Sonntag, 23. Juli 2017

Simon Garfield - Karten! Ein Buch über Entdecker, geniale Kartografen und Berge, die es nie gab

erschienen bei Theiss
woher: Büchereien Wien


Anhand von ausgewählten Karten erzählt Simon Garfield die Geschichte der Kartografie - angefangen von den Weltkarten der Antike über das erste Straßenverzeichnis von London bis hin zu Google Maps. So erfährt man in dem Buch, wie die berühmte Heresford-Karte verkauft werden sollte, damit ein undichtes Kirchendach repariert werden konnte, wie eine Karte bei der Bekämpfung einer Seuche half und weshalb Computerspiele ein wichtiges Betätigungsfeld für Kartografen sein können.


"Schon wieder ein Buch über Karten?", hat eine Freundin vor kurzem gefragt - ja, und mit Sicherheit nicht das letzte, da das Buch von Simon Garfield wieder einmal eines ist, das zur weiteren Beschäftigung mit der Thematik und der genaueren Vertiefung in einige der von ihm vorgestellten Karten einlädt.
Ich fand diesen gut 500 Seiten dicken Streifzug durch die Geschichte der Kartografie sehr unterhaltsam und informativ. Das Sachbuch richtet sich eher an Einsteiger in diese Thematik, aber man erfährt auch noch viel neues, wenn man sich mit Kartografie bereits ein wenig auseinandergesetzt hat. Die vielen Anekdoten, Skurrilitäten und Irrtümer, die sich mitunter auch hartnäckig in Karten gehalten haben, machen das Buch umso unterhaltsamer.
Besonders gut gefallen hat mir die spürbare Begeisterung, die hinter dem Buch steckt. Ob der Autor nun die reich bebilderten Karten des Mittelalters und der frühen Neuzeit, die Karte des Rumtreibers aus "Harry Potter" oder das ehrgeizige Vorhaben eines Globenbauers beschreibt - immer steckt darin eine Leidenschaft, die wohl auch mit ein Grund ist, weshalb das Buch so unterhaltsam zu lesen ist.

Die beschriebenen Karten sind auch alle ganz oder in Ausschnitten abgebildet, aber hier kommt mein erster Kritikpunkt: Die durchwegs nur schwarz-weißen Abbildungen können oft nur schwer vermitteln, was das besondere mancher Karten ausmacht und führen auch mitunter dazu, dass man die Karten nicht allzu gut erkennen kann. Ich habe mehrmals neben der Lektüre die entsprechenden Karten im Internet recherchiert, um mir ein besseres Bild davon machen zu können.
Damit soll natürlich der Preis des Buches niedrig gehalten werden, aber bei einem Buch, das sich so sehr auch auf die Gestaltung von Karten konzentriert, ist das sehr schade.


Mein zweiter Kritikpunkt ist, dass der Autor mitunter eine recht eingeschränkt britische Sicht auf das Thema Kartografie hat. Karten aus der Antike werden recht flott abgehandelt (dass etwa die Tabula Peutingeriana oder die Mosaikkarte von Madaba lediglich nebenbei in einem Satz erwähnt werden, empfand ich schon als arges Versäumnis) und sobald dann die ersten britischen Karten auftauchen, konzentriert sich der Autor im wesentlichen darauf und besonders stark auch auf London.
Natürlich sind auch einzelne Karten außerhalb des angelsächsischen bzw. angloamerikanischen Raums Thema, aber diese sind rar gesät und gehen auch kaum über Europa hinaus. 
So spannend die vorgestellten Karten auch sind, fand ich doch die Auswahl nicht ganz ideal - hier hätte ich mir etwas mehr Abwechslung gewünscht.

Alles in allem ein interessantes und locker zu lesendes Buch, das aber auch ein paar Schönheitsfehler aufweist.

Samstag, 22. Juli 2017

Kirsten Hubbard - Wanderlove


erschienen bei Penguin Random House

Nach einer schmerzhaften Trennung scheinen sich alle Zukunftspläne der achtzehnjährigen Bria in Luft aufgelöst zu haben. Um das alles zu vergessen, bucht sie eine Tour durch Guatemala, doch die "Global Vagabonds" sind nicht die abenteuerlichen Reisenden, die sich Bria vorgestellt hätte. Als sich für sie die Gelegenheit ergibt, sich den Backpackern Rowan und Starling anzuschließen, verlässt Bria ihre Gruppe - und bekommt mehr Abenteuer als erhofft.


"Wanderlove" ist genau der richtige Roman für den Sommer und die Reisezeit, in dem es nicht nur um die tatsächliche Reise, sondern sehr stark auch um die innere Reise der Figuren geht. Zentralamerika wird farbenfroh beschrieben, wobei sich das Buch weniger auf bekannte Touristenorte konzentriert als mehr auf kleine Strände, unspektakuläre Orte und unübliche Pfade. Ein Teil der Handlung ist auf der Insel Laughingbird Kaye in Belize angesiedelt und die Autorin konnte diese kleine Insel wirklich anschaulich vor meinem Auge entstehen lassen. Dabei helfen auch die vielen kleinen Zeichnungen, die das Buch schmücken, denn Bria ist eine begeisterte Zeichnerin - und da die Autorin selbst eine Künstlerin ist, sind auch die Bilder von ihr.


Angesichts der Thematik ist es nicht erstaunlich, dass sich das Buch auch kritisch mit Fragen zu Massentourismus und Reisen im Allgemeinen auseinandersetzt. Anfangs werden die Global Vagabonds auf der einen und die Backpacker auf der anderen Seite recht plakativ und übertrieben dargestellt, aber im Laufe des Romans wird das glücklicherweise etwas relativiert. Ähnlich ist es auch mit den Figuren - erscheint Rowan zunächst noch als der typische "bad boy", kommen mehr Graustufen hinzu, als Bria ihn näher kennenlernt. Während er auf der Flucht vor seinen Dämonen ist, hat auch Bria mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen. Sie hat eine manipulative Beziehung hinter sich, die sehr einfühlsam geschildert wird.

Auf der Reise finden Bria und Rowan nicht nur zu sich selbst, sondern auch zueinander. Diese Liebesgeschichte ist zwar schnell zu erahnen, aber Kirsten Hubbard gibt den beiden viel Zeit, einander kennenzulernen und erst einmal eine vorsichtige Freundschaft zu entwickeln. Es hat mir gut gefallen, dass sie beide ausgeprägte Leidenschaften in ihrem Leben haben (Bria das Zeichnen, Rowan neben dem Reisen auch das Lesen und Tauchen) und dabei viel Verständnis für die Interessen des jeweils anderen aufbringen.
Ich finde, dass das Buch auch rein mit Freundschaft gut funktioniert hätte und die Liebesgeschichte nicht unbedingt sein musste, aber sie fügt sich dennoch gut ein.

"Wanderlove" ist ein sehr schönes Buch über das Reisen und das Erwachsenwerden, das Fernweh weckt und Lust macht, zu einer Rucksacktour aufzubrechen.

Sonntag, 16. Juli 2017

Lese-Sonntag mit Winterkatze

Winterkatze veranstaltet heute einen sommerlichen Lese-Sonntag und da ich beim letzten im Juni nicht dabeisein konnte, schließe ich mich heute gerne an.
Ich habe schon am Balkon gefrühstückt - es war zwar draußen nocht recht kühl, aber der blaue Himmel verspricht einen schönen (und vermutlich nicht zu heißen) Tag.


Seit ein paar Wochen besitze ich erstmals einen Standmixer (vorher musste mein Pürierstab für alles herhalten) und seither bin ich total im Smoothie-Fieber bzw. eher im Smoothie Bowl-Fieber. Nicht, weil letztere gerade so im Trend liegen, sondern weil ich mein Frühstück lieber löffle als trinke. Ich richte mich nicht nach irgendwelchen Rezepte, sondern schmeiße rein, was ich gerade so im Haus habe und das gelingt manchmal vorzüglich und manchmal nicht so gut. Die heute Mischung ist leider aus der zweiten Kategorie. Sie enthält etwas Avocado, Marillen, Blattspinat und Gurke, aber das ist für meinen Geschmack doch ein etwas zu hoher Gemüseanteil (zumal die Marillen leider nicht allzu süß sind). Vielleicht hätte ich die Heidelbeeren eher in den Smoothie schmeißen sollen anstatt sie als Topping zu verwenden. 

Nun, wie auch immer, ehe das hier zum Foodblog wird: Als Lektüre gabs dazu Operation Red Jericho von Joshua Mowll. Da ich damit gerade erst begonnen habe, kann ich noch nicht viel dazu sagen, aber die Aufmachung ist toll (vielleicht mach ich später noch ein paar Fotos).

So, jetzt lese ich mal weiter. Bis später!


Update um 13:15

ein kleiner Kartenausschnitt
Ich habe heute Vormittag weniger bei "Operation Red Jericho" weitergelesen als gedacht und bin stattdessen eher beim Hörbuch hängegenblieben, da ich an einer überarbeiteten Karte meiner Fantasywelt rumpinsle (was ziemlich viel Arbeit ist und nicht dadurch erleichtert wird, dass ich früher mit Photoshop gearbeitet habe und nun mit Gimp).
Allerdings wird mich auch mein Hörbuch sicher eine ganze Weile begleiten, da ich mit The Dragonbone Chair von Tad Williams begonnen habe. Ich hatte vor Jahren schon mal in das Buch (auf Deutsch) reingelesen und damals aber nach wenigen Seiten abgebrochen, da es mich nicht gereizt hat.
Nun versuche ich es noch einmal, muss aber gestehen, dass meine Geduld auf eine harte Probe gestellt wird. Nach zweieinhalb Stunden geht mir Simon schon einigermaßen auf die Nerven, während die Handlung noch nicht so recht in Gang kommen möchte. Ich habe allerdings schon von mehreren Seiten gehört, dass die ersten 200 Seiten mühsam sind und es danach besser wird, also bin ich mal optimistisch.

Gerade hatte ich auch schon Mittagessen - Kartoffel-Zucchini-Curry mit Einkorn - und nun werde ich mal eine kleine Blogrunde drehen.   


Update um 19:00

Irgendwie passiert mir das öfter mal an Lesetagen: Ich mache alles mögliche, lese aber kaum. %-)
Zwar habe ich am Nachmittag eine Weile am Balkon bei "Operation Red Jericho" weitergelesen, aber dann war ich spazieren und seit ich zurück bin, war ich die ganze Zeit mit der Karte und mit Gimp beschäftigt. Da ich mit diversen Tutorials herumprobiert habe, habe ich dabei noch nicht mal Hörbuch gehorcht. Mal sehen, ob ich am Abend nun noch zum Lesen komme - abgesehen davon, dass mich gerade die Kartenbastelei mehr interessiert, finde ich auch einfach das Buch noch nicht so fesselnd. So faszinierend auch die Aufmachung ist - Plot und Schreibstil können mich bislang nicht ganz überzeugen.

Und sonst so? Wir haben einen 13. Doctor! Ich kenne die Person bereits aus einer anderen Serie, wo ich die schauspielerische Leistung sehr überzeugend fand. Insofern bin ich mal vorsichtig optimistisch, auch wenn ich gern noch mindestens eine weitere Staffel mit Peter Capaldi hätte. Ich bin aber auf jeden Fall gespannt, was Chris Chibnall aus der Serie machen wird. Seine Charaktere bei Broadchurch waren richtig gut geschrieben - was das betrifft, habe ich also große Hoffnungen.
Jetzt würde ich mir nur noch wünschen, dass Jack Harkness endlich mal wieder in der Serie auftaucht!


Update um 23:45

Ich werde mich nun ins Bett verabschieden. Am Abend hab ich noch eine Weile beim Hörbuch weitergehört und bin nun immerhin schon viereinhalb Stunden weit gekommen. Inzwischen zeigen sich auch Anflüge eines Plots. ;-) Mal sehen, wie es damit noch weitergeht und wie mir "Operation Red Jericho" weiterhin gefällt.

Ich hab zwar heute nicht sehr viel gelesen, aber dennoch wars ein netter Lese- und Kreativtag. Danke fürs Kommentieren und schlaft gut! 

Donnerstag, 13. Juli 2017

Buchstabengeplauder #80

Der Juli hat uns in Wien bisher einen Wechsel aus Hitze und Unwettern beschert. Ich finde zwar die extremen Wetterwechsel etwas anstrengend, aber immerhin ist trotz heißen Tagen die Temperatur in der Wohnung noch in Ordnung (auf jeden Fall angenehmer als Ende Juni), da zwischendurch immer wieder mal ausgiebiges Lüften möglich ist. Auch auf meinem Balkon ist es abends an den meisten Tagen recht erträglich und so verbringe ich dort gerade viele gemütliche Lesestunden.

Die Kirschtomaten freuen sich über die vielen Sonnenstunden
 Zuletzt habe ich Karten von Simon Garfield ausgelesen, das sich mit der Geschichte der Kartografie beschäftigt und mir gut gefallen hat. Als ich es gestern in die Bibliothek zurückgebracht habe, wollte ich eigentlich nur ein, zwei Bücher mitnehmen, aber mir sind dann ein wenig die Pferde durchgegangen. Dieser kleine Stoß ist temporär bei mir eingezogen:


Cavaliersreise von Mackenzi Lee klang bei Winterkatze ganz unterhaltsam und Operation Red Jericho von Joshua Mowll stand wegen der ungewöhnlichen Gestaltung schon lang auf meiner Liste. Cocktails von Pamela Moore habe ich dieses Jahr bereits einmal angelesen und ganz interessant gefunden; Kosmologie für Fußgänger von Harald Lesch und Jörn Müller durfte ebenfalls mit, da es ein sehr kurzweiliges Buch über Astronomie sein soll. Und schließlich habe ich durch Zufall noch Humboldts letzte Reise von Vincent Froissard und Étienne Le Roux erspäht - eine Graphic Novel, die ich vor kurzem auf meine Wunschliste gesetzt hatte.
Da ich nicht geplant hatte, mich so gut einzudecken, war ich nur mit einem recht kleinen Rucksack unterwegs, in dem sich außerdem schon andere Sachen befanden. Kennt jemand die Szene aus "Gilmore Girls", in der Rory eine ganze Reihe von Büchern in ihrem Schulrucksack unterzubringen versucht? Alle, die sie nicht kennen, können sie hier sehen (es lohnt sich):



Daran musste ich gestern auf jeden Fall denken, als ich meinen Rucksack viermal ein- und ausgepackt habe, bis schließlich doch noch alle Bücher darin Platz gefunden haben. ;-)

Aber ich bin nicht nur mit Lesen beschäftigt: voriges Wochenende war ich mit einer Freundin im Germanischen Gehöft Elsarn, einem kleinen aber feinen Freilichtmuseum.


Bücher, Ausflüge, Balkonernte - alles in allem kann der Sommer von mir aus gern so weitergehen!

Sonntag, 9. Juli 2017

[Zwischenstand] Challenges und Lesevorhaben 2017

Da nun die Hälfte des Jahres rum ist, ist das die passende Zeit, um einmal einen kleinen Blick auf meine diesjährigen Lesevorhaben zu werfen.

Lese-Bingo 2017


Meine einzige "richtige" Challenge dieses Jahr ist Carolines Lese-Bingo. Ich komme sehr gut voran - von 25 Feldern fehlen mir nur noch sieben. Bei den meisten fehlenden weiß ich schon, was ich lesen möchte, aber speziell bei einer Kategorie tue ich mir noch etwas schwer: Ein Buch mit einer Zahl auf dem Cover
Fallen euch entsprechende Bücher ein, die ihr weiterempfehlen könnt? 
Ich hatte mir dafür eigentlich "Eierlikörtage. Das geheime Tagebuch des Hendrik Groen, 83 ¼ Jahre" überlegt, aber bisher war mir nicht wirklich danach und allmählich habe ich das Gefühl, dass ich einen Plan B brauche.

Ein wenig macht mir auch noch die Kategorie Ein Buch, in dem es spukt zu schaffen. Da ich ein Angsthase hoch drei bin, brauche ich also ein Buch, in dem es spukt, das aber dennoch nicht gruselig ist. Nicht ganz einfach (und vermutlich werde ich am ehesten bei Kinderbüchern fündig). Auch hier nehme ich gern Empfehlungen entgegen!  
 

Persönliche Lesevorsätze


Neben der Challenge habe ich mir (wie zu Beginn des Jahres erwähnt), ein paar eigene Vorsätze überlegt, die ich auf dem Blog nicht aufgelistet habe, um mich nicht unter Druck zu setzen. Bei dieser Gelegenheit werfe ich aber auch hierauf einmal einen Blick:

12 englische Bücher

Es hat sich bei mir schon seit Jahren etabliert, dass ich wenigstens ein englisches Buch pro Monat lesen möchte. Da ich in den Vorjahren mit diesem Ziel keine Probleme hatte und auch dieses Jahr bereits 10 englische Bücher gelesen habe, ist es möglicherweise inzwischen überflüssig, diesen Vorsatz überhaupt zu formulieren. Folgende englische Bücher habe ich in diesem Jahr gelesen bzw. gehört:

1. J. K. Rowling - Harry Potter and the Half-Blood Prince
2. John Green - Looking for Alaska
3. J. K. Rowling - Harry Potter and the Deathly Hallows
4. Carol Rifka Brunt - Tell the Wolves I'm Home
5. Brandon Sanderson - The Rithmatist
6. Guy Gavriel Kay - A Song for Arbonne
7. Morgan Matson - Amy & Roger's Epic Detour (Reread)
8. Marie Brennan - In the Labyrinth of Drakes
9. Patricia McKillip - The Bell at Sealey Head
10. Kirsten Hubbard - Wanderlove

5 Sachbücher

Auch dieser Vorsatz ist keine große Herausforderung - ich hatte ihn bereits vor der Hälfte des Jahres erfüllt:
1. Dirk Liesemer - Lexikon der Phantominseln
2. Cheryl Strayed - Der große Trip
3. Nathaniel Philbrick - Im Herzen der See
4. Kathleen Winter - Eisgesang
5. Dan Kieran - Slow Travel

3 Nobelpreisträger

Mit diesem Vorsatz habe ich deutlich mehr zu kämpfen. Bisher komme ich nur auf ein Buch und zwar auf "Karnak-Café" von Nagib Machfus. Wird Zeit, dass ich mir mal wieder einen Nobelpreisträger/eine Nobelpreisträgerin schnappe.

10 SuB-Leichen (Bücher, die vor 2017 auf meinem SuB gelandet sind)
 
Dieser Vorsatz hat mich dieses Jahr wirklich angespornt, endlich meinen Alt-SuB abzubauen. Bis Ende des Jahres habe ich hoffentlich einen sehr jugendlichen SuB und so soll es dann auch bleiben (das wäre zumindest der Plan). Gelesen habe ich bislang:

1. Martin Schemm - Der Goldschatz der Elbberge (im April 2014 bei mir eingezogen)
2. Hans Traxler - Die Wahrheit über Hänsel und Gretel (auf meinem SuB seit Mitte 2016)
3. Barbi Markovic - Superheldinnen (Roman einer Lehrgangs- und nun Arbeitskollegin, der seit Februar 2016 bei mir auf das Lesen wartete)
4. Brandon Sanderson - The Rithmatist (war im Sommer 2015 ein Geschenk von Elena)
5. Christoph Ransmayr - Der Weg nach Surabaya (ist mir Anfang 2016 in einem Antiquariat in die Hände gefallen)
6. Liz Jensen - Das neunte Leben des Louis Drax (im Sommer 2016 bei mir eingezogen)
7. Rachel van Kooij - Klaras Kiste (in meinem Regal seit Oktober 2016 und und damit meine jüngste SuB-Leiche)
8. Wolfgang Herrndorf - tschick (hat im Juli 2016 den Weg zu mir gefunden)

Mal sehen, ob ich meinen SuB im Laufe des Jahres vielleicht noch gänzlich von 2015- und 2016-Zugängen befreien kann. Da ich ja ab und zu auch ganz niegelnagelneue Bücher lesen bzw. in der Bibliothek stöbern möchte, streue ich diese halt immer nur sporadisch dazwischen.
 

Es läuft also dieses Jahr sehr gut. Ich denke, es macht sich bezahlt, dass ich mich mit Challenges heuer so zurückgehalten habe. Mal sehen, ob ich bis Ende des Jahres alle Vorhaben schaffe - beim Lese-Bingo wäre es eine Premiere, wenn ich tatsächlich einmal alle Felder durchstreichen könnte. 

Samstag, 8. Juli 2017

[Kurzrezensionen] Von neun Leben, dem Sterben und einem alten Verbrechen

Liz Jensen - Das neunte Leben des Louis Drax

Louis Drax scheint Glück im Unglück zu haben: Obwohl er schlimme Unfälle wie magisch anzieht, überlebt er doch immer wieder. Als er an seinem neunten Geburtstag in eine Schlucht stürzt, fällt er ins Koma und sein Vater verschwindet spurlos. War es wieder ein Unfall oder hat sein Vater ihn hinuntergestoßen? Und waren die früheren Ereignisse vielleicht auch keine Unfälle?

Liz Jensen wirft in diesem spannenden Roman eine ganze Reihe von Fragen auf, die Louis' Arzt zu beantworten versucht. Die Autorin lässt dabei die Grenzen zwischen Realität, Einbildung und auch Übernatürlichem verschwimmen. Diese Mischung mag nicht jedermanns Fall sein, aber mir hat sie sehr gut gefallen. Interessant fand ich auch, wie mit verschiedenen Perspektiven gespielt wurde.
Obwohl ich schon bald eine Ahnung hatte, worauf das ganze wohl hinausläuft, hat mich der Roman bis zum Schluss gefesselt und mir hat auch die Auflösung gut gefallen.


Rachel van Kooij - Klaras Kiste

Klara Meindert, die Lehrerin von Julius, ist schwer krank, möchte aber noch soviel Zeit wie möglich mit ihren Schülern verbringen. Als sich das Schuljahr dem Ende zuneigt, wollen Julius und seine Freunde der Lehrerin ein Abschiedsgeschenk machen. Sie beschließen, ihr einen Sarg zu bauen - keinen düsteren, traurigen Sarg, sondern einen bunten und fröhlichen, um ihr die Angst zu nehmen. Als Julius' Mutter davon erfährt, ist sie entsetzt und möchte der Sache ein Ende bereiten.

Rachel van Kooij hat keine Scheu davor, problematische Themen in Kinderbüchern anzusprechen. "Klaras Kiste" setzt sich schonungslos und dennoch altersgerecht mit dem Thema Sterben auseinander und damit, wieviel man Kindern zumuten kann. Sie beschreibt sehr glaubwürdig, wie unbefangen die Kinder nach anfänglichem Schock damit umgehen und wie die Eltern ihnen aus falsch verstandener Fürsorge bei dem Trauerprozess im Weg stehen.
Trotz des schweren Themas handelt es sich nicht nur um ein trauriges, sondern auch ein warmherziges und humorvolles Buch. Es richtet sich zwar an Kinder ab 10 Jahren, ich kann es aber auch Erwachsenen sehr ans Herz legen.


Gillian Flynn - Finstere Orte

Als Libby sieben Jahre alt war, wurden ihre Mutter und ihre beiden Schwestern eines Nachts brutal ermordet. Für die Tat wurde Libbys Bruder Ben verurteilt - nicht zuletzt aufgrund ihrer Aussage. Fünfundzwanzig Jahre später liegt Libbys Leben noch immer in Scherben. Aus Geldmangel lässt sie sich auf das Angebot einer Gruppe von Hobby-Kriminologen ein, die an der Schuld von Ben zweifeln. Libby soll ihnen dabei helfen, die Sache noch einmal neue zu untersuchen. Dabei kommen ihr selbst Zweifel an ihrer damaligen Aussage. Könnte ihr Bruder tatsächlich unschuldig sein?

Libby ist eine sehr sperrige Protagonistin und das macht sie interessant und zugleich schwierig als Perspektiventrägerin. Sie ist schwer traumatisiert von den Ereignissen in jener Nacht, zugleich aber so unsympathisch, dass es manchmal nicht so einfach ist, Verständnis für sie aufzubringen. Leider hat es sich die Autorin meiner Meinung nach etwa ab der Hälfte des Romans ein wenig zu einfach gemacht. Während Libby zuerst kaum imstande ist, normal mit ihren Mitmenschen zu interagieren und viele alltägliche Situationen sie überfordern, kann sie auf einmal hervorragend funktionieren, sobald der Plot es von ihr verlangt. Das kam mir reichlich inkonsequent vor. Außerdem war mir der obligatorische Showdown etwas zu übertrieben - das hätte der Roman nicht gebraucht.
Von den Kritikpunkten abgesehen handelt es sich nämlich um einen sehr spannenden und ungewöhnlichen Krimi. Die Auflösung zeichnet sich früh ab, ist aber stimmig und hat für mich auch gut funktioniert.

Montag, 3. Juli 2017

Meine Sommerwünsche 2017

Für mich hat nun der Sommer so richtig begonnen (auch wenn er wettermäßig schon längst da ist): Die vielen Auswärts-Termine im Juni sind geschafft, meine Schulung am vergangenen Dienstag ist gut über die Bühne gegangen und ich habe nun einen unbefristeten Dienstvertrag. 


Die besten Voraussetzungen also, um einen Tag von 2015 nochmal aufzugreifen - ich habe wie damals einige Wünsche für den Sommer und bin mal gespannt, wieviele ich mir erfüllen kann. Dieses Jahr haben meine Wünsche viel damit zu tun, in meiner Freizeit einerseits wieder kreativer zu werden und andererseits auch einfach nette kleine Dinge zu unternehmen.

1. Minigolf spielen
Ich war schon ewig nicht mehr Minigolf spielen. Für mich ist das etwas, das ich unweigerlich mit dem Sommer verbinde, da ich als Kind immer nur dann Minigolf spielen war, wenn wir zu einem bestimmten See baden gefahren sind.

2. Ausflug mit unbekanntem Ziel
Ich weiß noch nicht, wie ich das genau machen möchte. Aber ich würde gern einfach spontan in eine Schnellbahn steigen, bis zu einer zufälligen Station fahren und mich dort umsehen. Warum? Weil ich sonst eine ewige Planerin bin und vor lauter planen, recherchieren und überlegen, wohin ich gern fahren würde, manchmal gar nicht mehr dazu komme, tatsächlich irgendwohin zu fahren ...

3. 15 Bänder knüpfen/aus Perlen basteln
Vor zwei Jahren habe ich mir 20 Stück vorgenommen und das nicht ganz geschafft - nun versuche ich es mit einem etwas kleineren Ziel. Ich habe seither nämlich kaum geknüpft und finde das sehr schade. Da Freundschaftsbänder zudem etwas sehr Sommerliches an sich haben, passt das für mich perfekt.

4. Meine Wiener Streifzüge wieder aufleben lassen
Ich habe noch einige alte Ausflüge, die ich hier nie vorgestellt habe und würde gern auch wieder einige neue unternehmen. Ich wünsche mir daher, dass ich diese Blogkategorie wieder eingermaßen regelmäßig befüllen kann.

5. Eine Seite in einem Coloring Book ausmalen
Ich habe schon wieder ewig keinen Stift oder Pinsel zur Hand genommen und dabei habe ich zuhause nicht nur sehr viele Malsachen, sondern auch drei Coloring Books herumliegen. Bevor die bei mir ganz in der Versenkung verschwinden, würde ich es damit doch gerne noch einmal probieren.

6. Drachensteigen
Vor einer Weile habe ich einer Freundin gegenüber erwähnt, dass ich mal Lust hätte auf Drachensteigen (zumal ich das als Kind nie so richtig gemacht habe) - zumal es in Wien und speziell auf der Donauinsel an Wind nicht mangelt. Daraufhin hat sie mir zum Geburtstag einen Drachen geschenkt und den möchte ich natürlich im Sommer einweihen.

7. Kein Internet beim Frühstück
Ich gebe zu, das ist schon mehr ein handfester Vorsatz als ein Wunsch. Früher habe ich beim Frühstück immer gelesen, aber seit einer Weile habe ich es mir angewöhnt, mich dabei an den Computer zu setzen. Das nervt mich und da der Sommer die beste Zeit ist, um draußen auf dem Balkon zu frühstücken, ist das auch die richtige Jahreszeit, um mit dieser Angewohnheit zu brechen.

8. Meine Fantasywelt wieder bebasteln
Zum ersten Mal seit Jahren habe ich in der letzten Zeit wieder angefangen, ein wenig an meiner Fantasywelt (die als Hintergrund für meine Romane dient) herumzubasteln. Da das ganze eine Riesenbaustelle (viele veraltete Texte, etc.) ist, die mich als gesamtes sehr einschüchtert, würde ich in den nächsten Wochen gern mit ein paar Kleinigkeiten anfangen.

9. Ins Sommerkino gehen
Das habe ich schon die letzten zwei Jahre gemacht und fand es sehr schön - und da ich mich nun mal kenne, wird das ein konkreter Wunsch, damit das nicht im Nichts versandet.

10. Einen Ausflug mit meiner Kindheitsfreundin machen
Meine Kindheitsfreundin und ich schenken und seit Jahren nichts mehr zum Geburtstag (wir haben genau im Abstand von einem Monat im Juni und Juli Geburtstag), sondern machen stattdessen einen gemeinsamen Ausflug im Sommer. Soweit die Theorie. Seit meine Freundin wieder in unserer Heimatstadt wohnt und ein Kind hat und ich die meiste Zeit in Wien bin, schaffen wir das nicht jedes Jahr. Da meine Freundin nun wieder schwanger ist, hoffe ich aber sehr, dass wir es dieses Jahr wieder hinbekommen. Danach wird das nämlich wohl eine Weile nichts mehr.


Habt ihr auch Lust, eine Wunschliste für den Sommer zu erstellen? Was sind eure Wünsche?

Sonntag, 2. Juli 2017

Marie Brennan - In the Labyrinth of Drakes



erschienen bei Titan Books


 Im vierten Band von "A Memoir by Lady Trent" verschlägt es Isabella und Tom nach Akhia, wo sie im Auftrag der Armee herausfinden sollen, wie man Drachen in Gefangenschaft züchten kann. Isabella trifft hier nicht nur auf einen alten Bekannten, sondern macht in der Wüste auch bahnbrechende neue Entdeckungen.


Ich lese die Reihe von Marie Brennan gern, allerdings hatte ich bei allen Bänden bisher das Problem, dass sie mich nur mäßig fesseln konnten. Diesen Band fand ich nun spannender als den Vorgänger - vielleicht, weil die Handlung insgesamt etwas stringenter und zielgerichteter war. Das geplante Zuchtprogramm stellt hier den Hauptplot dar und alle Nebenhandlungen (die mitunter auch recht actiongeladen sind), gruppieren sich um diesen herum.

Isabella kann hier also ihre Studien über Drachen ein ganzes Stück vorantreiben und die wissenschaftlichen Entdeckungen stehen hier noch mehr im Vordergrund als in den vorigen Bänden. So bildet dann auch eine solche Entdeckung den Höhepunkt des Romans und nicht etwa eine dramatische Actionszene - das fand ich sehr stimmig und passend.

Sehr schön ist auch, dass hier einige altbekannte Figuren wieder mehr Raum bekommen. Isabellas Kollege Tom spielt eine wichtige Rolle und auch die Freundschaft zwischen den beiden wird weiter vertieft. Mit Isabellas Bruder Andrew und Suhail, der hier erneut in Isabellas Leben tritt (wie bereits nach Bekanntgabe des Landes, in dem dieser Band spielt, zu erwarten war), sind außerdem zwei sehr liebenswerte Figuren mit dabei, die man bereits aus früheren Bänden kennt.

Weshalb ich nun diesen Roman trotz interessanter Handlung und schön gezeichneten Figuren nicht ganz überzeugend fand, liegt an der Welt. Zu Beginn der Reihe hat mir diese Idee einer viktorianischen Welt, die unserer nicht unähnlich ist, aber Drachen beheimatet, gut gefallen. Inzwischen finde ich es aber einerseits etwas langweilig, dass man Brennans Kulturen nahezu eins zu eins durch unsere austauschen kann und andererseits ermüdend, dass Frauen wieder einmal mit denselben Einschränkungen zu kämpfen haben. Praktisch in jedem Band steht Isabella ihr Geschlecht im Weg und sie ist Beleidigungen, Spott und bösen Gerüchten ausgesetzt. Ich erwarte bei einem phantastischen Roman sicher keine perfekten Gesellschaften (ganz im Gegenteil!), aber ich finde es doch schade, wenn die gesellschaftlichen Strukturen wieder nur die schon altbekannten sind.
Das sind natürlich nur persönliche Referenzen und vielen gefällt wohl gerade diese viktorianische Alternativwelt besonders gut.

Alles in allem hat mir "In the Labyrinth of Drakes" gut gefallen und ich fand ihn gelungener als die beiden Vorgängerbände, aber es gab doch auch einiges, was mich daran gestört hat.
Ich freue mich, dass auf meinem SuB schon der abschließende fünfte Band liegt und ich bin neugierig, was Isabella darin noch herausfinden wird - aber ich bin auch nicht unbedingt traurig, dass die Serie danach zu Ende sein wird.