichte mit Prinz Kai konnte mich gar nicht überzeugen und die Sache mit dem Ball sowie Cinders Teilnahme daran kam mir sehr erzwungen vor. Und "überraschende" Enthüllungen, die schon hundert Meilen gegen den Wind stinken, sind leider gar nicht mein Fall.
Dazu kommt, dass ich die Figuren sehr blass und eindimensional fand. Das dürfte auch der Grund dafür sein, dass mich die Liebesgeschichte eher kalt gelassen hat, da Kais Charakter sehr an der Oberfläche bleibt. Cinder bekommt etwas mehr Raum, um sich zu entfalten und ist eine sympathische Figur, aber es fehlen noch Ecken und Kanten oder etwas, das sie abgesehen von ihrem mechanischen Fuß einzigartig macht. Die beiden haben auch nicht allzu viel Zeit, um sich kennenzulernen und so hatte das für mich ein wenig den Geschmack von Liebe auf den ersten Blick.

Abseits der bekannten Aschenputtel-Handlung gibt es glücklicherweise einige Nebenplots und Elemente, die mich mehr gefesselt haben, aber alles in allem hat das für mich kein harmonisches Ganzes ergeben. Die Themen Cyborgs/Androiden/"Was ist noch menschlich?", die normalerweise nicht ganz mein Fall sind, waren hier gut umgesetzt und ich hätte lieber eine stärkere Konzentration darauf gehabt als auf die märchenhaften Elemente mit Prinzen, Bällen und Magie.

Der Roman endet zwar mit einem Cliffhanger, hat mich aber dennoch nicht allzu neugierig auf den Nachfolgeband gemacht. Da ich gerade auf der Suche nach einem Hörbuch war und es den 2. Band als solches in der Bücherei gab, probiere ich es trotzdem noch damit, merke aber bereits, dass Cinder mich noch immer eher kalt lässt.

Mein Fazit: Ein Reihenauftakt mit eher flachen Figuren, der außerdem das Potenzial des interessanten Settings nicht wirklich ausschöpft - aber vielleicht kommt das ja noch in den weiteren Bänden.