Sonntag, 13. November 2016

[Buchvorstellung] Marina Boos - Jules Welt. Das Glück der handgemachten Dinge

"Jules Welt. Das Glück der handgemachten Dinge" ist  der Roman einer Tintenzirkel-Kollegin, den ich ursprünglich testlesen wollte. Aufgrund zeitlicher Verstrickungen habe ich dann leider nie mehr als die ersten Kapitel geschafft und so war ich umso erfreuter, als Marina mir dennoch ein Exemplar ihres Buches geschickt hat.


Jule ist mit Anfang 30 an einem Punkt in ihrem Leben angekommen, an dem sie ratlos ist, welchen Weg sie zukünftig einschlagen soll. Da ihre Großmutter ihr etwas Geld überlassen hat, will sie als Neustart ein Kreativ-Café in einem kleinen Dort eröffnen. Während ein Teil der Dorfbewohner sie tatkräftig unterstützt, ist ein anderer Teil von ihrem Vorhaben alles andere als begeistert und legt ihr Steine in den Weg, wo es nur geht. Aber Jule lässt sich davon nicht unterkriegen und so renoviert, bastelt, bäckt und werkelt sie, was das Zeug hält.

Man kann es vielleicht schon am Cover erahnen: Es handelt sich hier um ein sehr liebevoll aufgemachtes Buch, das im Inneren auch einiges an Rezepten und Anleitungen zu bieten hat und manchmal sogar Raum für eigene Notizen lässt.


Das macht bereits beim Durchblättern Freude und umso mehr beim Lesen, da Jule nicht die einzige in dem Roman ist, die kreativ tätig ist. Auch andere Dorfbewohner nähen, verarbeiten Wolle, bauen Gemüse an, kochen und tauschen Rezepte sowie Tipps und Tricks aus.
Wer aber nun denkt, dass es sich dabei um einen gemütlichen Wohlfühlroman handelt, irrt sich, denn der Widerstand, auf den Jule mit ihren Plänen stößt, ist beachtlich. Man könnte sagen, dass Marina Boos das beste und das schlechteste vom Leben in einem Dorf in ihrem Roman darstellt. Auf der einen Seite Menschen, die alles neue ablehnen und ihre Nase in Dinge stecken, die sie nicht das geringste angehen und auf der anderen Seite Menschen wie die resolute Gerta, die Jule ohne zu Zögern unter die Arme greift.

"Das Glück der handgemachten Dinge" ist das richtige Buch für alle, die selbst gern kreativ tätig sind. Als ich es zu Ende gelesen hatte, war ich sofort motiviert, etwas zu basteln oder zu häkeln oder handwerklich tätig zu werden (auch wenn mir das Buch nicht gerade Lust aufs Landleben gemacht hat).
Und passend zur Jahreszeit ist inzwischen auch der Folgeband "Vom Glück der winterlichen Dinge" erschienen, in dem es mit den Basteleien und Rezepten weihnachtlich wird. Ich bin schon neugierig, wie es darin mit Jule und ihren Freunden weitergeht.

Kommentare:

  1. Hey,
    das Buch habe ich im Frühjahr beim Durchblättern der Programmvorschau schon auf meine Wunschliste gesetzt und eigentlich schon wieder vergessen. Aktuell lerne ich nähen,also würde es gut zu meiner derzeitigen Situation (Sucht) passen.
    Allerdings bin ich manchmal etwas empfindlich, wenn negativ über das Landleben geschrieben wird :D mich nervt es zwar auch manchmal - insbesondere die ausufernde Tratscherei - aber trotzdem bin ich durch und durch Landkind.

    Liebe Grüße Nanni

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    1. Ich weiß nicht, ob direkt das Landleben negativ beschrieben wird oder ob ich auf solche Dorforiginale auch besonders empfindlich reagiere. Kennst du Gilmore Girls? Da finde ich z.B. auch eine ganze Reihe von den Einwohnern von Stars Hollow bzw. das ganze Städtchen extrem anstrengend.

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  2. Sali, Neyasha.
    Ein Dorf ist im Grunde nicht viel anders gewoben & aufgestellt als die ganze Welt an sich auch. Der Kleingeist trifft auf die Offenherzigkeit. Der Notoriker auf den Lebemann. Je enger der gesellschaftliche Raum gesteckt, desto ergiebiger scheint dabei die gesuchte Konfrontation zu gären.
    Eine Serie wie "Barnaby" scheint dabei, mit den Landstrich entvölkernden Mordreihen, nur wenig zu überzeichnen... 😎

    Rezepte in Romanen animieren stets meine Erinnerungen an die Abenteuer des Thomas Lieven, irgendwie.

    bonte

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