Samstag, 24. März 2018

#Indiebookday 2018

2013 wurde der Indiebookday vom Mairisch Verlag ins Leben gerufen. Mit dieser Aktion soll auf die kleinen, unabhängigen Verlage aufmerksam gemacht werden, indem man an diesem Tag in einer Buchhandlung ein Buch aus einem Indieverlag kauft und dann darüber bloggt oder sonst wie in den Sozialen Netzwerken darauf hinweist.

Eine Liste unabhängiger Verlag gibt es auf dem Hotlistblog von Senta Wagner.

Ich habe ein großes Talent dafür, an den Indiebookday immer erst im letzten Moment zu denken. Auch dieses Jahr war ich mal wieder zu spät dran, um gezielt ein Buch auszuwählen und in einer Buchhandlung vorzubestellen, daher habe ich heute einfach gestöbert und spontan etwas mitgenommen.

Bei mir durfte Rendezvous mit einem Oktopus von Sy Montgomery aus dem mare Verlag einziehen. Der Titel ist nicht metaphorisch - es geht tatsächlich um Oktopusse. Nun kann ich nicht behaupten, dass ich bisher ein allzu großes Interesse an diesen Tieren gehabt hätte, aber gerade deshalb dachte ich, dass es Zeit wäre meinen Horizont zu erweitern. Da ich außerdem mit Büchern aus dem mare Verlag bislang immer gute Erfahrungen gemacht habe, werde ich also demnächst über Oktopusse lesen und dabei hoffentlich viel Spannendes erfahren.

Und welches Buch habt ihr heute gekauft?

Freitag, 23. März 2018

Buchstabengeplauder #5/2018

Nach zwei sehr stressigen Wochen (diverse größere Termine in der Arbeit, dazu noch eine Tagung vergangenes Wochenende und eine kranke Kollegin) finde ich jetzt hoffentlich wieder mehr Zeit zum Lesen und Bloggen. Neben allen anderen Tätigkeiten war ich in der Arbeit auch sehr bibliothekarisch unterwegs und habe Inventur in unserer Fachbibliothek gemacht, was anstrengend, stressig und befriedigend gleichermaßen war.

Ich habe in dieser Zeit den Krimi Mystery in White von J. Jefferson Farjeon gelesen, der mir sehr gut gefallen hat, auch wenn ich ihn stellenweise ein wenig gruselig fand. Letztes Wochenende habe ich dann spontan einen wiederholten Reread von Amy & Roger's Epic Detour dazwischengeschoben, weil ich mich bei all dem Stress bei vertrauter Lektüre entspannen wollte.
Aktuell lese ich mein erstes Sachbuch in diesem Jahr und zwar Am Beispiel der Gabel von Bee Wilson, das vor ein paar Jahren im Zuge von Winterkatzes Sachbuch-Challenge durch die Blogs gegeistert ist. 

Abgesehen davon plane ich gerade einen kleinen Umbau in meiner Wohnung oder besser gesagt plane ich den Umbau schon seit einer ganzen Weile, habe ihn aber nun endlich in Angriff genommen. Vielleicht kann ich euch ja bald das Ergebnis davon zeigen.
Ebenfalls in Wohnungsdingen möchte ich mich jetzt am Wochenende auch endlich mal um die Osterdeko kümmern und hoffe außerdem, dass ich bald am Balkon werkeln kann. Immerhin zeigen sich dort schon erste Frühlingsboten.

 

Dienstag, 13. März 2018

Eowyn Ivey - Das Leuchten am Rand der Welt


erschienen bei Kindler (rowohlt)


Zu Beginn des Jahres 1885 bricht Lieutenant Colonel Allen Forrester mit zwei weiteren Männern nach Alaska auf, um dort den Wolverine River zu erforschen. Von seiner Reise und dem Leben seiner Frau Sophie, die währenddessen in der Garnison von Vancouver auf ihn wartet, erzählen Briefe, Tagebücher, Bilder und weitere Dokumente, die der entfernte Nachfahre Walter Forrester dem historischen Museum in Alpine zur Verfügung stellt.


"Das Leuchten am Rand der Welt" ist ein wunderschönes Buch, das einen dank seines Aufbaus mitunter vergessen lässt, dass es eine fiktive Expedition beschreibt und man nicht etwa einen Tatsachenbericht vor sich hat. Mit dem vielfältigen (Bild)Material ist es eine echte Augenweide und ein Buch, das man auch gern immer wieder zur Hand nimmt.


Die Geschichte der Expedition wird auf drei verschiedenen Ebenen geschildert: Im Mittelpunkt stehen die Aufzeichnungen von Allen Forrester, die von der schwierigen und entbehrungsreichen Reise berichten. Dieser Teil hat etwas von einem klassischen Abenteuerroman, der zudem auch manchmal die Grenzen der Realität überschreitet. Die drei Männer erleben schaurige und rätselhafte Dinge, die sie sich mit ihrer Vernunft nicht erklären können. Dabei stützt die Autorin sich auf tatsächliche Berichte aus jener Zeit, von denen sie auch kurze Ausschnitte in ihr Buch mit einflicht. Genauso wie bei jenen Berichten bleibt es auch bei den Aufzeichnungen von Allen Forrester offen, ob es sich nun wirklich um übernatürliche Begegnungen handelt oder um Einbildungen der Männer, die vom Hunger und der harten Reise gezeichnet sind.


Währenddessen bleibt Sophie allein in der Garnison Vancouver zurück und erlebt dabei eine innere Reise, die vielleicht weniger abenteuerlich, aber nicht minder spannend ist. Sophie ist eine wissbegierige Vogelkundlerin, die in der Abwesenheit ihres Mannes die Fotografie für sich entdeckt. Ihre Charakterentwicklung hat mir sehr gut gefallen und ihre Begeisterung für Vögel und ihr neues Hobby sind richtig durch die Seiten zu spüren.

Schließlich gibt es als dritte Ebene noch jene der Gegenwart, in denen sich Walter Forrester und Josh, der Kurator des Museums, in Briefen über die Dokumente austauschen. Obwohl diese aufkeimende Brieffreundschaft nur einen kleinen Teil in dem Roman einnimmt, habe ich doch auch darüber sehr gern gelesen und die beiden Männer bald ins Herz geschlossen.

"Das Leuchten am Rand der Welt" ist ein ruhig erzählter, aber dennoch fesselnder Abenteuerroman, der daneben auch die Geschichte einer ungewöhnlichen Frau und einer großen Liebe erzählt. Obwohl Allen und Sophie die ganze Zeit voneinander getrennt sind, bekommt man viele Einblicke in ihre Beziehung und man begreift schnell, wie ähnlich sie einander in vielen Dingen sind und wie tief daher auch ihr Verständnis füreinander ist. 
Ein ganz tolles und sehr atmosphärisches Buch über eine Expedition in unerforschte Gebiete, das bereits jetzt ein Jahreshighlight für mich ist.  

Sonntag, 11. März 2018

[Kurzrezensionen] Von Kulturschock, Wölfen und Reklame

Pearl S. Buck - Ostwind - Westwind

Pearl S. Buck, die 1892 in West Virginia geboren wurde, aber einen großen Teil ihres Lebens in China lebte, erhielt 1938 den Literaturnobelpreis. In ihrem ersten Roman "Ostwind - Westwind" wird die sehr traditionell erzogene Chinesin Kuei-lan mit einem Mann verheiratet wird, der in den USA Medizin studiert hat und sich seither mehr dem westlichen Lebenswandel zugehörig fühlt. Es kommt daraufhin zu einem Zusammenprall von zwei Kulturen, der zunächst beide Ehepartner in Einsamkeit zurücklässt. Nach und nach beginnt sich schließlich Kuei-lan an die Veränderungen anzupassen und lernt auch einige Vorzüge dieser ihr so fremden Lebensweise kennen - etwa, dass sie sich ihre Füße nicht mehr binden muss. 
Ich fand die Entwicklung von Kuei-lan und auch die Entwicklung der Beziehung zwischen den beiden Eheleuten sehr interessant zu lesen. Ich bin mir nicht sicher, wie realistisch die Autorin die chinesische Kultur der 1920er Jahre zeichnet, da sie selbst sie ja letztendlich doch nur von "außen" erlebt hat, aber ganz allgemein ist der Roman eine gelungene Darstellung einer Frau, die sich zwischen zwei Lebensweisen hin- und hergerissen fühlt.


Joan Aiken - The Wolves of Willoughby Chase

Dieses Kinderbuch von Joan Aiken ist der Auftakt zu einer Reihe, die in einem alternativen 19. Jahrhundert angesiedelt ist, in der König James III regiert und zahlreiche Wolfsrudel das Land unsicher machen.
Vor diesem Hintergrund entfaltet sich die Geschichte von Bonnie, einem Mädchen aus reichem Landadel, und ihrer armen Cousine Sylvia. Als Bonnies Eltern zu einer Reise aufbrechen, beginnt die unheimliche Gouvernante Miss Slighcarp die Kinder zu terrorisieren.
"The Wolves of Willoughby Chase" ist ein ganz wunderbares, klassisches Kinderbuch mit Bösewichten, die so direkt aus einem Dickens-Roman entstammen könnten. Obwohl Bonnie und Sylvia einige Grausamkeiten erdulden müssen, hat man aber das beruhigende Gefühl, dass alles gut ausgehen wird. Die beiden Mädchen werden sehr lebendig beschrieben und obwohl sie unterschiedlicher nicht sein könnten, schließt man beide sehr schnell ins Herz. Ich weiß noch nicht, ob ich die Reihe weiterlesen werde, aber ich hatte auf jeden Fall sehr viel Lesespaß mit diesem ersten Band (der ganz in sich abgeschlossen ist).


Dorothy L. Sayers - Mord braucht Reklame

"Mord braucht Reklame" ist der achte Band aus der Lord Peter Wimsey-Serie und bislang mein Liebling. Lord Peter Wimsey ermittelt hier inkognito in einer Werbeagentur, in der ein Mitarbeiter durch einen verdächtig wirkenden Unfall zu Tode gekommen ist. Die Autorin hat selbst als Werbetexterin gearbeitet und das merkt man dem Roman auch an. Sie beschreibt so lebendig, detailliert und auch ironisch den Arbeitsalltag in der Agentur, dass für mich der Kriminalfall ganz in den Hintergrund getreten ist, obwohl es sich um einen interessanten und clever konstruierten Fall handelt.
Ich hatte mit diesem Buch einen Heidenspaß, zumal mir so manches im täglichen Bürowahnsinn so bekannt vorkam, das ich kaum glauben mochte, dass dieser Roman mehr als 80 Jahre auf dem Buckel hat. Es ist auch herrlich zu lesen, wie Peter Wimsey sich in dieses Umfeld einfügt und bald eine gewisse Begeisterung für das Texten von Werbeslogans und -kampagnen entwickelt. 
Ein ganz wunderbarer Krimi mit einem originellen Setting, das ich nur ungern wieder verlassen habe.

Montag, 5. März 2018

Buchstabengeplauder #4/2018

Das wird dieses Mal ein eher kurzes Geplauder, aber da ich seit gut einer Woche nichts geschrieben habe, wollte ich ein kleines Lebenszeichen von mir geben.
Letzte Woche hatten wir eine längere Konferenz am Wolfgangsee und obwohl dort schönstes Winterwetter war, hatte ich davon leider nichts. Ich habe es noch nicht mal für fünf Minuten zum See geschafft, weil der Arbeitsaufwand dafür zu hoch war. Immerhin haben wir aber auf dem Weg hin einen kurzen Zwischenstopp in Gmunden gemacht und ich habe euch daher ein Foto vom Traunsee mitgebracht:


Als ich dann wieder zurück war, bin ich gleich im Freizeitstress gelandet. ;-) Am Wochenende waren meine Mutter und meine älteste Schwester bei mir in Wien, weil wir gemeinsam eine Musicalgala besucht haben. Nachdem sie gestern mittags wieder abgereist sind, ging es für mich gleich weiter zu einem Murder Dinner mit meinen ehemaligen Arbeitskollegen. Wir hatten das zum ersten Mal im Januar ausprobiert und sind seither auf den Geschmack gekommen. Soweit wir das also zeitlich hinbekommen (immerhin müssen wir zehn Leute terminlich unter einen Hut bekommen), werden wir wohl in den nächsten Monaten noch ein paar mehr Szenarien ausprobieren.
Vom Murder Dinner ging es dann spätabends noch weiter zum Oscarnacht-Schauen mit Freundinnen. Wir haben das ganze mit Tippspiel, Bingoblättern, thematischer Verkleidung und Knabbereien aufgepeppt, aber es wurde doch eine recht lange, müde Nacht. Wenn ich heute nicht einen Tag Zeitausgleich gehabt hätte, hätte ich das wohl eher nicht durchgestanden - aber so konnte ich dann am Vormittag schlafen.

Zum Lesen bin ich auf jeden Fall dementsprechend wenig gekommen in der letzten Zeit und ich bin daher noch immer mit denselben Büchern beschäftigt wie beim Lesesonntag
In nächster Zeit werde ich mich wohl wieder etwas mehr dem Lesen widmen können. Und es dürfte wohl in den kommenden Tagen tatsächlich der Frühling in Wien Einzug halten. Hurra!