Donnerstag, 21. April 2016

Detlef Bluhm (Hrsg.) - Bücherdämmerung: Über die Zukunft der Buchkultur



erschienen bei Lambert Schneider

woher: ausgeliehen (Büchereien Wien)


Neun Autoren haben insgesamt zwölf Beiträge für die Aufsatzsammlung "Bücherdämmerung" geschrieben, in denen sie sich mit der Zukunft der Buchkultur, des gedruckten Buches und Buchhandlungen beschäftigen.


Ich habe mir gedacht, dass dieser Sammelband vielleicht im Hinblick auf meine Ausbildung interessant sein könnte und manche Themen, die in unseren Kursen bereits eine Rolle gespielt haben, von anderen Blickwinkeln beleuchten könnten. Schließlich steht wohl außer Zweifel, dass sich die Buchlandschaft derzeit in einem Wandel befindet mit der wachsenden Beliebtheit von E-Books und einem veränderten Konsumverhalten, das den Kauf von Büchern immer mehr zu den Onlineshops verlagert.

Leider haben mich die Aufsätze aber zu einem großen Teil eher enttäuscht. Es werden diverse Themen wie Social Media, das Urheberrecht, eine mögliche "Buchhandlung der Zukunft" und personalisierte Bücher angesprochen. Dabei beschäftigen sich die Texte aber mehr mit der Vergangenheit und dem Ist-Zustand als den zukünftigen Entwicklungen und bleiben großteils auch sehr vage. Manches wiederholt sich in mehreren Aufsätzen, da diese nicht aufeinander abgestimmt sind.
Auch die Zielgruppe bleibt für mich seltsam vage. Meiner Meinung nach gehen die Überlegungen und Analysen für Fachleute nicht genug in die Tiefe (ich persönlich habe nicht viel neues erfahren bei der Lektüre), setzen für Laien aber möglicherweise doch zuviele Fachbegriffe voraus.

Schließlich habe ich auch das Schriftbild ein wenig zu kritisieren. Abgesehen davon, dass serifenlose
Schriften in einem gedruckten Buch nicht so angenehm zu lesen sind, sind Absätze in dem Buch mitunter ein rares Gut, wodurch auf manchen Seiten eine wahre Textwüste entsteht.

Es sind dennoch einige interessante Denkanstöße zu finden, vor allem zu den Chancen, die sich durch E-Books ergeben und sich auch den Buchhandlungen bieten würden. Manches Mal hätte ich mir etwas kritischere Betrachtungen gewünscht, aber es ist auch eine wohltuende Abwechslung, wenn einmal jemand optimistisch in die Zukunft des Lesens blickt und nicht nur vom Verfall der Kultur wettert.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass die Aufsätze teilweise ganz interessant zu lesen sind, ich mir aber von dem Buch deutlich mehr erwartet habe.

Kommentare:

  1. Ein Hoch auf Absätze! :D Mir erleichtern sie auch ungemein das Lesen.

    Hm, für mich klingt das so, als würde man nicht unbedingt viel verpassen, wenn man es nicht liest. ;) Eine Zukunftsvision wäre tatsächlich interessant gewesen. Dann könnte man das mit den eigenen Vorstellungen abgleichen.
    Ich glaube ja, dass das gedruckte Buch NIE vom Markt verschwindet.
    Die Tendenz zum Onlinekauf macht mir aber schon Sorge... Allerdings muss ich da auch auf mich selbst schauen: ich bestelle manchmal aus Faulheit auch einfach online (sogar bei Amazon!).

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    1. Nein, man verpasst nicht sehr viel. Zwar nicht uninteressant das Buch, aber wirklich empfehlen kann ich es leider nicht.
      Ich glaube auch nicht, dass das gedruckte Buch so schnell vom Markt verschwindet. Von einem "nie" wage ich nicht zu sprechen, aber wir werden sicher kein Verschwinden des gedruckten Buches mehr miterleben.

      Ich weiß nicht, ob mir die Tendenz zum Onlinekauf Sorgen macht. Für alle, die irgendwo im Nichts wohnen oder nicht so mobil sind, ist das ein Segen; ebenso für alle, die nicht nur deutsche Bücher lesen. Und das Verdrängen der kleinen Buchhandlungen ist mehr auf die Filialisten wie Thalia, Hugendubel, Mayersche etc. zurückzuführen, die jetzt wiederum von Amazon unter Druck gesetzt werden - Ironie des Schicksals, könnte man da fast sagen.

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