Donnerstag, 27. Juli 2017

[Wiener Streifzüge] Mistelbach: Museum + Dionysosweg

Diesen kleinen Streifzug habe ich bereits im Herbst 2016 unternommen, aber wie so viele Touren hat er noch keinen Eingang auf dem Blog gefunden.

Grund für meinen Abstecher nach Mistelbach war das Urgeschichtemuseum MAMUZ mit einer Sonderausstellung über Stonehenge, die nun aufgrund des Erfolgs in die zweite Saison geht. Der zweite MAMUZ-Standort ist Asparn an der Zaya mit einem umfangreichen Ausstellungsbereich und einem Freilichtmuseum. In Asparn war ich bereits vor einigen Jahren, daher hatte ich dieses Mal nur Mistelbach als Ziel.
Man erreicht das Museum von Wien aus mit der Schnellbahnlinie S2 und dann einem kurzen Fußweg quer durch Mistelbach.

Kleine Gässchen in Mistelbach

Die Ausstellung über Stonehenge war zwar ganz interessant, aber weniger umfangreich als erwartet. Da ich nun schon hier war, schaute ich mir daher gleich noch zwei weitere Bereiche an: das Hermann Nitsch Museum, das im selben Gebäude wie das MAMUZ untergebracht ist, sowie der Dionysosweg, der hinter dem Museum beginnt.

Hermann Nitsch war bei uns in der Schule ein großes Thema - als bedeutender Vertreter des Wiener Aktionismus und aufgrund seiner kontroversen Aktionen, die ihn nicht nur international bekannt machten, sondern ihn auch mehrmals ins Gefängnis brachten, kam man im Kunstunterricht um ihn herum. Ich kann jetzt ebenso wenig mit ihm anfangen wie damals in der Schule, aber das Museum war doch faszinierend. Die Ausstellung war interessant aufgebaut und informativ und ich hatte sie - abgesehen von ein paar verirrten Stonehenge-Besuchern, die nach kurzem verschreckt wieder von dannen zogen - ganz für mich allein.
Letztendlich hat dieses Museum mehr Eindruck bei mir hinterlassen als die so hochgejubelte Stonehenge-Ausstellung.

Einer der Ausstellungsräume

Nach dieser Ladung an Kultur sehnte ich mich noch nach etwas Natur und machte mich auf zum Dionysosweg. Dabei handelt es sich um einen Themenweg, der durch Weingärten, über Äcker und vorbei an Viehweiden führt. Von den Obstspalieren darf man ausdrücklich naschen und zwischendurch gibt es immer wieder auch Stationen zu den Themen Dionysos und Sinne.
Man kann dort auch einen Picknickkorb mit heimischen Produkten vorbestellen, was ich für eine sehr nette Idee halte.


Spiegelspielereien mit Dionysos-Masken
Herbstblätter



Alles in allem war der Streifzug eine nette Mischung aus Museen und Spaziergang. Beim Dionysosweg gibt es einiges zu erkunden - ich musste mich leider etwa ab der Hälfte etwas beeilen, da sich dicke Regenwolken zusammenballten.
Sicher kein Muss für die ersten Wienbesuche, aber eine abwechslungsreiche Nachmittagsgestaltung für kleine Ausflüge von Wien aus.

Kommentare:

  1. Ich finde es immer schade, wenn eine hochgejubelte Ausstellung deutlich weniger zu bieten hat als man es sich erhoffte. Aber du hast ja mit einem weiteren Ausstellungsbereich und dem Spaziergang am Ende einen schönen Ausgleich gefunden. Die Idee mit dem Picknickkorb finde ich auch schön, ebenso wie "Naschen ausdrücklich erlaubt" bei den Spalieren. :) Vielleicht bietet es sich für dich noch mal an etwas geruhsamer diesen Weg zu genießen.

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    1. Das Problem ist sicher auch, dass bei so gehypten Ausstellungen die Erwartungshaltung besonders hoch ist. Denn schlecht war sie ja nicht, aber auch nicht so großartig wie gedacht/beschrieben.
      Ich mag die Idee mit dem Picknickkorb auch sehr gern. Für ausgiebiges Naschen war ich leider Ende Oktober etwas zu spät dran, aber ein paar letzte Weintrauben habe ich noch ergattert. :-)

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  2. Ich liebe die Kunst von Nitsch und war auch schon öfter im Museum. Sie haben dort auch immer tolle allgemeine Aufstellungen. Das Museum ist auf jeden Fall einen Besuch wert.
    LG Lyne

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