Donnerstag, 12. April 2018

J. Jefferson Farjeon - Mystery in White


erschienen bei British Library Crime Classics
woher: Büchereien Wien


Im Dezember 1936 bleibt ein Zug im Schnee stecken. Ein Grüppchen Reisender macht sich zu Fuß zur nächsten Zugstation auf, in der Hoffnung, auf diese Weise doch noch rechtzeitig zu Weihnachten ihre Familien zu erreichen. Prompt verirren sie sich im Schneetreiben und stoßen auf ein Herrenhaus, das verlassen ist, obwohl die Tür unverschlossen ist und bereits das Teewasser aufgesetzt wurde. Gemeinsam versuchen sie das Rätsel zu lösen.

"Mystery in White" erschien erstmals 1937 in England, wurde 2014 in einer Neuauflage zum Überraschungserfolg und 2017 schließlich auch in einer deutschen Übersetzung publiziert. 

Im Mittelpunkt des Krimis stehen die resoluten Geschwister Lydia und David, die zu Verwandten unterwegs waren. Zusammen mit ihnen finden sich in dem mysteriösen Haus noch ein ältlicher Aufschneider, ein schüchterner Buchhalter, der sich seine eigene Welt zusammenträumt, eine Revutänzerin und schließlich der exzentrische Mr. Maltby, der mit seinem scharfen Verstand die Rätsel zu lösen versucht.
Der Autor nimmt im Roman verschiedene Perspektiven ein und bringt einem auf diese Weise die Figuren näher. Durch diese Konzentration auf die Gefühle und Gedanken der verschiedenen Figuren ist das Tempo des Krimis teils eher gemächlich, aber die gruselige Grundstimmung sorgt trotzdem für eine stetige Spannung.

Neben dem leichten Grusel kommt aber auch der Humor nicht zu kurz. Die ironischen und mitunter bissigen Dialoge von Farjeon haben mich immer wieder schmunzeln lassen.

Obwohl ich zwischendurch das Gefühl hatte, das ganze würde in eine übersinnliche Richtung gehen, ist der Kriminalfall doch gänzlich auf realistische Weise zu erklären und ich fand auch die Auflösung überzeugend. Der Schreibstil des Autors, die Figuren und die unheimliche Atmosphäre haben mir sehr gut gefallen. Einzelne Passagen fand ich etwas langatmig, aber sonst hat mich dieser klassische Krimi sehr gut unterhalten.

Kommentare:

  1. Das klingt gut. Ich freu mich ja immer darüber, wenn ich solch alte Schätzchen entdecken kann. Du hast also meine Merkliste mal wieder erweitert. Danke! :)

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  2. Salut, Neyasha.
    Ein klassischer englischer Stoff, der vermuten lässt, dass die Gruppe garnicht so zufällig zusammengewürfelt erscheint & ein gemeinsamer Nenner die Fäden im Hintergrund verwoben hat & nun zieht.
    Kein Wunder, dass ich spontan an 'Eine Leiche Zum Dessert' denken muss. :-)

    bonté

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    1. Deine Vermutung geht vielleicht eher in die falsche Richtung, aber mehr will ich da auch gar nicht sagen - möglicherweise magst du das Buch ja noch lesen.

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