Samstag, 29. Oktober 2016

[Winterkatzes Herbstlesen] 30. Oktober

Guten Morgen! Das letzte Herbstlesen-Wochenende in diesem Jahr hat begonnen.
Vor mir liegt gerade ein sehr verlängertes Wochenende, da ich mir rund um Allerheiligen frei genommen habe und daher erst am Donnerstag wieder in die Arbeit muss. Da aber morgen meine Schwester nach Wien kommt und bis Montag bleibt, wo wir dann gemeinsam zu meiner Familie fahren, sind die freien Tage schon ziemlich verplant. Ich werde also nur heute beim Herbstlesen mit dabei sein und muss auch noch einige Dinge erledigen.

Mich begleitet weiterhin East von Edith Pattou, aber ich denke, dass ich heute mit dem Buch noch fertig werde und danach werde ich vielleicht mal in mehrere SuB-Bücher hineinlesen, die schon länger ungelesen bei mir rumstehen. Jetzt werde ich aber erst mal gemütlich frühstücken, dabei ein wenig durch die Blogs streifen und ab 9 Uhr habe ich dann den Waschkeller für mich reserviert.


Update um 16:30

Ich hab heut um die Mittagszeit noch einige Einkäufe erledigt, war noch bei der Post ein Paket abgeben und habe mich dann am Nachmittag in East vertieft, das ich vorhin ausgelesen habe. Mir hat das Buch sehr gut gefallen, auch wenn mich die eine oder andere Kleinigkeit irritiert hat. Aber es war eine schöne, stimmige Umsetzung von "Östlich von der Sonne, westlich vom Mond".
Jetzt werde ich dann mal ein wenig in verschiedene SuB-Bücher reinlesen, da ich bei ein paar unschlüssig bin, ob ich sie überhaupt noch lesen will. Ich werde euch dann nachher berichten, wie mir die Bücher beim Anlesen gefallen haben.
Passend zum letzten Herbstlesen-Wochenende lass ich euch außerdem noch ein paar herbstliche Fotos da. Heute ist es leider wieder sehr grau in grau, aber gestern habe ich auf dem Heimweg von der Arbeit noch einen Abstecher zur Donau gemacht und ein paar schücherne Sonnenstrahlen erwischt.




Und hier noch ein Balkonfoto, da eine der Herbstpflanzen, die ich gekauft habe, ohne überhaupt genau zu wissen, was das ist, überraschend zu blühen begonnen hat. Sehr erfreulich. :-)



Update um 22:00

Ich habe nun am Abend einige Bücher angelesen - und nachdem mich vorher keins so recht angelacht hat, möchte ich nun am liebsten (fast) alle gleichzeitig lesen ...

Marie Brennan - Voyage of the Basilisk
Da mich der 2. Band der Reihe rund um Lady Trent - "The Tropic of Serpents" - nicht so recht fesseln konnte, war ich unschlüssig, ob ich die Reihe weiterlesen möchte. Aber nachdem ich den 3. Band nun angelesen habe und es so aussieht als ob die Handlung hier recht flott ins Laufen kommt, werde ich es noch damit probieren.

Sigfridur Skaldaspillir - Die Hexe von Orkney
Dieses Buch habe ich zusammen mit "Erik Hellauge" von einer Freundin bekommen, als sie ihre Bücher ausgemistet hat. Es erzählt die Geschichte um Erik aus einer anderen Perspektive, nämlich aus der der Antagonistin Schwanhild, was mich aber nicht so sehr reizt. Da mir der Anfang auch nicht allzu gut gefallen hat, werde ich dieses Buch wohl nicht mehr lesen.

Martin Schemm - Der Goldschatz der Elbberge
Das ist meine bislang älteste SuB-Leiche. Ich habe den dicken, historisch-phantastischen Roman schon seit mehr als zwei Jahren, aber seither war ich nie in der richtigen Stimmung dafür. Nun hat mir der Anfang aber ganz gut gefallen, auch wenn ich mich ein wenig von all den Beschreibungen des Sollonberges und seiner Umgebung sowie seiner Geschichte erschlagen gefühlt habe. Ich bin aber durchaus neugierig, wie es weitergeht und glaube, dass mir die Mischung aus historischem Mittelalter-Roman und germanischer Sagenwelt gefallen wird.

Julya Rabinowich - Dazwischen: Ich
Dieses Jugendbuch, das aus der Sicht eines fünfzehnjährigen Flüchtlingsmädchens geschrieben ist, hat mir eine Arbeitskollegin geliehen, deshalb wollte ich mal austesten, ob ich es tatsächlich lesen will. Der Anfang hat mich gleich reingezogen und ich konnte mich sofort gut in die Ich-Erzählerin Madina hineinfühlen.

Volker Weidermann - Das Buch der verbrannten Bücher
Hierbei handelt es sich um einen Bibliotheksfund, der von den Autorinnen und Autoren erzählt, deren Bücher 1933 verbrannt wurden. Ich habe mal die Einleitung gelesen und ein bisschen in das weitere Buch hingeblättert und es macht einen sehr interessanten Eindruck.

Katharina Hartwell - Der Dieb in der Nacht
Ein weiteres Bibliotheksbuch, bei dem ich etwas unschlüssig war, ob es wohl wirklich etwas für mich ist. Das kann ich nun auch nach einem ersten Anlesen noch nicht sagen, aber die Ausgangssituation - ein verschwundener Freund taucht auf einmal ohne Erinnerung an sein früheres Leben wieder auf - finde ich sehr spannend.

Bis auf "Die Hexe von Orkney" möchte ich also alle Bücher lesen und habe jetzt auch richtig Lust darauf, nachdem ich mal hineingeschnuppert habe. Ich denke, dass ich als erstes zu "Dazwischen: Ich" greifen werde - auch, damit ich es meiner Arbeitskollegin bald wieder zurückgeben kann.

Ja, das war durchaus ein erfolgreicher Leseabend. Vielleicht nehme ich mir auf die gleiche Weise auch noch weitere SuB-Bücher von mir vor. So kann man sich die Bücher, die man schon länger zuhause hat, auch wieder besser ins Gedächtnis rufen.
Ob ich aber heute Abend noch lesen werde, weiß ich nicht. Jetzt möchte ich erst mal gemütlich ein wenig bei "Gilmore Girls" weiterschauen.

Da ich morgen keine Zeit mehr zum Lesen und Bloggen finden werde, verabschiede ich mich also somit vom diesjährigen Herbstlesen. Danke, dass du das wieder veranstaltet hast, Winterkatze! Es hat mir sehr viel Freude gemacht, mich jedes Wochenende gemeinsam mit euch bewusst dem Lesen zuzuwenden.

Mittwoch, 26. Oktober 2016

Andreas Eschbach - Die Haarteppichknüpfer


erschienen bei Bastei Lübbe

woher: Büchereien Wien (Onleihe)


Auf einem fernen Planeten fertigen die Haarteppichknüpfer bereits seit Jahrhunderten Teppichen aus den Haaren ihrer Frauen und Töchter für den Kaiser. Ein Teppich ist so aufwendig, dass jeder Knüpfer nur einen davon in seinem Leben herstellen kann. Von dem Erlös des Teppichs kann eine ganze Generation leben und so wird die Kunst Generation für Generation weitervererbt. Zwar gibt es Gerüchte, der Kaiser wäre gestürzt worden, aber weshalb sollten dann weiterhin die Handelsschiffe kommen, um die Teppiche abzuholen und die Knüpfer zu bezahlen? 

"Die Haarteppichknüpfer" ist eine Erzählsammlung, die aus 17 teils locker, teils eng verwobenen Episoden besteht. Jedes Kapitel wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, wobei häufig die Hauptfiguren einer Geschichte später als Nebenfiguren in weiteren Geschichten vorkommen. Dabei heftet Eschbach sich zunächst ganz an die Fersen der Teppichknüpfer und erzählt aus ihrer Sicht von der Kunst des Knüpfens, von ihren Sorgen und den Beschränkungen, die ihnen auferlegt sind. Es handelt sich bei den Knüpfern um eine Art Kaste, aus der sie ihr Leben lang nicht ausbrechen können.
Allmählich zoomt Eschbach dann weiter hinaus - zuerst dringt mit einem Fremden, der blasphemische Ansichten über eine Rebellion verbreitet, die Außenwelt in das Leben der Teppichknüpfer ein und dann verlassen die Erzählungen schließlich den Planeten und springen zu weiteren Planeten und Raumschiffen. Umso weiter man sich vom Planet der Teppichknüpfer entfernt, umso stärker wird auch der Science Fiction-Anteil. Die Knüpfer leben in einer rückständigen, eher fantasyartigen Welt, bei der Entwicklungen bewusst unterdrückt werden, aber bald wird klar, dass außerhalb die Technologie viel weiter fortgeschritten ist.

Während zunächst die Fragen immer mehr werden (Wer ist der Kaiser? Was macht er mit den Teppichen? Stimmt es, dass er nicht mehr lebt? Wohin aber verschwinden dann die Teppiche?), werden bei den späteren Geschichten allmählich die Zusammenhänge klar, bis es am Ende zur überraschenden, aber in sich doch stimmigen Auflösung kommt.

Mir hat die Art und Weise, wie Andreas Eschbach diesen episodenhaften Roman aufgebaut hat, sehr gut gefallen. Die Rätsel treiben einen beim Lesen ebenso voran wie die Frage, was aus dieser oder jenen Figur werden wird - eine Frage, auf die es nicht immer eine Antwort gibt. Manche Einzelschicksale werden weiterverfolgt oder später noch einmal aufgegriffen, aber manche bleiben auch offen. Da der übergeordnete Spannungsbogen am Ende aufgeklärt wird, hat es mich aber nicht gestört, dass nicht jeder der vielen kleinen Handlungsstränge zu einem Ende geführt wird. Es passt ja auch zu Kurzgeschichten, dass manches offen bleibt.

Viele Geschichten beschäftigen sich sehr kritisch mit den Themen allumfassende Macht und starre Traditionen, die sich niemand zu hinterfragen traut. Die Stimmung ist daher meistens eher traurig und es haben auch nur die wenigsten Episoden ein glückliches Ende. 

Aufgrund der episodenhaften Struktur und der Sprünge zwischen den verschiedenen Schauplätzen und Figuren ist "Die Haarteppichknüpfer" mitunter etwas verwirrend zu lesen, aber wer gern über Rätsel und Geheimnisse liest und eine Mischung zwischen Fantasy und Science Fiction mag, sollte es unbedingt mit dieser Erzählsammlung versuchen. Mich hat der Erstling von Andreas Eschbach auf jeden Fall überzeugt.

Samstag, 22. Oktober 2016

[Winterkatzes Herbstlesen] 22. und 23. Oktober

Samstag, 22. Oktober

Guten Morgen! Bei mir gibt es dieses Wochenende wieder einen Gesamtbeitrag zu Winterkatzes Herbstlesen, da ich heute Abend und morgen Nachmittag/Abend etwas vorhabe und noch nicht weiß, wie viel ich lesen bzw. bloggen werde.
Ich versuche derzeit, gleich nach dem Aufstehen etwas Morgengymnastik zu machen, aber so richtig rund läuft das noch nicht. Angeblich soll das ja den Kreislauf ankurbeln, aber ich habe eher das Gefühl, dass mir danach immer etwas schwindlig ist, was erst dann wieder verschwindet, wenn ich gefrühstückt habe. Dass mit mir am Morgen nicht viel anzufangen ist, bevor ich was gegessen habe, ist zwar eh nichts neues, aber unmittelbar nach dem Essen möchte ich auch nicht Gymnastik machen, daher kommt mir ein Umdrehen der Reihenfolge auch nicht sehr praktikabel vor. Hm. Macht ihr öfter am Morgen Sport und wenn ja, wie geht es euch damit und wie macht ihr das mit dem Frühstück?

Auf jeden Fall bin ich heute schon gesund mit etwas Sport, etwas Obst und Vollkornbrot mit Avocado in den Tag gestartet und habe beim Frühstück ein wenig bei Codex Regius von Arnaldur Indridason weitergelesen. Leider zieht sich das Buch ein bisschen.
Ich habe heute einiges im Haushalt vor (aufräumen, putzen, kochen, backen), daher werde ich wohl mal mein Hörbuch anwerfen und loslegen.


Update um 14:00

Ich fühle mich heute sehr produktiv: ich habe aufgeräumt und geputzt, mittags so viel Linseneintopf gekocht, dass ich ein paar Portionen einfrieren konnte und Nutellakekse gebacken.
Heute Abend treffe ich mich nämlich mit ein paar meiner ehemaligen Kurskollegen zu einem DVD-Abend und ich habe versprochen, dafür etwas zu backen.

Währenddessen habe ich auch gleich noch Harry Potter and the Goblet of Fire zu Ende gehört und bin nun etwas unschlüssig, ob ich mir als nächstes Hörbuch bei Audible den fünften Band herunterladen werde oder dazwischen mal etwas ganz anderes. Ich mag den fünften Harry Potter nicht so gern und als Hörbuch dauert der schier ewig. Andererseits bin ich jetzt schon so an die Lesung von Stephen Fry gewöhnt und es ist auch einfach schön, tatsächlich mal alle Bände direkt hintereinander zu lesen bzw. vorgelesen zu bekommen.
Jetzt werde ich mir aber ohnehin mal Codex Regius schnappen und mich damit auf den Balkon in die Sonne setzen, da es heute endlich mal wieder schön sonnig und warm ist.


Sonntag, 23. Oktober

Da ich gestern erst recht spät nach Hause gekommen bin, habe ich heute länger geschlafen und vorher beim Frühstück schon eine Weile gemütlich gelesen.
Als ich gestern noch ein wenig am Balkon gelesen habe (viel Sonne hab ich leider nicht mehr erwischt, da diese um die Jahreszeit immer schon früh hinter dem Gebäude gegenüber verschwindet), habe ich gemerkt, dass ich mich richtig zum Lesen überwinden musste, weil Codex Regius sich für mich so gezogen hat. Ich habe dann vorerst mal abgebrochen (mal sehen, ob ich noch mal weiterlese) und mir stattdessen ein eBook geschnappt, das ich vor einer Weile gekauft habe: East von Edith Pattou, das auf dem Märchen "Östlich von der Sonne und westlich vom Mond" basiert und mir hoffentlich besser gefällt als "Ice" von Sarah Beth Durst, das dasselbe Märchen als Grundlage hat. Bisher gefällt mir der Roman auf jeden Fall, auch wenn ich die häufigen, schnellen Wechsel zwischen den verschiedenen Perspektiventrägern ein wenig anstrengend finde.
Ich werde jetzt mal schauen, was ihr gestern noch so gelesen habt und werde dann vielleicht mal ein neues Hörbuch beginnen. Leider ist es heute wieder nassgrau und kalt und ich ärgere mich ein wenig darüber, dass ich das wunderschöne Herbstwetter gestern großteils mit Hausarbeit verbracht habe. Heute ist also leider wieder Sofa statt Balkon angesagt.

Update um 20:30

Ich komme gerade aus dem Kino, fühle mich aber, als ob ich aus dem Theater komme. Heute Nachmittag wurde nämlich die 25-Jahre-Jubiläums-Aufführung von "Miss Saigon" in London gezeigt und es war toll. Ich habe das Musical noch nie live gesehen, habe aber als Teenager immer die Lieder rauf- und runtergehört. Diese Aufnahme zu sehen, war daher jetzt sehr schön, zumal sie wirklich gut gemacht war und auch die Darsteller durchwegs super waren, besonders Eva Noblezada als Kim.
Am Ende waren auch noch viele von den damaligen Originaldarstellern auf der Bühne, die ein paar ihrer Lieder noch einmal gesungen haben - ich fand es toll, dass sie das ebenfalls gezeigt haben.


Es war also ein rundum gelungener Kinobesuch, zumal ich davor mit meiner Freundin auch noch unseren angedachten Silvesterurlaub genauer geplant habe. Allerdings habe ich schon seit dem frühen Nachmittag leichte Kopfschmerzen, daher werde ich mich jetzt dann mit einer entspannenden Lektüre aufs Sofa verziehen und früh ins Bett gehen.

Freitag, 21. Oktober 2016

Classic Confessions 21: Hast du Erfahrungen mit Theaterumsetzungen von Klassikern? Wenn ja - welche?


Nach einer längeren Pause beantworte ich wieder einmal eine Frage bei den Classic Confessions von Lauter & Leise und dieses Mal geht es um Theaterstücke.
Da ich gern ins Theater gehe, Theaterwissenschaft als Wahlfach in meinem Studium hatte, lange als Nebenjob im Publikumsdienst verschiedener Theater gearbeitet habe und seit ein paar Jahren mehr oder weniger regelmäßig Regieassistenz in einem Theaterverein mache, habe ich mich Theaterumsetzungen also schon von mehreren Seiten genähert und habe auch ganz unterschiedliche Erfahrungen damit gemacht.

Damit dieser Beitrag hier nicht zu umfangreich wird und ich mich nicht gänzlich in Erinnerungen an alle möglichen Aufführungen verliere, möchte ich mich auf Theaterumsetzungen von Klassikern konzentrieren, die nicht ursprünglich als Theaterstück konzipiert waren. Natürlich variiert auch bei Dramen die tatsächliche Umsetzung meist sehr stark und es gibt unterschiedliche Zugangsweisen und Interpretationsmöglichkeiten. Aber besonders spannend finde ich es, wenn ein Buch auf die Bühne gebracht wird, das nicht von Vornherein auf die speziellen Anforderungen des Theaters zugeschneidert war. Gerade erst vor ein paar Tagen habe ich eine solche Romanumsetzung mit Vicki Baums Menschen im Hotel gesehen, die mich allerdings nicht ganz überzeugt hat.
Gefährliche Liebschaften habe ich ursprünglich als Theaterstück von Christopher Hampton kennengelernt, als wir es bei uns im Verein aufgeführt haben. Ich liebe das Stück - und war dann beinahe ernüchtert, als ich endlich den Briefroman von Chaderlos de Laclos gelesen habe, da er mir im Vergleich etwas zäh und blutleer vorkam. In diesem Fall habe ich also den umgekehrten Weg beschritten, aber sonst kannte ich in der Regel doch stets den Roman vor dem Theaterstück.
Zahlreiche schöne Umsetzungen gibt es auch im Bereich des Jugendtheaters. Als ich eine Saison im Theater der Jugend gearbeitet habe, wurde dort - neben diversen modernen Kinderbüchern - auch Die Schatzinsel von Robert Luis Stevenson aufgeführt und Rudyard Kiplings Just So-Stories als wundervolles Musical umgesetzt.

Bevor ich jetzt doch endlos zu schreiben beginne, möchte ich noch eine meiner Meinung nach sehr gelungene und eine eher misslungene Bühnenumsetzung nennen. Auch Musicals bedienen sich ja gern bei Romanen und als vor ein paar Jahren Rebecca von den Vereinigten Bühnen in Wien inszeniert wurde, war ich sehr, sehr neugierig, da ich den Roman liebe. Leider hat mich die Musicalfassung dann sehr enttäuscht, da die Charakterentwicklung der Ich-Erzählerin zu sprunghaft verlief, manche Nebenfiguren zu sehr ins Lächerliche abrutschten und sich die Enthüllungen zum Ende hin nur schwer in Liedern umsetzen ließen. Abgesehen davon erinnerten Inszenierung und Lieder in einigen Punkten doch sehr an andere Produktionen der Vereinigten Bühnen wie "Elisabeth" und "Mozart".
Ich könnte mir aber dennoch vorstellen, dass der Roman als Bühnenfassung prinzipiell funktionieren würde.

Was mich dagegen - überraschenderweise - sehr begeistert hat, war eine szenische Komplettlesung auf Englisch von The Great Gatsby im Rahmen der Wiener Festwochen. Da ich dort Dienst hatte, war ich zunächst nicht sehr angetan von einem Stück in zwei Teilen (jeweils gut drei Stunden und dazwischen eine längere Essenspause).
Aber die Umsetzung war sehr spannend und gelungen: Ein Büroangestellter nimmt den Roman in die Hand und beginnt laut zu lesen. Nach einer Weile verleiht er dabei den Figuren unterschiedliche Stimmen und allmählich werden auch seine Kollegen zu Romanfiguren, bis sie schließlich ganze Szenen spielen. In einer Kritik von bin ich über folgenden Satz gestolpert, der perfekt ausdrückt, was diese Inszenierung ausmacht: It’s more a dramatization of the act of reading itself — of what happens when you immerse yourself in a book.

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass ich Theaterumsetzungen von Klassikern sehr gern mag. Soweit es um Dramen geht, erklärt sich das eh von selbst, aber ich sehe auch Romane gern auf der Bühne und bin da meist viel weniger nörgelig als bei Verfilmungen.
Grenzenlos begeistert hat mich übrigens auch die Aufführung von Glattauers Gut gegen Nordwind - ob dieser Roman noch zum Klassiker wird, wird sich wohl in einigen Jahren zeigen.

Montag, 17. Oktober 2016

[Kurzrezensionen] Von Tieren und Toten

Dorothy L. Sayers - Zur fraglichen Stunde

"Zur fraglichen Stunde" ist der siebte Krimi rund um Hobbydetektiv Lord Peter Wimsey und nachdem ich den Vorgänger "Fünf falsche Fährten" abgebrochen hatte, hat mir dieser nun wieder richtig gut gefallen.
Er beginnt damit, dass Harriet Vane bei einem Wanderausflug über eine Leiche stolpert und daraufhin gemeinsam mit Lord Peter Wimsey zu ermitteln beginnt. Erschwert wird die Sache dadurch, dass die Leiche kurz nach Harriets Entdeckung von der Flut davongespült wurde und es außerdem den Anschein hat, als ob niemand zur fraglichen Zeit überhaupt in ihrer Nähe gewesen wäre.
Dieser Roman lebt nicht nur vom überzeugend konstruierten Kriminalfall, sondern vor allem von dem Geplänkel zwischen Harriet und Peter. Während er weiterhin seine Angebetete umwirbt, kommt es zu sehr spritzigen Wortgefechten und auch einigen nachdenklichen Momenten. Harriets Charakter wird hier weiter ausgebaut und ich freue mich darauf, in den nächsten Bänden mehr von ihr zu lesen.


Rotraut Schöberl (Hrsg.) - LiteraTier. Von Adler bis Zwergflusspferd

Vom Hauptverband des Österreichischen Buchhandels wurde dieses Jahr anlässlich des Welttags des Buches die Anthologie "LiteraTier" hersausgegeben und in Buchhandlungen verschenkt. Darin finden sich Texte von verschiedenen AutorInnen wie etwa Selma Lagerlöf, Arno Geiger, Leoni Swann, Paul Auster und Erich Kästner, in denen jeweils ein bestimmtes Tier im Mittelpunkt steht.
Mir hat die Zusammenstellung, die Auszüge aus Klassikern, Kurzgeschichten und auch einzelne Kapitel aus modernen Romanen enthält, sehr gut gefallen. Den einen oder anderen Text kannte ich schon, aber ich habe auch einiges neues entdeckt. Zwar hat mir nicht alles gleich gut gefallen, aber es sind doch ein paar Werke auch auf meiner Wunschliste gelandet, so etwa "Der Pfau" von Isabel Bogdan und "Mings fetteste Beute" von Patricia Highsmith.
Die Idee hinter dem Buch ist wirklich schön, die Auswahl der Texte ist sehr abwechslungsreich und ich habe das Lesen dieser kleinen Anthologie sehr genossen.


Deborah Crombie - Das Hotel im Moor

Mir ist die Krimireihe von Deborah Crombie rund um Duncan Kincaid und Gemma James schon vor einer ganzen Weile bei Winterkatze untergekommen und als ich gesehen habe, dass es den Auftakt in der Onleihe gibt, habe ich es einfach mal damit probiert.
In diesem ersten Band wird Inspektor Duncan Kincaid in seinem Urlaub prompt mit einem Mord konfrontiert und so beginnt er vor Ort zu ermitteln, während seine Kollegin Gemma James die Familien der Verdächtigen befragt.
Obwohl mir das Setting an sich gefallen hätte, fand ich den Krimi eher so mittelmäßig. Die Auflösung hatte ich schneller begriffen als Duncan Kincaid und der Showdown am Ende beruht darauf, dass sich eine Figur wirklich strunzdumm verhält. Ich konnte außerdem noch nicht so recht mit dem Ermittlerduo warm werden. Ich fand es etwas befremdlich, dass Duncan gleich mit zwei Frauen munter flirtet (von denen eine verheiratet ist), während Gemma in einer Situation ist, die ich persönlich nicht so gern in Krimis lese: Sie ist alleinerziehende Mutter, die damit kämpft, Privatleben und Job unter einen Hut zu bekommen.
Ich bin mir noch nicht sicher, ob ich diese Krimiserie weiterlesen werde. Vielleicht probiere ich es aber zumindest noch mit ein bis zwei weiteren Bänden.

Samstag, 15. Oktober 2016

[Winterkatzes Herbstlesen] 15. und 16. Oktober

Samstag, 15. 10.

Ich war etwas unschlüssig, ob ich mich dieses Wochenende wieder dem Herbstlesen von Winterkatze anschließen werde, da ich sowohl heute als auch morgen nicht so viel daheim bin, aber ich möchte doch vor allem heute Abend gerne gemütlich mitlesen und -plaudern. Diesmal gibt es von mir aber einen Sammelbeitrag für das Wochenende.

Ich habe heute noch nichts gelesen, aber mich beschäftigt seit zwei Tagen ein literarisches Thema: die Vergabe des Literaturnobelpreises an Bob Dylan. Ehrlich gesagt weiß ich einfach nicht, was ich davon halten soll. Natürlich, man kann Liedtexte durchaus mit Lyrik vergleichen oder gleichsetzen, aber ich finde es dennoch eigenartig. Vor allem aber habe ich den Literaturnobelpreis immer auch als ein Mittel betrachtet, um auf Literatur allgemein und auf bestimmte AutorInnen aufmerksam zu machen und die Menschen dazu anzuregen, sich Bücher zu kaufen und (gern auch kritisch) darüber zu diskutieren, ob diese wohl den Nobelpreis verdienen. Und genau das fehlt dieses Jahr.
Was auch fehlt, ist mein ganz persönliches Oktoberritual: Normalerweise, wenn der Nobelpreis vergeben wird, recherchiere ich den Preisträger/die Preisträgerin, schreibe darüber in meinem Blog, überlege, welches Buch interessant klingt und ziehe los, um es mir in der Buchhandlung zu kaufen. Diesmal stehe ich etwas ratlos da, horche ein wenig in Lieder von Bob Dylan rein, aber mir fehlt einfach ein tieferer Zugang zu Musik. Ich höre sie gern im Hintergrund, bin manchmal auch begeistert von einzelnen Liedern, aber ich habe nicht unbedingt das Bedürfnis, mich intensiv damit auseinanderzusetzen.
Ihr merkt also, ich bin nicht begeistert von der diesjährigen Entscheidung. Und was sagt ihr dazu?

Nun ja, ich schau mich jetzt mal ein wenig bei euch um und dann treff ich mich mit meiner Schreibgruppe zu einem späten Brunch.


Update um 18:30

Nach einem gemütlichen Brunch hatte ich heute noch ein paar Dinge zu erledigen und so bin ich noch nicht viel zum Lesen gekommen (außer ein wenig in der Straßenbahn). Nun habe ich mal eine Runde durch die Blogs gedreht und werde es mir jetzt mit einem Buch auf dem Sofa gemütlich machen. Ich lese gerade So finster, so kalt von Diana Menschig, eine düstere Version von "Hänsel und Gretel" und bislang finde ich das Buch ganz interessant und bisweilen auch etwas gruselig. Der phantastische Anteil ist aber etwas größer, als ich erwartet hätte und ich bin mir noch nicht so sicher, ob mir das so gefällt. Alles in allem ist es aber mal eine spannende Interpretation.
Außerdem werde ich heute wohl noch Gatsby zu Ende gucken. Mit dem Film habe ich gestern Abend begonnen und ich finde ihn interessant inszeniert und super besetzt, aber er ist nicht so ganz mein Fall. Mal sehen, wie das letzte Drittel noch wird.


Sonntag, 16.10.

Ich hatte gestern noch einen sehr buchigen Abend. Zuerst habe ich So finster, so kalt ausgelesen, das mich leider nicht mehr so recht überzeugen konnte und dann habe ich Gatsby zu Ende geschaut. Danach wollte ich noch etwas lesen, aber irgendwie war mir nach etwas Vertrauten, daher habe ich zu dem Jugenbuch Heike bricht aus von Ilse van Heyst gegriffen, das ich schon ewig nicht mehr gelesen habe. Damit habe ich dann den restlichen Abend verbracht und es auch gleich noch im Bett zu Ende gelesen.
Heute bin ich noch etwas unschlüssig. Ich habe gerade gefrühstückt und ein wenig für einen geplanten Silvesterausflug herumrecherchiert (nachdem der im letzten Jahr ins Wasser gefallen ist, weil ich krank war). Mich locken derzeit einige Bücher, aber gleichzeitig springt mich keins so direkt an. Ich habe mir jetzt mal Codex Regius von Arnaldur Indridason bereitgelegt, aber vielleicht werde ich auch erst mal zu meiner Häkelnadel greifen und dazu weiter Harry Potter and the Goblet of Fire horchen. Vorher drehe ich aber mal eine Runde und schaue, was sich bei euch tut.


Update um 18:30

Ich hatte bislang einen durchaus buchigen Tag. Am Vormittag habe ich beim Handarbeiten mein Hörbuch weitergehört, dann habe ich am Balkon in der Sonne mal mit Codex Regius begonnen und am Nachmittag war ich in einer Vorstellung von Menschen im Hotel nach dem Roman von Vicki Baum. Dank einer Freundin hatte ich die Möglichkeit, das Stück gratis zu sehen. Es war optisch sehr schön inszeniert und auch nah am Buch, aber es war leider auch ein wenig zäh. Irgendwie hat das Tempo nicht gepasst, was vor allem an einem der Schauspieler lag, in dessen Szenen man das Gefühl hatte, jemand hätte die Bremse gezogen. Alles in allem hat es mir trotzdem gefallen, da ich auch den Roman sehr mochte, aber man hätte doch mehr daraus machen können.
Jetzt werde ich vermutlich ein wenig schreiben und vielleicht kann ich mich dazu aufraffen, dass ich noch das eine oder andere Buch rezensiere - die Warteliste hier ist nämlich schon beängstigend lang.
Vorher drehe ich aber wieder die obligatorische Runde, um zu sehen, wie euer Nachmittag war. 

Freitag, 14. Oktober 2016

John Garth - Tolkien und der Erste Weltkrieg. Das Tor zu Mittelerde


erschienen bei Klett-Cotta
woher: Büchereien Wien (Onleihe)



Das Bild von Tolkien ist meist das eines Professors in mittleren Jahren, der sich neben der wissenschaftlichen Forschung seiner Welt Mittelerde und dem Schreiben seines Hauptwerkes "The Lord of the Rings" widmete. Dieses Buch dagegen beschäftigt sich mit der Zeit davor, lange bevor das berühmte Epos überhaupt ein Thema war. 

Anders als es der Titel suggeriert, konzentriert sich John Garth dabei nicht nur auf die Zeit des Ersten Weltkriegs, sondern auch auf die Jahre davor, als Tolkien zusammen mit seinen Mitschülern Christopher Wiseman, Rob Gilson und G.B. Smith die "Tea Club Barrovian Society" (TCBS) gründete. In diesem literarischen Zirkel, wie man ihn vielleicht nennen kann, diskutierten die vier Teenager über Literatur und Sprache und begannen ihre ersten eigenen Texte zu entwerfen.
Ich fand gerade diesen Anfang sehr faszinierend zu lesen. John Garth beschreibt sowohl die Freundschaft als auch die große Schöpfungskraft dieser vier unglaublich anschaulich. Es ist faszinierend, auf diese Weise die ersten Schritte von Tolkien zu dem Schriftsteller, der er einmal werden sollte, mitzuerleben. Anders als die meisten seiner Klassenkameraden galt sein Interesse weniger der klassischen antiken Literatur als eher altenglischen und altnordischen Mythen und Texten. Inspiriert davon verfasste Tolkien eigene Gedichte, die zunächst aber entweder in der Realität oder einem undefinierten Feenland angesiedelt waren. 

Der Beginn seiner eigenen Mythologie war ein Hinweis auf Éarendel, den "glänzendsten aller Engel", der Tolkien als Aurvandill in der nordischen Mythologie erneut begegnete. Tolkien überlegte, was für ein Ursprung dahinter stecken könnte und so entstand sein Earendil, der mit einem Schiff über den Himmel segelt und als Morgen- und Abendstern erscheint. In seinen letzten Schuljahren und seiner Studienzeit in Oxford beschäftigte Tolkien sich intensiv mit der Entwicklung einer eigenen Mythologie und einer eigenen Sprache, wobei diese zunächst noch ganz in unserer Welt verankert war und erst spät zu etwas Eigenständigem wurde.

In dieser Zeit höchster Inspiration, in der alle vier Mitglieder der TCBS eigene Texte erschufen, begann der Erste Weltkrieg und ab da ist das Buch sehr schmerzhaft zu lesen, auch wenn es faszinierend ist, wie die vier Freunde sogar noch an der Front und im Chaos des Krieges in Briefen über Literatur und das Schreiben diskutierten. John Garth zeichnet ein sehr detailliertes und sorgfältig recherchiertes Bild der Ereignisse während der Kriegsjahre. Er beschreibt einerseits die Kampfhandlungen, andererseits aber auch die Texte, die Tolkien in dieser Zeit schuf. Dabei zieht er durchaus auch Parallelen zwischen Tolkiens Kriegserfahrungen und seinem Werk, aber er geht hier sehr behutsam vor und neigt nicht zu verstiegenen Interpretationen.
Während des Krieges starben Gilson und Smith - ein Verlust, den man beim Lesen fast am eigenen Körper spürt. Tolkien hatte das "Glück" krank zu werden und deshalb nach England zurückgeschickt zu werden.

Ich habe das Buch von John Garth als unglaublich interessant und spannend empfunden. Die Anfänge von Tolkiens Schaffen, die man heutzutage im "Buch der Verschollenen Geschichten" nachlesen kann, finden sonst meistens deutlich weniger Beachtung als die Arbeit des Autors am Silmarillion und am Herr der Ringe. Und die TCBS, die eine derartig große Rolle in Tolkiens Jugend und Studien- sowie Militärzeit gespielt hat, findet neben den prominenteren "Inklings" der späteren Jahre nur selten Erwähnung. 
Das bedeutet zugleich aber auch, dass man mit diesem Buch vielleicht nicht sehr viel anfangen kann, wenn man von Tolkien tatsächlich nur den "Herr der Ringe" kennt. Man muss schon ein wenig mit der Mythologie von Mittelerde vertraut sein (zumindest das "Silmarillion" sollte man kennen), um John Garths Ausführungen überhaupt einordnen zu können.
Wie bereits erwähnt, ist das Buch hervorragend recherchiert. John Garth stützt sich auf militärische Dokumente, Augenzeugenberichte und Briefe und zieht hier auch Quellen heran, die vorher in Biografien über Tolkien keine Beachtung fanden.

Für mich war dieses Buch eines der Lesehighlights dieses Jahres. Obwohl es sehr umfangreich ist und ich mitunter nicht alle Truppenbewegungen nachvollziehen konnte, hat es mich vom Anfang bis zum Ende gefesselt und ich hätte gern noch mehr gelesen. Mit seiner Konzentration auf Tolkiens frühe Jahre, auf die Verschollenen Geschichten und die Gemeinschaft der TCBS deckt es bisherige Lücken ab und ist allen zu empfehlen, die sich genauer für die Anfänge von Tolkiens Schaffen interessieren.

Montag, 10. Oktober 2016

Warum liest du?

Tobi von Lesestunden hat - angeregt durch #warumichlese - schon im September eine ganze Reihe von Fragen rund ums Lesen in die Bloggerwelt hineingeworfen, denen ich mich nun endlich zuwende. Ich werde nicht alle Fragen beantworten, da es doch eine ziemlich große Liste ist, nehme aber an, dass es dennoch ein recht langer Beitrag werden wird.


Warum liest du?
Na, das fängt ja gleich alles andere als einfach an. Die einzige Antwort, die mir dazu einfällt: Weil ich mir nicht vorstellen kann, nicht zu lesen. Das ist, zugegeben, nicht sehr aussagekräftig, aber ich lese, seitdem ich als kleine Sechsjährige gelernt habe, wie das geht. Seither ist das Lesen für mich so ein fixer Bestandteil meines Lebens, dass ich mir schlichtweg nicht vorstellen kann, nicht zu lesen.

Was liest du? Welche Genres bevorzugst du? Liest du auch Klassiker?
Ich lese im Grunde alles, ausgenommen Horror und Erotik. Von Kinderbüchern über Krimis und Fantasy bis hin zu Klassikern und Gegenwartsliteratur ... Ich mag zwar Fantasy sehr gern, lese aber eigentlich schon seit Jahren ausgeglichen alle möglichen Genres.

Wo liest du überall? Nur Zuhause, nur in der S-Bahn, überall, …?
Überall. Früher hatte ich immer ein Reclamheftchen mit dabei, inzwischen ist es der Ebook-Reader. Und wenn ich schreibe "immer", dann meine ich das wörtlich. Selbst, wenn ich mich mit Freunden beim sehr nahegelegenen Kino treffe, habe ich etwas zum Lesen mit dabei. Man weiß ja nie, ob man nicht vielleicht irgendwo auf jemanden warten muss.

Liest du viel oder wenig? Wie viel Zeit verbringst du in der Woche mit Lesen? Wie viele Bücher liest du im Schnitt pro Monat/Jahr? Machst du auch längere Lesepausen?
Da stellt sich die Frage, was viel bzw. wenig ist. Im Vergleich mit vielen Bekannten und Verwandten lese ich sehr viel; im Vergleich mit so manchen Buchbloggern lese ich wenig. In den letzten Jahren habe ich immer zwischen 50 und 100 Büchern pro Jahr gelesen, wobei ich nicht genau sagen könnte, wieviel Zeit ich in der Woche mit Lesen verbringe. Längere Lesepausen mache ich kaum jemals - schon alleine deshalb nicht, weil mir dann in den Öffentlichen Verkehrsmitteln langweilig wäre.

Liest du schnell oder langsam? Wie viele Seiten liest du ungefähr in einer Stunde?
Ich lese ziemlich schnell, schon seit meiner Kindheit. Früher hat meine Mutter oft angezweifelt, dass ich tatsächlich das Buch lese und nicht nur überfliege. Bei deutschen Büchern lese ich in einer Stunde an die 100 Seiten (wobei das natürlich auch vom Buch abhängt - bei manchen bin ich deutlich langsamer), bei englischen Büchern lese ich nur etwa halb so schnell.

Wie viele Bücher liest du in der Regel gleichzeitig?
Meistens lese ich drei Bücher gleichzeitig: ein Ebook für unterwegs, ein gedrucktes Buch zuhause und ein Hörbuch. Manchmal lese ich aber auch mehr gleichzeitig oder aber ich konzentriere mich ganz auf eines.

Welche Formate bevorzugst du? Taschenbücher, gebundene Bücher, broschierte Bücher, Prunkausgaben?
Legst du Wert auf eine hochwertige Verarbeitung deiner Bücher? Spielt die Optik des Buches eine Rolle für dich?
Ich mag zwar schöne Hardcover, finde aber Taschenbücher sehr praktisch. Ich könnte daher nicht eindeutig sagen, dass ich ein bestimmtes Format bevorzuge.
Obwohl ich Bücher mag, die optisch schön gestaltet sind und mich auch an einer hochwertigen Verarbeitung erfreuen kann, steht das für mich nicht im Mittelpunkt.


Liest du auch Ebooks? Wenn ja wie oft und welche Bücher?
Ich lese etwa halb-halb Ebooks und Printbücher und unterscheide da nicht großartig zwischen Genres. Allerdings lese ich englische Bücher bevorzugt als Ebooks (wegen des integrierten Wörterbuchs) und greife bei Sachbüchern, die nicht nur aus reinem Fließtext bestehen, lieber zu gedruckten Büchern. 

Wo versorgst du dich mit neuen Büchern? Beim Buchhändler ums Eck? In der Bibliothek? Aus dem Bücherbus?
Am liebsten versorge ich mich in der Bibliothek mit neuen Büchern. Das ist nicht nur die kostengünstigste und platzsparendste Variante, sondern lässt mich auch freier Bücher ausprobieren - wenn es mir nicht gefällt, bringe ich es eben ungelesen wieder zurück. Wenn ich Bücher kaufe, ist die Buchhandlung Kuppitsch meine liebste Anlaufstelle. Leider liegt diese Buchhandlung mittlerweile nicht mehr sehr günstig für mich (früher war ich durch die Arbeit öfter in der Nähe), aber ab und an bestelle ich dort auch Bücher oder kaufe deutsche Ebooks. Die nächste Buchhandlung in meiner Umgebung ist eine kleine Zweigstelle der Buchhandlung !Bestseller, wo die Auswahl allerdings nicht übermäßig groß ist. Was englische Printbücher betrifft, habe ich noch nicht wirklich eine Alternative zu Amazon gefunden. Englische Ebooks kaufe ich meistens über den Kobo-Shop - auch nicht ideal, aber auch hier fehlt mir noch eine echte Alternative.

Verleihst du Bücher? Wenn ja an wen und welche Erfahrungen hast du damit gemacht?
Ja, ich verleihe Bücher an Freunde und Verwandte und habe damit bislang keine schlechten Erfahrungen gemacht.

Wie viele Bücher hast du im Schnitt auf deinem Stapel ungelesener Bücher? (Alternativ: wie viele Regale ungelesener Bücher hast du?)
In den letzten Jahren hat es sich bei mir auf fünfzehn Bücher im Schnitt eingependelt. Das ist für mich ganz okay, wobei ich gern einen etwas "frischeren" SuB hätte. Dafür, dass er doch relativ klein ist, tummeln sich dort immer recht viele Bücher, die ich schon seit einer geraumen Zeit besitze.

Wie sortierst du deine Bücher im Regal?
Grob nach Genre - ich habe meine Aufteilung vor kurzem hier bei einer Bücherregal-Tour vorgestellt: In einem Regal in Schlafzimmer habe ich Sachbücher, in einem weiteren Regal dort sind Kinder- und Jugendbücher. Im Wohnzimmer habe ich ein Regal mit Klassikern, Gegenwartsliteratur und allgemeiner Belletristik, ein Regal mit "Genreliteratur" (Fantasy/Phantastik, Krimis, historische Romane) und schließlich noch ein kleines Reclam-Regal. 

Was nutzt du als Lesezeichen? Oder knickst du die Seiten ein?
Ich habe eine ganze Reihe von Lesezeichen - einige habe ich geschenkt bekommen, einige habe ich aus Urlauben mitgebracht, einige habe ich selbst geknüpft und einige haben mir andere geknüpft. Im Wesentlichen sind es aber vier Lesezeichen, die sich am häufigsten in meinen Büchern finden:


Ganz links ist mein Liebling von den Bändern, die ich geknüpft habe und gleich daneben ist ein geknüpftes, das ich geschenkt bekommen habe (ein Ambigramm meines Namens). Das blaue Bändchen mit der schwarzen Silhouette habe ich mal bei einem Weihnachtswichteln bekommen und daneben schließlich ist eines, das ich schon 1999 bei meinem ersten Besuch in Norwegen gekauft habe.

Wie belesen ist dein Bekannten- und Freundeskreis? Kennst du Menschen, die kein Buch besitzen?
Die meisten Menschen in meiner Umgebung lesen ebenfalls, wenn auch nicht alle so leidenschaftlich wie ich. Ich weiß nicht, ob ich Menschen kenne, die kein Buch besitzen, aber ich kenne auf alle Fälle Menschen, die nicht gern lesen.

Was für eine Rolle spielen Bücher in deinem Berufsleben?
Ich arbeite im Bereich der Aus- und Fortbildung von BibliothekarInnen. Obwohl ich nicht direkt mit Büchern arbeite, spielen sie doch indirekt eine wichtige Rolle in meinem Berufsleben.

Brichst du Bücher ab, wenn dir der Inhalt nicht zusagt?
Ja. Früher habe ich das nicht getan, da habe ich mich stets bis zum bitteren Ende durchgequält, aber das habe ich mir im Laufe der Zeit abgewöhnt - vor allem, als ich mit dem Studium fertig war und nur noch als Hobby gelesen habe. 
Wenn deine Bücher plötzlich alle verloren gehen (z.B. Feuer, Hochwasser, böse Fee, …), welche drei Bücher würdest du dir sofort neu bestellen?
Ein Buch ist mir sofort in den Sinn gekommen: Die Brüder Löwenherz von Astrid Lindgren. Das ist einfach ein Buch, das ich immer in meinem Regal haben möchte. Dann vielleicht noch Sommerschwestern von Judy Blume, weil ich das mit Anfang 20 unzählige Male gelesen habe. Und Der Herr der Ringe von J.R.R. Tolkien, weil das Buch einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen hat.
 
Gehören ein Heißgetränk und Kekse zum Leseabend?
Im Winter gehört für mich auf jeden Fall ein Tee zum Leseabend - in der Adventszeit auch gern Kekse. Im Sommer bedeutet ein Leseabend für mich eher, dass ich mit einem kühlen Getränk draußen am Balkon sitze.

Hörst du während dem Lesen Musik, oder muss bei dir völlige Stille herrschen?
Früher konnte neben mir praktisch die Welt untergehen, wenn ich gelesen habe. Ich habe gelesen, während meine Familie ferngesehen hat und ich habe gelesen, während um mich herum der Wirbel einer Hochzeitsfeier herrschte. Mittlerweile lasse ich mich leichter ablenken und lese zuhause am liebsten entweder bei Stille oder mit sehr leiser, instrumentaler Musik. Wenn ich allerdings in den Öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs bin, kann ich die Rundherumgeräusche meist ganz gut ausblenden und mich auf mein Buch konzentrieren.

Liest du Bücher mehrmals? Wenn ja welche und warum?
Früher habe ich ständig Bücher mehrmals gelesen. Das war zum Teil aus der Not geboren, da ich als Kind so viel und so schnell gelesen habe, dass mein Bedarf weder mit Nachschub zu Weihnachten und zum Geburtstag noch mit regelmäßigen Besuchen in der Bücherei gestillt werden konnte. Serien wie "Fünf Freunde", "Trixie Belden", "Britta" und "Die schwarze Sieben" habe ich damals rauf und runter gelesen. Auch als Jugendliche habe ich immer noch sehr gern mehrmals zu manchen Büchern gegriffen.
Abgewöhnt habe ich mir das erst allmählich, als ich nach Wien gezogen bin und mir auf einmal ungleich größere Bibliotheken zur Verfügung standen. Ich lese allerdings noch immer manche Bücher mehr als einmal. Für mich ist das wie eine Heimkehr. Ich weiß dann schon, was mich beim Lesen erwartet, freue mich auf bestimmte Stellen und feiere ein Wiedersehen mit geliebten Figuren.


Und wie ist es bei euch? Findet ihr euch in manchen Antworten von mir wieder oder seht ihr manches gänzlich anders?

Sonntag, 9. Oktober 2016

[Winterkatzes Herbstlesen] 9. Oktober

Ein weiterer Tag Herbstlesen ist angebrochen. Nicht zu glauben, dass ich vor einer Woche noch auf dem Balkon gefrühstückt habe. Heute gabs mein Frühstück drinnen - in eine dicke Kuschelweste gehüll, weil es so kalt ist. Eventuell muss ich dann doch schon mal ein wenig die Heizung einschalten.

Ich habe gestern noch meine herbstliche Girlande fertig gehäkelt, muss sie aber noch fotografieren (derzeit bin ich noch unschlüssig, ob ich sie drinnen aufhänge oder draußen auf dem Balkon statt der sommerlichen Wimpel. Oder ich mach noch eine zweite, dann muss ich mich nicht entscheiden. ;-)

Beim Frühstück habe ich bei Die Haarteppichknüpfer weitergelesen. Mir fehlen jetzt noch fünf Geschichten und bisher gefällt mir das Buch sehr gut. Es beginnt eher als Fantasy-Roman, driftet dann aber immer mehr in Richtung Science Fiction. Noch weiß ich nicht, was es mit den Haarteppichen auf sich hat, aber allmählich lüften sich die Fragen und Geheimnisse. Ich werde euch das Buch aber in einer Rezension noch genauer vorstellen. Jetzt werde ich erst mal eine Blogrunde drehen und schauen, was ihr gestern Abend so geschrieben habt bzw. ob es heute schon neue Beiträge gibt.


Update um 14:00

Mich hat heute noch ziemlich die Häkelwut gepackt, daher habe ich den Tag bislang mit Harry Potter and the Goblet of Fire im Ohr und meinen Häkeleien verbracht. Noch sind die Girlanden nicht fertig, aber da die Sonne rausgekommen ist, werde ich mich nun mal den Pflanzen am Balkon zuwenden.


Ich habe außerdem recht spontan Feigenkekse gebacken, da es gestern am Markt sehr günstig frische Feigen gab. Noch bin ich mir nicht sicher, für wie gelungen ich das Experiment halte. Weder optisch noch geschmacklich sind die Kekse eine große Offenbarung. Eigentlich wollte ich morgen welche in die Arbeit mitnehmen (und habe auch extra Kokosöl statt Butter verwendet, damit meine vegane Arbeitskollegin auch welche essen kann), aber nun bin ich mir nicht sicher, ob ich die wirklich mitbringen soll.
Nun ja, ich werde jetzt mal am Balkon werkeln und mir nachher dann einen Kaffee oder Tee mit Keksen gönnen. Mal sehen, wie sie dann schmecken.



Update um 19:30

Sooo, bei mir ist nun der Herbst eingezogen, aber sowas von! Ich habe nicht nur meine Herbstblumen eingepflanzt, sondern auch alles zusammengesucht, was ich noch an herbstlicher Deko besitze, mir die Kastanien geschnappt, die ich gestern gesammelt habe und dann so richtig losgelegt. *g* Macht euch also auf einen herbstlichen Fotohagel gefasst:

eine Girlande ist draußen am Balkon gelandet ...
... und eine drinnen. Leider war das Licht nicht mehr ideal für ein Foto.

Bei all der Häkelei und Dekoriererei bin ich ziemlich gut bei meinem Hörbuch vorangekommen - Harry Potter steht jetzt schon kurz vor der dritten Aufgabe des Triwizard Tournament. Dazwischen hab ich auch ein bisschen geschrieben, aber ich hänge plottechnisch gerade ein wenig in der Luft, was die Sache etwas mühsam macht.
Nun werde ich mich aber endlich mal mit Vor dem Fall auf dem Sofa einmümmeln. Dieses Buch würde ich heute gern noch zu Ende lesen, da ich sehr gespannt auf das Ende bin und befürchte, dass ich in den nächsten Tagen wieder nicht allzu viel zum Lesen kommen werde.


Update um Mitternacht

Ich sollte eigentlich schon längst im Bett liegen, da der Wecker morgen wieder früh klingelt, aber ich habe nun noch Vor dem Fall ausgelesen, das mir trotz einiger Kritikpunkte gut gefallen hat. Spannend war auf jeden Fall!
Danke fürs eifrige Kommentieren und danke, Winterkatze, für das schöne Herbstlesen-Wochenende. Gute Nacht! 

Samstag, 8. Oktober 2016

[Winterkatzes Herbstlesen] 8. Oktober

Ich wünsche euch einen späten guten Morgen! 
Ein weiteres Wochenende mit Winterkatzes Herbstlesen ist da und ich hatte eigentlich gedacht, dass ich erst ab morgen dabeisein würde, da ich mich heute als Umzugs- und Möbelaufbauhilfe angeboten hatte. Nun gibt es aber schon genug fleißige Hände und die Aufbauten sind zudem schon so weit fortgeschritten, dass ich doch nicht mehr gebraucht werde.

Ich muss sagen, dass ich darüber sehr erleichtert bin. Die vergangene Woche war vollgepackt bis obenhin und ich war kaum jemals zuhause. Einerseits gab es in der Arbeit außernatürliche Dinge wie etwa ein Fotoshooting und den Österreich liest-Festabend, andererseits standen auch einige Freizeitaktivitäten an: so war ich am Donnerstag bei klirrender Kälte mit meiner Schreibgruppe rund um den Naschmarkt unterwegs, um einen historischen Mord aufzuklären (ein Mystery-Spiel) und habe gestern "Finding Dory" im Kino gesehen (ein sehr netter und optisch wunderschöner Film).
So spannend und abwechslungsreich die vergangene Woche auch war, jetzt freue ich mich auf ein ruhiges Wochenende, an dem ich nur putzen und einkaufen vorhabe und mich ansonsten zuhause verkriechen kann.

Ich werde mich jetzt zuerst mal dem Putzen widmen und dabei ein wenig Harry Potter and the Goblet of Fire horchen. Für später liegen dann noch Die Haarteppichknüpfer und Vor dem Fall bereit - bei beiden Büchern bin ich seit dem letzten Wochenende nicht sehr viel weiter gekommen.
Zuerst drehe ich aber noch eine kleine Runde und schaue mal, wer von euch sonst heute noch mit dabei ist.


Update um 15:30

Ich war eine ganze Weile unterwegs und habe unter anderem bei der Hauptbücherei der Büchereien Wien vorbeigeschaut, wo der alljährliche Bücherflohmarkt stattfand - diesmal allerdings nicht in der Internetgalerie der Bücherei, sondern auf dem Platz vor dem Eingang. Es war ziemlich viel los und es ist mir kaum gelungen, mich zu den Büchern durchzukämpfen.

Blick von oben auf den Bücherflohmarkt
Nachdem ich mir das Gedränge fünf Minuten lang angetan habe, wars mir zu blöd und ich bin stattdessen lieber in die Bücherei gegangen und habe mich dort mit reichlich Lesefutter eingedeckt.


So finster, so kalt ist eine etwas andere Interpretation von "Hänsel und Gretel" und meine nächste Lektüre für die Märchen-Challenge. Codex Regius ist ein Krimi von Arnaldur Indridason rund um die gleichnamige altisländische Pergament-Handschrift, in der die Lieder der Älteren Edda überliefert sind - bei dem Thema konnte ich natürlich nicht widerstehen. Der Dieb in der Nacht ist mir schon vor einer Weile bei Nanni aufgefallen und seit damals auf meiner Leseliste; auch Am grünen Rand der Welt will ich schon seit einer gefühlten Ewigkeit lesen. Und schließlich habe ich mit Das Buch der verbrannten Bücher auch noch ein Sachbuch mitgenommen.
Da ich gerade so schön in Fahrt war, habe ich mir dann auch noch bei den DVDs mit Gatsy und Die Bücherdiebin zwei Literaturverfilmungen mitgenommen.


Danach war ich noch Lebensmittel einkaufen und habe im Gartencenter bei mir in der Nähe auch noch Herbstpflanzen für den Balkon gekauft. Das sind dann so die Momente, in denen man sich doch ein Auto wünschen würde - wenn man mit einem Stapel voller Bücher, Lebensmitteln und schließlich noch einer Schachtel voll Pflanzen bepackt ist.
Ich weiß nicht, ob ich die Pflanzen heute noch in die Balkonkästen setzen werde. Derzeit ist es draußen wieder so ungemütlich, dass die Aussicht, auf dem Balkon zu werkeln, nicht so verlockend ist. Ich hoffe mal, dass es morgen schöner wird, da ich allgemein auch noch herbstliche Dekorationen draußen plane.

Als spätes Mittagessen habe ich vorher noch eine Pizza gemacht und nun werde ich mich noch ein wenig dem Wohnungsputz widmen müssen. Wenn ich gut vorankomme, kann ich mich dann aber bald ganz den Büchern und vielleicht ein wenig dem Basteln oder Handarbeiten zuwenden.


Update um 22:30

Ich bin nach dem Wohnungsputz dann beim Häkeln und Hörbuch-hören versumpft und bin nun mit einer herbstlichen Girlande fast fertig.
Außerdem habe ich ein wenig bei Die Haarteppichknüpfer weitergelesen und habe eine Folge "Gilmore Girls" geschaut, die ich noch gar nicht kannte. Spannend, ich glaube, das müsste so ziemlich die einzige Folge sein, die ich früher nie gesehen habe.
Jetzt werde ich wohl die Häkelgirlande fertigstellen und dann noch ein wenig im Bett lesen. Gar so buchig wie gedacht, ist es heute nicht geworden, aber dafür habe ich ja immerhin so einige Besorgungen erledigt.

Montag, 3. Oktober 2016

Lodewijk van Oord - Das letzte Nashorn


erschienen bei Knaus
woher: Buchhandlung Kuppitsch


"Das letzte Nashorn" ist der Debütroman von Lodewijk van Oord, der auf Niederländisch 2014 erschienen ist und nun zwei Jahre später auf Deutsch übersetzt wurde.
Es geht darin um einen Amsterdamer Zoo, dessen Besucherzahlen im Sinken sind und der der deshalb ein wenig aufgepeppt werden soll. Zu diesem Zweck entsteht eine Afrika-Themenwelt, in deren Mittelpunkt eine bedrohte Nashornart steht. Einer der letzten Nashornbullen soll bei den Weibchen für Nachwuchs sorgen und somit die Nashörner vor dem Aussterben retten. Aber das Unternehmen erweist sich als schwieriger als gedacht ...

Lodewijk van Oord beschreibt die Handlung aus der Sicht drei sehr unterschiedlicher Ich-Erzähler:
Der junge, dynamische Zoodirektor Edo Morell kommt aus der Film- und Fernsehindustrie und möchte die Attraktionen seines Zoos medienwirksam in Szene setzen. Die südafrikanische Nashornspezialistin Sariah Malan kämpft hingegen schon seit langem gegen Wilderer, mit denen sie auch eine persönliche tragische Geschichte verbindet: Bei dem Versuch, ein Nashorn vor Wilderern zu retten, starben ihr Verlobter und ihr Kind. Und schließlich ist da noch Frank Rida aus dem Vorstand des Zoos, der vor Jahren über Albrecht Dürer promoviert hat und darüber sinniert, wie Dürer und andere Künstler früher die Vorstellung von exotischen Tieren beeinflusst haben.

Da der Roman auf dem Klappentext als witzig und unterhaltsam bezeichnet wird, habe ich eine eher skurrile Geschichte erwartet und war ein wenig überrascht, als ich eine traurig-nachdenkliche Stimmung vorgefunden habe. Zwar werden die Marketing-Bemühungen von Edo überzeichnet dargestellt und durchaus bissig kommentiert, aber über weite Strecken ist der Roman eher philosophisch angelegt. Er beschäftigt sich mit der Frage, ob es richtig ist, Tiere abseits ihres natürlichen Lebensraums in einem Zoo zu halten, wenn dies ihre einzige Überlebenschance ist, da sie in ihrer Heimat Wilderern zum Opfer fallen würden. Darüber hinaus geht es auch allgemein um die Beziehung zwischen Mensch und Tier auf der einen Seite und um Medienkritik auf der anderen Seite.

"Das letzte Nashorn" ist ein interessanter Roman, der allerdings nicht das enthält, was der Klappentext und meiner Meinung nach auch das Cover suggerieren. Es ist keine witzig-unterhaltsame Lektüre, sondern ein sehr ruhiger, nachdenklicher Roman. Ich möchte nicht zuviel verraten, aber es geht darin so ziemlich alles schief, was schiefgehen kann und zwar nicht im Sinne von skurrilem Chaos, sondern auf eine traurig-ernsthafte Weise. Wenn man sich darauf entsprechend einstellt, bekommt man mit diesem Roman eine philosophische und kritische Geschichte mit hochaktuellen Themen, die zwar stellenweise etwas langatmig ist, sich aber doch flüssig lesen lässt.
Für mich war das kein Highlight, aber dennoch ein Buch, das mir gefallen hat und das auch thematisch aus der Masse hervorsticht.

Sonntag, 2. Oktober 2016

[Winterkatzes Herbstlesen] 2. Oktober

Guten Morgen und einen wunderschönen Sonntag wünsche ich euch!

Ich habe heute schon gemütlich am Balkon gefrühstückt und nehme an, dass das das letzte Balkonfrühstück in diesem Jahr war. Da ich keine Morgensonne habe, ist es im Herbst dazu meistens zu kühl und der für heute angekündigte Wetterumschwung scheint nun auch tatsächlich zu kommen: Es ziehen Wolken auf und es wird zunehmend grauer und kühler.

Bei mir gabs heute zum Frühstück einen Apfel-Bananen-Smoothie und ein Dinkel-Vollkornweckerl. Als Lektüre hat mich dabei Das Hotel im Moor von Deborah Crombie begleitet, da ich beim Essen am liebsten eBooks lese - beim Reader kann man am bequemsten mit einer Hand blättern. Nachher werde ich aber eher wieder zu Vor dem Fall greifen, bei dem ich gestern Abend noch einige Seiten gelesen habe.



Update um 14:00

Ich habe am Vormittag weiter Vor dem Fall gelesen, das ein sehr spannend und auch interessant aufgebautes Buch ist. Allzu weit bin ich aber nicht gekommen, da ich zwischendurch begonnen habe, nach einer Reihe von Büchern zu recherchieren, die ich mir in der vergangenen Woche notiert habe. Die meisten gibt es bereits in der Bücherei, was bedeutet, dass nun meine Liste, mit der ich mich immer in der Bücherei auf die Suche begebe, wieder einmal gewaltig gewachsen ist.
Danach habe ich etwas aufwendiger als sonst gekocht, da ich endlich einmal diese Cauliflower Buffalo Wings ausprobieren wollte. Von der Konsistenz her sind sie extrem lecker gewesen, allerdings habe ich sie etwas zu lange im Ofen gelassen, weshalb sie außen teilweise etwas zu dunkel geworden sind. Trotzdem aber ein sehr empfehlenswertes Rezept!
Und jetzt muss ich noch raus in das graue Nieselwetter und werde mir für unterwegs meinen Reader mitnehmen. Mal sehen, ob ich vielleicht in den Öffis Das Hotel im Moor auslesen werde.

Update um 18:00

Ich war heute Nachmittag etwas länger unterwegs als geplant. Seit kurzer Zeit nenne ich nämlich ein neues Smartphone mein Eigen - ein Samsung Galaxy S5 mini. Das ist nun nicht gerade ein aktuelles Spitzenmodell, aber ich bin ganz begeistert, wie schnell es im Vergleich zu meinem alten LG ist und es macht auch ziemlich gute Fotos.
Warum ich das erzähle? Weil ich auf der Suche nach der perfekten Hülle war - ich wollte ein Cover zum Aufklappen, das nicht zu sehr aufträgt, war aber mit der Lösung der meisten Hüllen, bei denen der Original-Akkudeckel durch die Hülle ersetzt wird, nicht glücklich. Das S5 mini ist mit der Originalabdeckung wasserdicht und das wollte ich natürlich nicht verlieren. Nun habe ich gebraucht noch ein Originalcover entdeckt, das alle meine Wünsche erfüllt (neu wird es nicht mehr verkauft), aber um es zu bekommen, musste ich heute einmal quer durch ganz Wien fahren - eine Strecke von knapp einer Stunde. Als ich auf halbem Weg war, erhielt ich vom Verkäufer eine Mail, er würde es nicht rechtzeitig schaffen (er war zu dem Zeitpunkt selbst außerhalb von Wien). Tja, letztendlich habe ich in einem Café eine Stunde gewartet. So habe ich nicht nur Das Hotel im Moor ausgelesen, sondern auch mit Die Haarteppichknüpfer von Andreas Eschbach begonnen, das ich ebenfalls noch aus der Onleihe auf dem Reader habe. Inzwischen habe ich die Hülle und bin entzückt davon (sie ist schick, schlank, wasserdicht und schaltet beim Öffnen automatisch das Display ein), aber ich bin trotzdem noch immer etwas genervt und verärgert. Immerhin habe ich aber als Entschuldigung die Hülle noch etwas günstiger bekommen und konnte wenigstens die Wartezeit zum Lesen nutzen.
Jetzt freue ich mich aber darauf, gemütlich auf der Couch weiterzulesen und vorher noch eine Runde durch eure Blogs zu drehen.

Update um 23:00

Ich werde heute vermutlich noch eine Folge Gilmore Girls schauen und dann ins Bett gehen. Danke für das neuerliche Herbstlesen, Winterkatze, das erste Wochenende war sehr nett!
Ich habe zwar nicht ganz so viel gelesen wie erhofft, aber es war auf jeden Fall ein gemütliches Wochenende. Bei Vor dem Fall habe ich etwa das erste Drittel gelesen und finde das Buch sehr spannend. Ich habe außerdem Das Hotel im Moor ausgelesen, wobei mich hier die Auflösung etwas enttäuscht hat. Allgemein war das ein eher mittelmäßiger und vorhersehbarer Krimi - mal sehen, ob ich noch mehr von Deborah Crombie lese. Bei den Haarteppichknüpfern bin ich noch nicht allzu weit gekommen, aber bislang finde ich die Geschichten ganz interessant.
Eigentlich wollte ich dieses Wochenende auch eine Rezension zu Das letzte Nashorn schreiben, aber das verschiebe ich wohl auf morgen Abend.

Allen, die morgen frei haben, wünsche ich einen schönen Feiertag!

Samstag, 1. Oktober 2016

[Winterkatzes Herbstlesen] 1. Oktober

Winterkatze veranstaltet auch dieses Jahr wieder das inzwischen schon traditionelle Herbstlesen.

Ich bin nach der vergangenen Woche, die bei mir beruflich ganz im Zeichen der Frankfurter Buchmesse sowie Neuerscheinungen des Herbstes stand, gerade sehr in Lesestimmung und bin also dieses Wochenende gleich einmal mit dabei.
Heute habe ich noch nichts gelesen, da am Vormittag Theaterprobe war und ich danach noch einige Besorgungen zu erledigen hatte. Dabei hat es mich auch noch in eine Buchhandlung geführt und ich habe (auch eine Nebenwirkung der letzten Woche) zwei Bücher gekauft - genaugenommen sogar zwei Hardcover, was bei mir eher ungewöhnlich ist. Aber da meine Bücherregale ja nach dem Umorganisieren erfreulicherweise noch Raum für Neuzugänge bieten und ich nun auch in der glücklichen Lage bin, nicht mehr jeden Cent umdrehen zu müssen, wollte ich mir einfach mal schöne neue Bücher gönnen.

Das eine ist Vor dem Fall von Noah Hawley, das sehr spannend klingt, und das andere ist das Kinderbuch Sally Jones. Mord ohne Leiche von Jakob Wegelius, das mir vergangene Woche bei den Vorstellungen der Neuerscheinungen der Kinder- und Jugendliteratur gleich durch seine schöne Gestaltung aufgefallen ist. Unterleuten von Juli Zeh hatte ich übrigens auch schon in der Hand - das klingt nämlich auch sehr interessant, ist aber vorerst noch nicht bei mir eingezogen.


Ich weiß noch nicht genau, ob ich gleich mit einem neuen Buch beginnen werde oder doch erst mal mein aktuelles eBook Das Hotel im Moor weiterlese. Bevor ich es mir richtig gemütlich machen kann, muss ich ohnehin erst noch die Wäsche aus dem gemeinschaftlichen Waschkeller holen, aber danach werde ich mich vermutlich raus auf den Balkon begeben, da hier nochmal sehr sommerliche Temperaturen angesagt sind (auch wenn jetzt Wolken im Anmarsch sind).


Update um 21:00 

Neue Bücher sind doch zu verlockend! Deshalb habe ich am Nachmittag mit Vor dem Fall begonnen, das mir bislang sehr gut gefällt. Allzu weit bin ich aber noch nicht gekommen, da ich noch ein paar Dinge zu erledigen hatte und die Blogrunde vorher auch eine gewisse Zeit in Anspruch  genommen hat.
Ich habe den Abend außerdem auch für zwei Folgen "Gilmore Girls" genutzt - da ich mich schon sehr auf das Revival bei Netflix freue, möchte ich vorher noch einmal alle Staffeln von vorne bis hinten sehen. Aktuell bin ich bei Staffel 3 und ich finde, dass die Serie gewissermaßen auch zum Herbstlesen passt. Ich weiß nicht, weshalb genau, aber mir vermittelt Serie immer ein eher herbstliches Gefühl.
Und ich habe vorher auch ein klein wenig geschrieben. Ich würde gern wieder ein wenig in das Schreiben hineinfinden - nun, da ich nicht mehr für Prüfungen lernen oder am Abschlussprojekt arbeiten muss, finde ich dafür vielleicht wieder die notwendige Ruhe. Um nach der sehr, sehr langen Abstinenz (zuletzt habe ich 2013 geschrieben) wieder hineinzukommen, habe ich mir für Oktober ein Minimalziel von 250 Wörtern am Tag gesetzt. Das ist alles andere als ein anspruchsvolles Pensum, aber es ist auf jeden Fall besser als nichts.

Für den restlichen Abend werde ich mich aber nun vermutlich weiter in meinem Buch vergraben.