Dienstag, 16. August 2016

Classic Confessions Nr. 11: Was ist dein klassisches Lieblingsdrama?

Es gibt wieder eine neue Frage bei den Classic Confessions von Lauter & Leise und dieses Mal geht es um Dramen. 
 
Mir fällt es sehr schwer zu sagen, was für mich mein Lieblingsdrama ist. Ich bin seit ein paar Jahren Mitglied in einem Theaterverein, wenn auch in der letzten Zeit leider sehr inaktiv, und für mich sind schon mal so ziemlich alle Stücke, an denen ich selbst mitgearbeitet habe, sehr positiv besetzt. Wenn mich jemand nach meinem Lieblingsdrama fragt, denke ich also sofort an Gefährliche Liebschaften von Christopher Hampton, an Shakespeares Sommernachtstraum, an den Reigen von Schnitzler und an das Hotel zu den zwei Welten von Éric-Emmanuel Schmitt, wobei letzteres für mich noch nicht unbedingt als Klassiker zählt. Ob ich aber nun wirklich diese Dramen an sich so gern mag oder nur die schönen Erinnerungen an die Proben- und Aufführungszeit damit verbinde, lässt sich für mich nur schwer sagen.

Aber auch, wenn ich mich abseits vom Verein umsehe, fällt mir die Entscheidung sehr schwer. Ich habe Goethes Faust sehr gern gelesen, Heldenplatz hat mich mit Thomas Bernhard versöhnt und Fräulein Julie von Strindberg hat mich sehr beeindruckt.
Nachdem ich mich nun also wieder davor gedrückt habe, nur einen einzigen Titel zu nennen, würde ich sagen, dass Hexenjagd von Arthur Miller mein Lieblingsdrama ist - und da ich es noch nie auf der Bühne gesehen habe, kann ich es in diesem Fall auch nicht auf eine bestimmte Inszenierung zurückführen.
Das Stück basiert auf den wahren Ereignissen der Hexenprozesse von Salem, was die Handlung umso aufwühlender macht. Als Leserin muss man hilflos mitansehen, wie unschuldige Menschen Opfer haltloser Anschuldigungen werden und sich mit jedem Versuch, dagegen anzukämpfen, noch tiefer hineinreiten. Deshalb ist das Drama auf eine gewisse Weise furchtbar zu lesen, aber trotzdem sehr zu empfehlen. Es geht um Zivilcourage und Massenhysterie, um Denunziation und religiösen Wahn und obwohl es im 17. Jahrhundert angesiedelt ist, ist es auf eine gewisse Weise zeitlos. Zudem liest sich "Hexenjagd" sehr spannend und mitreißend.

Kommentare:

  1. Hey Neyasha,

    Jetzt komme ich auch endlich mal dazu, hier auf deinen Dramen-Post zu antworten. :-)

    Ich muss sagen, dass sich "Hexenjagd" unheimlich interessant anhört - da werde ich bestimmt einmal hineinschnuppern! Und der Strindberg ... ah ja, ich glaub, das ist so ein bisschen Skandinavistengedöns, nicht wahr? Wobei ich glaube, dass ich "Der Vater" fast noch lieber mochte, als Julie... ach, was soll's, beide toll! :-)

    Im Übrigen habe ich dich für den "Mein Liebster Award" nominiert - falls du also Lust hast, ein bisschen Kettenbrief zu spielen, hier mein Post dazu: http://alinaschreibt.blogspot.de/2016/08/mein-liebster-award.html#more
    Würde mich freuen, wenn du mitmachen würdest, falls du schon zu viele dieser Awards und Stöckchen hast, die auf dem Trophäenboard verstauben, ist es aber auch nicht schlimm. :-)

    Liebe Grüße, man liest sich,
    Alina

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  2. Hallo Alina,

    "Der Vater" von Strindberg kenn ich gar nicht. Ibsens "Wildente" hätte ich aber auch noch in der Liste aufnehmen können, um den Skandinavistenanteil noch etwas zu erhöhen. ;-)

    Danke für den Award! Ich habs allerdings nicht so damit, seit das in meiner Anfangszeit des Bloggens sehr Überhand genommen hat.

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  3. Ave,
    "Hexenjagd" verfolgt mich momentan ein bisschen. Letztes Schuljahr noch vom "Darstellendes Spiel"-Kurs aus aufgeführt, werde ich mich demnächst als Pflichtlektüre für's Abi noch mit der englischen Fassung beschäftigen dürfen. Und wenn in der Abiturprüfung tatsächlich die Aufgabe kommt, etwas aus der Sicht von Abigail Williams zu schreiben, werde ich mir wohl das Lachen verkneifen müssen.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Seitenfetzer

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    1. Da hast du dich ja schon ganz schön tief mit dem Stück beschäftigt. Welche Frage du auch immer dann beim Abi bekommst - ich wünsche dir viel Erfolg! :-)

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