Sonntag, 30. April 2017

Dewey's 24 Hour Readathon - Sonntag

 

Start um 7:00


Guten Morgen! Auf geht's in den zweiten Teil von Dewey's 24 Hour Readathon!
Ich habe gestern im Bett noch ein wenig bei The Rithmatist weitergelesen und mir fehlen nun noch etwa 100 Seiten bei dem Buch. Ich werde es mir jetzt auch noch ein wenig mit dem Buch im Bett gemütlich machen, ehe es dann Frühstück gibt.
Heute zeigt sich ein strahlend blauer Himmel bei nahezu keinem Wind (was in Wien und speziell in Donaunähe eine Seltenheit ist). Momentan ist es noch etwas kühl und es wird noch eine Weile dauern, bis die Sonne zu mir am Balkon kommt, aber vielleicht wird es heute doch noch was mit gemütlichen Lesestündchen draußen. Falls es warm genug ist, such ich mir vielleicht auch ein Plätzchen im Park oder an der Donau.


Update um 9:00


Ich habe The Rithmatist beendet und fand das Buch richtig toll. Schon witzig, wenn man bedenkt, dass ich vorher schon drei Versuche mit Brandon Sanderson hatte: zwei Bücher habe ich abgebrochen (Elantris, Kinder des Nebels) und eins hat mir nicht gefallen (Alcatracz). Aber der vierte Versuch war das perfekte Buch für mich - spannend, mit einem originellen Magiesystem, sehr sympathischen Figuren und einem angenehmen Erzählton. Hoffentlich wird die Reihe bald fortgesetzt.
Nun werde ich erst einmal gemütlich frühstücken und mich danach wieder Eisgesang zuwenden.

Update um 12:30

 



Ich habe am Vormittag eine Weile draußen im Park in der Sonne gelesen; leider wird es jetzt schon wieder sehr windig und es ziehen Wolken auf. Inzwischen bin ich bei Eisgesang etwa im letzten Drittel angekommen und bin gespannt, ob ich es schaffe, das Buch noch bis 14:00 zu beenden. Leider gefällt es mir inzwischen nicht mehr ganz so gut. Es ist schön zu lesen und gut geschrieben, aber die vielen philosophischen (und teils etwas pathetischen) Überlegungen sind nicht ganz mein Fall.
Ich habe aber passend zum Buch eine rasche digitale Skizze angelegt im Zuge der Draw It Out-Challenge ("Please draw me a scene or character from your current read"):


Ende um 14:00


Und das wars mit dem Readathon. Ich habe quasi im letzten Moment noch Eisgesang ausgelesen und somit zwei Bücher bei dem Readathon gelesen:
  • Brandon Sanderson - The Rithmatist: 384 Seiten
  • Kathleen Winter - Eisgesang: 320 Seiten
Damit habe ich doch ganz schön viel gelesen, wenn man  bedenkt, dass ich ja in der Nacht ganz normal geschlafen habe. Aber die Stunden tagsüber habe ich ziemlich intensiv zum Lesen genutzt, was wirklich schön war. Ich habe auch bei ein paar Mini-Challenges teilgenommen (bei den meisten einfach direkt per Kommentar auf der jeweiligen Plattform) und bei einer davon, nämlich bei jener, bei der ein Cover aus dem Gedächtnis nachgezeichnet werden sollte, sogar gewonnen! :-) Aktuell warte ich noch auf die genaueren Infos von Julianne und weiß also noch nicht, was ich gewonnen habe. Ich bin gespannt!

Der Readathon war für mich gewissermaßen ein sehr ruhiger Lesemarathon, da ich wenig auf anderen Blogs aktiv war und bei mir (natürlich schon dadurch, dass ich auf Deutsch geschrieben habe) auch wenig los war. Das ist aber auch okay, da ich mich auf diese Weise ganz entspannt aufs Lesen konzentriert habe. Jetzt muss ich dann gleich los, da ich mich mit Freunden treffe, was nun auch eine nette Abwechslung ist, nachdem ich mich so intensiv in den Büchern vergraben habe.
Daher ein letztes kurzes Fazit: Schön war's! 

Was macht ihr denn so dieses Wochenende?

Samstag, 29. April 2017

Dewey's 24 Hour Readathon - Samstag

Start um 14:00


Der Startschuss zu Dewey's 24 Hour Readathon ist gefallen! Damit es kein Endlos-Beitrag wird, werde ich hier aktualisieren, bis ich ins Bett gehe und morgen dann einen neuen Beitrag starten. Wie Sam werde ich hier auf Deutsch schreiben - vielleicht gibt es ja außer uns zwei noch mehr deutschsprachige Mitlesende? 
Ich war heute Vormittag schon joggen, einkaufen, habe gekocht und ein wenig aufgeräumt und kann mich also ab jetzt ganz aufs Lesen konzentrieren. Das hier ist aktuell mein Bücherstapel:


Natürlich werde ich das nicht alles lesen können, aber ich möchte einfach ein wenig Auswahl haben. Um meinen SuB ein wenig abzubauen, war ich vorher nicht mehr in der Bibliothek, aber falls ich dann doch spontan etwas ganz anderes lesen möchte, bleibt mir ja noch immer mein Ebook-Reader. 
Es ist heute teils sonnig, aber noch etwas kühl und windig - mal sehen, ob ich vielleicht auch ein wenig auf dem Balkon lesen kann. Vorerst starte ich aber mal drinnen auf dem Sofa und greife als erstes zu The Rithmatist von Brandon Sanderson.
Los geht's!

Update um 16:30


Ich habe nun 100 Seiten bei "The Rithmatist" gelesen und das Buch gefällt mir sehr gut - keine Ahnung, weshalb das so lange auf meinem SuB versauert ist. Leider ist das Wetter nicht viel besser geworden. Zwischendurch wars mal sonnig und ich war ein bisschen am Balkon, aber inzwischen ist es ziemlich stürmisch und grau draußen. Das ist schade - nicht nur, weil wir schon viel zu lange auf richtiges Frühlingswetter warten müssen, sondern auch, weil ich nirgends so gut in einem Buch versinken kann wie auf meiner kleinen Couch am Balkon.

Ich war bisher bei diesem Lesemarathon noch nicht viel auf anderen Blogs unterwegs. Ich finde die Liste sehr unübersichtlich (viele Links gehen bei mir außerdem nicht auf) und fühle mich auch ziemlich erschlagen von der schieren Menge an Teilnehmern. Möglicherweise wird das diesmal also kein allzu interaktiver Lesemarathon für mich, aber dafür habe ich dann umso mehr Lesezeit. ;-)
Jetzt werde ich mir zur Abwechslung mal eins von den beiden Sachbüchern schnappen, also Slow Travel oder Eisgesang, wobei letzteres ja ganz gut zum derzeitigen Wetter passt ...

Update um 19:30


Eisgesang ist bisher ein ganz wunderbares Buch, auch wenn es sich eher nicht so zum schnellen Lesen eignet. Aber ich finde es sehr schön, in Kathleen Winters Bericht einer Reise durch die Nordwestpassage zu versinken.
Inzwischen habe ich auch bei einer der Mini-Challenges mitgemacht und zwar bei #CoverFromMemory, bei der es darum ging, ein Buchcover nur aus dem Gedächtnis nachzuzeichnen. Ich habe mich für "Die Brüder Löwenherz" entschieden, von dem ich die obere Hälfte noch ganz gut im Kopf hatte, den unteren Teil dann nicht so sehr (außerdem hatte ich keine Lust, mich lange mit dem Zeichnen von Menschen aufzuhalten):


Bei mir gibt es jetzt mal Abendessen und dann werde ich weiter die zwei bisher angefangenen Bücher lesen. Zu Moby Dick wollte ich eigentlich auch noch greifen, um hier endlich mal anzufangen, aber momentan lässt meine Motivation noch eher zu wünschen übrig.

Update um 23:45


Kurz vor Mitternacht und ich bin doch schon ziemlich müde. Daher werde ich mich jetzt mal Richtung Bett begeben, dort vermutlich noch ein wenig lesen und morgen hoffentlich früh genug aufstehen, dass mir noch viel Lesezeit bleibt.
Meine Bilanz bisher:
348 Seiten gelesen (243 bei "The Rithmatist" und 105 bei "Eisgesang")

Gute Nacht und bis morgen!

Freitag, 28. April 2017

Tove Alsterdal - Die Verschwundenen von Jakobsberg



erschienen bei Bastei Entertainment
entdeckt bei Buchimpressionen 
woher: Büchereien Wien (Onleihe)


Jakobsberg bei Stockholm: Camilla stürzt vom Balkon und ist sofort tot. Mord oder Selbstmord? Als Camillas Schwester Nachforschungen anstellt, findet sie heraus, dass Camilla kurz zuvor nach Argentinien gereist ist, wird sie hellhörig. In den siebziger Jahren verschwand die Mutter der Schwestern in Argentinien. Gibt es eine Verbindung zwischen den beiden Fällen?


Tove Alsterdal verknüpft in diesem Roman zwei Zeitebenen: Einmal Schweden im Jahr 2014 und einmal Argentinien zur Zeit der Militärdiktatur in den 70er Jahren. Ing-Marie, die Mutter der beiden Schwestern, lässt als als junge, rebellische Frau ihre Familie zurück, um mit ihrem Geliebten in Argentinien gegen das Regime zu kämpfen. Sie wird gefangengenommen und verschwindet spurlos, aber während ihre jüngere Tochter Helene nichts mehr mit der Vergangenheit ihrer Familie zu tun haben will, lässt Camilla die Angelegenheit keine Ruhe. Erst ihr Tod rüttelt schließlich auch Helene wach und zwingt sie dazu, sich mit der Vergangenheit ihrer Familie auseinanderzusetzen.

"Die Verschwundenen von Jakobsberg" ist einmal ein Krimi der etwas anderen Art, in dessen Mittelpunkt auch nicht unbedingt der Fall (Camillas Tod) an sich steht, sondern eher die Geschichte von Ing-Marie und ihrer Familie. Dennoch liest sich der Roman über weite Strecken so spannend und fesselnd wie ein Krimi. Tove Alsterdal scheint auch gut recherchiert zu haben und beschreibt die Zustände in Argentinien zur Zeit der Militärdiktatur sehr eindringlich.
Es gibt mehrere Perspektiventräger, die alle gut charakterisiert werden und ihre eigene starke Stimme erhalten.

Allerdings finde ich, dass sie den Roman mit den vielen Themen, die sie anreißt, ein wenig überfrachtet. So hat Helene mit Beziehungsproblemen zu kämpfen, schrammt scharf an einer Affäre vorbei, hat einen alkoholkranken und obdachlosen Vater und landet schließlich bei ihren Nachforschungen auch auf einer Dating-Plattform. Nimmt man dazu noch die Problematik der Inhaftierungen, Folterungen und Tötungen in Argentinien sowie in der Gegenwartsebene den Kampf, die Täter von damals vor Gericht zu bringen, wird das in Summe alles ein bisschen zu viel. Ja, alles ist mehr oder weniger stark mit der Haupthandlung verknüpft, aber eine stärkere Konzentration auf weniger Themen hätte meiner Meinung nach dem Roman sehr gut getan. Das hätte das knapp 600 Seiten dicke Buch auch etwas verschlankt und die eine oder andere kleine Länge vermieden.

Dennoch hat mir der Roman insgesamt gut gefallen und ich kann ihn allen empfehlen, die gern Krimis lesen, bei denen der Schwerpunkt nicht auf der Detektivarbeit an sich liegt.

Montag, 24. April 2017

Back to the roots: 24-hour-Readathon

Vor bald sieben Jahren war ein Lesemarathon hauptsächlich Schuld daran, dass ich mit dem Bloggen begonnen habe. Zwar hatte ich schon vorher länger mit dem Gedanken gespielt, einen Bücherblog einzurichten, aber der Stein des Anstoßes war Mellis 24h-Read-a-thon, der im Februar 2010 stattgefunden hat. Ich bin über diesen erst gestolpert, als er bereits vorbei war und war begeistert. Da bereits ein weiterer im September angekündigt war, man aber einen Blog brauchte, um "offiziell" teilnehmen zu können, ging es bei mir hier im August 2010 los. Der Read-a-thon selbst stand dann eine Weile auf der Kippe, fand aber dank Lovelybooks dann doch noch statt. Meine Beiträge dazu könnt ihr hier nachlesen:

Ich hatte damals wahnsinnig Spaß mit dem Marathon, aber bei den weiteren stattfindenden musste ich dann meistens arbeiten und konnte daher bei keinem mehr so intensiv teilnehmen.

Durch Sam von Buchflimmern habe ich nun erfahren, dass es das "Urgestein" dieser Marathons noch immer gibt: Dewey's 24 Hour Readathon, der am kommenden Wochenende, also am 29./30. April, stattfindet.
Ich hatte sofort Lust an diesem teilzunehmen, zumal der Termin perfekt ist: Ich habe an dem Wochenende sonst nichts vor und am Montag (1. Mai) ist noch dazu ein Feiertag - man kann sich also danach noch davon erholen.
Durch die Zeitverschiebung geht es hierzulande um 14 Uhr los, was ich zunächst nicht so ideal fand wie einen Start am Morgen, aber inzwischen finde ich das gar nicht mehr so schlecht. Auf diese Weise kann man vorher noch andere Sachen erledigen und sich dann hoffentlich ab 14 Uhr ganz aufs Lesen konzentrieren. 

Beim Readathon wird es Mini-Challenges geben und es soll außerdem für das Projekt Room to Read (eine gemeinnützige Organisation, deren Ziel es ist, Kindern in Afrika und Asien Zugang zu Bildung und Büchern zu gewährleisten) gesammelt werden.

Ich bin mir noch nicht ganz sicher, welche Bücher ich bei dem Readathon lesen möchte. Aus Erfahrung weiß ich, dass für so einen Event Bücher, die einen wirklich fesseln und die locker zu lesen sind, besonders gut geeignet sind. Mögliche Kandidaten von meinen SuB wären daher vermutlich:
  • C.J. Cherryh - Der Engel mit dem Schwert
  • Liz Jensen - Das neunte Leben des Louis Drax
  • Brandon Sanderson - The Rithmatist
  • Jakob Wegelius - Sally Jones. Mord ohne Leiche
  • Kathleen Winter - Eisgesang: Meine Reise durch die Nordwestpassage
  • Juli Zeh - Unterleuten
Möglicherweise decke ich mich aber auch vorher noch in der Bibliothek mit Lesestoff ein - mal sehen, was sich ergibt.

Sonntag, 23. April 2017

Zehn Bücher, die mein Lesen verändert haben

Da ich schon wieder vergessen habe, ein Gewinnspiel für den Welttag des Buches vorzubereiten, möchte ich anlässlich des heutigen Tages wenigstens einen Beitrag schreiben, der mir schon seit einer Weile im Kopf herumspukt: Ich werde zehn Bücher beleuchten, die in irgendeiner Weise mein weiteres Leseverhalten verändert haben - etwa, dass ich ein neues Genre kennengelernt oder mir eine andere Art des Lesens erschlossen habe.

Kurt Held - Die rote Zora und ihre Bande

Soweit ich mich erinnern kann, war das das erste Buch in meinem Leben, mit dem im zunächst gekämpft habe. Ich muss acht oder neun Jahre alt gewesen sein, als ich es gelesen habe. Zu dem Zeitpunkt hatte ich schon unzählige Bücher (von "Bille und Zottel" über die Serien von Enid Blyton bis hin zu Astrid Lindgren) gelesen, in die ich aber stets auf Anhieb hineingefunden habe. "Die rote Zora", ein Buch, das meiner Mutter gehört hatte, war für mich aber in dem Alter vom Einstieg her schwierig. Straßenkinder in Jugoslawien um 1940 - das war für mich als Kind sehr fremd und mit vielen Namen/Begriffen konnte ich nichts anfangen. Ich war aber damals immer so verzweifelt auf der Suche nach neuem Lesestoff, dass ich dennoch weitergelesen und das Buch dann schnell lieben gelernt habe. Was mir dieser Roman (neben einer tollen Geschichte) mitgegeben hat, war Geduld und die Bereitschaft, einem Buch auch dann eine Chance zu geben, wenn der Einstieg sperrig und das Äußere nicht allzu einladend ist.



Agatha Christie - Das Böse unter der Sonne

Im Sommer, bevor ich ins Gymnasium kam (ich war damals also gerade zehn Jahre alt geworden) besuchten wir meine Tante, die damals in der Nähe von Cambridge wohnte. Mitten im Urlaub ging mir der Lesestoff aus und da ich vor Ort mangels Englischkenntnissen auch nur schlecht mit neuem versorgt werden konnte, gab meine Mutter mir das Buch, das sie selbst mitgebracht hatte: Agatha Christies "Das Böse unter der Sonne". Ich hatte schon vorher sehr gern Detektivserien wie "Die fünf Freunde", "Die schwarze Sieben" und "Trixie Belden" gelesen, aber das war mein erster Kontakt mit Erwachsenenkrimis. Danach las ich mich zuhause quer durch das Agatha-Christie-Angebot der Bibliothek - und entwickelte in dieser Zeit eine Begeisterung für Cozy mysteries, die im Grunde bis heute anhält.

Wolfgang Hohlbein - Unterland

Als junger Teenie mit etwa zwölf Jahren geriet ich in eine Lesekrise. Für meine geliebten Kinderbuchserien fühlte ich mich allmählich zu alt, aber in der Erwachsenenliteratur fühlte ich mich abseits von Krimis noch nicht sehr zuhause. Da damals das Angebot an Jugendbüchern in der Bibliothek kaum vorhanden war (es gab nur ein paar Teenie-Problembücher, die mich nicht interessierten), saß ich etwas verloren zwischen den Stühlen der Kinder- und Erwachsenenbücher. In dieser Krise lieh mir eine Klassenkameradin Hohlbeins "Unterland" und ich war begeistert. 800 Seiten Spannung und Abenteuer mit einem jugendlichen Protagonisten. Ich war im Lesehimmel! Danach las ich mich nicht nur quer durch Hohlbeins Romane, sondern hatte auch das Genre Fantasy für mich entdeckt. In der Bibliothek entdeckte ich nämlich in einem so betitelten Regal irgendwo im letzten Eck Hohlbein und andere Autoren. 
Strenggenommen habe ich auch schon als Kind Bücher gelesen, die in dieses Genre fallen (z.B. Michael Endes "Die unendliche Geschichte"), aber erst jetzt griff ich bewusst dazu.

J.R.R. Tolkien - Der Herr der Ringe

Nach der Entdeckung der Fantasy dauerte es noch gut zwei Jahre, bis ich endlich den Klassiker dieses Genres zur Hand nahm. Es lässt sich nur schwer in Worte fassen, was diese Trilogie damals für mich bedeutete. Tolkiens Schrebstil und Mittelerde saugten mich in sich auf und ich war von der Tiefe dieser Welt völlig überwältigt. Als ich mit dem Buch zu Ende war, hatte ich das Gefühl, dass ich nie wieder etwas lesen würde, was diesem gleichkommt. Ab da las ich mich kreuz und quer durch verschiedene Spielarten der Fantasy - immer auf der (vergeblichen) Suche nach einem zweiten Tolkien.
Gewissermaßen stürzte mich "Der Herr der Ringe" also in eine weitere Lesekrise, aber er war auch der Anstoß zu meinem eigenen Weltenbasteln (Fantasy hatte ich schon vorher geschrieben, aber nur mit sehr simplen Hintergrundwelten).


Margaret Atwood - Der Report der Magd

Ich war etwa fünfzehn Jahre alt, als mir in der Bibliothek der Roman "Katzenauge" in die Hände fiel. Da er mir sehr gut gefiel, griff ich danach zu einem weiteren Buch der Autorin - zu "Der Report der Magd". Ich hatte keine Ahnung, dass es sich bei Atwood um eine preisgekrönte Autorin und bei dem Buch um einen Bestseller handelte, der bereits verfilmt worden war. Ich wusste nur, dass mich der Roman völlig überwältigte und mir das Tor zur Gegenwartsliteratur öffnete. Ich hatte ja schon immer viele verschiedene Genres ausprobiert und auch den Großteil meiner Schullektüre gern gelesen, aber "Der Report der Magd" (und Ransmayrs "Die letzte Welt", das ich etwa zur selben Zeit las) war ausschlaggebend, dass ich bewusst nach vergleichbarer Lektüre Ausschau hielt.

Johann Wolfgang von Goethe - Faust I

Ebenfalls im Alter von fünfzehn Jahren entdeckte ich durch den Deutschunterricht "Faust". Obwohl ich Klassikern gegenüber immer schon recht aufgeschlossen gewesen war, war dieses Werk in meinem Kopf ein Schreckgespenst, vor dessen Lektüre ich Respekt hatte. Ich stellte dann aber fest, dass ich die Tragödie spannend zu lesen fand und mir die intensive Beschäftigung damit im Unterricht Spaß machte. "Faust" war maßgeblich mit dafür verantwortlich, dass ich mich für ein Germanistikstudium entschied - und meine Angst vor Klassikern der Weltliteratur ablegte (was nicht heißt, dass ich im Studium immer alle gerne gelesen habe).


Joanne K. Rowling - Harry Potter and the Order of the Phoenix

Als der fünfte Harry Potter 2003 erschien, wollte ich nicht auf eine deutsche Übersetzung warten und griff daher zum englischen Original. Es war seit meiner Schulzeit das erste Buch, das ich auf Englisch las - und auch in der Schule hatten wir im Englischunterricht kaum Bücher gelesen. Der Einstieg war daher eine ziemliche Qual und es dauerte lange, bis ich einigermaßen in die Sprache hineinfand. Aber knapp 800 Seiten später ging es mir dann mit der Sprache schon deutlich besser und von da an griff ich immer wieder nach englischen Büchern.

Birgit Brandau, Hartmut Schickert - Hethiter. Die unbekannte Weltmacht

Im Sommer 2005 war ich mit einer Freundin bei deren Oma in der Schweiz, die gerade dieses Buch las und es mir ans Herz legte. Ich blätterte ein wenig hinein und war interessiert, aber es dauerte zwei Jahre, bis ich mir das Buch dann auch selbst kaufte. Obwohl mich Antike und frühe Hochkulturen schon seit meiner Kindheit faszinierten, war es das erste Mal, dass ich ein Sachbuch zu diesem Thema las. Es zeigte mir außerdem, dass ein Sachbuch ebenso spannend zu lesen sein kann wie Belletristik. Zwar hatte ich in meiner Jugend schon einige Biografien und außerdem zahlreiche Pferdesachbücher gelesen, aber gerade mit Beginn des Studiums war Fachliteratur für mich zu reiner Recherchelektüre und Prüfungsvorbereitung geworden. "Hethiter. Die unbekannte Weltmacht" war daher seit Jahren das erste Sachbuch, das ich in der Freizeit las. Danach las ich zumindest sporadisch Sachbücher, bis ich mit Winterkatzes erster Sachbuch-Challenge endgültig in dieses "Genre" hineinkippte. 


Jostein Gaarder - Die Frau mit dem roten Tuch

Ich hatte als Kind immer sehr gern Hörspiele gehorcht, aber Hörbücher blieben mir lange verschlossen. Ich versuchte ein paarmal, welche zu lesen, aber ich konnte mich nie richtig darauf konzentrieren. Dann entdeckte ich 2010 das Knüpfen wieder für mich und stellte fest, dass ich mich währenddessen prima auf Hörbücher konzentrieren konnte. "Die Frau mit dem roten Tuch" war das erste von vielen, das ich mir aus der Bibliothek auslieh (bis dann 2012 ein Audible-Abo dazukam).

Oliver Plaschka - Die Magier von Montparnasse

So wie das vorige Buch ist auch dieses eines, das weniger inhaltlich als eher von der Form her prägend war: Es war das erste Ebook, das ich gelesen habe. 

In den letzten Jahren habe ich mein Leseverhalten also vor allem in punkto Technik erweitert und bin vom reinen Printbuch weggekommen, während ich weiterhin die Genres lese, die ich mir im Laufe der früheren Jahre erschlossen habe. 

Habt ihr auch solche Bücher, die für euch die Entdeckung eines neuen Genres darstellen oder die bei euch das Leseverhalten in irgendeiner Weise dauerthaft geprägt haben? 

Montag, 17. April 2017

Buchstabengeplauder #73

Ich wollte mich heute eigentlich noch ein wenig Winterkatzes Osterlesen anschließen, aber damit wurde es nichts mehr. Ich bin erst später nach Wien zurückgekommen als ursprünglich geplabt, hier habe ich dann zunächst mal Karottenkuchen für meine Arbeitskollegen morgen gebacken und danach bin ich ein wenig bei LibraryThing hängengeblieben. Ich bin ja an sich seit Jahren bei Lovelybooks registriert, habe aber zunächst die Seite nur zur Verwaltung meiner Bücher genutzt und auch das nur noch selten, seitdem ich das Programm Bookpedia verwende. 

Seit längerem überlege ich nun schon, ob ich meine brachliegende Bibliothek bei Lovelybooks wieder aktualisieren oder meinen Account überhaupt löschen soll. Obwohl ich die Bookpedia liebe, bin ich doch sehr am Überlegen, ob ich nicht doch wieder auf eine entsprechende Online-Lösung umsteigen möchte. Es nervt mich, dass ich auf meine Bibliothek nur zuhause auf meinem Computer Zugriff habe und manchmal fehlt mir doch auch der Community-Aspekt. Bei Lovelybooks habe ich diesen nie viel genutzt, aber ich muss auch ehrlich sagen, dass ich diese Plattform nie besonders mochte. Wenn, dann würde ich wohl eher Goodreads oder LibraryThing nutzen, wobei mir zweiteres in vielen Aspekten mehr zusagt. 
Ich habe heute mal versucht, meine Bibliothek aus Bookpedia dorthin zu exportieren, was nur mäßig gut geklappt hat. Es ist noch einiges nachzubearbeiten und den Zeitaufwand wiederum möchte ich mir nur antun, wenn ich sicher umsteigen möchte. Aber beim ersten Herumprobieren fehlt mir doch einiges (vor allem die jährlichen Statistiken), das ich bei der Bookpedia so liebgewonnen habe. Da ich aber sicher auf Dauer nicht zwei Bibliotheken (einmal offline und einmal online) pflegen werde, bin ich nun erst recht wieder unschlüssig.
Ach je.
Wie ist das denn bei euch? Nutzt ihr eine solche Plattform und wenn ja: welche? 

Obwohl das heute mit meinem geplanten Lesenachmittag nichts wurde, habe ich doch über Ostern recht viel gelesen. Als ich am Samstag zu meiner Familie gefahren bin, hatte ich im Zug bleiben von Judith Taschler mit dabei, das mir meine Mutter schon vor einer Weile ausgeliehen hat. Und da ich den Roman dann nicht noch einmal mit nach Wien nehmen wollte, habe ich gestern den ganzen Abend lesend beim Kachelofen verbracht. Mir hat der Roman gut gefallen, auch wenn mich ein paar Aspekte doch daran gestört haben. 

Und wie habt ihr das Osterwochenende verbracht?

Freitag, 14. April 2017

Osterlesen mit Winterkatze: Freitag

Da ich heute dank Karfreitag einen verkürzten Arbeitstag hatte, habe ich noch genug Zeit, mich ein wenig bei Winterkatzes Lese(frei)tag anzuschließen.
Ich muss heute noch ein wenig für Ordnung in der Wohnung schaffen (putzen heb ich mir dann für Montag auf) und die Ostermitbringsel für meine Familie fertigstellen, aber ansonsten habe ich nichts mehr vor und kann mir Zeit fürs Lesen nehmen.
In der letzten Zeit habe ich viel unterwegs gelesen und abends im Bett, aber ich habe mich nur selten gemütlich mit einem Buch aufs Sofa gekuschelt. Welches Buch das heute werden soll, weiß aber noch nicht genau. Die Verschwundenen von Jakobsberg habe ich gestern gerade ausgelesen und Der Weg nach Surabaya, das ich gerade von Christoph Ransmayr lese, ist eine Sammlung von Kurzreportagen - also nur bedingt für eine gemütliche längere Lesesession geeignet. Als Hörbuch habe ich gerade A Song for Arbonne, das ich auf Deutsch schon ein paarmal gelesen habe, aber auf Englisch ist es doch nochmal was anderes. Das werde ich mir jetzt mal einschalten, während ich aufräume. Und vielleicht komme ich dann auch zu einer Entscheidung, welches Buch ich nachher lesen möchte.


Update um 19:00

In meiner Wohnung ist nun wieder eingermaßen Ordnung eingekehrt und ich habe dann nach getaner Arbeit auch gleich noch ein Geburtstagsgeschenk fertig gehäkelt. Das hat mich zwar bei den Ostermitbringseln nicht weitergebracht, aber da muss ich auch nur noch Etiketten für das gestern hergestellte Karotten-Tomaten-Pesto basteln - das sollte nicht so lang dauern.
Da ich beim Aufräumen und Häkeln das Hörbuch laufen hatte, bin ich bei Guy Gavriel Kays A Song for Arbonne ein ganzes Stück weitergekommen. Es ist irritierend, wie schwer ich mir mit diesem Hörbuch tue, wenn man bedenkt, dass ich die deutsche Ausgabe schon mehrmals gelesen habe (das letzte Mal ist aber etliche Jahre her). Ich weiß, dass Kays Stil nicht ganz einfach ist, aber ich habe doch auch schon Romane von ihm auf Englisch gelesen und hätte nicht damit gerechnet, dass ich mich auf das Hörbuch dermaßen konzentrieren muss. Eventuell suche ich mir ein anderes Hörbuch und mache mit dem Reread doch auf Deutsch weiter - mal sehen.
Zum Schmökern auf dem Sofa habe ich mich nun für Die andere Hälfte der Hoffnung von Mechtild Borrmann entschieden. Eigentlich wollte ich eine weitere SuB-Altlast erledigen, aber nun ziehe ich doch mal das Buch vor, das demnächst wieder in die Bibliothek zurück muss.

Bevor ich weiterlese, lasse ich euch noch ein Frühlingsfoto vom letzten Sonntag da. Heute ist es ja leider nicht ganz so frühlingshaft und auch fürs Osterwochenende sind die Aussichten nicht allzu positiv - da muss man sich wohl mit Fotos von blühenden Bäumen trösten.



Update um 23:00

So richtig viel weitergegangen ist bei mir heute Abend nicht - ich war irgendwie unkonzentriert beim Lesen. Bisher finde ich Die andere Hälfte der Hoffnung aber sehr interessant.
Morgen fahre ich zu meiner Familie und werde wohl nur im Zug zum Lesen kommen. Ich fahre dann im Laufe des Ostermontags zurück nach Wien und schließe mich da zum "Endspurt" vielleicht nochmal an.

Habt ein schönes Osterwochenende!

Montag, 10. April 2017

Dänische Impressionen

Vorige Woche war ich mit meiner Schreibgruppe für vier Tage in Dänemark - vorwiegend in Kopenhagen, aber wir haben auch einen Ausflug nach Roskilde gemacht. Wir hatten großteils Glück mit dem Wetter und sind unzählige Kilometer kreuz und quer durch die Stadt, durch Parks, Kirchen und Museen gewandert. Es war ein sehr schöner Kurzurlaub. Kopenhagen ist eine wirklich nette und relativ entspannte Stadt, aber auch Roskilde kann ich sehr empfehlen - nicht nur das Wikingerschiffmuseum, sondern auch die Stadt an sich hat uns sehr gut gefallen.
Wenn man so wie wir Glück mit dem Wetter hat, ist Anfang April eine nahezu ideale Reisezeit. Teils hatten wir noch Nebensaisonpreise und der touristische Ansturm hat sich auch noch relativ in Grenzen gehalten. Um am Abend gemütlich draußen am Nyhavn zu sitzen, war es dann aber doch noch zu kalt. Tagsüber konnte man dort aber schon sehr angenehm Eis in der Sonne genießen. :-)

Hier nun ein paar fotografische Eindrücke:

Kopenhagen

 

Rathaus im Abendlicht
Nüchternes Understatement: das königliche Schloss Amalienborg
Der Klassiker darf auch nicht fehlen
Nyhavn

Seitenfetzer hat gefragt, ob ich vielleicht den einen oder anderen (bibliophilen) Insider-Tipp geben kann. Nun ja, mit bibliophilen Tipps ist es nicht so weit her. Wir haben zwar die eine oder andere Buchhandlung aufgesucht, aber keine davon war so besonders, dass ich sie mir extra notiert hätte (und ich glaube, die Anzahl der Mitlesenden hier, die Bücher auf Dänisch lesen, ist auch eher gering). 
Ich war auch kurz in der Öffentlichen Bibliothek, aber abgesehen davon, dass sie sehr groß ist, kann sie schwerlich mit den tollen niederländischen Bibliotheken mithalten, die ich euch vor kurzem gezeigt habe.


Interessant ist auf jeden Fall auch die königliche Bibliothek - der "schwarze Diamant". Wir haben allerdings nur einen kleinen Abstecher hineingemacht und an keiner Führung teilgenommen, daher habe ich von innen nicht so viel gesehen (es gibt dort aber auch sehr schöne alte Lesesäle, nicht nur moderne Glasarchitektur).


Als nicht-bibliophilen Insider-Tipp kann ich euch aber den Rat dalassen, in Christiansborg Slot mit dem Aufzug auf den Turm zu fahren. Das kostet keinen Cent (und ich versichere euch, das ist in Kopenhagen eine Seltenheit!); man muss nur durch eine Sicherheitskontrolle, weil in dem Gebäude auch das Parlament ist. Von oben hat man dann einen tollen Ausblick über die Stadt.

Christiansborg von hinten mit Blick auf den Turm

Roskilde

 

Dom im dramatischen Gegenlicht


und als Abschluss noch der Sonnenuntergang über den Wolken:

Freitag, 7. April 2017

Nathaniel Philbrick - Im Herzen der See


Die abgebildete Hardcover-Ausgabe von Blessing ist nicht mehr erhältlich
Taschenbuch-Ausgabe erschienen bei Heyne



1819 verlässt der schon in die Jahre gekommene Walfänger "Essex" den Hafen in Nantucket, um hoffentlich nach einer zweijährigen Reise mit kostbarem Walöl zurückzukehren. Doch in den Weiten des Pazifiks wird das Schiff von einem Wal gerammt und versenkt. Die Besatzungsmitglieder sind gezwungen, sich in den kleinen Walfangbooten mit nur wenig Wasser und Proviant auf den Weg nach Südamerika zu machen.

Nathaniel Philbrick schildert in diesem Sachbuch die Tragödie der Essex, die Herman Melville zu seinem berühmten Roman "Moby Dick" inspirierte. Mir hat sehr gut gefallen, dass der Autor zunächst das Leben auf Nantucket schildert. Seine Beschreibungen der Insel sind nicht nur sehr bildhaft, sondern man bekommt auf diese Weise auch einen Eindruck vom gesellschaftlichen Hintergrund der Walfänger. Nantucket im 19. Jahrhundert bildete einen eigenen Mikrokosmos - eine ganz eigene Kultur und Lebensweise, die sich gänzlich um Seefahrt und Walfang dreht. Mir hat diese Einleitung direkt Lust darauf gemacht, mehr über Nantucket zu lesen.

Nach dieser allgemeinen Einführung nimmt Philbrick sich Zeit, um die Besatzung der Essex vorzustellen und den Beginn der Reise zu schildern. Das ist insofern wichtig, da das Beziehungsgeflecht zwischen den Besatzungsmitgliedern später ebenso eine Rolle spielt wie auch die Probleme, die bereits kurz nach dem Auslaufen aufgetreten sind. So verlor die Essex gleich zu Beginn zwei Boote bei einem Unwetter. Der eher demokratische Führungsstil des Kapitäns George Pollard führte außerdem mehrmals dazu, dass er entgegen seiner Überzeugung dem dominanten Ersten Maat Owen Chase nachgab. Dessen (falsche) Entscheidungen hatten leider schwere Folgen und waren wohl hauptverantwortlich für den Tod vieler Männer.

Die Essex startete im August 1819 von Nantucket, umrundete Kap Hoorn und wurde schließlich im November 1820 mitten im Pazifik zweimal von einem Pottwal gerammt. Der Autor schildert den Schock und die Fassungslosigkeit der Männer, als sie sich plötzlich ohne Schiff nur noch mit drei kleinen Walfangbooten mitten im Ozean wiederfinden, sehr eindrücklich. 
Da die Männer nicht (wie von Pollard vorgeschlagen) Kurs auf die relativ nahe gelegenen Gesellschaftsinseln nahmen, sondern sich wie von Chase vorgeschlagen zur Küste von Südamerika aufmachten, hatten sie nicht nur den Wind gegen sich, sondern auch eine Strecke von mehr als 4000 Kilometer zu bewältigen. Der Grund, weshalb Chase sich gegen die Gesellschaftsinseln aussprach, war, dass er dort Kannibalen vermutete. Es ist bittere Ironie, dass die Männer in den Booten schließlich aufgrund des Nahrungsmangels selbst dazu gezwungen waren, die Toten zu essen.

Man kann sich wohl vorstellen, dass das Sachbuch alleine aufgrund der Themen - Walfang, Schiffbruch und Kannibalismus als letzter Ausweg - keine ganz leichte Lektüre ist. Ich finde aber, dass der Autor mit den Themen sehr gut umgeht und alles eindrücklich schildert, ohne aber dabei zu sehr ins Detail zu gehen.
Seine Hauptquellen sind die Tagebücher und Niederschriften von Owen Chase und dem Schiffsjungen Thomas Nickerson. Chase veröffentlichte sein Buch zu den Vorfällen bereits ein Jahr nach dem Untergang der Essex, während Nickerson seine Erinnerungen erst deutlich später zu Papier brachte. Veröffentlicht wurden diese überhaupt erst 1984, wodurch einige von Chases Schilderungen in ein etwas anderes Licht gerückt wurden. Nathaniel Philbrick geht auch kurz auf die Diskrepanz zwischen seinen Hauptquellen ein.

Mir hat "Im Herzen der See" sehr gut gefallen. Der Fahrt der Essex und dem Unglück werden genug Raum gegeben, aber Philbrick rundet sein Buch ebenso durch das einleitende Kapitel über Nantucket wie auch durch eine Schilderung des weiteren Lebens der Überlebenden ab. Der Autor hält meiner Meinung nach eine sehr gut Balance, um die Strapazen der Männer weder zu distanziert noch zu voyeuristisch zu schildern. Alles in allem ein sehr interessantes Buch über eine Tragödie, die zur Inspiration eines der bekanntesten Klassiker der Weltliteratur wurde.

Samstag, 1. April 2017

Buchstabengeplauder #72

Zugegeben, auf meinem Blog ist es derzeit etwas ruhig und vor allem in punkto Rezensionen war der März eine unglaubliche Flaute. Aber die vergangene Woche war recht stressig und heute habe ich den wunderschön sonnigen Samstag drinnen in einer Tagung verbracht - die aber sehr interessant war. Es ging (ihr werdet es nie erraten) um Bibliotheken und deren Kunden.

Mir haben also einfach Zeit und Motivation gefehlt, um Rezensionen oder andere Beiträge zu schreiben. Das bedeutet aber nicht, dass ich nichts gelesen habe - vor kurzem habe ich Karnak-Café von Nagib Machfus, Der unsichtbare Gast von Marie Hermanson und Tell the Wolves I'm Home von Carola Rifka Brunt gelesen. Auch fast am Ende angekommen bin ich dank ein paar Stunden im Zug heute mit Am Ende der Welt traf ich Noah von Irmgard Kramer.

Bis ich über diese (und andere) Bücher etwas schreiben werde, müsst ihr euch aber noch ein wenig gedulden. Morgen geht es nämlich im frühen Morgengrauen mit meiner Schreibgruppe nach Kopenhagen. Ich bin schon sehr gespannt auf die Stadt und freue mich auf den gemeinsamen Urlaub. 

Hier auf dem Blog wird sich dann voraussichtlich Ende nächster Woche wieder etwas tun. Bis dahin wünsche ich euch ein paar schöne Frühlingstage!