Samstag, 28. Mai 2016

Motivationswochenende im Buchsalon

BücherFähe veranstaltet derzeit ein Motivationswochenende, das gestern begonnen hat und bis morgen Abend läuft. Es geht darum, sich an diesem Wochenende mal ganz den Aufgaben zu widmen, die man schon länger vor sich herschiebt - sei es nun etwas fürs Studium oder die ganz allgemeine ToDo-Liste. Dazu gibt es jeweils eine Tagesaufgabe.
Falls ihr euch auch anschließen möchtet, könnt ihr euch auf dem Buchsalon anmelden.

http://derbuchsalon.blogspot.co.at/2016/05/ankundigung-motivationswochenende-fur.html

Ich habe heute erst einmal einen sehr gemütlichen Start mit ausgiebigem Frühstück am Balkon hingelegt - einerseits, um mein freies Wochenende zu genießen und andererseits, weil ich immer noch ziemlich verkühlt bin. Ich werde mich daher auch nicht zu sehr mit den Aufgaben stressen, aber es gibt doch so einiges, das ich gern erledigen würde. Ob ich mir das auf heute und morgen aufteile oder nur heute mitmache und morgen einfach das schöne Wetter genieße, weiß ich jetzt noch nicht genau.

Folgendermaßen sieht meine ToDo-Liste aus:
  • meinen Kalender fertigstellen (ich habe immer eine Kombination aus Notizbuch und Kalender mit selbstgestalteten Seiten und die reichen bislang nur bis Ende August)
  • Staubsaugen
  • Schreibtisch aufräumen und putzen
  • Schlafzimmer aufräumen 
  • Badezimmer und WC putzen
  • Staub wischen: Regale und Oberflächen  
  • Garderobe aufräumen und aussortieren (dort tummeln sich Schals und Schuhe, die ich schon seit langem nicht mehr trage)
  • Fenster putzen
  • einkaufen gehen
  • zwei Wandregale montieren, die schon seit Wochen hier rumstehen
  • mind. eine Rezension schreiben/vorbereiten
  • mit Recherche für unser Abschlussprojekt beginnen
Wie ihr seht, wird also mein Wochenende ganz im Zeichen des Wohnungsputzes stehen (nebst ein paar weiteren Aufgaben). 

An der heutigen Tagesaufgabe habe ich allerdings noch ein wenig zu knabbern:


Mein Handy ist für mich normalerweise keine großartige Ablenkung, aber gerade sind für die nächsten Tage ein paar Abendplanungen im Gange, die ich nicht einfach ignorieren möchte und kann. Was wiederum den Computer betrifft, so liegt darin zwar ein großes Ablenkungspotenzial, aber wenn ich den für heute einfach ausschalte, dann kann ich mich ja auch nicht mit den anderen Teilnehmern übers Motivationswochenende austauschen.
Ich interpretiere daher die Tagesaufgabe für mich folgendermaßen: Ich möchte mich im Stil der Pomodoro-Technik meiner ToDo-Liste widmen und Handy/Internet/etc. sind immer nur in den Pausen erlaubt.

Ich werde jetzt in einer kleinen Runde schauen, was ihr heute so vorhabt und dann gehts direkt los mit der ersten Einheit. Aktualisierungen wird es hier im Laufe des Tages direkt im Beitrag geben.


Update um 16:30 

Ich habe heute Vormittag meinen Schreibtisch intensiv aufgeräumt und geputzt (auch die Schreibtischladen), was das Arbeiten dort auch gleich wieder viel angenehmer macht. Es nervt mich echt, dass ich dort immer so schnell Chaos produziere.
Danach war ich einkaufen und habe als spätes Mittagessen Salat mit Spargel vom Marchfeld und Erdbeeren aus Oberösterreich (sowie Schnittlauch vom Balkon) gemacht. Ich liebe es, wenn man endlich wieder regional-saisonales Obst und Gemüse in den Supermärkten bekommt! :-)


Danach habe ich mich auf meine vermutlich größte Aufgabe gestürzt: die Wandregale. Ich habe schon vor längerem im Baumarkt einfach Regalböden in der passenden Größe und dazu L-förmige Träger gekauft. Heute habe ich endlich die Träger auf den Böden befestigt und die Regale an der Wand montiert. Alleine war das doch ganz schön anstrengend (aber ich hab mir ja eingebildet, dass ich das unbedingt jetzt und heute erledigen will ...), aber nun ist es doch geschafft! Auf den Regalen werden übrigens meine DVDs einziehen, die aus Platzgründen das Bücherregal räumen mussten.
Da die Regale an einer Rigips-Wand befestigt sind (eh mit speziellen Dübeln), halten sie keine schweren Lasten aus, aber DVDs sollten okay sein - mein Wandregal im Wohnzimmer hält auch schon seit über einem Jahr die Reclambüchlein aus.


Ich glaube, ich werde mal die DVDs einräumen und dann schauen, wieviel ich heute sonst noch schaffe. Vorher gönne ich mir mal aber ein Päuschen am Balkon.


Update um 20:00

Uff, ich bin mit der Putzerei fast fertig. Es fehlen noch Badezimmer, WC und die Fenster, aber das verschiebe ich mal auf morgen oder die kommende Woche. Ich habe außerdem endlich meinen Kalender fertig:


Falls sich jemand wundert, warum ich nicht einfach einen fertigen Kalender kaufe: Weil ich die Art von Kombination aus Kalender und Notizbuch, wie ich es haben möchte, bislang noch nirgends gefunden habe. Vielleicht stelle ich euch hier mal mein heiliges Büchlein vor, das quasi mein "Mädchen für alles" ist und auch fast überall mit hingenommen wird.

Ich bin doch sehr zufrieden damit, was ich heute alles erledigt habe und gönne mir nun erst einmal einen gemütlichen Abend.
Vielleicht bin ich morgen nochmal mit dabei und erledige den Rest, aber das werde ich spontan entscheiden.
Und nun drehe ich mal eine weitere kleine Runde und schaue, was ihr noch so gemacht habt. Achso, und die Frage beantworte ich natürlich noch:


Fernseher habe ich keinen, das fällt also schon mal weg. Und mein Handy nutze ich in erster Linie als Kommunikationsmittel, das hält mich nun auch nicht so sehr von meinen Aufgaben fern (ich telefoniere nicht sehr viel und die eine oder andere Whatsapp-Diskussion fällt nun auch nicht so ins Gewicht). Freunde und Bücher sind natürlich positive "Zeitfresser" und oft gibt es schon Phasen, in denen ich kaum zu etwas komme, weil ich mich in der spärlichen Freizeit mit Freunden treffe.
Aber am meisten hält mich leider das Internet von meinen Aufgaben ab. Ich neige fürchterlich dazu, auf Youtube, in Foren oder einfach "irgendwo" zu versumpfen. Das ärgert mich dann immer sehr, dass ich nicht wenigstens sinnvoll prokrastiniere.


Update am Sonntag

Ich habe heute Vormittag noch den Rest des Putzens erledigt: Badezimmer, WC und die Fenster. Und damit lasse ich es jetzt für dieses Wochenende gut sein und gönne mir noch einen gemütlichen Sonntag. Leider ist das Wetter derzeit nicht so toll - bewölkt, feucht-schwül und drückend. Noch dazu finden heute am nahegelegenen Fußballplatz wieder Spiele statt und es ist ziemlich laut draußen. Vielleicht hätte ich doch besser gestern den sonnigen Tag nutzen und heute meine Putzerei starten sollen. Naja, egal.

Auf jeden Fall war diese Aktion ein toller Ansporn, um endlich einmal einiges zu erledigen, das schon viel zu lange auf meinem Plan stand. Ich bin sehr zufrieden mit dem, was ich alles geschafft habe und kann jetzt ohne schlechtes Gewissen den Nachmittag genießen.
Danke für die schöne Idee, BücherFähe!

Freitag, 27. Mai 2016

Maike Claußnitzer - Tricontium


erschienen bei Books on Demand
ebook in den gängigen Onlineshops erhältlich; Taschenbuch sollte zudem in allen Buchhandlungen bestellbar sein

woher: Kobobooks (ebook)
entdeckt durch die Bibliotheka Phantastika


Die Protagonisten dieses Romans befinden sich nicht gerade am Höhepunkt ihres Lebens: Die Richterin Herrad wird in das abgelegene Tricontium versetzt, ihr Hauptmann Ardeija findet sich im Gefängnis wieder und muss dort feststellen, dass sein Jugendfreund Wulfila mittlerweile zum Dieb geworden ist. Und auch mit dem Reich selbst steht es nicht zum besten. Gräber werden geplündert, Tote gehen um und die Konflikte des vergangenen Bürgerkriegs scheinen noch immer unter der Oberfläche zu schwelen.

Mitte April ist mir eine sehr höfliche Rezensionsanfrage von Maike Claußnitzer in den Posteingang geflattert, die außerdem gezeigt hat, dass die Autorin sich tatsächlich auf meinem Blog umgesehen hatte. Eine Seltenheit und noch dazu handelte es sich bei "Tricontium" um einen Roman, der schon seit langem auf meiner Wunschliste stand, da er in einem Forum als "so ähnlich wie Guy Gavriel Kay" bezeichnet worden war. Ich war also fast geneigt, bei meiner "keine Reziexemplare"-Politik eine Ausnahme zu machen.
Letztendlich habe ich der Autorin zwar doch eine Absage geschickt, da ich den Druck hinter Rezensionsexemplaren nicht mag, die Mail aber als Anlass genutzt, mir endlich einmal das ebook zu kaufen.

"Tricontium" ist ist in einem alternativen Frühmittelalter angesiedelt. Das Setting erinnert in der Organisation und der Namensgebung an das Fränkische Reich und es wird auch immer wieder Bezug auf das untergegangene Imperium Romanum genommen. Dennoch handelt es sich um ein phantastisches Setting mit erfundenen Städten, Geistern, Drachen und Trollen. Mir hat diese Mischung sehr gut gefallen, umso mehr, weil das ohnehin eine Epoche ist, die mich interessiert. Da der vergangene Bürgerkrieg immer noch große Auswirkungen auf die Vergangenheit hat, kommt zudem eine historische Tiefe hinein, die den Eindruck einer sehr sorgfältig ausgearbeiteten Welt vermittelt. Ich habe es nur schade gefunden, dass es keine Überblickskarte gab, da ich kein rechtes Gefühl für die Distanzen und die Lage der verschiedenen Städte bekommen habe.

Auch die Figuren habe ich als rundum gelungen empfunden. Sie sind alle gut ausgearbeitet und glaubwürdig gezeichnet und fallen nicht in ein klares Gut/Böse-Schema. Auch die Antagonisten sind keine Bösewichte in dem Sinn und haben nachvollziehbare Motivationen. Noch dazu ist Herrad ein perfektes Beispiel für eine gut geschriebene Frauenfigur. Das liegt sicher unter anderem daran, dass in der Welt von Tricontium Gleichberechtigung herrscht und man es daher nicht mit ermüdenden Geschlechterkämpfen zu tun hat, aber die Richterin ist auch darüber hinaus eine tolle, starke Figur mit viel Verstand, die zudem keine Angst vor Gefühlen hat, ohne aber deshalb zur liebeskranken Dumpfbacke zu mutieren.
Neben ihr haben mich auch Ardeija und Wulfila als sehr sympathische und starke Figuren überzeugt sowie auch einige Nebencharaktere.

Die Grundzutaten für ein echtes Lesehighlight wären also vorhanden, aber leider konnte mich der Plot nicht ganz überzeugen. "Tricontium" ist gewissermaßen ein politisches Kammerspiel - es geht mehr um Intrigen und Bündnisse als um Action und Kämpfe. Das würde an sich meinen Lesevorlieben entgegenkommen, aber ich habe die Handlung teilweise dann doch als zu behäbig und zu verworren empfunden. Manche Szenen waren mir einfach zuviel Gerede, ohne dass es den Plot vorangetrieben hätte und stellenweise haben auch die - an sich recht interessanten - Rückblenden überhand genommen. Ich habe nichts gegen eine etwas langsamere Erzählweise, aber hier bin ich doch der Meinung, dass ein beherztes Kürzen dem Roman ebenso gut getan hätte wie ein besser erkennbarer roter Faden. Zwischendurch hätte ich teilweise nicht einmal mehr sagen können, worum es denn nun eigentlich genau geht.
Das soll nicht heißen, dass mir die Handlung als gesamtes nicht gefallen hätte, aber ich hatte einfach den Eindruck, dass der Roman hier nicht sein ganzes Potenzial ausschöpft.
Was ich dagegen sehr schön fand, das ist die positive Grundstimmung. Es ist bei weitem nicht alles Friede-Freude-Eierkuchen, aber es gibt relativ wenig Gewalt und es schwingt immer ein gewisser Optimismus mit, den man in dieser Art von erwachsener, politischer Fantasy nicht so oft findet.

Insgesamt war "Tricontium" ein sehr lesenswertes Buch mit einem tollen Hintergrundsetting und wunderbaren Figuren, das für mich aber auf der Plotebene deutliche Schwächen hatte. Ich habe es aber keineswegs bereut, mir das ebook gekauft zu haben, zumal sich die Lektüre schon alleine für den kleinen Drachen Gjuki lohnen würde, den heimlichen Helden des Romans. Jeder bräuchte einen Gjuki!

Montag, 23. Mai 2016

Buchstabengeplauder #55

Ich hätte am vergangenen Wochenende gerne wieder einmal einen Streifzug gemacht und diesen dann auch hier vorgestellt, aber leider bin ich letzte Woche krank gewesen und auch noch immer einen gewaltigen Schnupfen. Damit ist nicht nur mein Streifzug ins Wasser gefallen, sondern ich habe auch einen Praktikumstag versäumt, ein Abendessen mit meinen Lehrgangskollegen und eine Theateraufführung. Ziemlich ärgerlich, aber was will man machen.
Immerhin war ich am Wochenende soweit wieder fit, dass ich meine Dienste machen konnte, aber ansonsten habe ich mich vor allem wahlweise am Sofa drinnen oder am Balkon draußen eingekuschelt.

Statt Streifzugfotos gibt es also nun Balkonfotos. Zunächst mal habe ich einen Rat von Natira befolgt und an einer der Seitenwände Haken angeklebt, um die (nochmal neu zusammengehäkelte) Wimpelkette befestigen zu können:


Mal sehen, wofür ich nun stattdessen die Nägel an der Rückwand des Balkons nutzen könnte, für die ich die Wimpelkette eigentlich gedacht hätte, die dafür aber zu eng beisammen sind.

Außerdem grünt und blüht es inzwischen bei mir am Balkon endlich - Zeit also, um euch mal wieder mit Pflanzenfotos vollzuspammen. ;-)

Meine Erdbeerpflanzen vom letzten Jahr haben den Winter gut überstanden
Mal sehen, ob das mit dem Mini-Apfelbäumchen etwas wird ...
Der ausgesäte Pflücksalat und der Mangold treiben nun kräftig aus
Hier zeigt sich bislang nur ein kleiner Teil des ausgesäten Pflücksalats


Als ich krank war, stand mir der Sinn nach einem vertrauten Wohlfühlbuch und daher habe ich - schon wieder - zu Amy & Roger's Epic Detour gegriffen. Gestern Nachmittag/Abend konnte ich mich dann aufgrund des scheußlich Wahlkrimis auf gar nichts konzentrieren, aber als heute endlich das erlösende Ergebnis kam, habe ich meinen Feierabend sehr entspannt und gemütlich mit dem Roman auf dem Balkon verbracht. Inzwischen ist es leider kühl und windig geworden, weshalb ich wieder nach drinnen flüchten musste, aber die zwei lauschigen Stündchen davor hatten fast schon etwas von einem kleinen Sommerurlaub. Hach, schön.
Jetzt muss nur noch der Schnupfen verschwinden und dann kann ich vielleicht entweder den Feiertag oder das kommende Wochenende tatsächlich für einen Streifzug nutzen. Ich habe nämlich - haltet euch fest - sowohl am Donnerstag als auch am Wochenende dienstfrei und muss noch nicht mal für eine Prüfung lernen. Drückt mir die Daumen, dass keine Kollegen krank werden!

Und wie war euer Wochenende so? Habt ihr das sonnige Sommerwetter genutzt?

Dienstag, 17. Mai 2016

Guy Gavriel Kay - Ysabel


erschienen bei HarperCollins
woher: Medimops (gebraucht gekauft)


Der 15jährige Ned Morriner reist mit seinem Vater, einem erfolgreichen Fotografen, in die Provence. In einer Kathedrale lernt Ned die gleichaltrige Kate kennen und stößt mit ihr auf einen mysteriösen Fremden, der den beiden Jugendlichen rät, sich von ihm fernzuhalten. Doch Ned steckt schon mittendrin in einer alten Geschichte rund um Liebe und Hass, die bis in die Zeit der griechischen Besiedlung Galliens zurückreicht. 

Mit diesem Buch schlägt Guy Gavriel Kay ungewohnte Pfade ein: Anstatt einer Fantasywelt, die an einer historischen Epoche orientiert ist, dient hier das gegenwärtige Frankreich als Setting. Ich war zunächst skeptisch, fand den Roman aber atmosphärisch ebenso dicht wie seine anderen Werke. Und Kay wäre wohl nicht Kay, wenn nicht bald phantastische Elemente und historische Ereignisse ihren Weg in den Roman finden würden. 
Die Art, wie diese Elemente eingeflochten werden, fand ich sehr gelungen, auch wenn mich der Plot an sich nicht überzeugen konnte. Mir wurde hier zuviel Drama und Pathos aufgebaut, dafür, dass es letztendlich nur um eine Dreiecksbeziehung ging. Sonst mag ich die pathetische Erzählweise von Kay sehr gern, aber sonst geht es bei ihm auch um große Themen wie Krieg, Politik und das Schicksal ganzer Länder. 
Vielleicht war das Problem auch Ysabel, die im Zentrum des Konfliktes steht, da ich sie als sehr flach und unsympathisch gezeichnet empfunden habe. Weshalb ein derartiger Streit um eine so arrogante, egoistische Frau entstehen kann, war mir ein Rätsel - ich konnte auf jeden Fall nicht nachvollziehen, weshalb sie eine solche Faszination auslöst.

Ungewöhnlich ist an diesem Buch auch, dass Kay erstmals einen jugendlichen Protagonisten gewählt hat und ich bin mir nicht sicher, ob das so eine gute Idee war. Ned ist ein sympathischer Junge, der sich zwar manches Mal wie ein typischer Teenager verhält, oft aber viel zu erwachsen, abgeklärt und eloquent für sein Alter wirkt. Ich will nicht behaupten, dass er als Figur an sich nicht gut gezeichnet wäre, aber die meiste Zeit habe ich ihn mir ein paar Jahre älter vorgestellt (erst recht angesichts einer äußert zweifelhaften Szene am Ende, auf die ich hier aus Spoilergründen nicht genauer eingehen will).
Sehr schön fand ich dagegen, dass Ned und Kate die meiste Zeit mit den Erwachsenen zusammenarbeiten - und dass diese Zusammenarbeit auch sehr gut funktioniert. Zwar brechen einige Male diverse Streitigkeiten durch, aber diese werden doch angesichts der schwierigen Situation beiseite geschoben. Vernünftige, intelligente Charaktere kann man vielleicht als ein Markenzeichen von Kay bezeichnen und ich habe das auch hier wieder als sehr wohltuend empfunden. 
Eine besondere Überraschung gibt es bei den Figuren außerdem für treue Fans, da man auf alte Bekannte aus Fionavar trifft. Und obwohl auch "Fionavar" nicht ganz mein Fall war, habe ich mich über das Wiedersehen sehr gefreut und mit einer gewissen Wehmut an die Trilogie zurückgedacht.

Als Fazit bleibt mir, dass mir "Ysabel" zwar gut gefallen hat, der Roman aber meiner Meinung nach nicht mit einigen anderen Romanen von Kay wie etwa "Ein Lied für Arbonne" oder Tigana mithalten kann. Dabei finde ich durchaus, dass es sich hier um einen sehr starken phantastischen Roman handelt, aber Guy Gavriel Kay hat für mich die Latte bereits sehr hoch gelegt und blieb diesmal leider hinter meinen Erwartungen zurück.

Sonntag, 15. Mai 2016

Buchstabengeplauder #54

Vergangene Woche bin ich ein wenig in der Versenkung verschwunden, weil ich mit Praktikum tagsüber und lernen für Bibliotheksrecht (Datenschutz, Urheberrecht, Pflichtabgabe, etc.) an den Abenden mehr als gut eingedeckt war. Die Prüfung habe ich am Freitag gut hinter mich gebracht, aber der Lernstress wurde dann gleich mal vom Freizeitstress abgelöst: am Freitag wurden Geburtstage gefeiert, gestern war gemeinsames Songcontest-Gucken mit meiner Schreibgruppe angesagt und heute bin ich zu meiner Familie gefahren. Ehrlich gesagt könnte ich nun auch mal einen ruhigen Tag brauchen, an dem ich gar nichts vorhabe und mich einfach zuhause vergraben kann, aber nun ja. Wird es vielleicht auch irgendwann mal in Zukunft geben ...

Ich habe dann im Zug "Tricontium" ausgelesen und komme hoffentlich bald dazu eine Rezension zu schreiben - worauf auch noch einige andere Bücher warten. Vielleicht werde ich morgen im Zug bei der Rückfahrt nach Wien mal bei "1913 - Sommer des Jahrhunderts" weiterkommen oder aber mit "Die Drei" beginnen, das ich mir aus der Onleihe auf den Reader geladen habe.
Und vielleicht komme ich in nächste Woche auch endlich mal dazu, wieder ausführlicher eure Beiträge zu lesen und zu kommentieren. Immerhin ist ja morgen noch ein (dienstfreier - nicht zu glauben!) Feiertag.

Ich wünsche euch morgen einen schönen Pfingstmontag und ein angenehmes Ausklingen des verlängerten Wochenendes!

Sonntag, 8. Mai 2016

[Knüpfereien] Makramee-Armbänder

Ich habe euch hier mittlerweile schon einige Knüpfereien gezeigt, die von der Methode her fast alle "klassischen" Freundschaftsbändern entsprochen haben. Nun zeige ich euch hier einmal ein paar einfache Makramee-Werke, wo der Unterschied im Wesentlichen ist, dass man sie quasi von der Rückseite knüpft - und es gibt zudem auch mehr unterschiedliche Knotenarten.
Ein paar dieser Bänder habe ich mit Baumwollkordeln geknüpft oder mit Seidengarn, von dem ich mal einen Probepack gekauft hatte und das zwar wunderschön aussieht, aber leider extrem rutschig zu knüpfen ist.

Meeresrauschen
Purple Dreams
Northern Lights
La Serenissima
Pippi Langstrumpf (mit selbstgemachter Perle)
Südseewellen
Keltischer Knoten
Scheherazade
Duett in Blau und Silber
Waldgeheimnis
Lir
Kirschsommer


Donnerstag, 5. Mai 2016

[Wiener Streifzüge] Blumengärten Hirschstetten

Am vergangenen Samstag habe ich das schöne Frühlingswetter für einen Streifzug genutzt. Da ich bis um 14 Uhr gearbeitet habe, blieb keine Zeit mehr für eine allzu ausgedehnte Wanderung oder lange Fahrten. Daher habe ich mich für Track4 aus Wien geht 2 entschieden, der einen überschaubaren Spaziergang im Nordwesten von Wien versprach.
Der Weg begann bei der U1-Station Kagraner Platz und führte erst einmal durch eine typische Randbezirk-Gegend sowohl mit Hochhäusern als auch mit Kleingartensiedlungen und hübschen Häuschen.


Dann ging es aber weiter durch den Gewerbepark Stadlau, was einfach nur mühsam, hektisch und laut war. Als ich dann mit dem Überqueren der Stadtautobahn den Gewerbepark hinter mir lassen konnte, war ich wirklich froh.


Es war ein sehr seltsamer Kontrast, dass ich direkt nach dieser Hektik und dem Verkehr in einen kleinen Waldweg einbog, den ich gänzlich für mich hatte.


Ab jetzt war der Weg wieder angenehmer: zuerst durch den Wald, dann an den Gleisen der Straßenbahn entlang bei Selbsterntefeldern vorbei und schließlich war ich schon beim Nordeingang der Blumengärten Hirschstetten. Ich umrundete die Gärten aber erst einmal von außen, um sie durch den Haupteingang im Süden zu betreten.
Die Blumengärten Hirschstetten bestehen aus unterschiedlichen Themengärten, einem Palmenhaus und einem historischen Bauernhof samt Tieren. Hier einfach mal ein paar Eindrücke:


Mir hat es sehr gut in den Blumengärten gefallen. Da jetzt im Frühling einige der Themengärten (etwa der indische Garten oder auch die Gemüsefelder) noch recht kahl waren, würde sich bestimmt ein weiterer Besuch im Sommer lohnen. Ich hatte zudem vor dem Schließen nicht mehr genug Zeit, um die Gärten wirklich in Ruhe zu genießen. Es gibt dort so viele nette Oasen und Sitzgelegenheiten (von Liegen am kleinen Sandstrand über eine mediterrane Terrasse bis hin zu kleinen Pavillons), dass man dort auch wunderbar einen ganzen Tag verbringen könnte: in den Gärten spazieren, zwischendurch gemütlich lesen und sich mal eine Leckerei oder einen Kaffee kaufen.
Da der Eintritt in die Gärten gratis ist, hat sich aber auch der etwas kürzere Besuch gelohnt!

Der Weg an sich hätte nach den Gärten noch zum Badeteich Hirschstetten geführt, allerdings bin ich dann direkt nach Hause gefahren (gleich beim Nordeingang fährt die Straßenbahnlinie 26). Letztendlich hätte es sich für mich mehr gelohnt, wenn ich einfach beim Kagraner Platz in die Straßenbahn gestiegen und direkt zu den Blumengärten gefahren wäre. Der Streifzug war am Anfang nicht allzu lohnenswert und mit dem ausgedehnten Gewerbepark auch etwas nervig.
In den Blumengärten war es dagegen sehr schön und ich werde bestimmt noch einmal hinfahren - vielleicht auch zu einer der Veranstaltungen oder den Workshops, die dort im Laufe des Jahres stattfinden. Die Wochenenden der Gemüseraritäten im Herbst sowie den Workshop "Urban Gardening - Gärtnern auf kleinstem Raum" habe ich mir auf jeden Fall schon einmal vorgemerkt.

Sonntag, 1. Mai 2016

Buchstabengeplauder #53

Demnächst kann ich endlich mal wieder einen Streifzug vorstellen. Ich wollte gestern eigentlich meinen lang ersehnten freien Tag und das schöne Wetter für eine größere Wanderung nutzen, aber leider musste ich dann für eine kranke Kollegin einspringen. Da 14 Uhr dann für eine größere Tour zu kurz war, habe ich stattdessen die Blumengärten Hirschstetten besucht, was auch sehr nett war. Macht euch also auf eine Ladung Blumenfotos in den nächsten Tagen gefasst.

Leider kann ich nun nicht wirklich behaupten, dass ich ausgeruht in die kommende Woche starten werde. Aktuell ist es schon ziemlich stressig mit Kurs/Praktikum unter der Woche und Diensten am Wochenenden. Ich muss mich noch zwei Wochen gedulden, ehe ich dann tatsächlich mal wieder ein gänzlich dienstfreies Wochenende habe (vorausgesetzt, niemand wird krank ...).
Aber es ist allmählich ein Ende dieser stressigen Zeit in Sicht: Nächste Woche endet schon unser aktueller Kursblock und mein nächstes Praktikum beginnt. Im Juni haben wir dann bereits zum letzten Mal Kurse und danach steht "nur" noch das Abschlussprojekt an. Kaum zu glauben, wie schnell die Zeit dahinrast!

Heute Nachmittag habe ich die Wimpelkette fertiggestellt, die ich vorigen Sonntag begonnen habe. Leider musste ich dann eins der Dreiecke weglassen, da der Abstand zwischen den beiden Dübeln doch kleiner ist als es für mich zunächst den Anschein hatte. Auch so wirkt das ganz recht dicht gedrängt und ich bin noch unschlüssig, ob mir das so wirklich gefällt.


Ich habe außerdem in der vergangenen Woche auch an meinen weiteren Handarbeitsprojekten weitergearbeitet und dabei weiter Der Schwarm gehört. Obwohl ich den Roman nicht schlecht finde, kann er mich bei weitem nicht mehr so sehr fesseln und begeistern wie beim ersten Mal lesen, aber das habe ich fast schon befürchtet. Unterwegs begleitet mich auf dem Reader derzeit Tricontium, das mir bislang sehr gut gefällt.
Beide Bücher werden mich wohl noch eine Weile begleiten, da es sich dabei um wahre Wälzer handelt.

Und was habt ihr so gemacht am Wochenende? Konntet ihr gestern auch ein wenig die Sonne genießen?