Montag, 22. August 2016

J.K. Rowling - Harry Potter and the Philosopher's Stone (Reread)


erschienen bei Pottermore
auch als Download bei Audible erhältlich

ungekürztes Hörbuch (8 h 43 min)
gelesen von Stephen Fry




Bis zu seinem elften Geburtstag hat der Waise Harry Potter ein elendes Leben bei seinem Onkel und seiner Tante geführt, die ihn als Eindringling in ihrer Familie betrachten. Doch dann erfährt Harry, dass er ein Zauberer ist und die magische Schule Hogwarts besuchen soll. Für ihn beginnt ein ganz neues, aufregendes Leben, auch wenn er bald feststellen muss, dass auch die Zauberwelt ihre Schattenseiten hat.

Seltsam, dieses Buch zusammenzufassen und seltsam, wieder in die Welt von Harry Potter zurückzukehren. Die ersten Bände habe ich zuletzt kurz vor dem Erscheinen des fünften Bandes gelesen, also vor mehr als zehn Jahren. Seither ist viel geschehen: die letzten Bände sind erschienen, die Filme sind ins Kino gekommen und ich war in den Harry Potter Studios in Leavesden. 
Als ich nun mit dem Hörbuch begonnen habe, wurde ich sowohl von nostalgischen als auch von melancholischen Gefühlen überrollt. Ich war selbst überrascht, als wie traurig ich dieses Mal den Anfang empfunden habe - nun, da ich wusste, wer Lily und James und Voldemort sind und wie der Prolog einzuordnen ist.

Ich war aber auch sonst erstaunt, wie emotional dieser ReRead für mich war. Der erste Band führt in die Welt von Harry Potter einführt, man lernt darin die wichtigsten Figuren und Schauplätze kennen. Mit all den Erinnerungen an die Jahre, die diese Serie mich begleitet hat und auch an den letzten Sommer, als wir selbst durch all die vertrauten Kulissen gewandert sind, war das erneute Eintauchen in diese Welt doch etwas ganz besonderes. Es fällt mir deshalb auch sehr schwer, meine Leseeindrücke in vernünftige Worte zu fassen (ich verspreche euch, dass es ab Band 2 besser wird), daher möchte ich hier einfach einige meiner Erkenntnisse auflisten:
  • Dass Harry bei der fürchterlichen Kindheit, die er bei den Dursleys erlebt hat, überhaupt zu einem liebenswürdigen und zu Freundschaft fähigen Jungen geworden ist, ist ein absolutes Wunder.
  • Ron ist hier ziemlich clever und mutig - das vergisst man leicht, wenn man ihn nur noch als den trotteligen Grimassenschneider aus den Filmen in Erinnerung hat.
  • Snape ist noch viel fürchterlicher, als ich ihn in Erinnerung hatte. Er ist ein durch und durch katastrophaler Lehrer, der absolut keinen Wert darauf legt, den Kindern tatsächlich etwas beizubringen und der nicht nur Harry, sondern vor allem auch Neville auf das übelste mobbt. Und Dumbledore lässt es geschehen. Das soll der beste Schuldirektor sein, den Hogwarts je hatte? Na, da kann die Konkurrenz nicht allzu hart sein (nein, ich bin kein großer Dumbledore-Fan).
  • Was, zum Kuckuck, ist das für eine bescheuerte Idee, einfach mal alle, die in Richtung "dunkle Seite" tendieren, zusammen in ein Haus zu stecken, damit sie sich auch noch schön gegenseitig beeinflussen können? Das kann doch nur grandios schiefgehen! Das System der Häuser habe ich aber schon immer sehr seltsam gefunden.
  • Wo lernen kleine Zauberer eigentlich lesen und schreiben? Es erweckt nicht den Anschein, als wären sie vor Hogwarts schon gemeinsam in eine Schule gegangen, aber da ihnen die Muggelwelt so völlig fremd ist, waren sie wohl auch nicht in einer gewöhnlichen Grundschule.
  • Onkel Vernon auf der Flucht vor den Briefen ist zum Schreien komisch und auch sonst steckt in diesem Band ein herrlich ironischer und leichtfüßiger Humor.

Kurz gesagt: Mich hat der Zauber von Harry Potter wieder voll und ganz gepackt, auch wenn mir dieses Mal einige Dinge störend aufgefallen sind, die mich früher gar nicht oder zumindest weniger irritiert haben. Das hat mir aber nicht den Lesespaß vermiest - ich hatte einfach wieder sehr viel Freude an diesem Einstiegsband und seinem kindlich-märchenhaften Grundton, der später dann weitgehend verlorengeht. Tatsächlich ist das für mich auch der einzige Band, in dem Hogwarts wirklich etwas heimelig-gemütliches hat - bereits ab Band 2 wird das meiner Meinung nach sehr von den diversen Bedrohungen innerhalb der Schule überschattet. 

Es war auch sehr schön, die Geschichte dieses Mal als Hörbuch vorgelesen zu bekommen. Stephen Fry liest den Roman ganz wunderbar, mit einer sehr deutlichen Aussprache und einer gewissen Märchenonkel-Stimme. Ich kann euch die englischen Hörbücher also auf jeden Fall empfehlen.

Kommentare:

  1. Was das Lesen und Schreiben angeht, so bin ich immer davon ausgegangen, das die kleinen das von ihren Eltern lernen. Aber stimmt, erklärt wird es nirgends. :O

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    1. Das ist sicher möglich, aber die scheinen ja auch in Hogwarts nichts weiter von solch profanen Dingen wie Mathematik oder Geografie oder politische Bildung beigebracht zu bekommen. Wenn man sich nun vorstellt, dass manche von denen wohl mit einer Minimalbildung in Hogwarts anfangen (sind sicher nicht alle Eltern begnadete Hauslehrer), ist das ja schon etwas traurig.

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