Donnerstag, 29. Dezember 2016

Meine Jahresvorsätze - ein Rückblick auf 2016 und ein Ausblick auf 2017

Anfang dieses Jahres habe ich 12 Vorsätze aufgelistet, die ich mir für 2016 vorgenommen habe - also einen für jeden Monat. Da ich morgen für ein paar Tage nach Innsbruck fahre und also keine Vorsätze mehr im letzten Moment schaffen werde, wird es Zeit, Bilanz zu ziehen. Meinen Lese- und Challengerückblick gibt es dann nach meiner Rückkehr.

Zunächst mal: Wie gut hat das für mich mit einem Vorsatz pro Monat geklappt? Leidlich. Es hat gut begonnen, aber dann hatte ich zwischendurch ein paar Durchhänger und konnte diese auch nicht mehr "aufholen".
Aber der Reihe nach:

Jänner
Als erstes habe ich mich dem Vorsatz Ein neues Rezept ausprobieren zugewandt. Ich habe Kartoffel-Spinat-Röllchen ausprobiert und für sehr lecker befunden. Das Zubereiten hat auch tadellos geklappt. Ich habe in diesem Jahr auch noch ein paar weitere neue Rezepte ausprobiert, aber alles in allem fällt es mir noch immer schwer, nicht immer nur meine üblichen Verdächtigen (Gemüsesuppen oder -currys jeglicher Art, Ofengemüse, Nudeln mit diversen Soßen, Kürbisrisotto, Gemüselasagne) zu kochen.

Februar
Im Februar war ich in Star Wars Identities, worüber ich hier ein wenig mehr geschrieben habe.

März
Im März habe ich mit Lyne einen Lesetag veranstaltet und den Tag weitgehend mit Das Schiff des Theseus verbracht. Mein Beitrag zum Lesetag ist hier nachzulesen.

Im April und Mai bin ich etwas im Stress versunken: Prüfungen, Praktika, Vorbereitungen für Lynes Hochzeit und etliche Dienste. Daneben sind meine Vorsätze ziemlich ins Hintertreffen geraten. Ich war zwar einige Male joggen, war aber von den geplanten dreimal pro Woche weit entfernt.

Juni
Im Juni habe ich mich meinem Alt-SuB gewidmet. Beide Bücher, die ich mir davon geschnappt habe, habe ich allerdings abgebrochen. Es handelte sich um "The Lies of Locke Lamora" von Scott Lynch, das überhaupt nicht mein Fall war und um "Das Haus" von Mark Z. Danielewski, das ich zwar faszinierend, aber etwas zu gruselig fand.

Juli
Ein weiterer Flautemonat

August
Dafür habe ich mir im August nicht nur meinen Wunsch eines Ausflugs erfüllt (Ljubljana), sondern war auch im Sommerkino. Dort habe ich eine Verfilmung von "Ich habe keine Angst" von Niccolò Ammaniti auf Italienisch mit deutschen Untertiteln gesehen und war sehr beeindruckt. Ein ganz toller Film, der der Vorlage mehr als gerecht wird! Das Buch, das es auf Deutsch auch unter dem Titel "Die Herren des Hügels" gibt, habe ich hier rezensiert.

September
Der September hat den endgültigen Abschluss meines Lehrgangs gebracht, aber keinen erfüllten Vorsatz.

Oktober
Der Oktober war für mich mehr oder weniger mein Roman-Monat. Ich habe viel weniger geschrieben als erhofft, habe aber zum ersten Mal seit langem überhaupt wieder geschrieben. Sehr weit bin ich allerdings nicht gekommen.

November
Im November habe ich mich sehr intensiv einem neuen Lied am E-Piano gewidmet und zwar "Falling Into a Dream" in dieser Version. Alles in allem habe ich aber leider weniger Klavier gespielt in diesem Jahr als erhofft. Ich glaube, ich muss mir endlich einen vernünftigen Klavierhocker kaufen. Der Klappsessel, der derzeit im Schlafzimmer bei meinem E-Piano steht, ist nicht so toll.

Dezember
Schließlich habe ich mich im Dezember mit der äußerst tatkräftigen Unterstützung zweier Freunde (genau genommen war es umgekehrt - ich war nur die Unterstützung ;-)) meiner Küche gewidmet und dort endlich ein Arbeitslicht über der Abwasch und eine Stange für Kochutensilien angebracht.

Was ist also offen geblieben? Ich habe es nicht geschafft, zumindest mal einen Monat lang dreimal die Woche joggen zu gehen, was mich sehr ärgert. Überhaupt war 2016 ein katastrophales Jahr, was Sport betrifft. Weiters habe ich kein Bild gemalt und auch nicht den aktuellen Nobelpreisträger gelesen. In diesem Fall war ich allerdings auch etwas überrumpelt vom diesjährigen Preisträger Bob Dylan und habe als Lyrik-Verschmäherin auch nicht recht die Erfüllung darin gefunden, Songtexte zu lesen.

Alles in allem hat es mit den Vorsätzen und Wünschen für dieses Jahr ganz gut geklappt. Manches hätte ich vielleicht ohnehin gemacht, manches habe ich aber auch nur deshalb durchgezogen, weil ich es mir bewusst vorgenommen habe.

Was bedeutet das nun für 2017? Gibt es wieder 12 Vorsätze?
Nein, es gibt vorerst nur drei:

Zum einen ist dringend wieder mehr Sport angesagt. Damit ist auch gleich ein konkreter Vorsatz verknüpft und zwar habe ich meiner Kollegin schon zugesagt, dass ich nächstes Jahr beim Business Run mit dabei sein werde. Der ist zwar erst im September, aber da meine Kondition aktuell dermaßen im Keller ist, sollte ich frühzeitig mit dem Trainieren beginnen.

Dann möchte ich endlich meine Häkeldecke beenden, bei der schon seit Jahren einfach kaum etwas weitergeht. Abgesehen von diversen Geburtstags- und Weihnachtswünschen, die eventuell wieder bei den Nichten und Neffen auftauchen, möchte ich also meine Handarbeitszeit ganz darauf konzentrieren.

Und schließlich haben wir in einem kleinen privaten Schreibforum, bei dem ich schon lange mit dabei bin, beschlossen, dass wir im Jänner einen eigenen NaNoWriMo veranstalten. Der November war für einige von uns sehr ungünstig und daraus entstand die Idee: Warum nicht einfach zwei Monate später? Ich bin mir noch nicht sicher, wie weit das bei mir etwas wird. Schreiben und ich, das ist nun seit Jahren schon ein schwieriges Thema. Aber ich möchte es wenigstens versuchen.

Und wie sieht es bei euch aus? Hattet ihr Vorsätze für 2016? Wie ist es euch damit ergangen? Nehmt ihr euch für 2017 etwas vor?

Mittwoch, 28. Dezember 2016

Bea Uusma - Die Expedition

erschienen bei btb
woher: Weihnachtsgeschenk

Über 15 Jahre lang nimmt das Rätsel der Andrée-Expedition die Medizinerin und Autorin Bea Uusma gefangen: Im Juli 1897 brachen die drei Schweden Salomon August Andrée, Nils Strindberg und Knut Frænkel mit einem Heißluftballon in Richtung Nordpol auf. Nach nur wenigen Tagen endete ihre Reise im Packeis und sie versuchten, zu Fuß zurück nach Spitzbergen zu gelangen. Sie erreichten nach mehreren beschwerlichen Wochen Kvitøya, die "Weiße Insel", wo dreißig Jahre später ihre Leichen gefunden wurden. 

Woran genau die Expeditionsteilnehmer gestorben sind, ist seither Gegenstand vieler Spekulationen. Da sie gut ausgerüstet waren und noch reichlich Nahrung hatten, können Hunger und Kälte kaum die Todesursache gewesen sein. Die Theorien, die bislang vorgebracht wurden (von Botulismus über Bleivergiftung bis hin zu Infektion mit Trichinen) vermögen Bea Uusma nicht zu überzeugen und so beginnt sie die Sache neu aufzurollen. Haben die Wissenschaftler vor ihr etwas übersehen?


Ich habe das Buch zu Weihnachten geschenkt bekommen und am Stephanitag nahezu in einem Rutsch gelesen. Was das Buch so fesselnd macht, ist einerseits Bea Uusmas Schreibstil: Man kann ihre Leidenschaft - oder vielleicht müsste man es schon Besessenheit nennen - beim Lesen direkt spüren und wird unweigerlich davon angesteckt. Andererseits ist natürlich auch der Inhalt an sich unglaublich spannend. Die Mischung aus Tagebucheinträgen und Briefen der Männer, Nachforschungen der Autorin und Schilderungen der Entdeckung der Leichen auf Kvitøya ist perfekt gelungen. 
Schnell wird bewusst, dass die Expedition von Vornherein zum Scheitern verurteilt war: Die Vorbereitungen waren mangelhaft, es hatte nie ein Testflug mit dem Ballon stattgefunden und bereits beim Start traten massive Probleme auf. Dazu kam noch, dass die drei Männer so gut wie keine praktische Erfahrung in arktischen Gebieten hatten. Umso bemerkenswerter ist es, dass es ihnen überhaupt gelang, bis nach Kvitøya zu kommen, auch wenn ihre Expedition dort ein so trauriges Ende nahm.
 
Bea Uusma scheut bei der Frage, weshalb es zu diesem Ende kam, keine Mühen: Sie macht sich selbst zur Weißen Insel auf, stöbert in Archiven und Museen, sucht nach einem verschollenen Brief und konsultiert, als sie sonst nicht mehr weiter weiß, trotz Skepsis sogar eine Wahrsagerin. Dank ihrer Hartnäckigkeit und Sorgfalt gelingt es ihr, tatsächlich unbekanntes Material wie etwa die Obduktionsberichte von 1930 zutage zu fördern und neue Schlussfolgerungen zu ziehen.
Der deutsche Untertitel "Wie ich das Rätsel einer Polartragödie löste" (der im schwedischen Original fehlt) ist dennoch irreführend: Obwohl die Autorin zu plausiblen Erkenntnissen gelangt, wird das Rätsel nie gänzlich gelöst werden können. Es ist aber sehr interessant zu lesen, was Bea Uusma alles herausfindet. Sehr gut gefallen hat mir auch ihre Zusammenstellung am Ende, bei der sie alle Theorien zur Todesursache noch einmal übersichtlich und präzise zusammenfasst. 


Ihr werdet es auch schon bei den Fotos gesehen haben: Das Buch ist nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch sehr gut gelungen. 
Viele Seiten sind grafisch gestaltet, dazu kommen Fotos der Expedition, Karten, Tagebuchauszüge, Tabellen, schematische Zeichnungen etwa des Lagers auf Kvitøya, Fotos der Autorin, Notizen und farblich gestaltete Überschriften. Allein durch das Buch zu blättern macht schon Freude und dank Fadenbindung ist es auch sehr stabil. Der Preis von etwa 30 Euro ist hierfür mehr als angemessen, zumal es sich auch um ein sehr großformatiges Buch handelt.

"Die Expedition" ist ein großartiges und informatives Sachbuch, das ich allen nur wärmstens ans Herz legen kann. Dass ich ohnehin schon seit langem ein Faible für Polarexpeditionen habe, hat sicher zu meinem positiven Eindruck beigetragen, aber man muss keineswegs bereits tief in dieses Thema eingestiegen sein, um dieses Buch interessant zu finden. Für mich war das eines der besten Bücher des Jahres. Von mir aus hätte es gern auch noch länger und ausführlicher sein dürfen, da es so kurzweilig zu lesen war und Bea Uusma das Thema ungemein spannend präsentiert.

Devonas Kritikpunkt, dass das Buch stinkt, trifft glücklicherweise auf mein Exemplar nicht zu: ich muss schon die Nase direkt in das Buch pressen, um etwas zu riechen.

Samstag, 24. Dezember 2016

Weihnachtliches Buchstabengeplauder

Ihr Lieben, ich wünsche euch frohe Weihnachten, erholsame Feiertage und eine wunderschöne Zeit mit eurer Familie oder euren Freunden!

Ich bin bereits bei meiner Familie nur mit Smartphpne und mobilem Internet, was das Bloggen etwas schwierig macht. Daher lasse ich euch für die Feiertage einfach nur ein paar winterliche Eindrücke von Strobl/dem Wolfgangsee da!







Dienstag, 20. Dezember 2016

[Kurzrezensionen] Von Toten, Stiefschwestern und einer Ausreißerin

Irrelevant für die Rezensionen, aber etwas, worüber ich mich kurz aufregen muss: Buchcover in Ebooks, die entweder nicht vorhanden oder fehlerhaft eingebunden sind. Gah! Nicht, dass mich das nach all den anderen Schlampereien oder Seltsamkeiten beim Layout von Ebooks noch wundern würde, aber es nervt mich. Es ist mir schon bewusst, dass viele Verlage Ebooks als ungeliebtes Nebenprodukt betrachten, aber das muss ja nicht auch noch so deutlich werden ...
Normalerweise mache ich mir die Mühe, fehlende Cover mittels Calibre einzubinden, aber diesmal hatte ich dazu keine Zeit, also verzeiht die faden Bilder!

So, jetzt aber zu den Büchern:

Anja Jonuleit - Novemberasche
erschienen bei dtv

Es geht in diesem Krimi um den Mord an einem Schüler, den Kommissar Andreas Sommerkorn aufzuklären versucht. Daneben ereilt ihm auch privat die Nachricht von einem Todesfall: Der Mann seiner Schwester Paula ist bei einem Fallschirmsprung verunglückt. Als rund um diesen Tod einige Geheimnisse zu Tage kommen, beginnt Paulas beste Freundin Nachforschungen anzustellen.

"Novemberasche" ist der zweite Band einer Krimireihe, was mir aber zunächst nicht bewusst war. Deshalb hat es mich zunächst auch sehr irritiert, dass man auf der einen Seite Paulas Freundin Marie als Perspektiventrägerin hat und auf der anderen Seite Sommerkorn, zwischen denen es nur ab und zu Berührungspunkte gibt. Auch die beiden Fälle laufen die meiste Zeit über völlig getrennt voneinander.
Ich kann mir vorstellen, dass das weniger stört, wenn man die Figuren bereits aus dem ersten Band "Das Wasser so kalt" kennt, in dem Marie im Zentrum eines Kriminalfalles steht.
Abgesehen von der meiner Meinung nach etwas seltsamen Aufteilung der Handlungsstränge hat mir der Krimi ganz gut gefallen. Er ist nicht übermäßig spannend, liest sich aber sehr flüssig und wartet mit einigen interessanten Themen auf. Die Auflösung kam mir etwas konstruiert vor und es hat mich ein wenig gestört, dass hier - wie so oft in Krimis - alle in einem großen Showdown in Gefahr gebracht werden, aber ich könnte mir durchaus vorstellen, dass ich wieder einmal etwas von Anja Jonuleit lese.


Jim C. Hines - The Stepsister Scheme
erschienen bei Barnes & Noble

Dieser Roman ist der Auftakt zu einer Reihe von Fantasyromanen, die sich Märchenprinzessinnen mal von einer etwas anderen Weise nähern. Ich bin darauf eigentlich über den vierten Band aufmerksam geworden, da ich nach einer Adaption der "Schneekönigin" gesucht habe. Da ich natürlich nicht mit dem letzten Band einer Reihe beginnen wollte, habe ich mich also dem ersten Band zugewendet, in dem es um Aschenputtel - Danielle - geht. Nach ihrer Hochzeit mit dem Prinzen wird dieser von ihren bösen Stiefschwestern entführt und so macht sie sich auf den Weg, um ihn zu retten. Gut, dass ihr mit Talia, alias Dornröschen, und Snow (Schneewittchen) zwei kampferprobte Frauen zur Seite stehen.

Actiongeladene Märchenprinzessinnen in einem High Fantasy-Setting - das ist wirklich mal etwas anderes. Ich hatte sehr viel Spaß mit "The Stepsister Scheme", das eine sehr rasante und humorvolle Geschichte erzählt. Zwischendurch war es mir leider ein wenig zuviel konfuses Suchen und das Ende war mir etwas zu sehr mit Kampfszenen vollgepackt, aber die drei Heldinnen sind ganz großartig. Der Prinz bleibt dagegen völlig blass und passiv - das habe ich insofern etwas schade gefunden, weil es mir dadurch schwer gefallen ist nachzuvollziehen, weshalb Danielle sich für ihn überhaupt so in Gefahr begibt. Dass die beiden sich tatsächlich lieben, muss man hier einfach mal glauben - spüren kann man davon beim Lesen nichts. 
Da mir die Idee, das Setting und die drei Hauptfiguren aber sehr gut gefallen haben, werde ich die Serie auf jeden Fall weiterlesen.


Ilse van Heyst - Heike bricht aus
erschienen bei Loewe

"Heike bricht aus" ist ein Jugendbuch, das ich früher oft gelesen habe und das ich auch jetzt wieder sehr gut fand. Es gibt darin um die junge, verwaiste Heike, die von einer Pflegefamilie zur nächsten gereicht wird, bis sie schließlich in einem Heim für schwer erziehbare Mädchen landet. Als sie von dort ausreißt und sich auf einem Pferdehof für einen Jungen ausgibt, tut sich für sie eine neue Chance auf.
Der Roman erzählt sehr sensibel, aber ohne auf die Tränendrüse zu drücken, wie Heike nach Verständnis und Liebe sucht, aber immer wieder aufläuft, weil man sie für bockig und schwierig hält und sie sich nicht so verhält, wie man es von einem braven Mädchen erwarten würde. 
Als sich jemand die Mühe macht, ihr zuzuhören und sie einfach sein lässt wie sie ist, blüht sie richtig auf und findet auch endlich eine Heimat.

"Heike bricht aus" ist ein wunderschönes, warmherziges Buch, das sehr feinfühlig einige schwierige Themen anspricht und nebenbei auch noch eine sehr spannende Geschichte erzählt. Man merkt an der äußeren Handlung, dass es schon etliche Jahre alt ist, aber in der Figurenentwicklung und dem Kern der Geschichte ist der Roman sehr zeitlos. Gerade, was das Hinterfragen von Geschlechterrollen und die unterschiedlichen Ansprüche, die an Mädchen und Jungen gestellt werden, betrifft, finde ich das Buch sogar sehr modern. Und Heike ist eine großartige Heldin, die trotz ihrer Fehler und Probleme ein tolles Vorbild für junge Mädchen darstellt. Sie macht sich Gedanken, sie hinterfragt Dinge, sie versucht ganz sie selbst zu sein, auch wenn sie damit aneckt und sie macht eine wirklich schöne Entwicklung durch.
Eines der besten Jugendbücher, das ich kenne!

Samstag, 17. Dezember 2016

Arianas Vorweihnachts-Lesewochen - 4. Adventwochenende

SAMSTAG

Ich bin auch an diesem - letzten - Adventwochenende wieder bei Arianas Vorweihnachts-Lesewochen mit dabei. 
Da mein Husten nicht wirklich besser wird (und ein weiterer Arztbesuch sowie diverse Hausmittel und Medikamente bislang nicht viel gebracht haben), hoffe ich wieder auf ein entspanntes und erholsames Wochenende. Umso mehr, da ich von Montag bis Mittwoch zu einer Konferenz nach Strobl fahre, die eh stressig genug werden wird.
Ich koch mir jetzt gerade ein Süppchen, muss nachher noch einkaufen gehen und daheim ein letztes Weihnachtsgeschenk fertigstellen und kann mich dann ganz dem Lesen widmen.
Vergangene Woche war ich endlich mal auf einem Weihnachtsmarkt (zum ersten Mal dieses Jahr) und zwar auf dem Adventmarkt für Kunst und Handwerk am Karlsplatz, der meiner Meinung nach zu einem der schönsten in Wien gehört. 


Es war zwar einiges los, aber abseits der Punschhütten nicht allzu überlaufen. Aus Gründen, die ich nicht verstehe, drängen sich die meisten Touristen lieber beim völlig verkitschten Christkindlmarkt am Rathausplatz, der außer überteuertem Ramsch und Kommerz nichts zu bieten hat. Aber mir solls recht sein. ;-)

Jetzt werd ich mal meine Suppe essen, eine Runde durch die Blogs drehen und mich dann noch meinen Erledigungen widmen. Bis später!


Update um 20:00

So, die Einkäufe sind erledigt, die Wäsche ist gewaschen und ich habe mir aus der Onleihe ein winterliches Hörbuch ausgesucht - nach dem Reinfall mit dem Liebesroman vorige Woche nun ein frostiger Krimi: Der Tote am Gletscher von Lenz Koppelstätter. Bisher bin ich aber noch nicht weit und kann also noch nicht viel dazu sagen.
Daneben lese ich Vom Glück der winterlichen Dinge von Marina Boos, der Nachfolgeband zu Das Glück der handgemachten Dinge. Da es hinten im Buch wieder Anleitungen und Rezepte gibt, habe ich mir dort auch gleich die Anregung für mein heutiges Abendessen geholt: Kastanienbraten. Er ist sehr lecker geworden, wenn auch leider etwas trocken. Aber da ich als Beilage Blaukraut hatte, hat das die Sache zum Glück etwas saftiger gemacht.

Apropos handgemachte Dinge: Ich wollte euch ja noch das Einhorn zeigen, das ich vorige Woche gehäkelt habe.
Da meine Weihnachtshäkeleien nun soweit erledigt sind, kann ich mich jetzt am Abend ganz den Häkeleien für mich widmen, was mal eine schöne Abwechslung ist so kurz vor Weihnachten. Ich sitze aktuell an einem warmen Dreieckstuch, da ich eine verfrorene Socke bin und es im Büro oft recht kühl finde. Umso schneller ich also damit fertig werde, umso besser. Das heißt, dass ich nun für den restlichen Abend vermutlich die Häkelnadel schwingen und dabei dem Krimi lauschen werde.
Morgen werde ich mich dann wieder hier melden!



SONNTAG

Nicht zu fassen, dass schon der letzte Adventsonntag ist. Ich habe den Tag mit einem sehr gemütlichen Frühstück begonnen und dabei Vom Glück der winterlichen Dinge weitergelesen.  
Gestern Abend habe ich mir beim Häkeln noch weiter Der Tote am Gletscher vorlesen lassen, aber so ganz kann mich der Krimi noch nicht überzeugen. Nach einem ziemlichen Infodump am Anfang mit Fakten über Südtirol, wird jetzt alles an Klischees über Bergdörfer und deren Bewohner aufgefahren, was einem nur so einfällt. Dass der Sprecher Markus Völlenklee die Dialoge im Südtiroler Dialekt spricht, passt zwar einerseits, verstärkt aber andererseits diesen Eindruck noch. Ich glaube, mir ist das alles ein bisschen gar zu viel Lokalkolorit, aber mal sehen, wie sich der Kriminalfall noch entwickelt (der bislang eher im Hintergrund stand).
Seid ihr heute auch schon lesend in den Tag gestartet?

Update um 19:00

Ich habe heute den Tag noch sehr gemütlich verbracht mit lesen, ein bisschen Serien gucken (Call the Midwife - das ich nun nach einer langen Unterbrechung wieder sehr gern schaue), häkeln und Lippenpflege machen als letzte Weihnachtsgeschenke. Außerdem habe ich noch Rezensionen vorgeschrieben für die nächsten Tage.
Ich werde nun packen und mich vorbereiten für die Konferenz und mich daher für heute verabschieden.
Mir hat das Vorweihnachts-Lesen an den letzten beiden Wochenenden sehr viel Freude gemacht. Vielen Dank, Ariana, fürs Organisieren, und allen anderen für all den Austausch! 

Freitag, 16. Dezember 2016

Julya Rabinowich - Dazwischen: Ich


erschienen bei Hanser 
woher: Leihgabe von einer Arbeitskollegin


Die 15jährige Madina lebt mit ihrer Familie in einer Flüchtlingsunterkunft, wo sie auf einen positiven Asylbescheid warten. Während Madina bereits gut in der neuen Heimat Fuß gefasst hat, fällt es ihren Eltern nicht so leicht, sich an die fremde Kultur zu gewöhnen. Und so steht Madina in der Mitte zwischen der neuen Heimat, in der sie endlich richtig ankommen will, und der alten, die vor allem ihr Vater nicht hinter sich lassen kann.

Für mich war "Dazwischen: Ich" eines der Lesehighlights dieses Jahres. Ich habe das Buch beinahe in einem Zug durchgelesen, weil ich es so fesselnd, so bewegend und so authentisch fand.

Der Roman erzählt im Stil eines Tagebuchs aus Madinas Sicht und thematisiert dabei neben den Problemen, die ihre spezielle Situation mit sich bringt - das beengte Leben und die mangelnde Privatsphäre im Flüchtlingsheim, die Sprachbarriere und das Gefühl nicht dazuzugehören - auch die ganz alltäglichen Sorgen eines jungen Mädchens an der Schwelle zum Erwachsenwerden. So spielt etwa auch die nicht immer einfache, aber doch sehr feste Freundschaft mit Madinas Klassenkameradin Laura eine wichtige Rolle.

Madina ist eine wunderbare mutige und zornige Heldin, die die Dinge hinterfragt und ihre eigenen Entscheidungen trifft, oft aber auch von Unsicherheiten und Ängsten geplagt wird. Aus ihrer kritischen und manchmal auch ironischen Sicht schildert Julya Rabinowich die Zerissenheit zwischen zwei Welten, die sich oft nur schwer in Einklang bringen lassen.
Das schöne ist, dass die Autorin dabei keine Schwarz-Weiß-Malerei betreibt, sondern sehr differenziert und glaubhaft die verschiedenen Sichtweisen und Charaktere beschreibt. Das zeigt sich besonders in der Figur von Madinas Vater, der sich zu ohnmächtiger Hilflosigkeit verdammt fühlt. Er findet sich in der neuen Heimat nicht zurecht und da er große Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache hat, ist er bei Behördengängen darauf angewiesen, dass Madina ihm dolmetscht. Dazu hat er immer mehr Angst, dass seine Tochter ihm entgleitet und er sie an die fremde Kultur verliert. Das führt dazu, dass er immer mehr versucht Madina einzusperren und schließlich sogar gewalttätig wird. Er ist also beileibe kein Sympathieträger, aber obwohl ich seine Handlungen beim Lesen aufs tiefste verurteilt habe, hat er mir zugleich auch leid getan.

Madina wird allerhand aufgebürdet, aber zum Glück hat sie nicht nur Laura, sondern auch eine Sozialarbeiterin an ihrer Seite, die sie unterstützen und ihr Halt geben. Deshalb ist der Roman trotz all der Konflikte und traurigen Momente insgesamt doch ein optimistisches Buch.

Stilistisch ist "Dazwischen: Ich" eher einfach geschrieben, aber das passt auch zur Perspektive. Julya Rabinowich findet immer genau den richtigen Ton und vermeidet es dank einer sehr unsentimentalen Sprache stets, in Kitsch oder Pathos abzudriften.

Ich kann das Buch allen nur wärmstens empfehlen. Es macht nachdenklich, spricht einige Themen auch sehr kritisch an und öffnet den Blick für Probleme, die derzeit sehr aktuell sind. Dabei hat man aber nie den Eindruck, von der Autorin belehrt zu werden oder die Dinge zu einseitig präsentiert zu bekommen. Ein ganz wunderbares Jugendbuch, das meiner Meinung nach schon längst in aller Munde sein sollte.

Sonntag, 11. Dezember 2016

Arianas Vorweihnachts-Lesewochen - 3. Adventwochenende



Am dritten Wochenende bin ich nun endlich auch mal bei Arianas Vorweihnachts-Lesewochen mit dabei. 
Bei mir ist dieses Wochenende tatsächlich schon ganz im Zeichen von Weihnachten. Gestern habe ich bereits mit meinen Freundinnen Weihnachten gefeiert, weil wir keinen späteren gemeinsamen Termin gefunden haben und es war ein sehr netter, gemütlicher und lustiger Nachmittag. Unter anderem habe ich auch ein buchiges Geschenk bekommen und zwar das Lexikon der Phantominseln von Dirk Liesemer.
Da wir gestern bei mir gefeiert haben und es für einen Weihnachtsbaum noch zu früh ist, habe ich eine Bodenvase, in der ich normalerweise einfach Äste und Gräser habe, weihnachtlich gestaltet:


Vielleicht bleibt das dann dieses Jahr auch überhaupt mein Baumersatz - mal sehen.

Da ich leider noch immer erkältet bin (sehr nervig, dass ich mir schon wieder so einen hartnäckigen Husten eingefangen habe wie schon im letzten Jahr), habe ich heute einen ganz gemütlichen Nachmittag und Abend geplant - mit Büchern, Häkeleien und einem weihnachtlichen Hörbuch. Ich habe mir am Vormittag Zimt, Zoff und Zuckerstangen von Emma C. Moore bei Audible heruntergeladen, das nach einer gehörigen Portion Kitsch klingt, aber irgendwie war mir gerade danach und es handelt sich praktischerweise auch um eine eher kurze Geschichte für ein halbes Guthaben.
Außerdem habe ich gerade eine Reihe von angefangenen Büchern, von denen ich jetzt wirklich gern mal ein paar beenden möchte.
Nun werde ich aber mal bei euren Blogs vorbeischauen und dann mal überlegen, was ich heute eigentlich zum Mittagessen möchte.


Update um 16:00

Ich habe am Nachmittag ein wenig bei Voyage of the Basilisk weitergelesen und allmählich habe ich auch Hoffnung, dass ich das Buch irgendwann beenden werde. Ich hatte es in den letzten Wochen als Bettlektüre bei mir auf dem Nachttisch liegen, habe aber in der letzten Zeit vor dem Einschlafen immer nur sehr wenig gelesen. Dementsprechend bin ich überhaupt nicht vorangekommen.
Nun werde ich aber erst einmal das Hörbuch beginnen und mich meinen Häkeleien widmen. Es gibt dieses Jahr wieder einen Häkelwunsch von den Kindern - diesmal von meiner jüngsten Nichte - und ich würde gern noch heute damit fertig werden.

Apropos Kinder (die inzwischen großteils Teenager bzw. schon fast erwachsen sind): Mein ältester Neffe hat mir vor einer Weile seine alte Kamera überlassen, weil er als begeisterter Fotograf zum Geburtstag eine neue, bessere bekommen hat. Bei der alten handelt es sich um eine Sony SLT-A55V mit teildurchlässigem Spiegel, also quasi ein Mittelding zwischen Spiegelreflex- und Systemkamera.
Da ich bislang nur Erfahrung mit Kompaktkameras und kaum Ahnung von den diversen Einstellungen habe, bin ich aktuell noch ein wenig damit überfordert. Ich hoffe also, dass sich in Zukunft die Qualität meiner Fotos etwas verbessern wird (die Nahaufnahme oben von meinem Adventteller find ich schon ganz in Ordnung), aber aktuell ist es noch ein rechtes Glücksspiel.
Womit fotografiert ihr denn so? Ich habe ja den Eindruck, dass die meisten inzwischen wirklich das Smartphone nutzen und meins macht teilweise auch ganz anständige Fotos, aber bei schlechten Lichtverhältnissen kann man es ziemlich vergessen.


Update um 22:00

Ich bin nun fast mit der Häkelei fertig (es fehlen nur noch Augen - ich zeige euch das Endergebnis dann nächstes Wochenende) und habe Zimt, Zoff und Zuckerstangen gleich zu Ende gehört. Leider war das gar nicht mein Fall. Ich fand den Plot, der darauf beruht, dass zwei Menschen aufgrund einer schwachsinnigen Bestimmung in einem Testament dazu gezwungen werden, für eine Weile zusammenzuleben, ziemlich absurd und löchrig. Darüber hätte ich aber wohl noch hinwegsehen können, wenn mich die Liebesgeschichte überzeugt hätte. Aber ich fand sie nicht besonders romantisch (eigentlich war es nur Begehren, das die beiden zueinander gezogen hat) und beide Figuren nicht allzu sympathisch. Er hat meiner Meinung nach viel zu schnell ganz selbstverständlich Grenzen überschritten und war allzu sehr von sich überzeugt; sie war ziemlich kindisch und nervig. Ach schade.

Wenn mir jemand eine romantische, aber nicht über alle Maßen kitschige Geschichte mit sympathischen Figuren, glaubhafter Handlung und guter Charakterzeichnung empfehlen kann, die es idealerweise auch noch als Hörbuch gibt, dann bitte immer her damit! Ein Winter-/Weihnachtsbezug wär dann noch das Tüpfelchen auf dem i, aber das ist jetzt vielleicht doch schon zuviel verlangt. ;-)
Für den restlichen Abend werde ich es mir nun noch mit einem meiner Printbücher, die ich gerade lese, auf dem Sofa gemütlich machen - und dann hoffe ich, dass ich mein Schlaf heute nicht darunter leidet, dass ich diesen Morgen viel zu lange geschlafen habe.

Habt noch einen schönen, entspannten Abend!

Donnerstag, 8. Dezember 2016

[Knüpfereien] noch mehr Lesezeichen

Damit es hier neben Rezensionen und Geplauder mal wieder etwas Abwechslung gibt, habe ich mir gedacht, dass ich euch ein paar weitere Knüpfwerke zeigen kann. Leider habe ich dieses Jahr kaum etwas geknüpft, aber es gibt noch immer eine Reihe von Bändern aus meiner großen Knüpfphase, die ihr noch nicht kennt. Was ich euch auch irgendwann einmal zusammenstellen werde, sind meine "Figurenbänder" zu eigenen und fremden Romanfiguren.

Zunächst aber gibt es eine kleine Mischung an Lesezeichen:

Kreuz und quer
Strandspaziergang
Ceres
Feuersterne
The Riddle
Metamorphosen
Wassermann
Sonnenuntergang am Meer
Broceliande
Regenbogenschlange
Venezia

Sonntag, 4. Dezember 2016

Buchstabengeplauder #67

Zunächst mal: Ich kann kaum in Worte fassen, wie unglaublich erleichtert ich bin, dass dieser Wahlkrimi doch noch ein gutes Ende genommen hat. Ich hatte ehrlich gesagt keine großartigen Hoffnungen mehr vor der ersten Hochrechnung heute, aber manchmal ist es auch einfach sehr erfreulich, wenn man sich irrt.

Zweite erfreuliche (wenn auch vergleichsweise äußerst unwichtige) Sache heute: Ich habe gemeinsam mit meinem Schwager meinen MacMini komplett auseinandergenommen und eine SSD sowie mehr Arbeitsspeicher eingebaut. Aktuell bin ich noch damit beschäftigt, alle Daten von der externen Festplatte auf die neue Festplatte zu kopieren, aber ich bin schon mal sehr froh, dass anscheinend alles gut läuft. In das Innenleben eines MacMini vorzudringen, ist nämlich nicht ganz einfach. Da der Computer schon von 2009 ist, befürchte ich, dass ich dennoch früher oder später einen neuen brauchen werde, aber vorerst freue ich mich darüber, dass er nun deutlich flotter läuft.

Da ich übers Wochenenende bei meiner Familie war (es gab einen Geburtstag zu feiern sowie einen Debütantenball zu besuchen), konnte ich mich leider erneut nicht dem Adventslesen anschließen. Ich habe mich aber letzte Woche doch schon ein wenig in Weihnachtsstimmung gebracht, indem ich weihnachtlich dekoriert und Kekse gebacken habe, während ich mir Weihnachtskurzkrimis (unter anderem von Agatha Christie und Arthur Conan Doyle) vorlesen ließ.


Abgesehen von den Weihnachtskrimis, denen ich beim Backen lauschte, habe ich in den letzten Tagen nicht so viel gelesen, aber immerhin konnte ich heute im Zug The Stepsister Scheme von Jim C. Hines auslesen - ein rasanter Fantasyroman, in dem Aschenputtel gemeinsam mit Dornröschen und Schneewittchen loszieht, um ihren Prinz zu retten. 
Vielleicht finde ich in der nächsten Woche dann auch tatsächlich mal mehr Zeit und Ruhe zum Lesen.

Und wie war euer zweites Adventwochenende?